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Evaluierung von Websites

Ein Ländervergleich zwischen Österreich und Neuseeland

Evaluierung von Websites
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Kathrin Mössler

Einleitung:

Das Medium Internet hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem akzeptierten Massenmedium für digitale Informationen, Unterhaltung und Geschäftsaktivitäten entwickelt. Insbesondere bei letzterem wächst seine Bedeutung ständig. Es ist zu einem Instrument geworden, welches zusätzliche Kommunikations- und Interaktionswege mit potentiellen Kunden oder Geschäftspartnern erschließt. Link sieht im Internet die Chance, potentielle Kunden durch multisensorische Ansprache und Technikfaszination stärker zu beeindrucken, als durch andere Medien. Das Unternehmensimage könne sich verbessern „in Richtung Fortschrittlichkeit, Modernität, Kundennähe, Effektivität und Innovationsbereitschaft“. Auch Schneider und Rentmeister assoziieren mit der Internet-Präsenz von Unternehmen „Dynamik, Beherrschung der Technik, Offenheit und Kommunikationsfreudigkeit“. Immer mehr neugegründete Unternehmen vermarkten ihre Produkte und Dienstleistungen ausschließlich über das Internet. Unternehmen mit einer langen Geschäftstradition, die dabei noch nicht mitmachen, sind gezwungen umzudenken.

Ein Unternehmen demonstriert seine Präsenz im Internet durch eine eigene Website. Die immer größer werdende Zahl an Unternehmen mit Web-Auftritt verstärkt massiv den Druck, nicht mehr nur im Web präsent zu sein, sondern diese Web-Präsenz auch optimal zu gestalten. Eine für Anwender leicht zu bedienende und qualitative Website, ist in der gegenwärtigen Geschäftswelt schon fast unabdingbar und trägt wesentlich zum Erfolg der Unternehmen bei. „Nur bequeme, bedienbare und daher vertrauenswürdige Sites werden auch Benutzer haben und damit erfolgreich sein“. Unternehmen sind daher sehr daran interessiert, dass die Website-Besucher auch in Zukunft die Site weiterbesuchen werden, oder gar Online-Bestellungen durchführen.

Bei der Websitegestaltung werden zahlreiche Entscheidungen getroffen, die für die anwenderseitige Nutzung relevant sind. Aus diesem Grund ist es notwendig, diese Entscheidungen mit Hilfe von Messinstrumenten zu validieren. Über 90 Prozent der professionellen Websiteentwickler führen daher eine Evaluierung der Websites durch. Informelle Befragungen von Kollegen werden dabei am häufigsten benutzt. Usability-Inspection-Methoden, bei denen andere Experten zu Rate gezogen werden, kommen ebenfalls zahlreich in der Praxis vor. Empirische oder experimentelle Evaluierungsmethoden, bei denen auch Anwender am Bewertungsprozess beteiligt sind, werden am seltensten in Betracht gezogen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass in Zukunft auch die Endbenutzer in den Evaluierungsprozess stärker einbezogen werden.

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit ist das Resultat von Forschungsarbeiten, deren Ausgangspunkt die Erstellung eines interkulturell gültigen Instrumentes zur Bewertung von Websites war. Dieses Instrument ist ein Fragebogen, mit dessen Hilfe die Qualität von Websites auf verlässliche Weise gemessen werden soll. Es handelt sich hierbei um ein Instrument, das im Sinne des Paradigmas von Churchill entwickelt wird und nach strengen Kriterien auf Messvalidität getestet werden soll.

Eine wesentliche Aufgabe des Projektes und Ziel der Arbeit bestand darin zu überprüfen, ob der zuvor entwickelte Fragebogen ein geeignetes Messinstrument zur anwenderseitigen Nutzung, sowie zur Verwendung im internationalen Kontext darstellt. Das Messinstrument soll für alle Arten von Websites (z.B. B2B, B2C, New Economy, Old Economy) anwendbar sein.

Ziel der Recherchen war ebenfalls, einen interkulturellen Vergleich zwischen Neuseeland und Österreich bezüglich der Websites anzustellen und die Unterschiede der Web-Präsenzen in den beiden Ländern herauszufiltern. Es sollte auch überprüft werden, ob es Unterschiede zwischen den Geschäftsmethoden (B2C vs. B2B) sowie zwischen New und Old Economy gibt. Der Schwerpunkt lag aber beim interkulturellen Vergleich der oben genannten Länder.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit ist in sieben Kapitel gegliedert. Nach dieser Einleitung, welche die Zielsetzung und Problemstellung dieser Arbeit umreißt, folgt das zweite Kapitel, das sich mit wichtigen Hintergrundinformationen über Methoden der Bewertung und mit den Grundlagen unserer analysierten Websites auseinandersetzt. Kapitel 3, 4, 5 und 6 enthalten den empirischen Teil der Arbeit. Das Kapitel 3 befasst sich mit der Aufstellung von Hypothesen, die als Basis der Forschungsarbeit dienen. Im Anschluss daran wird in Kapitel 4 auf die Methode der Forschung dieser Arbeit übersichtlich eingegangen. In weiterer Folge beschäftigen sich die Kapitel 5 und 6 mit der Faktorenanalyse und dem Testen der in Kapitel 3 aufgestellten Hypothesen. Den Abschluss der Diplomarbeit bildet das Kapitel 7, das eine Zusammenfassung und das Fazit, sowie einen Ausblick zu möglichen Forschungsentwicklungen in der Zukunft beinhaltet.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Ziel der Arbeit 2
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Konzeptioneller Bezugsrahmen 4
2.1 Methoden zur Beurteilung von Websites 4
2.1.1 Ziele der Bewertung von Websites 4
2.1.2 Formale (modellbasierte) Bewertungsverfahren 7
2.1.3 Kriterienorientierte (heuristische) Bewertungsverfahren 7
2.1.4 Experimentelle (empirische) Bewertungsverfahren 9
2.1.4.1 Papier-Prototypen und Storyboard Techniken 13
2.1.4.2 Evaluierung mit lauffähigen Prototypen 13
2.1.4.3 Partizipatorische Evaluierung 14
2.1.4.4 Benutzung von Logging-Werkzeugen 14
2.1.5 Fazit 15
2.2 B2B Websites vs. B2C Websites 16
2.3 Die Begriffe Old Economy und New Economy 18
2.4 Wirtschaftsstruktur, E-Business und Web-Präsenz in Österreich und Neuseeland 19
2.4.1 Die Situation in Österreich 19
2.4.1.1 Die Wirtschaftsstruktur Österreichs 19
2.4.1.2 E-Business und Web-Präsenz in Österreich 20
2.4.2 Die Situation in Neuseeland 22
2.4.2.1 Die Wirtschaftsstruktur Neuseelands 22
2.4.2.2 E-Business und Web-Präsenz in Neuseeland 23
2.4.3 Fazit 29
2.5 Interkulturelle Marktforschung 30
2.5.1 Besonderheiten und Probleme der (vergleichenden) interkulturellen Marktforschung 30
2.5.2 Voraussetzungen für interkulturelle Vergleiche in der Marktforschung 32
2.5.2.1 Anforderungen an internationale Marktforschungsinformationen 32
2.5.2.2 Äquivalenzbedingungen der interkulturellen Marktforschung 34
2.5.2.2.1 Erste Ebene: Phase der Problemdefinition (problem definition) 35
2.5.2.2.2 Zweite Ebene: Phase der Datenerhebung (data collection) 35
2.5.2.2.3 Dritte Ebene: Phase der Datenaufbereitung (data preparation) 37
2.5.3 Fazit 37
2.6 Elemente des Web-Empowerment-Scales und Entwicklung eines Messinstruments zur Bewertung von Websites 38
3. Hypothesen 40
4. Methode der Forschung 44
4.1 Ziel der empirischen Forschung und Vorgangsweise 44
4.2 Forschungsinstrument 47
4.2.1 Die im Forschungsinstrument enthaltenen Faktoren 47
4.2.2 Verwendete Skala 49
4.3 Stichprobe und Bewertung 50
4.4 Multivariate Analysemethoden 52
5. Explorative Faktorenanalyse 53
5.1 Die Faktorenanalyse im Rahmen dieser Arbeit 55
5.1.1 Ziel der Faktorenanalyse 55
5.1.2 Ergebnisse der Faktorenanalyse 55
5.1.2.1 Formalitäten der Transaktion bis Zugang 56
5.1.2.1.1 Interpretation der Faktoren 61
5.1.2.2 Online-Bestellung 66
5.1.2.2.1 Interpretation der Faktoren 69
5.1.2.3 Akademische Recherchen 71
5.1.2.3.1 Interpretation der Faktoren 73
5.2 Zusammenfassung der Faktorenanalyse und Fazit 74
6. Empirische Prüfung der Hypothesen 76
6.1 Ergebnisse der Analyse 77
6.1.1 Hypothese 1 77
6.1.2 Hypothese 2a 77
6.1.3 Hypothese 2b 78
6.1.4 Hypothese 3 78
6.1.5 Hypothese 4a 79
6.1.6 Hypothese 4b 79
6.1.7 Hypothese 5a 80
6.1.8 Hypothese 5b 80
6.1.9 Hypothese 6 80
6.1.10 Hypothese 7 81
6.1.11 Hypothese 8 81
6.1.12 Hypothese 9a 82
6.1.13 Hypothese 9b 82
6.1.14 Hypothese 10 82
6.1.15 Hypothese 11a 83
6.1.16 Hypothese 11b 83
6.1.17 Hypothese 11c 84
6.2 Fazit 84
7. Zusammenfassung und Ausblick 86
7.1 Zusammenfassung 86
7.2 Ausblick 88
8. Literaturverzeichnis 90
9. Anhang 94
9.1 Fragebogen der Erhebung 94
9.2 Liste der Websites (Österreich und Neuseeland) 97
9.3 Reduzierter Fragebogen / FB der vorliegenden Untersuchung 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

unterschieden. Die formale Genauigkeit betrifft die Reliabilität (Zuverlässigkeit), welche sich in Konsistenz, Zeitstabilität und Reproduzierbarkeit der erhobenen Daten ausdrückt. Die inhaltliche (materielle) Genauigkeit, die Validität (Gültigkeit), bezieht sich darauf, ob die Daten wirklich den Untersuchungssachverhalt beschreiben oder erklären. 5. Vergleichbarkeit. Interkulturell vergleichende Marktforschungen müssen auf vergleichbaren Datensätzen basieren. Dies bedeutet, dass die einzelnen nationalen Erhebungsdaten sich auf den gleichen Untersuchungssachverhalt beziehen müssen und dass die Relation zwischen den Daten die tatsächlichen Sachverhaltsrelationen widerspiegeln müssen. Die Werte und Befunde, die näher untersucht werden sollen, müssen also vergleichbar sein, da nur so sinnvolle Rahmenbedingungen für Gegenüberstellungen zwischen Kulturen oder Ländern geschaffen werden können. [...]

2.5.2 Voraussetzungen für interkulturelle Vergleiche in der Marktforschung 2.5.2.1 Anforderungen an internationale Marktforschungsinformationen Das Datenmaterial, das mit Hilfe der Marktforschung gewonnen wurde, liefert nur dann eine objektivierte und informationelle Basis, wenn es bestimmten Qualitätskriterien entspricht. Bauer (1995) nennt insbesondere fünf Qualitätsstandards, die bei der interkulturellen Marktforschung unbedingt einzuhalten sind: 1. Entscheidungsrelevanz. Es sollen nur jene Informationen gesammelt werden, die für das Forschungsprojekt von Relevanz sind. 2. Vollständigkeit. Entscheidungsnotwendiges Datenmaterial darf nicht fehlen. Durch Unvollständigkeit der Daten entstehen Informationslücken, die das Ergebnis der Forschungsanalyse verfälschen. 3. Aktualität. Wenn möglich, sollen nur die aktuellsten Daten für die Forschung herangezogen werden. 4. Genauigkeit. Hier wird zwischen formaler und inhaltlicher Dimension [...]

Analphabetismus müssen z.B. andere Befragungsformen als die schriftliche Variante verwendet werden. Die sozio-kulturellen Unterschiede lassen eine Reihe von Phänomenen auftreten, die zu extremen Verzerrungen der Forschungsergebnisse führen (Bauer 1995): Non-Response-Quoten: In einigen Kulturen führen bestimmte Befragungsmethoden zu hohen Quoten von Nichtbeantwortung. So ist es z.B. in islamischen Ländern nicht möglich, Frauen bezüglich des Konsums von kosmetischen Produkten zu befragen. Höflichkeits-Bias: Dieses Phänomen tritt häufig in Kulturen auf, in denen sehr viel Wert auf tradierte Interaktionsmuster gelegt wird. In diesen Kulturen wird sehr darauf geachtet, sein Gegenüber (so auch den Interviewer) nicht zu verletzen und nur vermeintlich zufrieden stellende Antworten zu geben. Soziale Erwünschtheit: Die soziale Erwünschtheit bewirkt, dass die Respondenten während der Befragung nur Antworten geben, die einen höheren Status vortäuschen oder gesellschaftskonform sind. Kulturtypische Antwortmuster: Jede Kultur hat eigene Tendenzen bezüglich der Antwortmuster. In der einen Kultur kann es z.B. dazu kommen, dass extreme Antwortvorgaben bevorzugt werden, während für die andere eher eine neutrale Position typisch ist. Auch infrastrukturelle Unterschiede können bewirken, dass andere Durchführungen der Marktforschung notwendig werden. So kann es sein, dass in manchen Kulturen eine telefonische Befragung nicht in Betracht gezogen werden kann, da es an privaten Telefonanschlüssen mangelt. Produktmarktbezogene Produktverwendungen, Nachfragergruppen, Unterschiede beziehen sich auf die divergierenden In [...]

Arbeit zitieren:
Mössler, Kathrin Juni 2003: Evaluierung von Websites, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internetauftritt, Instrument zur Bewertung der Internetpräsenz, New Economy, Ländervergleich Österreich-Neuseeland, Bewertungsinstrument

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