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Fachwerksanierung am Beispiel des alten Rathauses Biesenthal

Fachwerksanierung am Beispiel des alten Rathauses Biesenthal
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Faensen
  • Abgabedatum: August 2002
  • Umfang: 182 Seiten
  • Dateigröße: 6,8 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6172-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6172-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6172-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Faensen, Alexander August 2002: Fachwerksanierung am Beispiel des alten Rathauses Biesenthal, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fachwerk, Sanierung, Holzbau, Denkmalschutz, Zimmermansmäßiger Holzbau

Diplomarbeit von Alexander Faensen

Zusammenfassung:

Im Verlauf dieser Arbeit wurde im Rahmen einer Einführung in das Gebiet des Fachwerkbaus und dessen Sanierung auf kritische Punkte hingewiesen, negative Beispiele sowie sinnvolle Alternativen wurden erläutert. Ziel des ersten Teils dieser Arbeit war, die Besonderheiten der Fachwerkkonstruktionen im Unterschied zu anderen Bauweisen hervorzuheben und so eine Grundlage für weiterführende Betrachtungen zu schaffen.

Darauf aufbauend sind diese Erkenntnisse am Alten Rathaus Biesenthal in mehreren Bereichen der Fachwerksanierung ausführlich und unter Einbeziehung eigener Vorschläge angewendet worden. Besonderheit dieses zweiten, größeren Teils der Diplomarbeit war, dass er sich in seiner Zusammensetzung kurzfristig nach dem aktuellen Sanierungsfortschritt in Biesenthal richtete und die nächsten durchzuführenden Maßnahmen aufgriff. Mit den ausführlich besprochenen Themen der Balkenkopfsanierung sowie der Dimensionierung von Innenwänden und Unterzügen wurden zwei der Kernpunkte einer Sanierung beschrieben. Verfahren und Alternativen sowie eigene Vorschläge wurden untersucht.

Neben diesen rein bautechnischen Aspekten war die Koordinierung der Gewerke und der zeitliche Ablauf wichtiger Bestandteil der Sanierung. Aus den „altbauspezifischen“ Eigenheiten ergeben sich im Vergleich zum Neubau für die Planung Schwierigkeiten, die eine zusätzliche Herausforderung darstellen.

Ebenso wurde auf den Umgang mit historischen Fachwerkkonstruktionen und das Verständnis für das jeweilige Gebäude aus denkmalschützerischer Sicht eingegangen. Die Anwendung der oben genannten, technischen Grundlagen muss immer mit den Grundgedanken des behutsamen, möglichst erhaltenden Vorgehens sowie der Achtung vor dem Gebäude und der Leistung seiner Erbauer gepaart sein.

Es hat sich gezeigt, dass die Tatsache der noch nicht vollständig vorliegenden Planung nicht die zunächst vermuteten Nachteile für das Erstellen der Arbeit mit sich brachte. Das Gegenteil war der Fall: Durch die Planung „Stück für Stück“ ergab sich die Möglichkeit auch eigene Vorschläge einzubringen und selbst jeweils auf die nächsten Sanierungsmaßnahmen einzugehen. Im Fall einer abgeschlossenen Planung wäre lediglich die Dokumentation der Arbeiten vorzunehmen gewesen.

Der Umgang mit historischen Holzkonstruktionen an sich ist bereits ein interessantes Aufgabenfeld, in Verbindung mit Sanierungstechniken und der Betrachtung von Bauabläufen und deren Optimierung ergibt sich eine noch vielseitigere Aufgabe.

Unter Berücksichtigung aller dieser bautechnischen und baubetrieblichen Faktoren sowie „Gefühl“ für historische Substanz ist die Sanierung bzw. Modernisierung von historischem Fachwerkbestand eine verantwortungsvolle, und wenn adäquat ausgeführt, dankbare Aufgabe. Diese zu erfüllen sollte auch in Zukunft Ziel eines Bereiches der Bauwirtschaft sein, da sonst langfristig ein wichtiges Stück Baugeschichte zu verschwinden droht.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 3
1. Fachwerkbau 6
1.1 Einführung 6
1.1.1 Entwicklung und Stile 6
1.1.2 Aufbau 8
1.2 Bestandteile 10
1.2.1 Holz und Holzschutz 10
1.2.2 Verbindungen 17
1.2.3 Wandgefache 21
1.2.4 Fassade 23
1.2.5 Dach 24
1.3 Abbund und Richten 25
1.4 Fachwerktypische Schäden 28
1.4.1 Allgemein 28
1.4.2 Schädlinge 30
1.4.3 Schädlingsbekämpfung 31
1.4.4 Auswirkungen 32
1.4.5 Schäden aus Sanierungen 33
1.4.6 Regionale Schadensbilder 35
1.5 Untersuchungsmethoden 36
2. Altes Rathaus Biesenthal 40
2.1 Baubeschreibung 40
2.1.1 Lage 40
2.1.2 Geschichte 40
2.1.3 Gebäude (Bestand) 40
2.2 Schäden 43
2.2.1 Schadensbild 43
2.2.2 Maßnahmen 51
2.3 Sanierungskonzept 54
2.3.1 Begriff 54
2.3.2 Bauzustandsanalyse 56
2.3.3 Vorgaben/Vorschläge 59
2.3.4 Denkmalpflege 59
2.3.5 Beschreibung der Maßnahmen 63
2.4 Kosten und Termine 66
2.5 Holzbalkendecke 69
2.5.1 Allgemein 69
2.5.2 Situation 70
2.5.3 Balkenkopfverstärkung 1 76
2.5.4 Balkenkopfverstärkung 2 79
2.5.5 Weitere Verfahren 83
2.5.6 Auswechslung 84
2.6 Außenwand 86
2.6.1 Allgemein 86
2.6.2 Wärmeschutz 86
2.7 Innenwand 90
2.7.1 Allgemein 90
2.7.2 Situation 91
2.7.3 Längswände und Unterzüge 92
2.7.4 Querwände und Unterzüge 103
II. Zusammenfassung 108
III. Anlagen 110
1. Altes Rathaus – Bestand
2. Altes Rathaus – Abriss und Neubau
3. Altes Rathaus – Statische Berechnung Unterzüge
4. Altes Rathaus – Statische Berechnung Deckenbalken (Vorgabe)
IV. Literaturverzeichnis 173

Automatisiert erstellter Textauszug:

1.4.6 Regionale Schadensbilder Die regional unterschiedlichen Schadensbilder können nicht konkret am Fachwerkstil festgemacht werden, der in der jeweiligen Region vorherrscht. Die Schadensarten und -häufigkeiten sowie die Schwere der Schäden hängen stärker mit anderen Faktoren zusammen: Äußere Umstände wie Witterung und Holzgüte der Region sowie die Qualität der Ausführungen sind ausschlaggebend für Dauerhaftigkeit und Schadensanfälligkeit. Wichtigste Faktoren allerdings sind die wirtschaftliche Lage sowie die Einstellung der Bewohner zu ihrem Gebäude über die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte. Sie haben direkten Einfluß auf das Bauwerk, die ergriffenen Maßnahmen und Instandhaltungsintervalle. Konstruktive Unterschiede, die einen Stil gegenüber einem anderen anfälliger für bestimmte Schadensbilder machen, sind z. B. umlaufende Bretter zum Schutz des Hirnholzes der Balkenlagen (Mitteldeutsch) im Gegensatz zu exponierten Balkenköpfen bei Nieder- und Oberdeutschem Fachwerk. Diese Unterschiede, die aus der Umsetzung der Erkenntnisse im konstruktiven Holzschutz beruhen, sollten nicht vernachlässigt werden, sind aber eher begleitende Umstände. [...]

(Wärmedämmwirkung verringert), sondern zusätzlich ist die Feuchteeinwirkung über einen längeren Zeitraum der Startschuß für Pilzbefall und Fäulnis. Für VORSCHLÄGE, die den Wärmeschutz verbessern, müssen andere Richtlinien als für den Neubau gelten. Folgende Wandaufbauten haben sich als sinnvoll erwiesen.57 1. Innendämmung bei Ziegelgefachen Auf den inneren Lehmputz wird Mineralleichtputz aufgebracht. 2. Innendämmung bei Lehmgefachen Eine Holzwolleleichtbauplatte, die gleichzeitig als Putzträger wirkt, wird auf den alten Innenputz aufgebracht. Auf sie wird der neue Innenputz aufgetragen. 3. Außendämmung bei Lehmgefachen Auf den freigelegten, am Rand angeschrägten Gefachbereich wird außen ein Wärmedämmputz aufgetragen, der abgeschrägte Anschlußkanten erhält. Diese laufen direkt auf die Holzkanten aus. [...]

1.4.5 Schäden aus Sanierungen Alle fachwerktypischen Schäden, die an historischen Gebäuden auftreten, können auch am fehlerhaft sanierten Bauwerk auftreten. Je nach Schwere des Fehlers und seiner Art können die Auswirkungen entweder sofort (z. B. Verschieblichkeit bei herausgetrennten Teilen im Dachverband während des DachGeschossausbaus) oder verzögert auftreten. Ein Hauptproblem bei Sanierung und Modernisierung von Fachwerkbauten ist FEUCHTEBELASTUNG DURCH UNSACHGEMÄSSE VERÄNDERUNGEN DER AUßENWÄNDE: Lehm wie auch Ziegel ermöglichen aufgrund ihrer hohen Kapillarität die für eine Fachwerkwand „lebenswichtige“ Feuchtigkeitsabgabe nach innen und außen. Wasser (Schlagregen), das durch die unvermeidbaren Fugen des Sichtfachwerks eindringt, stellt demnach zunächst kein Problem dar. Es sei denn, die Gefache sind durch zu starke innere Wärmedämmungen oder Dampfbremsen an der Feuchtigkeitsabgabe nach innen oder sperrende Schichten an der Fassade an der Abgabe nach außen gehindert. Zusätzlich zur Feuchte von außen wird die Wand von innen durch Atemluft sowie durch Feuchte aus Küche und Bad (Kondenswasser) belastet. Erst die Annahme, es sei erstens möglich und zweitens nötig, eine Fachwerkwand durch Folien oder sperrende Anstriche komplett „dicht zu bekommen“, führt also dazu, dass Wasser in der Wand verbleibt, da es am ausdiffundieren gehindert wird. Dampfbremsen wirken bei fachgerechtem Einbau Durchfeuchtung entgegen, doch für die Fachwerkwand sind sie ungeeignet.20 Folien sind besonders am Rähm problematisch, da sie dort von der Deckenbalkenlage durchdrungen werden. Selbst bei größter Sorgfalt sind die Anschlüsse nicht komplett dicht ausführbar.21 Dadurch entsteht Feuchtigkeit im konstruktiv wichtigen wie auch schwer zu schützenden Balkenkopfbereich. Auch die meist unebenen Wände und die leichten Bewegungen des Gebäudes sprechen gegen eine Folie. Die Wandkonstruktion wird durch die Innendämmung in den ungünstigeren, kalten Bereich verlegt. Zusätzlich wird durch Addition des auftreffenden Regens von außen und der durch Dampfbremsen und zu starke Wärmedämmungen gehaltenen Feuchte, die bereits in der Wand verblieben ist, der Feuchtegehalt zum tatsächlichen Problem. Es ergibt sich die Situation, dass die jetzt besonders feuchte und kalte Wand erst Recht ihre Feuchtigkeit nicht mehr abgeben kann, sie verliert immer mehr ihre wärmedämmende Funktion wie auch die Möglichkeit zu trocknen. Die Wärmedämmung einer Sichtfachwerkwand ist immer problematisch, da die bauphysikalisch beste Variante der Außendämmung entfällt. Allerdings kann die Innendämmung nicht schadlos leisten, was eine Außendämmung zu leisten in der Lage wäre, ohne die erwähnten Probleme mit sich zu bringen. Die angestrebte Verbesserung der bauphysikalischen Eigenschaften durch zusätzliche Wärmedämmung und Dampfbremsen trägt so nicht nur zum Gegenteil bei, [...]

Arbeit zitieren:
Faensen, Alexander August 2002: Fachwerksanierung am Beispiel des alten Rathauses Biesenthal, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fachwerk, Sanierung, Holzbau, Denkmalschutz, Zimmermansmäßiger Holzbau

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