Expansionsstrategien deutscher Reisekonzerne innerhalb Europas
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martina Müller
- Abgabedatum: Februar 2001
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 619,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Worms Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5396-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5396-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5396-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Müller, Martina Februar 2001: Expansionsstrategien deutscher Reisekonzerne innerhalb Europas, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internationalisierung, Vertikale Integration
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Diplomarbeit von Martina Müller
Einleitung:
Die Tourismusbranche unterliegt einem Strukturwandel. Die Zahlen der F.U.R Reiseanalyse beweisen: Der große Boom in der Tourismusindustrie ist vorbei, der Markt stagniert – zumindest zeitweilig. Die Anzahl der Urlaubsreisen ist bereits 1999 gegenüber 1998 um 800.000 auf 62,6 Mio. zurückgegangen. Die Urlaubsreiseintensität ist ebenfalls von 76,4% auf 75,3% gesunken. Insgesamt waren im Vergleich zum Vorjahr nur noch 48,0 Mio. Urlaubsreisende unterwegs - dies bedeutet einen Rückgang von 500.000.
Nach den Einbußen des abgelaufenen Touristikerjahres 1999/2000 wird zumindest für das kommende Jahr nur noch ein Wachstum von drei bis vier Prozent prognostiziert – „Rückkehr zur Bescheidenheit“ – wie es die FVW International so treffend in Ihrer Beilage „Deutsche Veranstalter in Zahlen – Der Markt stößt an seine Grenzen“ formuliert. Viele Experten und Reiseveranstalter sind sehr verhalten in ihren Prognosen und rechnen mit einem weiteren schwierigen Jahr für die Reisebranche.
Trotzdem hat der europäische Veranstaltermarkt deutlich zugelegt:
Denn die zehn größten europäischen Veranstalter weisen für das Touristikjahr 1999/2000 Umsatzzuwächse aus. Jedoch kam dieses Wachstum der Unternehmen zu einem großen Teil in Form von Fusionen und Übernahmen zustande, so daß sich gerade auf europäischer Ebene die Marktkonzentration fortsetzt.
Von einer Krise im Reiseveranstaltermarkt kann keine Rede sein. Die internationale Tourismusbranche gilt immer noch als einer der wachstumsstärksten Wirtschaftszweige. Insgesamt expandiert der Reisesektor im langjährigen Durchschnitt um etwa 2% stärker als die Weltwirtschaft. Dabei trägt die Branche knapp 12% zum Weltinlandsprodukt bei, wobei in Deutschland der Anteil am Bruttoinlandsprodukt 8% beträgt.
Jedoch führt die im Moment stattfindende Konzentration in der Branche zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs unter den Marktteilnehmern.
In dieser Arbeit soll versucht werden, die verschiedenen Konzentrationsformen, die den Unternehmen zur Expansion zur Verfügung stehen, zu erläutern. Gleichzeitig soll auch auf die jüngsten Veränderungen der europäischen Reisebranche eingegangen und das dort stattfindende Phänomen der vertikale Integration erklärt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| DARSTELLUNGSVERZEICHNIS | IX | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | AKTUELLE MARKTSITUATION IN EUROPA | 2 |
| 2.1 | Europäische Veranstalter in Zahlen | 3 |
| 2.2 | Die wichtigsten Quellmärkte europäischer Veranstalter | 5 |
| 2.3 | Situation des deutschen Reiseveranstaltermarktes | 5 |
| 2.3.1 | Situation vor fünf Jahren | 8 |
| 2.3.2 | Heutige Marktstruktur | 9 |
| 2.3.2.1 | Die Lagerbildung | 10 |
| 2.3.2.1.1 | Das rote Lager | 12 |
| 2.3.2.1.2 | Das gelbe Lager | 16 |
| 2.3.2.1.3 | Die Rewe-Touristik | 18 |
| 2.4 | Der britische Markt | 22 |
| 2.5 | Der Veranstaltermarkt der nordischen Länder | 24 |
| 2.6 | Der österreichische Tourismusmarkt | 26 |
| 2.7 | Der südeuropäische Reisemarkt | 27 |
| 3. | DER AKTUELLE TREND DER EXPANSIONEN IM TOURISMUS | 30 |
| 3.1 | Erläuterung des Expansionsbegriffs | 31 |
| 3.1.1 | Definition | 31 |
| 3.1.2 | Expansionsformen | 32 |
| 3.1.2.1 | Horizontale Expansion | 32 |
| 3.1.2.2 | Vertikale Expansion | 33 |
| 3.1.2.3 | Laterale Expansion | 33 |
| 3.2 | Andere Wachstumsmöglichkeiten | 33 |
| 3.2.1 | Internes Wachstum | 34 |
| 3.2.2 | Externer Wachstum | 35 |
| 3.2.3 | Internes Wachstum und externes Wachstum im Vergleich | 35 |
| 3.2.3.1 | Unternehmenszusammenschlüsse | 36 |
| 3.2.3.1.1 | Kooperationen | 37 |
| 3.2.3.1.2 | Joint-Ventures | 37 |
| 3.2.3.1.3 | Konzentrationen | 38 |
| 3.2.3.1.3.1 | Konzern | 38 |
| 3.2.3.1.3.2 | Holdinggesellschaft | 38 |
| 3.2.3.1.3.3 | Fusion | 39 |
| 3.2.3.2 | Finanzierungsmöglichkeiten | 40 |
| 3.2.3.3 | Wachstum im Tourismus | 41 |
| 4. | DIE VERTIKALE INTEGRATION ALS WICHTIGSTE EXPANSIONSSTRATEGIE AM EUROPÄISCHEN MARKT | 42 |
| 4.1 | Vor- und Nachteile vertikaler Integration im deutschen Veranstaltermarkt | 42 |
| 4.2 | Motivationen für die vertikale Integration | 44 |
| 4.2.1 | Die Sicherung touristischer Kapazitäten | 45 |
| 4.2.1.1 | Integration einer Fluggesellschaft | 45 |
| 4.2.1.2 | Integration von Hotels | 48 |
| 4.2.1.3 | Integration von Incoming-Agenturen | 49 |
| 4.2.2 | Die Absatzsicherung | 50 |
| 4.2.3 | Das Qualitätsmanagement | 52 |
| 4.2.4 | Finanzielle Vorteile | 53 |
| 4.2.5 | Steuerrechtliche Vorteile | 54 |
| 5. | WEITERE TRENDS DES INTERNATIONALEN REISEVERANSTALTERMARKTES | 54 |
| 5.1 | Europäisierung bzw. Internationalisierung | 54 |
| 5.1.1 | Das Wertschöpfungssystem in der Touristik | 55 |
| 5.1.2 | Die zentrale Rolle der Beschaffungspolitik | 58 |
| 5.1.3 | „Make or Buy“-Entscheidung in touristischen Unternehmen | 59 |
| 5.1.4 | Wichtigsten Strategien im Rahmen der Internationalisierung | 60 |
| 5.2 | Rahmenbedingungen in Deutschland | 61 |
| 5.2.1 | Kartellrechtliche Bestimmungen | 61 |
| 5.2.1.1 | Wettbewerbsbeschränkungen | 62 |
| 5.2.1.2 | Diverse Formen des Wettbewerbs | 63 |
| 5.2.2 | Tourismus als Wirtschaftsfaktor | 64 |
| 5.2.2.1 | Reiseausgaben | 65 |
| 5.2.2.2 | Marktwachstum | 66 |
| 5.2.2.3 | Reiseintensität | 66 |
| 5.2.2.4 | Zahl der Reiseveranstalter | 66 |
| 6. | VERDEUTLICHUNG DER EXPANSIONSSTRATEGIEN AM BEISPIEL DER TUI GROUP/PREUSSAG AG | 67 |
| 6.1 | Die Entstehung unter dem Dach der Preussag AG | 67 |
| 6.2 | Das Portrait des Konzerns | 69 |
| 6.2.1 | Reisebüros | 70 |
| 6.2.2 | Veranstalter | 70 |
| 6.2.3 | Flug | 70 |
| 6.2.4 | Incoming | 71 |
| 6.2.5 | Hotels | 72 |
| 6.2.6 | Markenprofilierung und Imagekette | 72 |
| 6.3 | Die Unternehmensorganisation | 73 |
| 7. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 76 |
| LITERATUR- UND QUELLVERZEICHNIS | 79 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS |
Betrachtet man die Vor- und Nachteile der Integration einer Fluggesellschaft, so scheinen auf den ersten Blick doch die Nachteile einer solchen kapitalintensiven Übernahme näher zu liegen. Mit der Eingliederung einer Airline übernimmt der Reiseveranstalter automatisch den außerordentlich hohen Fixkostenblock des Transportunternehmens, der häufig bei 85% liegt, und das damit verbundene Auslastungsrisiko. Wie bei vielen Dienstleistungen liegen Verlust und Gewinn auch bei einer Fluggesellschaft sehr dicht beieinander. Schafft es der Veranstalter nicht die Auslastung der eigenen Flugzeuge zu optimieren, entstehen Leerkosten, die sich automatisch auf den Ertrag des Unternehmens niederschlagen. Ist der Break Even jedoch erreicht, so stellt jede weitere Buchung nahezu 100% Gewinn dar. Aus diesem Grund muß sich der Veranstalter hauptsächlich auf die Auslastung der eigenen Maschinen konzentrieren und ist folglich im Flugeinkauf sowie in seinem Dispositionsrahmen eingeschränkt. Wie selbst die Branche zugibt, entstehen auch bei der Zusammenführung der Unternehmen erhebliche Probleme: Mitarbeiter beider Seiten sehen sich in ihrer Kompetenz eingeschränkt. [...]
Reiseveranstaltergeschäfts, sondern auch seine dortigen Beteiligungen. Der daraus resultierende Verlust an Umsatz zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette. In kapitalintensiven Entwicklungs- und Produktionsbereichen ist man deshalb in den vergangenen Jahren immer mehr dazu übergegangen, die Wertschöpfungskette über die Verringerung der Fertigungstiefe zu verkleinern. Dieser Prozeß ist auch unter dem Begriff ‚Outsourcing‘ bekannt. Durch die Auslagerung von Entwicklung und Fertigung für Produktkomponenten in anderen Firmen vermindert sich das Risiko für das eigene Unternehmen. Hier sind allerdings in der Regel die Zulieferer abhängig vom Auftraggeber, während im Tourismus eine solche Abhängigkeit, z. B. des Hoteliers vom Veranstalter, in der Regel nicht besteht. Sein Beherberungsangebot ist nicht spezifisch auf einen bestimmten Veranstalter ausgerichtet, sondern insoweit austauschbar, da auch jeder Veranstalter es verwenden kann.50 Zusammenfassend kann man folgende Aspekte die für eine vertikale Integration sprechen nochmals besonders hervorheben: [...]
darauf einstellen, daß der Markt langfristig nur noch langsam wachse. Gleichzeitig gibt es nach Dr. Will Schoppen – C & N Vorstandsmitglied – „kaum noch Möglichkeiten zum externen Wachstum. Das Kartellrecht setze bei Übernahmen enge Grenzen. Und die Kapitalrendite der Konzerne, die zum Kaufe angeboten werden, sei zu niedrig. In dieser Situation müsse man die Potentiale innerhalb der Wertschöpfungskette besser ausnutzen und die Einkaufsmacht erhöhen. Etwa 80 Prozent des Reisepreises fallen auf Flug und Hotel, nur sechs Prozent auf die Gemeinkosten des Veranstalters. Wenn nun der Veranstalter seine Kosten um zehn Prozent senken könnte, so könnte er immerhin 0,6 Prozent einsparen. Zehn Prozent weniger im Einkauf würden jedoch schon einen Vorteil von acht Prozent ergeben. Aus diesem Grunde müsse man die Größenvorteile (Economies of scale) und die internen Auslastungsgewinne voll ausschöpfen.49 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453961
Arbeit zitieren:
Müller, Martina Februar 2001: Expansionsstrategien deutscher Reisekonzerne innerhalb Europas, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internationalisierung, Vertikale Integration



