Das Eventmarketing als eine Customer-Relationship-Maßnahme nutzen, um Kunden zu binden
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tanja Berwinkl
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 2,9 MB
- Note: 2,2
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Heidenheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6043-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6043-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6043-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Berwinkl, Tanja Mai 2002: Das Eventmarketing als eine Customer-Relationship-Maßnahme nutzen, um Kunden zu binden, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Events, Kundenbindung, Definition, Grundlagen, Einordnung
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Diplomarbeit von Tanja Berwinkl
Einleitung:
Die Banken im Wandel. In den letzten Jahren hat im Bankensektor eine stille Revolution stattgefunden, die bis in die Gegenwart reicht und verstärkt die Zukunft beeinflussen wird. Durch den einsetzenden Deregulierungs- und Liberalisierungsprozess stieg die Wettbewerbsintensität im Bankgewerbe. Kennzeichnend für die gegenwärtige Situation des deutschen Finanzdienstleistungssektors ist die Tendenz zu einer „Überflussgesellschaft mit wirtschaftlichem Vernichtungswettbewerb“. Dazu hat v.a. die rasante Entwicklung der Informationssysteme und der Technologien beigetragen. „Die rasante Entwicklung der Informations- und Telekommunikationstechnik, die zur Kommunikationstechnik zusammenwachsen, eröffnet auch der Finanzdienstleistungsbranche völlig neue Vertriebsoptionen“. Dies führte in den letzten Jahren neben der großen Substituierbarkeit der Finanzprodukte verstärkt zur Sättigung der Investoren und Verbraucher. Deswegen wird es für die deutschen Kreditinstitute nun immer schwieriger, in den gesättigten Märkten mit hohem Konkurrenzdruck und Margenverfall rentable Kunden dauerhaft zu halten.
Der Markt für Finanzprodukte hat sich im Laufe der Zeit vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt entwickelt. Dieser Übergang vom Verkäufer- zum Käufermarkt führte zu verstärktem Wettbewerbsdruck, zur Abschaffung des „Bankbeamtentums“ und erfordert ein strategisches Überdenken der Positionierung am Markt um im heutigen „Kampf um den Kunden“ konkurrenzfähig zu sein. Die Kreditinstitute stehen vor neuen Herausforderungen und „buhlen“ verstärkt um die Gunst der Verbraucher. Dabei wird, in einer von Computer und Maschinen beherrschten Welt, die Ansprache über den persönlichen und emotionellen Kontakt immer entscheidender. Aufgabe heutiger Kommunikationsinstrumente ist die Erzeugung eines psychologischen Zusatznutzens, um die weitgehend homogenen Finanzprodukte verkaufen zu können. Die Aufgabe der Finanzdienstleister muss es also sein, die emotionale Ebene der Investoren anzusprechen. Denn „(...) Menschen denken nicht rational, sondern zutiefst emotional“. Durch die Erzeugung eines speziellen und individuellen Images können die Kunden an das bestimmte Kreditinstitut gebunden werden. Die Anwendung der klassischen Marketingmaßnahmen erscheinen hierbei, angesichts der Individualisierung, sowie des zunehmenden Wertewandels der Gesellschaft und des Marktes, jedoch unpassend zu sein. Auch die Aufmerksamkeitserzeugung für ein bestimmtes Unternehmen, dessen Produkte oder Dienstleistungen wird zunehmend schwieriger und komplexer. Informations-, Reiz- und Kommunikationsüberflutung sind die Ursachen der begrenzten Aufnahmemöglichkeit. Um der neuen stark differenzierten Gesellschaft gerecht werden zu können, bedarf es neuer Kommunikationsinstrumente. Die Aufgabe eines erfolgreichen Kommunikationsinstrumentes ist es also, den „neuen“ und anspruchsvolleren Verbraucher stärker zu aktivieren, um somit eine erhöhte und gezieltere Aufmerksamkeit zu erreichen. In Zukunft wird nur das Kreditinstitut den „Kampf um den Kunden“ gewinnen, welches geschickt die geltenden Werthaltungen der heutigen erlebnis-, gesundheits- und genussorientierten Gesellschaft anspricht. Ein neues und innovatives Instrument, welches die psychologische und emotionale Basis ansprechen soll, stellt hierbei das EM dar. Mit den Marketing-Events, auch Events genannt, wird die Intention der emotionalen Zielgruppenansprache verfolgt und versucht, Produkte bzw. Dienstleistungen durch positive Erlebniswerte beim Kunden in Erinnerung zu halten. Zu beachten ist jedoch, dass Marketing-Events von Banken im Moment eher willkürlich und um ihrer Selbstwillen eingesetzt werden, anstatt damit strategische Unternehmensziele zu verfolgen. Kann also das EM, das den Kunden ein unvergessliches emotionales Erlebnis liefern soll, eine neue erfolgreiche Möglichkeit der Kommunikation sein, um die heutigen Verbraucher zu binden und wie müssen erfolgreiche Events aussehen um diesen Zielen näher zu kommen?
Das Ziel dieser Diplomarbeit soll es sein, das neue Instrument EM vorzustellen und die Vorteile im Hinblick auf Kundenloyalität kritisch zu hinterfragen. So können mögliche Unsicherheiten beseitigt werden, welche viele Finanzdienstleister heute noch abhalten, dieses innovative Kommunikationsinstrument einzusetzen. Der Marketing-Event als eine Möglichkeit der Absatzförderung und –steigerung ist in der Literatur eingehend bearbeitet worden. Doch den Event als eine Möglichkeit der Kundenbindung ohne konkrete Verkaufsabsicht zu betrachten wird nur selten diskutiert. Aufgrund steigender Wettbewerbsintensität und steigendem Etat für die Kommunikationspflege mit den Kunden stellt sich die Frage, ob Marketing-Events ihren Kosten gerecht werden oder nur eine kurzfristige Erscheinung darstellen werden. In dieser Arbeit sollen nun die Marketing-Events als eine Customer-Relationship-Maßnahme betrachtet werden. Ziel soll es sein, Lösungsansätze zu liefern, wie das konsequent verfolgte EM zu einer höheren Kundenbindung führen kann. Das EM wird hierbei als eigenständiges Kommunikationsinstrument im Hinblick auf dessen Kundenbindungsfähigkeit untersucht. Die Untersuchung steht zwar im Zusammenhang mit anderen Kommunikationsinstrumenten, doch aufgrund der Komplexität wird nur das EM in die nähere Betrachtung miteinbezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Anhangsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Aktuelle Situation und Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Definitionen, Grundlagen und Einordnung in den marketingpolitischen Kontext | 4 |
| 2.1 | Definition Kommunikationspolitik | 4 |
| 2.2 | Einordnung Eventmarketing und Marketing-Events | 4 |
| 2.3 | Definition Eventmarketing | 5 |
| 2.4 | Definition Events | 6 |
| 2.5 | Merkmale und Arten von Marketing-Events | 7 |
| 2.6 | Definition Kundenbindung und Customer-Relationship-Maßnahme | 8 |
| 3. | Analyse und Entwicklungen des Finanzdienstleistungssektors | 9 |
| 3.1 | Veränderungen der Märkte | 9 |
| 3.2 | Veränderungen des Kundenverhaltens | 10 |
| 3.2.1 | Wertewandel | 11 |
| 3.2.2 | Zielgruppen/Szenen | 13 |
| 4. | Konsequenzen für Finanzdienstleister | 14 |
| 4.1 | Kommunikation als Antwort auf Marktveränderungen | 16 |
| 4.2 | Events: Vom Monolog zum Dialog | 17 |
| 5. | Voraussetzungen erfolgreicher Events | 17 |
| 5.1 | Die Ist-Analyse als Grundlage des Eventmarketings | 18 |
| 5.2 | Die Zielsetzung als Orientierungsmaßstab nutzen | 19 |
| 5.2.1 | Den Kontakt zum Kunden als Ziel formulieren | 19 |
| 5.2.2 | Die Kommunikation mit dem Kunden als Ziel festlegen | 19 |
| 5.3 | Die Definition der Zielgruppe nutzen, um den Markt zu segmentieren | 20 |
| 5.4 | Durch die Eventstrategie die Eventaktivitäten präzisieren | 21 |
| 5.6 | Das Budget als Richtgröße für das Eventausmaß | 22 |
| 5.7 | Die Kontrolle als laufenden Abgleich zwischen Soll und Ist nutzen | 23 |
| 6. | Was können Events als eine Customer-Relationship-Maßnahme im Hinblick auf die Kundenbindung leisten? | 35 |
| 6.1 | Kann die Eventeigenschaft Emotionalität zur Kundenbindung beitragen? | 36 |
| 6.2 | Die Eventeigenschaft Imagebearbeitung zur Steigerung der Kundenloyalität nutzen | 37 |
| 6.3 | Was ist die Kommunikation im Rahmen der Kundenbindung zu leisten im Stande? | 38 |
| 6.4 | Wie essentiell ist die Unterhaltung in bezug auf die Kundenbindung? | 39 |
| 6.5 | Der Beitrag der Eventeigenschaft Information zur Kundenloyalität | 40 |
| 6.6 | Die Eventeigenschaft Exklusivität als mögliche Kundenbindungschance nutzen | 41 |
| 6.7 | Mit mehr Aktivität die Kunden an die Bank binden | 42 |
| 6.8 | Mit der Uniqueness die Bank im Gedächtnis der Kunden verankern | 43 |
| 6.9 | Mit der Eventeigenschaft Innovation Akzente setzen | 44 |
| 6.10 | Was leistet die aktive Integration der Kunden zur Loyalitätssteigerung? | 45 |
| 7. | Events als Antwort auf die Kundenbindungsprobleme | 36 |
| 8. | Eventoptionen für Banken | 36 |
| 8.1 | wissensorientierte Events | 36 |
| 8.2 | unterhaltungsorientierte Events | 38 |
| 8.3 | informations- und unterhaltungsorientierte Events | 39 |
| 9. | Schlussbetrachtung | 41 |
| 9.1 | Ausblicke, Trends und Resümee | 41 |
| Anhang | ab VI | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | XXVI |
die Berücksichtigung mit einfließen. Kann die Bank hierbei auf Referenzwerte vergangener Events zurückgreifen, so fällt die Budgetierung leichter und bietet der Bank eine gewisse Durchführungsgrundlage. Gibt es aber keine adäquaten Richtwerte, so lassen sich die Kosten anhand der verschiedenen Kostenbereiche relativ genau vorhersagen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Events einem präzisen Planungs- und Durchführungsprozess unterliegen. Zu den Kostenbereichen gehören die Planungskosten, die Vorbereitungskosten, die Durchführungskosten und die Nachbereitungskosten. Die Kostenkalkulation umfasst somit die Kosten für die Planung der Eventidee, deren vorbereitende Maßnahmen, deren Inszenierung und deren Nachbearbeitung95. Zu den Planungskosten gehören v.a. die Personal- und Beratungskosten, die sich aufgrund der schwierigen Kreation und komplexen Integration in den kommunikationspolitischen Kontext ergeben. Auch die Vorbereitungskosten, zu denen die Publikationen für den Event und die Einladungen zählen, sind nicht zu unterschätzen. Den größten Kostenblock stellen jedoch die Durchführungskosten dar. Sie entstehen hauptsächlich durch die Location, die Technik, den Animateuren, dem Personal vor Ort und durch das Catering. Es sind v.a. das Catering und die Reisekostenerstattungen, welche zu immensen Ausgaben führen96. Die Nachbearbeitungsphase als letzter Kostenblock ergibt sich durch die Erfolgskontrolle und gewisser Nachlaufaktionen, die den Event lebendig halten und wieder in Erinnerung rufen sollen. Sind die Gesamtkosten aufgrund der einzelnen Kostenblöcke ermittelt worden, so gilt es das errechnete Budget auf die einzelnen Events aufzuteilen. Bei der Budgetierung der einzelnen Events ist zu beachten, dass nicht alle Events den gleichen Beitrag zur Zielerreichung leisten und somit auch nicht den gleichen Budgetanspruch haben. [...]
sind aber v.a. die Erlebnisstrategie und die Imageprofilierungsstrategie von großer Bedeutung und sollen über konzentrierte oder diversifizierte Events eine oder mehrere Zielgruppen mit bestimmten Botschaften ansprechen92. Um dies zu erreichen, ist es nötig verschiedene Eventtypen zeitlich und inhaltlich miteinander abzustimmen. Mit der Aufstellung einer individuellen EM-Strategie soll eine Möglichkeit der systematischen Zielerreichung der Kundenbindung geboten werden. Deswegen ist es für das EM-Objekt notwendig eine bestimmte Kernbotschaft festzulegen und nach außen hin kund zu tun. Die Baden-Württembergische Bank als EM-Objekt versucht z.B. über ihre Kernbotschaft „nah dran“ die Verdeutlichung ihrer qualitativ hochwertigen Kundenbetreuung, um sich so im Markt zu positionieren. Ist die Botschaft geklärt, so geht es an die Überlegung wie oft die Kommunikation mit welchen Zielgruppen aufzunehmen ist und mit welchen Mitteln die Bank mit ihnen kommunizieren will. Je nachdem, ob die Bank mit ihrer Botschaft Produkte vorstellen möchte, Neukunden akquirieren möchte, das Image der Bank darstellen möchte oder die Emotionen ansprechen möchte, ist die Eventstrategie dem Kommunikationsziel anzupassen. (Abb.: 593). Während die Produkteinführungsstrategie über neue Produkte, bzw. Dienstleistungen informieren soll und somit den Bekanntheitsgrad am Markt forcieren soll, zielt die Kundenerschließungsstrategie auf die Zielgruppenansprache zur Neukundengewinnung. Die Imageprofilierungsstrategie setzt auf eine emotionale Kommunikation und verfolgt die Zielgruppenbindung aufgrund bestimmter Lifestyleansprache. Auch die Erlebnisstrategie setzt auf eine emotionale Positionierung der Bank bei den Verbrauchern. Sie bietet Erlebnisse, welche die „Marke“ Bank, deren Produkte und Ideen real erlebbar machen94. Steht die Konzeption der Events fest, d.h. sind die Strategie und die Zielgruppen definiert, so geht es um die Kreation und Ausgestaltung der Events. [...]
alle Kunden der Bank Zielgruppen sein müssen. Plötzliche Gewinne, Vermächtnisse sowie der Aufstieg im Beruf oder die Übernahme einer Schlüsselposition in Wirtschaft oder Politik lassen die bisher relativ uninteressanten Verbraucher schnell zu Multiplikatoren werden. Um den Anschein der willkürlichen Eventteilnahmeberechtigung auszuräumen, ist es des weiteren wichtig klare Regeln und Richtlinien zu veröffentlichen88. Der Anreiz für einen Teil der Kunden, durch vermehrte Geschäftsabschlüsse mit der Bank, auch am Event teilnehmen zu dürfen und der Anreiz für die restlichen Zielgruppen, ein gewisses Ansehen durch die Eventteilnahme zu genießen, bietet für alle Gruppen Motivation bei der bisherigen Bank zu bleiben. Nach einer groben Klassifizierung der Zielgruppen durch die harten Faktoren erfolgt eine weitere Segmentierung anhand weicher Faktoren. Dazu können z.B. die sozioökonomischen Merkmale, wie Alter und Geschlecht, die demographischen Merkmale, wie Bildung und Wohnort, die psychographischen Merkmale, wie Einstellungen und Wertvorstellungen, oder der Lifestyle, worunter das Lebensgefühl und das Freizeitverhalten fällt, zählen89. Da die Events durch ihre visuellen auditiven, haptischen, gustatorischen, olfaktorischen und thermalen Reize v.a. die emotionale, kognitive, affektive und psychologische Ebene der Kunden ansprechen sollen, spielen die beiden letzten Kriterien im Rahmen der Zielgruppensegmentierung die entscheidende Rolle und sind für den Erfolg eines Events essentiell. Frei nach dem Motto „Gleiches und Gleiches gesinnt sich gern“90, sind die Kunden so zu gliedern, dass ähnliche Meinungen und Interessen aufeinandertreffen. Nicht unterschätzen darf man jedoch die starke Dynamik und Kurzlebigkeit dieser Kriterien, die eine einfache rasterhafte Einteilung fast unmöglich machen. [...]
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Events, Kundenbindung, Definition, Grundlagen, Einordnung



