Events und Emotionen
Inszenierungsstrategien für das emotionale Erleben und ihre Beurteilung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ulrich Schmid
- Abgabedatum: Juni 2000
- Umfang: 188 Seiten
- Dateigröße: 995,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3229-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3229-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3229-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmid, Ulrich Juni 2000: Events und Emotionen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Event-Marketing, Sport, Erlebniswert
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Diplomarbeit von Ulrich Schmid
Zusammenfassung:
Im beginnenden 21. Jahrhundert dienen Events zwar immer noch der Unterhaltung einer bestimmten Zielgruppe, jedoch verbindet sich der Gedanke den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu vermitteln zumeist mit der Absicht, Produkte und Dienstleistungen mit Hilfe dieser erlebnisorientierten Ausrichtung zu vermarkten und eine stärkere Bindung der Beteiligten an das Unternehmen zu erreichen. Veranstaltungen werden zu Erlebniswelten um Produkte und Dienstleistungen mit emotionalen Erlebniswerten zu belegen.
Damit soll die angesprochene Zielgruppe darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Kauf bzw. die Inanspruchnahme zu einem verbesserten Lebensgefühl und zu mehr emotionaler Lebensqualität führt. Der Zusatznutzen der emotionalen Erlebnisvermittlung als Prädikat für Werte wie z.B. Freiheit, Individualität oder Unabhängigkeit tritt mehr und mehr in den Vordergrund, während die sachlichen und funktionalen Produkteigenschaften in den hochentwickelten Industriegesellschaften zur trivialen Selbstverständlichkeit werden.
Gründe hierfür sind sowohl der wirtschaftliche Fortschritt als auch die zunehmende Standardisierung von Produkten und Dienstleistungen. Es gilt, die eigenen Produkte und Dienstleistungen im positiven Sinne deutlich von der Konkurrenz abzugrenzen, um in der Psyche der Konsumenten als bestimmender Anbieter aufzutreten.
Ein weiterer Grund ist das zunehmend ablehnende Verhalten der Verbraucher gegenüber klassischer Werbung. Die Informationsflut bringt eine verringerte Aufmerksamkeit für die einzelne Information und ein erhöhtes Reaktanzverhalten der Konsumenten mit sich. Außerdem spiegeln die konventionellen Kommunikationsformen nur unzureichend den Trend zur Erlebnisorientierung wider.
Erlebnisorientierung wird zur Norm und bestimmt den Sozialcharakter der Gesellschaftsmitglieder an der Schwelle zur Postmoderne.
In diesem Zusammenhang kommt dem Sport eine wichtige Bedeutung zu. Ihm werden seit jeher besondere Erlebnisqualitäten zugesprochen. Diese Tatsache nutzen viele Unternehmen, indem sie Sportevents als Träger ihrer emotionalen Produktbotschaft verwenden und die zahlreichen, dem Sport anhaftenden Erlebnisqualitäten für den Aufbau eines positiv assoziierten Markenbildes in der Öffentlichkeit kommunizieren. Die Unternehmen bieten dementsprechend kommerzielle Erlebnisangebote an, in der Hoffnung, ihrer ausgewählten Zielgruppe ein möglichst hohes Maß an positiven emotionalen Erlebniswerten vermitteln zu können.
Dieser Thematik folgend, setzt sich die Arbeit mit den zentralen Fragestellungen auseinander, welches Nutzungspotential emotionales Erleben für Event-Marketing hat, um den Besuchern ein zielgruppenspezifisches Erlebnis zu bieten und zum anderen ein emotional positives Event-Klima inszeniert werden kann.
Der erste Teil der Arbeit, der die Kapitel zwei bis sechs umfasst, beschreibt Grundlagen von Eventmarketing und Emotionen und skizziert deren Nutzungspotential für die Inszenierung von Sportevents.
Dazu setzt sich Kapitel 2 zunächst mit dem Begriff des Eventmarketing und seiner Stellung im Rahmen der Unternehmenskommunikation auseinander. Der Leser erhält einen Einblick in das Wesen und die Bedeutung von Events.
Den Gründen für das wachsende Interesse von Events trägt dann Kapitel 3 Rechnung, indem es qualitative Erklärungsansätze aus den konsumrelevanten Rahmenbedingungen aufzeigt, die ein verstärktes Interesse an der effizienten und professionellen Durchführung von Veranstaltungen rechtfertigen.
Im Anschluss daran befasst sich Kapitel 4 mit dem Begriff der Emotionen. Es existieren zahlreiche Emotionstheorien in der psychologischen Literatur, welche die Wesensmerkmale und die Entstehung von Emotionen zu beschreiben versuchen. Dieses Kapitel trägt dazu bei, begriffliche Erklärungen und Zusammenhänge des emotionalen Erlebens und Handelns darzustellen. Außerdem wird die Bedeutung von Emotionen im Sport und hierunter insbesondere bei Sportveranstaltungen erläutert. Darauf folgend wird im fünften Kapitel der Nutzen des emotionalen Erlebens für Event-Marketing analysiert. Diesbezüglich werden Anforderungen erörtert, welche für eine effektive Nutzung emotionaler Erlebnisse relevant sind. Zudem wird der Entwicklungsprozess neuer Erlebnisprofile aufgeführt und Sportevents als Medien der Vermittlung emotionaler Erlebniswerte näher beleuchtet. Kapitel 6 untersucht dann die Wirkungsweise von Events vor verhaltenswissenschaftlichem Hintergrund. Dazu ist es notwendig, durch einen interdisziplinären Ansatz eine Vielzahl psychologischer Einflussfaktoren zu berücksichtigen um die Wirkung von Events zu beschreiben und Inszenierungsstrategien für positiv gestaltete Events herauszuarbeiten.
Diese Ansätze werden anschließend im zweiten Teil der Arbeit, in Kapitel 7, an einer Eventinszenierung beschrieben, beurteilt und diskutiert. Durch Beobachtung wird eine ausgesuchte Sportveranstaltung dahingehend untersucht, inwieweit den ausgearbeiteten Kriterien Rechnung getragen wird und diese zum Erfolg der Veranstaltung beitragen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Anlagenverzeichnis | VIII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 3 |
| 1.2 | Abgrenzung und Aufbau der Arbeit | 3 |
| I. Teil: | Grundlagen von Event-Marketing und Emotionalem Erleben sowie deren Nutzungspotential für die Inszenierung von Sport-Events | 5 |
| 2. | Eventmarketing im Rahmen der Unternehmenskommunikation | 5 |
| 2.1 | Abgrenzung Event, Marketing-Event, Event-Marketing und Event-Sponsoring | 5 |
| 2.1.1 | Definition und Anforderungen an Events bzw. Marketing-Events | 5 |
| 2.1.2 | Definition und Anforderungen an Event-Marketing | 7 |
| 2.1.3 | Event-Marketing als Abgrenzung zum Event-Sponsoring | 11 |
| 2.2 | Erscheinungsformen und Typologisierung von Events | 12 |
| 2.3 | Besonderheiten von Events als Kommunikationsmedium | 16 |
| 2.3.1 | Vorteile von Events als Kommunikationsmedium | 17 |
| 2.3.2 | Gefahren von Events als Kommunikationsmedium | 22 |
| 2.4 | Zielgruppen und Zielsetzungen von Event-Marketing | 23 |
| 2.4.1 | Zielgruppen des Event-Marketing | 24 |
| 2.4.2 | Zielsetzungen des Event-Marketing | 25 |
| 2.5 | Stellenwert von Event-Marketing im Marketing deutscher Unternehmen | 28 |
| 3. | Gründe für den Bedeutungszuwachs von Marketing-Events | 30 |
| 3.1 | Allgemeine Rahmenbedingungen der Marketing-Kommunikation | 30 |
| 3.1.1 | Kommunikationsbedingungen | 30 |
| 3.1.1.1 | Informationsüberlastung | 30 |
| 3.1.1.2 | Low-Involvement | 32 |
| 3.1.2 | Marktbedingungen | 32 |
| 3.1.2.1 | Gesättigte Märkte | 32 |
| 3.1.2.2 | Homogenität von Produkten und Dienstleistungen | 33 |
| 3.1.2.3 | Marktfragmentierung | 33 |
| 3.1.3 | Gesellschaftliche Bedingungen | 34 |
| 3.1.3.1 | Wertewandel | 34 |
| 3.1.3.2 | Erlebnisorientierung | 37 |
| 3.1.3.3 | Freizeitverhalten | 40 |
| 3.2 | Spezielle Rahmenbedingungen der Marketing-Kommunikation im Sport | 42 |
| 3.2.1 | Wertewandel im Sport | 43 |
| 3.2.2 | Die Rolle des Sports in der Erlebnisgesellschaft | 45 |
| 3.2.3 | Die Situation von Sportveranstaltungen | 48 |
| 3.3 | Die Erlebnisvermittlung als Konsequenz der Rahmenbedingungen | 51 |
| 4. | Emotionen – Terminologie und Bedeutung im Kontext der Erlebnisvermittlung bei Sport-Events | 54 |
| 4.1 | Einführung in die Grundlagen von Emotionen | 54 |
| 4.1.1 | Emotionen | 54 |
| 4.1.2 | Emotionales Erleben und Erlebnis | 58 |
| 4.2 | Einfluss von Emotionen auf menschliches Handeln und Verhalten | 59 |
| 4.2.1 | Aktivierung der Konsumenten | 60 |
| 4.2.2 | Wirkung der Aktivierung | 66 |
| 4.2.3 | Aktivierung und Umweltgestaltung | 67 |
| 4.2.3.1 | Das Grundmodell | 67 |
| 4.2.3.2 | Übertragung des Modells auf die Umwelt Sport-Event | 71 |
| 4.2.4 | Teilnehmerstimmung und Eventerlebnis | 72 |
| 4.3 | Bedeutung von Emotionen bei Sport-Events | 75 |
| 5. | Emotionales Erleben als Nutzungspotential für Event-Marketing im Sport | 78 |
| 5.1 | Die Erlebniswertstrategie | 79 |
| 5.2 | Anforderungen an ein emotionales Erlebnisprofil | 81 |
| 5.3 | Der Entwicklungsprozess neuer Erlebnisprofile | 91 |
| 5.3.1 | Ideensuche | 91 |
| 5.3.2 | Reduzierung auf geeignete Konzepte | 92 |
| 5.3.3 | Überprüfung und Entscheidung | 93 |
| 5.3.4 | Ableitung eines Schlüsselbildes und Umsetzung des Erlebniskonzeptes in Marketinginstrumente | 94 |
| 5.4 | Sport-events als Medien der Vermittlung emotionaler Erlebniswerte | 96 |
| 6. | Die Inszenierung von Erlebnissen als Ansatzpunkt für positiv gestaltete Sport-events | 99 |
| 6.1 | Erlebnis- und Beeinflussungsdimensionen einer Eventinszenierung und ihre Gestaltung | 100 |
| 6.1.1 | Einsatz multisensualer Reize | 100 |
| 6.1.2 | Verwendung emotionaler Grundmuster | 102 |
| 6.1.3 | Teilnehmerintegration | 106 |
| 6.1.4 | Dramaturgie und durchgängige Erlebnisvermittlung | 108 |
| 6.1.5 | Einzigartigkeit | 111 |
| 6.1.6 | Location | 111 |
| 6.1.7 | Personelle Elemente | 112 |
| 6.2 | Gesamtdarstellung von Erlebnis- und Beeinflussungs-dimensionen einer Eventinszenierung | 113 |
| II. Teil: | Untersuchung einer Eventinszenierung am Beispiel der BMW OPEN 2000 in München | 118 |
| 7. | Die BMW OPEN 2000 in München | 118 |
| 7.1 | Abgrenzung und Ziel der Untersuchung | 118 |
| 7.2 | Methodik der Untersuchung | 119 |
| 7.2.1 | Durchführungsmodalitäten der Beobachtung | 119 |
| 7.2.2 | Auswertung der Beobachtung | 121 |
| 7.3 | Darstellung der Ergebnisse | 122 |
| 7.4 | Beschreibung und Beurteilung der Ergebnisse | 126 |
| 7.4.1 | Einsatz multisensualer Reize | 126 |
| 7.4.2 | Verwendung emotionaler Grundmuster | 128 |
| 7.4.3 | Teilnehmerintegration | 130 |
| 7.4.4 | Dramaturgie und durchgängige Erlebnisvermittlung | 131 |
| 7.4.5 | Einzigartigkeit | 133 |
| 7.4.6 | Location | 134 |
| 7.4.7 | Personelle Elemente | 135 |
| 7.5 | Diskussion der Ergebnisse | 135 |
| 8. | Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick | 139 |
| Anhang | 146 | |
| Literatur | 161 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 174 |
Bezüglich der Erörterung von Gestaltungshinweisen für Sport-Events geht es darum die beeinflussbaren Stimulusvariablen (S) derart zu gestalten, dass die Einzelreize in ihrer Gesamtkonstellation ein Reizvolumen aufweisen, welches aktivierend und erregend wirkt. Diese Gesamtkonstellation beschreiben die Intervenierenden Variablen (I), die auch als Event-Atmosphäre beschrieben werden können und im Event-Besucher eine emotionale Stimmungsänderung bewirken. Sie geben Aufschluss, inwieweit die Eventumwelt ein positiv emotionales Klima erzeugt. Denn „Bilder, Musik, Düfte, Farben und eine Vielzahl weiterer Reize kommen im Aktivierungssystem an und bewirken dort zunächst eine Erregung des Systems selbst und anschließend eine Ausbreitung dieser Erregung“, wodurch sich der emotionale Zustand verändert (BOST, 1987, 34). Die Wirkungen (R) können sowohl in kurzfristig beobachtbaren Verhaltensweisen, z.B. in einer spontanen Handlung, zum Ausdruck kommen oder aber [...]
Obwohl die Umweltpsychologie vorrangig Gesamtzusammenhänge in der MenschUmwelt-Interaktion zu klären versucht und auch für die Analyse der komplexen Umwelt Event solch eine ganzheitliche Betrachtungsweise unverzichtbar ist, stellt das Wissen um die Wirkung einzelner Reize eine unabdingbare Forderung dar, um dem Event-Ausrichter Gestaltungsempfehlungen für die Event-Umwelt zu geben (KROEBERRIEL; WEINBERG, 1996, 419). Die Analyse muss aber stets darum bemüht sein synergetische Reizwirkungen zu beachten, da bestimmte Reize in Verbindung mit anderen Reizen Wirkungsmuster entfalten, die bei einer isolierten Betrachtung so nicht auftreten. Dieses Wissen muss ebenfalls in die Inszenierung mit einfließen. Außerdem lösen äußere Reize nicht unmittelbar eine positive emotionale Reaktion aus. Durch individuelle Modifikationen und Bewertungen aufgrund von Erfahrungen und Einstellungen der Teilnehmer den Reizen gegenüber, kommt es zu einer Abschwächung oder Verstärkung der Reizwirkungen. Im Einzelnen ist daher zu prüfen, wie die EventTeilnehmer auf bestimmte Reize reagieren (KROEBER-RIEL; WEINBERG, 1996, 70). [...]
Persönlichkeitsvariablen (P) Mit den selben Gefühlsdimensionen Erregung – Lust – Dominanz geht MEHRABIAN auch bei der Beschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen vor. Seiner Meinung nach können die Gefühlsdimensionen dazu benutzt werden, die „typischen emotionalen Wesenszüge oder Temperamente von verschiedenen Personen zu beschreiben“ (1987, 28). Das bedeutet, dass es Menschen gibt, die mehr als andere lustbetont (bzw. unlustbetont) sind, dominant (bzw. unterwürfig) auftreten und die gegenüber erregenden Reizen aufgeschlossener sind. Solche Menschen, die sich gerne erregen lassen bezeichnet MEHRABIAN als ‚Nichtabschirmer‘, da sie „sich stärker zu reizstarken und lustbetonten Orten hingezogen“ fühlen und „in Umgebungen mit hohem Reizvolumen stärker erregt werden“. Andererseits gehen die ‚Nichtabschirmer‘ weniger selektiv vor. Ihre Aufmerksamkeit gegenüber Umweltreizen ist zwar intensiver, d.h. sie hören, sehen, riechen usw. mehr als andere, dafür nehmen sie aber nur selten eine Strukturierung ihrer Umwelt vor. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die ‚Abschirmer‘ stärker auf verschiedene Teile ihrer Umgebung und „reduzieren dadurch wirksam ihr Reizvolumen“ (1987, 28f.). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832432294
Arbeit zitieren:
Schmid, Ulrich Juni 2000: Events und Emotionen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Event-Marketing, Sport, Erlebniswert



