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Fachinformationen in der schwedischen Tages- und Wirtschaftspresse

Lexikologische Aspekte der Vermittlung komplexer ökonomischer Modelle in den Laienbereich, dargestellt am Beispiel der Europäischen Währungsunion

Die Studie wurde mit dem Europapreis 2002 des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller ausgezeichnet.
Fachinformationen in der schwedischen Tages- und Wirtschaftspresse
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Gisela Gurr
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5870-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5870-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5870-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Studie wurde mit dem Europapreis 2002 des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Gurr, Gisela November 2001: Fachinformationen in der schwedischen Tages- und Wirtschaftspresse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftssprache, Fachsprache, Vermittlung von Fachwissen an Laien, Experten-Laien-Kommunikation, Massenmediale Kommunikation

Magisterarbeit von Gisela Gurr

Einleitung:

In dieser Magisterarbeit wird untersucht wie komplexe ökonomische Information über die Europäische Währungsunion in den Laienbereich vermittelt werden.

Die Währungsunion ist ein Thema von tagespolitischer Aktualität, über das in Schweden noch nicht politisch entschieden ist. Für den öffentlichen Meinungsbildungsprozess ist die Information, die Menschen ohne besonderes ökonomisches Vorwissen über dieses Thema den Tageszeitungen entnehmen besonders wichtig.

Für die Arbeit wurden zwei Schwerpunkte gesetzt. So wurde zum Einen untersucht mit welchen sprachlichen Techniken Wissen aufbereitet wird, zum Anderen durch welche Merkmale das Modell Währungsunion im Theorie und Laienbereich gekennzeichnet ist.

Die Vermittlung von Fachwissen an Laien ist bislang wenig untersucht, so dass sowohl Fachsprachenforschung als auch Linguistik zur Wahl der Methode herangezogen wurden.

Zur Beantwortung der gestellten Fragen wird eine Auswahl von Begriffen in Theorie- und Alltagssprache verglichen. Mit der Darstellung der untersuchten Begriffe in ihren vernetzen Umgebungen wurde ein neues grafisches Darstellungsverfahren gewählt, das dem Netzwerkcharakter der untersuchten Begriffe besonders Rechnung trägt.

Im Ergebnis der Arbeit konnten für die Darstellung der Währungsunion im Alltagsbereich die Merkmale Geld, Administration und festgestellt werden. Dies zeigt, dass im Vergleich zu den sieben Teilbereichen der Währungsunion im Theoriemodell, eine wirkliche Reduktion der Komplexität in der Darstellung der Währungsunion in Tageszeitungen zutage tritt. Dies kann einerseits als Leerstelle der Vermittlung interpretiert werden, aber durch die Vermittlungstechniken Verbindung zur alltäglichen Erfahrungswelt kann jedoch gezeigt werden, dass diese Auswahl an Kriterien der Relevanz des Dargestellten für die Zielgruppe ausgerichtet ist.

Es konnten Vermittlungstechniken Konkretisierung, die Verbindung zur alltäglichen Erfahrungswelt, die Analogiebildung, die Erklärung und Umschreibung, die Merkmalsreduktion und die Prägung neuer Begriffe wurden identifiziert. Dabei konnte mit bisher bekannten Vermittlungsstrategien eine große Übereinstimmung erzielt werden, teilweise konnten sie noch konkretisiert werden.

Auch der Theorietext weist Vermittlungstechniken auf und in den alltagssprachlichen Texten werden Fachwörter ohne Anpassungen für den Laienbereich übernommen. Ursachen hierfür und weitere Differenzierungen müssen in weiter führenden Arbeiten untersucht werden.

Kenntnisse von Techniken der Umsetzung wissenschaftlichen Wissens für ein nichtfachliches Publikum können eine Hilfe bei der adressatengerechten Textproduktion sein. Dadurch erhalten Laien einen besseren Zugang zu spezialisiertem Wissen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 6
2. Stand der Forschung 9
2.1 Die Vermittlung von Fachwissen als Untersuchungsgegenstand 9
2.2 Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes 12
3. Theoretischer Hintergrund 14
3.1 Die hierarchische Struktur von Wissen und vertikale Fachsprachenschichtung 15
3.2 Vermittlungsprozesse 19
3.2.1 Definition von Vermittlung 19
3.2.2 Gründe für die Untersuchung von Vermittlungsprozessen 20
3.3 Die Beschreibung des Vermittlungsprozesses 21
3.3.1 Modell der kommunikativen Bezugswelten 21
3.3.2 Weitere Ansätze zur Beschreibung des Vermittlungsprozesses 25
3.4 Die Voraussetzungen zur Beschreibung fachexterner Kommunikation 27
3.4.1 Allgemeines Kommunikationsmodell 27
3.4.2 Die Merkmale fachexterner, massenmedial vermittelter Kommunikation 29
3.4.3 Besonderheiten der Pressesprache 31
3.4.4 Lexikalische Eigenschaften von Fachsprachen - das Fachwort 33
3.5 Ökonomischer Hintergrund - die inhaltliche Struktur und Kernbegriffe des Modells Währungsunion in der Fachsprache 35
3.5.1 Währungen und Wechselkurssysteme 36
3.5.2 Effektivität, Kosteneinsparungen und verbesserter Wettbewerb 37
3.5.3 Makroökonomische Störungen 38
3.5.4 Geld-, Finanz- und Arbeitsmarktpolitik: die klassischen Bereiche der Wirtschaftspolitik 38
3.5.5 Politische Aspekte 39
3.6 Hypothesen meiner Arbeit 39
4. Korpuswahl und Methode der Untersuchung 41
4.1 Quellen 41
4.1.1 Der Calmforsbericht - Quellengrundlage der Fachwortanalyse 41
4.1.2 Der Korpus aus Dagens Nyheter und Finanstidningen 42
4.2 Vorgehen bei der Frequenzerhebung 45
4.3 Operationalisierung der Untersuchungskriterien zur qualitativen Analyse 46
4.3.1 Kriterium Weltausschnitt 46
4.3.2 Vernetzung und die grafische Darstellung 47
4.3.3 Relevanzfokussierung 47
4.3.4 Syntaktische Genauigkeitsregulierung 47
5. Untersuchung - die Repräsentation von Fachbegriffen in Tageszeitungen 49
5.1 Überblick über das Untersuchungsmaterial 49
5.1.1 Themenbereiche im Vergleich zwischen Fachsprache und Sprache in Tageszeitungen 49
5.1.2 Einzelbegriffe im Vergleich zwischen Fachsprache und Sprache in Tageszeitungen 51
5.1.3 Ziele der qualitativen Untersuchung und Begriffsauswahl 55
5.2 Qualitative Analyse der Begriffe 57
5.2.1 Die Währungsbezeichnungen euro und krona 57
5.2.2 Der Begriff valuta 66
5.2.3 Der Begriff ERM 70
5.2.4 Der Begriff optimalt valutaområde 72
5.2.5 Der Begriff inflation 74
5.2.6 Der Begriff penningpolitik 77
5.2.7 Der Begriff ECB 81
5.2.8 Der Begriff ränta 85
5.2.9 Die Begriffe eurosedlar und euromynt 89
5.2.10 Der Begriff target 90
5.2.11 Die Begriffe stabilitetspakt, konvergenskriterier und budgetunderskott 93
5.2.12 Der Begriff integration 97
5.3 In den Tageszeitungen unterrepräsentierte Begriffe 100
6. Wie wird das Modell Währungsunion in den Laienbereich vermittelt - Ergebnisse der Untersuchung 102
6.1 Merkmale des Modells Europäische Währungsunion 102
6.1.1 Das Merkmal Geld 102
6.1.2 Das Merkmal Administration 103
6.1.3 Das Merkmal Politik 104
6.2 Vermittlungstechniken und Strategien 106
6.2.1 Konkretisierung 106
6.2.2 Verbindung zur alltäglichen Erfahrungswelt 107
6.2.3 Analogiebildung durch Verknüpfung von Neuem mit Bekanntem 108
6.2.4 Umschreibungen und Erklärungen 109
6.2.5 Merkmalsreduktion 110
6.2.6 Prägung neuer Begriffe 110
6.2.7 Zusammenfassung 111
6.3 Weitere Ergebnisse 112
6.3.1 Merkmale der alltagssprachlichen Texte 112
6.3.2 Merkmale des Theorietexts 112
6.3.3 Die Rolle von Erklärungen 113
6.3.4 Die Kriterien Weltausschnitt und Relevanz 114
6.3.5 Zusammenfassung 114
7. Zusammenfassung und Ausblick 116
8. Literaturverzeichnis 117

Automatisiert erstellter Textauszug:

Frequenzliste. Der frequenteste Begriff in CB växelkurs ist in FT 12-mal und in DN 23-mal vertreten. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass in FT und DN in alltagssprachlichen Kontexten konkreter argumentiert wird als im theoriesprachlich basierten Teilkorpus CB. Zusätzlich zu den in CB enthaltenen Begriffen fand ich folgende Begriffe in der Kategorie Geldpolitik: sedlar, mynt, eurosedlar, euromynt und das Initialwort target als Bezeichnung für das Datenverarbeitungssystem zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen den Zentralbanken der an der Währungsunion teilnehmenden Länder. Diese Begriffe stehen für aktuelle Entwicklungen und die konkrete Durchführung des Projekts Europäische Währungsunion, die 1999 eine höhere Relevanz haben als zum Erscheinungszeitpunkt des Calmforsberichts 1996. Der zusätzlich im Laiensystem exzerpierte Begriff prisjämförelse, dubbel prismärkning ist zwar mit 9 (FT) und 4 Vorkommen (DN) ein relativ wenig frequenter Begriff, scheint aber ein weiterer Hinweis darauf zu sein, dass tagesaktuelle Entwicklungen in FT und DN aufgenommen werden und zur Ausgestaltung der fachlichen Begriffssysteme nach dem Relevanzprinzip dienen. Ein Blick auf Tabelle vier zeigt, dass sehr allgemeine Begriffe wie euro, krona, arbetslöshet und inflation untersucht wurden, die teilweise als alltagssprachlich empfunden werden. Nicht alle untersuchten Begriffe sind Fachbegriffe im engeren Sinne, sie sind in der Allgemeinsprache lexikalisiert, was nicht bedeutet, dass sie nicht auch spezielle theoretische Bedeutungskomponenten haben, die nur in der Theoriesprache aktiviert werden. Sie wurden in die Untersuchung einbezogen, da ihre Verwendung im hier untersuchten Zusammenhang Aufschluss darüber gibt, mit welchen Merkmalen das Modell der Währungsunion im Laienbereich ausgestattet ist. [...]

5.1.2 Einzelbegriffe im Vergleich zwischen Fachsprache und Sprache in Tageszeitungen Mit diesem Überblick über die untersuchten Begriffe möchte ich zeigen, welche auffallenden Unterschiede es zwischen Expertensystem (CB) und Laiensystemen (FT, DN) gibt. Der überwiegende Teil der Begriffe sind allgemeine Wirtschaftsfachbegriffe, nur ein Teil sind spezielle Fachbegriffe der Währungsunion. Diese speziellen Begriffe konnten oftmals nur in FT und DN, nicht aber in CB festgestellt werden. Die untersuchten Begriffe der einzelnen Kategorien sind ohne ihre Zusammensetzungen in Tabelle 4 dargestellt. Die auffälligsten Unterschiede zeigen sich im Vergleich der Kategorie Wechselkurs: Während die Begriffe euro und krona in CB nur drei bzw. fünf Nennungen haben, ist der Begriff euro in FT und DN der Begriff mit den absolut höchsten Frequenzen (euro: 106 FT, 171 DN). Der Begriff krona ist mit 122 Nennungen in FT der frequenteste Einzelbegriff und in DN mit 54 Nennungen an dritter Stelle der [...]

und zusätzliche Ausgaben des Staates nicht so wichtig für den Bereich der Alltagssprache sind und damit nach dem Relevanzprinzip nicht in den Laienbereich transferiert werden bzw. ohne besondere Strategien übermittelt werden. Ebenso erwartungsgemäß ist das Ergebnis in der Kategorie Politik. Mit 9,1 % der insgesamt exzerpierten Begriffe ist diese Kategorie in DN die größte in den drei untersuchten Begriffssystemen, während in FT die politischen Begriffe der Diskussion nur 3,6 % der insgesamt in FT exzerpierten Begriffe ausmachen, in CB jedoch 6,7 %. Der größere Raum, den die Kategorie Politik in CB einnimmt, ist durch die Sicht auf die Währungsunion als politische Entscheidung zu erklären. Überraschend ist die Gegenüberstellung der Ergebnisse aus der Kategorie Arbeitsmarkt. Hier machen die Begriffe in CB 13,5 % der insgesamt exzerpierten Begriffe aus, in FT sind es 5,4 % und in DN 4,5 %. Die relativ geringe Präsenz der Kategorie in DN und FT ist bemerkenswert, da die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der EU ein bislang ungelöstes Problem und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ein in den Medien aktuelles Thema ist. Die empirische Untersuchung hat hier die Größenordnung im Vergleich zu den anderen Kategorien relativiert. [...]

Arbeit zitieren:
Gurr, Gisela November 2001: Fachinformationen in der schwedischen Tages- und Wirtschaftspresse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftssprache, Fachsprache, Vermittlung von Fachwissen an Laien, Experten-Laien-Kommunikation, Massenmediale Kommunikation

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