Existenzgründung
Unternehmensnachfolge versus Neugründung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Katrin Reichenbächer
- Abgabedatum: September 2002
- Umfang: 75 Seiten
- Dateigröße: 500,3 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Schmalkalden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6709-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6709-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6709-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Reichenbächer, Katrin September 2002: Existenzgründung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Nachfolge, Rechtsformwahl, Mittelstand, Fördermittel
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Diplomarbeit von Katrin Reichenbächer
Einleitung:
Nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn gibt es in Deutschland zur Zeit etwa drei Millionen kleine und mittelständische Unternehmen. Sie stellen 60% der Arbeitsplätze und erwirtschaften zwei Drittel des Bruttosozialproduktes. Seit den achtziger Jahren findet in diesen kleineren und mittleren Betrieben ein Generationswechsel statt. Rund ein Viertel der Unternehmer sind schon heute mindestens 55 Jahre alt, mehr als elf Prozent sogar schon über 60. Nach einer Unternehmerbefragung von Creditreform gaben jeder vierte West-Mittelständler und 15 Prozent der Befragten im Osten an, in den nächsten fünf bis zehn Jahren ihre Unternehmertätigkeit aufgeben zu wollen.
Etwa 42 Prozent der Unternehmen werden an Familienmitglieder übergeben werden. 14 Prozent werden an Nachfolger aus der eigenen Firma übergehen, 16 Prozent werden voraussichtlich an Fremde verkauft. Für rund 27 Prozent wird sich kein Nachfolger finden lassen und sie werden liquidiert.
Die Übergabe eines Unternehmens ist dabei sowohl für den ausscheidenden Eigner als auch für den Existenzgründer ein Schritt mit weitreichenden Konsequenzen. Dieser Schritt muß wohlüberlegt und gut vorbereitet werden, da Fehler, die auf mangelnde Planung zurückzuführen sind, sich oft als nicht mehr korrigierbar erweisen.
Zu den häufigsten Fehlern, die zum Scheitern einer Nachfolgeregelung führen können, zählen Finanzierungsfehler, steuerliche Fehlentscheidungen, die Unterschätzung der psychologischen Komponente und Fehler bei der Beurteilung rechtlicher Aspekte.
Diese Arbeit beschäftigt sich vorrangig mit der Nachfolgeproblematik als eine Art der Existenzgründung. Sie ist in Form einer Soll – Ist – Analyse aufgebaut. Das erste Kapitel beschäftigt sich daher mit dem „Soll“, also der „idealen Nachfolge“ laut Literatur. Es umfaßt unter anderem die Frage des optimalen Zeitraums der Unternehmensnachfolge, der Person des potentiellen Nachfolgers, der Wahl der richtigen Rechtsform und die verschiedenen Möglichkeiten, einen Generationswechsel zu finanzieren.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel wird das „Ist“, die momentane Situation in Deutschland, dargelegt. Wie wichtig erachtet der Mittelstand die Frage der Unternehmensnachfolge? Welche Maßnahmen ergreift das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie? Welche Steuerarten sind wichtig für den Existenzgründer? Können Basel II und die Reinvestitionsrücklage als Chancen für den Mittelstand fungieren?
Im dritten Kapitel werden dann die am häufigsten auftretenden Probleme bei der Nachfolge behandelt. Welche psychologischen, betriebswirtschaftlichen und finanziellen Hürden stellen sich dem Übergeber und seinem Nachfolger in den Weg?
Im Rahmen eines Fazits werden anschließend mögliche Lösungsansätze dargelegt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| Kapitel 1: Die ideale Nachfolge | 8 | |
| 1.1 | Anlässe für die Unternehmensnachfolge | 9 |
| 1.2 | Planung der Nachfolge | 9 |
| 1.2.1 | Zeitraum der Planung | 10 |
| 1.2.2 | Gestaltung der Nachfolgeregelung | 12 |
| 1.2.2.1 | Einheit von Eigentum und Führung | 13 |
| 1.2.2.2 | Trennung von Eigentum und Führung | 16 |
| 1.2.2.3 | Aufgabe von Eigentum und Führung | 18 |
| 1.2.3 | Überlegungen zur Rechtsformwahl | 21 |
| 1.2.3.1 | Einzelunternehmung | 22 |
| 1.2.3.2 | Personengesellschaften | 23 |
| 1.2.3.3 | Kapitalgesellschaften | 25 |
| 1.2.4 | Der Nachfolger | 28 |
| 1.2.4.1 | Alternativen zur Familie | 29 |
| 1.2.4.2 | Die Vorbereitung des Nachfolgers | 30 |
| 1.2.4.3 | Die Rolle des Nachfolgers im Unternehmen | 30 |
| 1.2.5 | Rückzug des Seniors | 31 |
| 1.2.6 | Finanzierung der Nachfolge | 32 |
| 1.2.6.1 | Die Bewertung des Unternehmens | 33 |
| 1.2.6.2 | Öffentliche Fördermittel und Kredite | 35 |
| 1.3 | Durchführung des Wechsels | 39 |
| 1.3.1 | Vorbereitung und Einarbeitung des Nachfolgers | 40 |
| 1.3.2 | Unternehmensphilosophie und Nachfolge | 42 |
| 1.3.3 | Instrumente | 43 |
| Kapitel 2: Unternehmensnachfolge in Deutschland - Die momentane Situation | 47 | |
| 2.1 | Die Studie „MIND - Mittelstand in Deutschland“ 2001 | 48 |
| 2.2 | Maßnahmen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie | 50 |
| 2.3 | Steuerliche Belastungen | 52 |
| 2.3.1 | Erbschaft- und Schenkungsteuer | 52 |
| 2.3.2 | Stille Reserven und Einkommensteuer | 54 |
| 2.3.3 | Steuern und Rechtsform | 55 |
| 2.4 | Bürokratie als Nachfolgehemmnis | 57 |
| 2.5 | Basel II und Reinvestitionsrücklage als Chance für den Mittelstand? | 59 |
| Kapitel 3: Häufig auftretende Probleme bei der Unternehmensnachfolge | 62 | |
| 3.1 | Psychologische Hürden | 63 |
| 3.2 | Betriebswirtschaftliche Hürden | 65 |
| 3.3 | Finanzielle Hürden | 67 |
| 3.4 | Rahmenbedingungen als Problem | 69 |
| 4. | Fazit | 71 |
| Literaturverzeichnis | 73 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 76 |
längeren Laufzeit des Darlehens gilt für die Restlaufzeit der bei Ablauf der 10jährigen Zinsbindungsfrist maßgebliche ERP-Zinssatz für Neuzusagen. Dieser Kredit wird zu 100% ausgezahlt und es sind vom Kreditnehmer bankübliche Sicherheiten (Grundschulden, Sicherungsübereignung von Maschinen, Bürgschaft oder Bürgschaft einer Bürgschaftsbank) zu stellen.78 Existenzgründungsprogramm der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) „Gefördert wird – oft als Ergänzung zu den ERP-Programmen – die Gründung einer gewerblichen Existenz, auch durch den Erwerb von Unternehmen oder die Beteiligung an Unternehmen.“79 Der Höchstbetrag liegt bei 2.000.000 Euro, die maximale Laufzeit zwischen 10 und 20 Jahren, die tilgungsfreie Zeit bei höchstens 2 Jahren bzw. 3 Jahren. Größter Vorteil dieser Darlehensform ist der Zinssatz, der unter den allgemeinen Marktkonditionen liegt und für 10 Jahre feststeht.80 DtA-Startgeld Gefördert werden gewerbliche oder freiberufliche Existenzgründungen (einschließlich Heilberufe), der Kauf eines Unternehmens und die Übernahme einer tätigen Beteiligung. Der Höchstbetrag liegt bei 50.000 Euro, die Laufzeit bei maximal 10 Jahren und die tilgungsfreie Zeit bei höchstens 2 Jahren. Bei diesem Förderdarlehen ist eine 80-prozentige Haftungsfreistellung obligatorisch und die Förderung ist auch bei einer anfänglichen Nebenerwerbstätigkeit möglich.81 Mittelstandprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Es werden Investitionsvorhaben von bestehenden oder neu gegründeten Unternehmen gefördert, die einer langfristigen Mittelbereitstellung bedürfen, z.B. der Erwerb von Grundstücken, Bauinvestitionen und Betriebsund Geschäftsausstattung.82 Der Anteil der KfW-Finanzierung ist vom Umsatz des [...]
Betrieben, die Übernahme tätiger Beteiligungen, die Beschaffung des ersten Warenlagers und dessen Aufstockung sowie die Markterschließungskosten. Antragsberechtigt sind Existenzgründer im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und Angehörige Freier Berufe (einschließlich Heilberufe) im Zeitpunkt der Gründung, aber auch nach der Gründung für Erweiterungsund Festigungsinvestitionen.75 Zur Zeit liegen die Zinssätze im ersten und zweiten Jahr bei 0%, im dritten Jahr bei 3%, im vierten bei 4% und im fünften Jahr bei 5%. Ab dem sechsten bis zum zehnten Jahr wird zum Zeitpunkt der Zusage der Zins festgelegt, für die anschließende Laufzeit wird er zehn Jahre nach der Zusage neu festgelegt. Es werden 96% des Kredites ausgezahlt. Die Obergrenze der Eigenkapitalhilfe liegt in den alten Bundesländern bei 500.000 Euro pro Antragsteller und in den neuen Ländern und Ost - Berlin bei 1.000.000 Euro pro Antragsteller. Die Laufzeit beträgt maximal 20 Jahre, die Tilgung erfolgt nach höchstens 10 tilgungsfreien Jahren in 20 gleichen Halbjahresraten. Für das Eigenkapitalhilfeprogramm sind keine Sicherheiten erforderlich.76 ERP-Existenzgründungsprogramm Antragsberechtigt sind Existenzgründer der gewerblichen Wirtschaft und der Freien Berufe (ohne Heilberufe), die über die fachliche und kaufmännische Qualifikation und eine entsprechende Berufserfahrung verfügen, im Zeitpunkt der Gründung, aber auch nach der Gründung für Erweiterungsund Festigungsinvestitionen. Finanziert werden die Gründung, der Erwerb und die Festigung von Betrieben, die Übernahme tätiger Beteiligungen und die Beschaffung des ersten Warenlagers und dessen Aufstockung.77 Die Obergrenzen für die Kredite liegen pro Jahr und pro Antragsteller bei 500.000 Euro in den alten und 1.000.000 Euro in den neuen Bundesländern und Berlin. Der Zinssatz beläuft sich zur Zeit in den neuen Bundesländern und Berlin 10 Jahre lang auf 4,50% pro Jahr, im übrigen Bundesgebiet auf 4,75%. Bei einer [...]
Für die neuen Bundesländer gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten bzw. Sonderkonditionen.72 Es gibt sehr unterschiedliche Arten der Förderung von Gründungsvorhaben. Es können unter anderem unterschieden werden: Finanzielle Mittel Zuschüsse, Zulagen, Beteiligungen, Darlehen Steuerliche Hilfen Sonderabschreibungen, Steuer- und Abgabenbefreiungen Bürgschaften, Garantien Sachleistungen Nichtmaterielle Leistungen Beratung, Koordination, Schulung73 Die Beantragung von Finanzierungshilfen ist an die Vergabebedingungen der öffentlichen Hand gebunden. Dies bedeutet, daß die Anträge auf Förderung über die Hausbank eingereicht werden müssen und mit dem Vorhaben erst begonnen werden darf, wenn die Finanzierung mit der Hausbank besprochen wurde. Zudem muß die Gesamtfinanzierung gesichert sein, denn Nachfinanzierungen und Umschuldung werden normalerweise nicht gefördert. Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung öffentlicher Kredite oder Zuschüsse besteht nicht. Weiterhin ist über die Verwendung öffentlicher Mittel ein Nachweis zu führen und sie sind banküblich zu besichern. Die öffentlichen Zuschüsse müssen entweder als Erträge direkt versteuert oder von der Bemessungsgrundlage für die Abschreibungen abgesetzt werden.74 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832467098
Arbeit zitieren:
Reichenbächer, Katrin September 2002: Existenzgründung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Nachfolge, Rechtsformwahl, Mittelstand, Fördermittel



