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Ein Experiment zur Wahrnehmung und Zuschreibung von Führungserfolg

Ein Experiment zur Wahrnehmung und Zuschreibung von Führungserfolg
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Caroline Blatz
  • Abgabedatum: November 2005
  • Umfang: 157 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9456-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9456-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9456-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Blatz, Caroline November 2005: Ein Experiment zur Wahrnehmung und Zuschreibung von Führungserfolg, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Führung, Attributionstheorie, Romance of Leadership, Transformationale Führung, Big Five

Diplomarbeit von Caroline Blatz

Gang der Untersuchung:

Die Diplomarbeit beinhaltet den theoretischen Hintergrund und ein Experiment zur Wahrnehmung und Zuschreibung von Führungserfolg bzw. Misserfolg. Sie wurde im November 2005 dem Lehrstuhl für Betriebs- und Organisationspsychologie der RWTH Aachen vorgelegt und insgesamt mit der Note 1,3 bewertet.

Im 1. Kapitel wird der theoretische Hintergrund der Arbeit dargestellt. Führung und Führungserfolg wird definiert und Attributionstheorien der Führung vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf impliziten Führungstheorien wie kognitiven Theorien der Führung und dem „Romance of Leadership“-Konzept von Meindl. Zum ersten Mal werden diese kognitiven Führungstheorien mit den von Bass postulierten Führungsstilen transformational, transaktional und laissez-faire in Verbindung gebracht. Fazit des theoretischen Hintergrunds: Führungserfolg ist eine Zuschreibungsleistung.

Die Theorie wird anhand von empirischen Befunden in Kapitel 2 belegt. Zahlreiche Studien zeigen, dass Führungskräfte sowohl für negative als auch positive Ereignisse in Organisationen verantwortlich gemacht werden. Die experimentelle Studie dieser Diplomarbeit untersucht den Einfluss des transformationalen, transaktionalen und Laissez-faire Führungsstils auf die Wahrnehmung und Zuschreibung von Erfolgen und Misserfolgen.

72 studentische Versuchspersonen hörten eine Rede einer fiktiven Führungskraft, die einen der drei Führungsstile widerspiegelte. Anschließend erhielten sie eine Rückmeldung über das Ergebnis eines Projekts, welches entweder erfolgreich oder nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Die Aufgabe der Versuchspersonen war es, die Erfolgswahrscheinlichkeit des Projektes und das Führungsverhalten einzuschätzen sowie zu bewerten, in welchem Ausmaß das Projektergebnis auf die Führungskraft, die Mitarbeiter der Projektgruppe, die Aufgabenschwierigkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder auf zufällige Einflüsse zurückzuführen ist. Die abhängigen Variablen wurden mit dem Multifactor Leadership Questionnaire (Bass, 1985) und einem zu diesem Zweck entwickelten Attributionsfragebogen erhoben. Der Persönlichkeitsfragebogen NEO-FFI diente als Moderatorvariable und erfasst individuelle Ausprägungen auf den Skalen der Big-Five-Dimensionen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Führungskräfte in Organisationen hauptsächlich für Misserfolge und Mitarbeiter hauptsächlich für Erfolge verantwortlich gemacht werden. Transaktionalen Führungskräften werden Erfolge am stärksten zugeschrieben und nicht wie erwartet transformationalen Führungskräften. Hypothesenkonform konnte gezeigt werden, dass Laissez-faire handelnde Führungskräfte für Erfolge signifikant weniger verantwortlich gemacht als transformationale und transaktionale Führungskräften.

Zudem konnte ein Performance-Cue-Effekt nachgewiesen werden. Erfolgreichen Führungskräften wird signifikant häufiger transformationales Verhalten zugeschrieben als erfolglosen Führungskräften. Außerdem werden erfolgreiche transaktionale Führungskräfte in ihrem Verhalten als transformationaler eingeschätzt als erfolglose transformationale Führungskräfte. Die Ergebnisse werden im Kapitel 5 in die Literatur eingeordnet und im Zusammenhang mit dem Full-Range-of-Leadership-Modell von Bass und Avolio (1994) sowie impliziten Führungstheorien diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
0 Zusammenfassung 9
1. Allgemeine Charakterisierung des Gegenstands 10
1.1 Hintergrund und Ziel der Arbeit 10
1.2 Führung und Führungserfolg 13
1.2.1 Definition von Führung 13
1.2.2 Führungserfolg 17
1.3 Allgemeine Attributionstheorien 19
1.3.1 Attributionstheorien der Führung 22
1.4 Implizite Führungstheorien 25
1.4.1 Kognitive Theorien der Führung 27
1.4.2 Romance of Leadership 28
1.5 Persönlichkeit und Führung 31
1.6 Transaktionale, transformationale und laissez-faire Führung 34
1.6.1 Das „Full Range of Leadership” - Modell 39
1.7 Symbolische Führung und Impression Management 40
1.8 Fazit: Führungserfolg als Zuschreibungsleistung 42
2. Entwicklung der Fragestellung 44
2.1 Befunde der experimentellen Führungsforschung 44
2.1.1 Befunde zur Zuschreibung von Führungskompetenz 44
2.1.2 Befunde zur Attribution von Ergebnissen in Bezug auf charismatische und transformationale Führung 47
2.1.3 Befunde zu extremen Ergebnissen 49
2.2 Befunde zu impliziten Theorien von Führung und zur Persönlichkeit der Geführten 51
2.3 Befunde zum Zusammenhang zwischen Führungsstil und Führungserfolg 54
2.4 Fragestellung und Hypothesen 56
3. Methode 60
3.1 Entscheidung für Forschungsmethodik 60
3.1.1 Experimentelles Design und Versuchsplan 60
3.1.2 Planung des Stichprobenumfangs 61
3.2 Eingesetzte Erhebungsinstrumente 63
3.2.1 Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit 63
3.2.2 Erfassung von Führungsverhalten (MLQ) 63
3.2.3 Erfassung der Zuschreibung von Führungserfolg/-misserfolg (Attributionsfragebogen) 68
3.2.4 Erfassung von Persönlichkeitseigenschaften (NEO-FFI) 69
3.3 Kontext, Entwicklung und Ablauf der Untersuchung 71
3.3.1 Entwicklung des Experiments 71
3.3.2 Ergebnisse der Vortests 73
3.3.3 Material und Durchführung der Untersuchung 74
3.3.4 Stichprobe 77
3.4 Auswertungsmethoden 78
3.4.1 Überprüfung der eingesetzten Instrumente 79
3.4.2 Manipulationscheck der Bedingungen 80
3.4.3 Testen der Hypothesen 80
4. Ergebnisse 82
4.1 Überprüfung des Attributionsfragebogen 82
4.1.1 Faktorenanalyse 82
4.1.2 Item und Skalenanalyse 85
4.2 Ergebnisse zum Manipulationscheck 88
4.3 Ergebnisse bezüglich der getesteten Hypothesen 91
4.4 Ergänzende regressionsanalytische Untersuchungen 107
4.5 Fazit 110
5. Diskussion 111
5.1 Bewertung des Attributionsfragebogen als Erhebungsinstrument 111
5.2 Bewertung der Hypothesenprüfung 112
5.3 Kritische Diskussion der Gültigkeit der Ergebnisse 117
5.4 Kritische Betrachtung der Ergebnisse anhand des Laborbuchs 123
5.5 Ausblick 124
6. Literaturverzeichnis 129
7. Anhang 139

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.1 Überprüfung des Attributionsfragebogen Der Schwerpunkt der Überprüfung liegt, wie bereits in Kaptitel 3 erläutert, auf dem Attributionsfragebogen. Hierzu wird zunächst die Faktorenstruktur des Fragebogens betrachtet. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Item- und Skalenanalysen berichtet. Auf eine genaue Darlegung der Ergebnisse zur Überprüfung der Instrumente MLQ und NEO-FFI soll an dieser Stelle zugunsten der Zielsetzung dieser Arbeit verzichtet werden. Eine Analyse der Zuverlässigkeit und Dimensionalität erbrachte keine signifikanten Abweichungen von den bereits in Kapitel 3 ausführlich berichteten Werten. Der interessierte Leser sei bezüglich des MLQ auf Studien von Bass und Avolio (1990), Rowold (2005) sowie Felfe und Goihl (2002b) verwiesen. Das Handbuch zum NEO-FFI (Borkenau & Ostendorf, 1993) sowie kritische Rezensionen von z.B. Ziegler (2002) liefern einen guten Überblick bezüglich des Persönlichkeitsfragebogens. [...]

3.4.3 Testen der Hypothesen Schließlich sollen die in Kapitel zwei aufgestellten Hypothesen getestet werden. Hierzu bietet sich insbesondere das statistische Verfahren der Varianzanalyse an. Im Rahmen von univariaten Varianzanalysen sollen sowohl einfaktorielle als auch mehrfaktorielle ANOVAs durchgeführt werden. Während einfaktorielle ANOVAs den Einfluss einer unabhängigen auf eine abhängige Variable untersucht, prüfen mehrfaktorielle univariate ANOVAs den Einfluss mehrerer unabhängiger Variablen auf nur eine abhängige Variable. So wäre zum Beispiel im Sinne der Hypothese 2a zu überprüfen, inwiefern die Zuschreibung von Führungserfolg (AV) von dem gezeigten Führungsstil (UV) und dem Ergebnis des Projekts (UV) abhängt. Von einem Haupteffekt spricht man, wenn die Unterschiede zwischen Spalten- bzw. den Zeilenmittelwerten signifikant sind. Eine Interaktion gibt Auskunft darüber, auf welche Weise die Faktorstufen zusammenwirken. Ob ein solcher Interaktionseffekt vorliegt, 80 [...]

Kapitel 3: Methode 3.4.1 Überprüfung der eingesetzten Instrumente In einem ersten Schritt sollen die eingesetzten Erhebungsinstrumente auf ihre Güte hin überprüft werden. Die theoretische Grundlage hierfür liefert die Klassische Testtheorie (KTT). Entscheidend für die Qualität der eingesetzten Fragebögen ist, ob sie den drei Testgütekriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität genügen (Lienert & Raatz, 1994). Die Objektivität (Anwenderunabhängigkeit) eines Tests gibt an, in welchem Ausmaß die Testergebnisse vom Testanwender unabhängig sind (Bortz & Döring, 1995, S. 180). Je nach Phase, in der sich ein möglicher Einfluss des Testleiters auswirken kann, werden unterschiedliche Aspekte der Objektivität betrachtet, nämlich die Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität. Die Objektivität ist bei Fragebogen meist ein recht unproblematisches Gütekriterium, welches relativ leicht zu erreichen ist. Die Reliabilität (Zuverlässigkeit) eines Tests kennzeichnet den Grad der Genauigkeit, mit dem das geprüfte Merkmal gemessen wird (Bortz & Döring, 1995, S. 181). Schließlich ist die Qualität eines Fragebogens abhängig von der Art und der Zusammensetzung der Items, aus denen er besteht (Bortz & Döring, 1995). Die Itemanalyse ist deswegen ein zentrales Instrument der Testkonstruktion und Testbewertung. Zur Itemanalyse zählen die Analyse der Rohwerteverteilung, die Berechnung von Itemschwierigkeit, Trennschärfe und Homogenität sowie die Dimensionalitätsüberprüfung. So ist von Interesse, ob die Rohwerteverteilung einer Normalverteilung entspricht, weil viele inferenzstatistische Verfahren normalverteilte Werte voraussetzen. Items besitzen zudem unterschiedliche Lösungs- oder Zustimmungsraten, die als Itemschwierigkeiten quantifizierbar sind. Itemschwierigkeiten beeinflussen ganz wesentlich die Verteilung der Testwerte. Die Trennschärfe wiederum gibt an, wie gut ein einzelnes Item das Gesamtergebnis des Tests repräsentiert. Sie wird für jedes Item eines Tests oder Fragebogens berechnet und ist definiert als die Korrelation der Beantwortung dieses Items mit dem Summenwert der Skala (Amelang & Zielinski, 2002, S. 127). Die Homogenität gibt an, wie hoch die einzelnen Items eines Tests im Durchschnitt miteinander korrelieren. Bei hoher Homogenität erfassen die Items eines Tests folglich ähnliche Informationen werden (Bortz mit & Döring, oder 1995, S. 200). Dimensionalitätsprüfungen explorativen konfirmatorischen [...]

Arbeit zitieren:
Blatz, Caroline November 2005: Ein Experiment zur Wahrnehmung und Zuschreibung von Führungserfolg, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Führung, Attributionstheorie, Romance of Leadership, Transformationale Führung, Big Five

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