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Expansionsstrategien des Handels unter dem Fokus des Herstellerverhaltens

Eine Analyse am Beispiel eines Mass-Customization-Pioniers im Bekleidungseinzelhandel

Expansionsstrategien des Handels unter dem Fokus des Herstellerverhaltens
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Ludwig Berdin
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 636,5 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5311-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5311-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5311-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Berdin, Alexander Ludwig April 2001: Expansionsstrategien des Handels unter dem Fokus des Herstellerverhaltens, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: vertkale Kooperation, Mass-Customization, strategisches Marketing, Expansion

Diplomarbeit von Alexander Ludwig Berdin

Einleitung:

Bei der Strategie der Mass-Customization verbindet ein Hersteller die Vorteile einer Massenproduktion mit denen einer kundenspezifischen Einzelfertigung. Jeder Kunde erhält dabei genau das Produkt, das seinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht, zu einem Preis vergleichbarer Massenware. Mass-Customization bedeutet in der Bekleidungsindustrie somit massenhafte Produktion maßkonfektionierter Ware (Industrielle Maßkonfektion).

Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Formulierung einer absatzmarktorientierten Expansionsstrategie des Mass-Customization-Pioniers in Abhängigkeit von möglichen absatzkanalbezogenen Verhaltensweisen des Bekleidungsherstellers. Es geht um die Beantwortung der Frage, auf welche Art und Weise der Mass-Customization-Pionier im Bekleidungseinzelhandel sein Expansionsziel unter Beachtung eines durch das Herstellerverhalten begrenzten Handlungsspielraumes erreichen kann. Als Expansionsziel des Mass-Customization-Pioniers kann die Eröffnung möglichst vieler Niederlassungen in möglichst kurzer Zeit angesehen werden.

Gang der Untersuchung:

Zur Fundierung der theoretischen Erkenntnisse wurden zahlreiche Expertengespräche mit Bekleidungsherstellern zum Thema Industrielle Maßkonfektion bzw. Mass-Customization geführt.

In Kapitel 2 bilden die dominierenden absatzkanalpolitischen Zielsetzungen des Bekleidungsherstellers den Ausgangspunkt zur Ableitung seines absatzkanalbezogenen Verhaltens. Nach der Klärung begrifflicher Grundlagen wird in Abschnitt 2.2 das Verhalten des Herstellers unter der Zielsetzung der vertikalen Kooperation behandelt. Im Rahmen der Ableitung des Herstellerverhaltens wird dabei zunächst auf potentielle, der Zielerreichung entgegenwirkende Konfliktarten eingegangen. In Abschnitt 2.3 wird das Herstellerverhalten aus der gleichrangigen Zielsetzung der optimalen Integration des Handels in die Mass-Customization Konzeption abgeleitet.

In Kapitel 3 werden ausgewählte Komponenten einer Expansionsstrategie entlang des Strategie-Materialisierungsprozesses systematisch analysiert, um diese in Abschnitt 3.4 vor dem Hintergrund alternativen Herstellerverhaltens zu potentiellen Expansionsstrategien des Mass-Customization-Pioniers im Bekleidungseinzelhandel zu kombinieren.

Die herausgearbeiteten Erkenntnisse werden in Kapitel 4 zusammengefasst und mit einem Ausblick abgerundet.

Die herausgearbeiteten Möglichkeiten der modulartigen Formulierung, Anpassung und Entwicklung einer Expansionsstrategie an alternative Verhaltensweisen des Herstellers ist insbesondere aufgrund des Pilotcharakters der Industriellen Maßkonfektion von Bedeutung. Während der Hersteller in der Einführungsphase zum intensiveren Erfahrungsaustausch sowie zur Risiko- und Komplexitätsreduktion der Industriellen Maßkonfektion den Exklusivvertrieb bevorzugen wird, ist davon auszugehen, dass er im Zeitablauf mit dem Wachstum und der Entwicklung des Marktes zu einem Selektivvertrieb übergehen wird. Mit dem hier erarbeiteten Schema ist es einem Mass-Customization-Pionier möglich, die Marktentwicklung sowie das Herstellerverhalten bei seiner Strategiekombination zu berücksichtigen sowie unterschiedliche Szenarios „durchzuspielen“.

Inhaltsverzeichnis:

1. Formulierung von Expansionsstrategien unter Berücksichtigung des Herstellerverhaltens als Herausforderung für den Planungs- und Entscheidungsprozess des Mass-Customization-Pioniers 1
2. Ableitung des Herstellerverhaltens aus absatzkanalpolitischen Zielsetzungen 4
2.1 Begriffliche Grundlagen 4
2.1.1 Mass-Customization 4
2.1.2 Einordnung der Expansionsstrategie in die Marketing-Konzeption 6
2.2 Ziel der vertikalen Kooperation zwischen Hersteller und Absatzmittler 8
2.2.1 Arten von Konflikten zwischen Hersteller und Absatzmittler 10
2.2.1.1 Zielkonflikte 10
2.2.1.2 Rollenkonflikte 12
2.2.1.3 Machtkonflikte 16
2.2.1.4 Kommunikationskonflikte 21
2.2.1.5 Verteilungskonflikte 23
2.2.2 Maßnahmen zur Überwindung dysfunktionaler Konflikte 25
2.2.2.1 Vertrauen als hinreichende Stabilitätsbedingung 25
2.2.2.2 Vertragliche Vereinbarungen als notwendige Stabilitätsbedingung 27
2.3 Ziel der optimalen Integration des Handels durch absatzkanalpolitische Selektion und Koordination 30
2.3.1 Absatzkanalselektion 30
2.3.2 Der Absatzkanal-Mix 35
3. Entwicklung von Expansionsstrategien aus ausgewählten Komponenten verschiedener Strategieebenen im Planungs- und Entscheidungsprozess des Mass-Customization-Pioniers 41
3.1 Komponenten der Marktbearbeitungsstrategien 43
3.1.1 Marktfeldstrategien 43
3.1.2 Marktleistungsstrukturstrategien 46
3.1.3 Marktstimulierungsstrategien 49
3.1.4 Marktparzellierungsstrategien 52
3.2 Standortstrategie als ausgewählte Komponente der Instrumentalstrategien 56
3.2.1 Elemente der Standortwahl 57
3.2.2 Standortstrategische Expansionsmuster 60
3.3 Komponenten der Ressourcenstrategie 63
3.3.1 Personalstrategien 64
3.3.2 Finanzierungsstrategien 67
3.4 Kombination der Komponenten zu Expansionsstrategien unter Berücksichtigung des Herstellerverhaltens 70
3.4.1 Strategiekombination unter selektivem Herstellerverhalten 71
3.4.2 Strategiekombination unter exklusivem Herstellerverhalten 76
4. Zusammenfassung und Ausblick 80
Anhang 83
Literaturverzeichnis 89

Automatisiert erstellter Textauszug:

Beim zweigleisigen Vertrieb erhalten ausgewählte Absatzmittler des bestehenden Vertriebssystems, in Ergänzung zum bisherigen Produktprogramm, das „Produkt“ Industrielle Maßkonfektion.124 Des Weiteren können verschiedene Absatzmittler mit jeweils nur einer Warengruppe beliefert werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass bei der IM neben indirekten vor allem auch direkte Kanäle eingesetzt werden, denn nur durch ein Mehrkanalsystem können die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden Berücksichtigung finden.125 Letztlich geht es um die Frage, für welche Kunden der Hersteller mit welchen Leistungen in welchen Kanälen tätig sein will.126 Die jeweilige Kombination wirkt sich in besonderem Maße auf die Absatzkanäle und die Auswahl der Absatzmittler aus.127 Deshalb erscheint es hier zweckmäßig, die bisherige, überwiegend dyadische Betrachtungsweise auf der Mikroebene zu verlassen und die Beziehungen zu verschiedenen Absatzmittlern bzw. Absatzmittlergruppen auf einer übergeordneten Makro-Ebene zu betrachten. Der Hersteller hat somit zunächst zielkonforme Segmentierungskriterien festzulegen, die von potentiellen Absatzkanälen bei der Vermarktung der IM in jedem Fall erfüllt werden müssen (partiale Segmentierung).128 Diese Kriterien können sich bspw. auf bestimmte Betriebstypen oder auch auf die Rollen- und Machtverteilung im Absatzkanal beziehen. Oft sind durch die Branchen- und Marktstruktur oder durch Produkteigenschaften bestimmte Kanäle prädestiniert.129 So sind z.B. bei problemvollen, kaufrisikobehafteten Gütern Tendenzen zur selektiven Distribution unter der [...]

Nachdem zuvor das absatzkanalpolitische Koordinations- bzw. Kontraktkonzept behandelt worden ist, soll nun auf das absatzkanalpolitische Selektionskonzept des Herstellers im Rahmen der MC-Konzeption eingegangen werden. Die absatzmittlergerichtete Selektion ist wie die Koordination Bestandteil der Absatzkanal- oder auch Regalplatzsicherungskonzeption.121 Diese ist wiederum, gemäß der Mittel-Zweck Beziehungen hierarchischer Zielebenen, konsistent aus der Marketing-Konzeption des Herstellerunternehmens abgeleitet. Der Absatzkanalselektion liegt allerdings ein über die allgemeinen Marktanteils- und Gewinnziele hinausgehendes Zielsystem zugrunde. Beispielhaft seien hier die Kooperationsbereitschaft der Absatzmittler (Konfliktvermeidung), die Flexibilität und Kontrollierbarkeit sowie das Image des Absatzkanals genannt.122 Der zielsetzungsgerechten Selektion einzelner Absatzkanäle ist die Segmentierung des gesamten Distributionssystems nach qualitativen, quantitativen und relationalen Kriterien vorangestellt.123 Diese Vorgehensweise ist erforderlich, weil der dieser Arbeit zugrunde liegende Herstellertypus die IM sowie die standardisierte Massenware zweigleisig vertreibt. [...]

Zu den in der Praxis am häufigsten anzutreffenden Systemen zählen Vertriebsbindungen, der Alleinvertrieb, Vertragshändler und das Franchising. Je nach Bindungs- und Autonomiegrad stehen diese Prototypen der marktlichen oder der hierarchischen Koordination näher. Die genannten Vertriebssysteme sind, mit Ausnahme des Franchising, durch eher mittlere Autonomie- und Bindungsgrade geprägt. Franchisesysteme sind dagegen am stärksten gebunden und weisen die wenigsten Freiheitsgrade auf.117 So gesehen besteht eine große Ähnlichkeit mit Filialsystemen, die jedoch nicht zu den vertraglichen Vertriebssystemen zu zählen sind. Aber auch in rechtlich abgesicherten Vertriebssystemen bestehen weiterhin Konflikte. Oft werden sie auch erst durch den Autonomieverlust offenbar. Demzufolge geht es letztlich um die Implementierung eines Konfliktmanagements, welches in der Lage ist dysfunktionale Konflikte zu diagnostizieren und zu behandeln.118 Eine weitere, nicht notwendigerweise zu den vertraglichen Vertriebsvereinbarungen zählende, aber dennoch bedeutende vertragliche Regelung betrifft die Absicherung spezifischer Systeminvestitionen. Materielle und immaterielle Aufwendungen des MC-Pioniers, vor allem in der Wachstumsphase, binden den MC-Pionier recht umfassend an den Hersteller. Das sich durch diese spezifischen Systemaufwendungen für den Hersteller ergebende akquisitorische Potential bedarf einer rechtlichen Absicherung zugunsten des MC-Pioniers, da ansonsten die Stabilität der Zusammenarbeit gefährdet wäre.119 Grundsätzlich kann gesagt werden, dass ohne die Möglichkeiten der vertraglichen Verhaltensabstimmung die meisten vertikalen Kooperationen [...]

Arbeit zitieren:
Berdin, Alexander Ludwig April 2001: Expansionsstrategien des Handels unter dem Fokus des Herstellerverhaltens, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
vertkale Kooperation, Mass-Customization, strategisches Marketing, Expansion

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