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Exitstrategien bei Business-Angel-Finanzierungen

Exitstrategien bei Business-Angel-Finanzierungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Fabio Labriola
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 67 Seiten
  • Dateigröße: 277,3 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7930-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7930-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7930-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Labriola, Fabio Februar 2002: Exitstrategien bei Business-Angel-Finanzierungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Privatinvestor, Beteiligungsfinanzierung, Business Angel, Wagniskapital, Innovation

Diplomarbeit von Fabio Labriola

Einleitung:

Der deutsche Markt für formelles Beteiligungskapital konnte in den vergangenen zwanzig Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen. Dabei vergrößerte sich das Marktvolumen insbesondere in der zweiten Hälfte der 90er Jahre enorm. So stiegen allein bei den Mitgliedern der BVK (Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften) die Bruttoinvestitionen der jährlich neu eingegangenen Beteiligungen im Zeitraum von 1996 bis 2000 von 1,2 Mrd. DM auf 8,7 Mrd. DM an. Dieser rasante Anstieg führte dazu, dass die BVK-Mitglieder am Ende des Jahres 2001 mehr als 5.600 Portfoliofirmen aufweisen konnten. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist diese Entwicklung äußerst positiv zu bewerten, was darin begründet ist, dass durch die Finanzierung wachstumsstarker Unternehmen das Innovationspotential gesteigert wird und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Trotz dieser Entwicklung gibt es weiterhin eine große Anzahl von Unternehmen, die einen hohen Kapitalbedarf aufweisen. Dabei handelt es sich überwiegend um junge Firmen, die über ein großes Wachstumspotential verfügen. Diese Unternehmen befinden sich zu einem Großteil in der sogenannten EK-Lücke, da der Kapitalbedarf einerseits die finanziellen Mittel des Gründers übersteigt und andererseits nicht groß genug ist, um klassische VC-Geber als Investoren zu gewinnen, da diese in der Regel vornehmlich in spätere Entwicklungsstadien investieren. Darüber hinaus erhalten die Unternehmen in der Regel auch keine Kreditfinanzierung, was daran liegt, dass Banken oft nicht bereit sind, derartig riskante Vorhaben zu finanzieren.

Neben öffentlichen Förderprogrammen kann diese Finanzierungslücke insbesondere durch informelle Beteiligungskapitalgeber, sogenannten Business Angels, geschlossen werden.

Wenngleich der deutsche Markt für informelles Beteiligungskapital in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, befindet er sich immer noch in einer frühen Entwicklungsphase. So gibt es in Deutschland schätzungsweise rund 220.000 potentielle Business Angels, von denen derzeit lediglich ein kleiner Teil tatsächlich in junge Unternehmen investiert, was aus volkswirtschaftlicher Sicht unbefriedigend ist.

Ob der informelle Beteiligungskapitalmarkt hierzulande jemals ein ähnliches Niveau erreichen wird wie in den USA oder in Großbritannien, hängt von einer Reihe kritischer Faktoren ab. Den größten Einfluss auf die weitere Entwicklung dürfte aber neben den steuerlichen Rahmenbedingungen die Effizienz der den Business Angels zur Verfügung stehenden Exitkanäle haben. Dies liegt daran, dass informelle Investoren nur dann in junge Unternehmen investieren werden, wenn die Aussicht auf einen lukrativen Ausstieg besteht.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit ist es, das gesamte Exitspektrum bei Business Angel-Finanzierungen darzustellen. Dabei sind insbesondere zwei Themengebiete von großer Bedeutung. Zum einen werden sämtliche Ausstiegsalternativen betrachtet, die den informellen Investoren theoretisch zur Verfügung stehen. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, durch welche Maßnahmen Business Angels die Wahrscheinlichkeit auf einen erfolgreichen Exit erhöhen können.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein zweigeteilter Ansatz verfolgt. So wurden einerseits rund 100 Literaturquellen im Hinblick auf die oben genannten Themengebiete ausgewertet. Andererseits wurden im Rahmen dieser Arbeit eine Reihe von Interviews mit den unterschiedlichsten Vertretern aus der Praxis durchgeführt. Insgesamt wurden im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar dreizehn Expertengespräche geführt, die in der Regel zwischen dreißig und sechzig Minuten andauerten. Dabei wurden drei Vertreter der VC-Branche, zwei Vertreter der Private Equity-Branche, sowie acht Business Angels interviewt. Grund dafür, dass neben den informellen Investoren auch einige institutionelle Gesellschaften zu Rate gezogen wurden, ist der Aspekt, dass professionelle Kapitalgeber durch geeignete Maßnahmen sehr gezielt auf einen lukrativen Exit hinarbeiten.

Bevor es zu der Analyse des eigentlichen Problems kommt, werden im zweiten Kapitel einige wichtige Begriffe gegeneinander abgegrenzt bzw. näher erklärt, die im weiteren Verlauf der Arbeit von Bedeutung sind.

Im dritten Kapitel werden zunächst die grundlegenden Charakteristika von Business Angels erörtert, bevor es dann zu einer Klassifizierung der unterschiedlichen Business Angel-Arten kommt. Abgerundet wird dieser Teil durch eine kurze Betrachtung der in Deutschland existierenden Business Angel-Netzwerke.

Im nächsten Kapitel werden die diversen Exitstrategien vorgestellt, die dem informellen Privatinvestor theoretisch zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang wird auch die derzeitige Lage dieser Ausstiegskanäle dargestellt.

Im fünften Kapitel werden Maßnahmen beschrieben, welche die Chance auf einen erfolgreichen Ausstieg aus der Beteiligung erhöhen. Dabei wird sich zeigen, dass es insbesondere Kontrollinstrumente und Anreizmechanismen sind, die den Exit in eine vom Investor bevorzugte Bahn lenken können.

Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit den Ergebnissen der empirischen Untersuchung, die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurde. Da diese Untersuchung auf Expertengespräche basiert, haben die Ergebnisse überwiegend qualitativen Charakter.

Im letzten Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammengefasst, bevor es abschließend zu einem kurzen Ausblick über die weitere Entwicklung dieser Thematik kommen wird.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 4
1. EINLEITUNG 6
1.1 PROBLEMSTELLUNG 6
1.2 ZIELSETZUNG UND METHODIK DER ARBEIT 7
1.3 GANG DER UNTERSUCHUNG 8
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 8
2.1 DER MARKT FÜR WAGNISKAPITAL 8
2.1.1 Formeller versus informeller Markt 8
2.1.2 Zusammenhang zwischen formellem und informellem Wagniskapitalmarkt 10
2.2 DIE AKTEURE DES WAGNISKAPITALMARKTES 11
2.2.1 Anbieter von Wagniskapital 11
2.2.1.1 Überblick 11
2.2.1.2 Formelle Anbieter von Wagniskapital 11
2.2.1.3 Weitere Anbieter von Wagniskapital 13
2.2.2 Nachfrager von Wagniskapital 13
2.3 UNTERSCHIEDLICHE PHASEN DES BETEILIGUNGSPROZESSES 14
2.4 DAS PRINZIPAL-AGENTEN-PROBLEM 15
2.4.1 Darstellung der Problematik 15
2.4.2 Lösungsansätze 16
3. BUSINESS ANGELS 16
3.1 ZUM WESEN DES BUSINESS ANGELS 16
3.1.1 Herkunft und Bedeutung des Begriffs 16
3.1.2 Grundlegende Merkmale des Business Angels 17
3.1.3 Erwartungen und Investitionsverhalten von Business Angels 18
3.2 KLASSIFIZIERUNG VON BUSINESS ANGELS 19
3.2.1 Klassifizierung nach Coveney und Moore 19
3.2.2 Weitere Klassifizierungsmöglichkeiten 22
3.3 BUSINESS ANGEL NETZWERKE 23
4. ALTERNATIVE EXITSTRATEGIEN FÜR INFORMELLE INVESTOREN 24
4.1 EINFÜHRUNG IN DIE EXITTHEMATIK 24
4.2 AUSSTIEGSSTRATEGIEN FÜR BUSINESS ANGELS 25
4.2.1 Initial Public Offering (IPO) 25
4.2.2 Trade Sale 28
4.2.3 Financial Sale 30
4.2.4 Buy-Back 31
4.2.5 Liquidation des Portfoliounternehmens 32
5. PLANUNG UND LENKUNG DES EXITS 33
5.1 ÜBERBLICK 33
5.2 PHASENGERECHTE LENKUNG DES AUSSTIEGS 34
5.3 LENKUNG DES AUSSTIEGS DURCH VERTRAGSGESTALTUNG 37
5.3.1 Einführung in die Vertragsproblematik 37
5.3.2 Lenkung durch vertraglich festgelegte Kontrollinstrumente 38
5.3.3 Lenkung durch vertraglich festgelegte Anreizmechanismen 40
5.3.4 Weitere vertragliche Vereinbarungen zur Lenkung des Ausstiegs 43
6. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 43
6.1 ÜBERBLICK 43
6.2 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG 44
6.2.1 Auswertung der Standardbefragung 44
6.2.2 Ausstiegsplanung in der Praxis 46
6.2.3 Exitlage aus Sicht der Investoren 49
7. SCHLUSSBETRACHTUNG 51
Literaturverzeichnis 54

Automatisiert erstellter Textauszug:

31 welchem EBIT- bzw. EBITDA-Multiplikator ähnliche Unternehmen an der Börse gehandelt werden.159 Auch die Lage für den Financial Sale hat sich in der letzten Zeit drastisch verschlechtert. Während die BVK-Mitglieder im Jahr 2000 noch 4,4% ihrer Anteile über diesen Ausstiegskanal veräußern konnten, waren es in den ersten drei Quartalen des Jahres 2001 nur 3% der Beteiligungen, die durch einen Secondary Purchase desinvestiert wurden. Wenngleich sich auslaufende Engagements von Business Angels grundsätzlich gut für einen Verkauf an einen Finanzinvestor, wie beispielsweise eine VC-Gesellschaft, eignen,160 ist es derzeit für informelle Investoren aufgrund der oben beschriebenen Lage schwierig, ihre Investments durch einen Secondary Purchase zu verkaufen. Auf diese Problematik wird im sechsten Kapitel noch einmal ausführlicher eingegangen. [...]

Bei einem Financial Sale, der auch als Secondary Purchase bezeichnet wird, wird das Portfoliounternehmen an einen Finanzinvestor verkauft.152 Derartige Finanzinvestoren haben in der Regel entweder eine längerfristige Orientierung als der Verkäufer153 oder haben sich auf spätere Phasen der Unternehmensentwicklung spezialisiert.154 Der Financial Sale ist in den meisten Fällen weniger lukrativ als der IPO oder der Trade Sale, was vor allem daran liegt, dass potentielle Käufer dieser Transaktionsart oft sehr misstrauisch gegenüberstehen. Da sie bei einem derartigen Geschäft keine strategischen Ziele verfolgen, sondern lediglich die zukünftigen Cash Flows mit ihrer geforderten Mindestrendite abdiskontieren, stellt sich ihnen oft zu Recht die Frage, warum sie in diesem Zusammenhang zu einer Bewertung kommen sollten, die über dem Preis liegt, den der Verkäufer veranschlagt. Aus diesem Grund befürchten sie bei einer zu hohen Differenz zwischen ihrer Bewertung und dem verlangten Preis, dass der Verkäufer aus irgendwelchen Gründen nicht mehr an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt.155 Wenngleich der Verkauf an einen Finanzinvestoren für den Business Angel den Vorteil aufweist, dass der Käufer den gesamten Kaufpreis in der Regel bar bezahlt, führt dieser Ausstiegskanal wegen der oben beschriebenen Problematik zu einer niedrigeren Unternehmensbewertung als der Trade Sale bzw. der Börsengang.156 Ebenso wie beim Trade Sale, ist es auch beim Financial Sale als Grundvoraussetzung zu betrachten, dass der Business Angel ein vertraglich festgeschriebenes Recht hat, seine Anteile an ein außenstehendes Unternehmen zu veräußern. In diesem Zusammenhang kann konstatiert werden, dass die meisten Verträge für eine derartige Transaktion eine Zustimmung seitens des Portfoliounternehmens Finanzinvestor die vorsehen.157 Anteile Eine weitere kann Voraussetzung auch die dafür, dass ein von [...]

29 Käufer nicht immer selbst aktiv werden. Um dieser Einsicht Rechnung zu tragen, sollten sich informelle Investoren schon frühzeitig darüber Gedanken machen, welche potentiellen Käufer in Frage kommen könnten.145 Da hierfür in der Regel ein hohes Maß an Branchenkenntnis als Voraussetzung zu betrachten ist, können insbesondere Corporate Angels146 ihr großes Branchenwissen bei der Identifikation möglicher Käufer einfließen lassen. Nehmen die Verkaufsabsichten des Business Angels konkrete Formen an, ist es notwendig, ein ausführliches Informationsmemorandum über das Portfoliounternehmen zu erstellen, welches den potentiellen Interessenten zugesandt werden kann.147 Allerdings kann das Versenden eines derartigen Dokuments auch durchaus problematisch sein. Dies liegt daran, dass es sich bei einem Großteil der Interessenten um Konkurrenten handelt, denen man im Falle eines Scheiterns sämtliche firmeninterne Geheimnisse offen gelegt hat.148 Der Trade Sale gewinnt in der Regel immer dann an Bedeutung, wenn ein IPO aufgrund schlechter Verfassung der Kapitalmärkte nicht möglich ist. So stiegen Ende der achtziger Jahre die M&A-Aktivitäten amerikanischer Unternehmen, was darauf zurückzuführen war, dass der Sprung an die Börse nur einer geringen Anzahl von Unternehmen vorbehalten blieb.149 Allerdings gibt es auch Beispiele für Zeiten, in denen dieser Zusammenhang nicht besteht. So konnten die BVK-Mitglieder im Jahr 2001 trotz des starken Einbruchs des Neuen Marktes weniger Trade Sales verzeichnen als im Jahr 2000. Während sie im Jahr 2000 noch 192 Beteiligungen im Zuge eines Strategic Sales veräußerten, konnten sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2001 nur 69 ihrer Portfoliounternehmen über diesen Ausstiegskanal verkaufen. Neben dieser niedrigen Anzahl an Trade Sales muss auch festgestellt werden, dass die Zahlen weiterhin rückläufig sind. So konnten die BVK-Mitglieder im ersten Quartal des Jahres 2001 noch mehr als doppelt soviel strategische Verkäufe verzeichnen150 als im dritten Quartal des gleichen Jahres.151 Aufgrund dieser negativen Entwicklungen ist es derzeit auch für Business Angels nicht sehr wahrscheinlich, ihre Beteiligungen zu einer fairen Bewertung an einen strategischen Verkäufer zu veräußern. [...]

Arbeit zitieren:
Labriola, Fabio Februar 2002: Exitstrategien bei Business-Angel-Finanzierungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Privatinvestor, Beteiligungsfinanzierung, Business Angel, Wagniskapital, Innovation

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