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Evaluierung der Agrarumweltförderung in Sachsen

Teilbereich Naturschutz

Evaluierung der Agrarumweltförderung in Sachsen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Imme Köppen
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 9,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6487-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6487-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6487-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Köppen, Imme Dezember 2002: Evaluierung der Agrarumweltförderung in Sachsen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Agrarumweltförderung, Agenda 2000, Berücksichtung naturräumlicher Charakteristik, EU-Agrarreform

Diplomarbeit von Imme Köppen

Einleitung:

Bereits Ende der 80er Jahre hat die Europäische Union Schritt für Schritt Reformen an der Gemeinsamen Agrarpolitik vorgenommen, die u.a. zur Integration von Umweltaspekten, aber auch zur Verfahrensvereinfachung und vergrößerten Transparenz bei der Finanzierung beitrugen. Diverse Motive treiben die Reformprozesse voran, zum Jahrhundertwechsel stand vorrangig die EU-Osterweiterung auf der politischen Agenda und in diesem Zug die Diskussion um die Verteilung der Fördergelder und Direktzahlungen an die Landwirte. Unter dem Namen „Agenda 2000“ ist die jüngste Reform umgesetzt worden. Besonders hervorzuheben ist hierbei die starke Rückführung von Kompetenzen auf die nationalstaatliche Ebene der Mitgliedsstaaten; für die laufende Programmperiode 2000- 2006 obliegen Planung, Umsetzung weitestgehend den EU-Staaten. Die supranationale Ebene der EU behält sich jedoch umfassende und per Durchführungsverordnung rechtlich verankerte Kontrollfunktionen vor.

Mit der Agrarumweltförderung, die ein fester Bestandteil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union ist, sollen die negativen externen Effekte der Landwirtschaft ursächlich bekämpft und eine naturschützende sowie naturschutzgerechtere Praxis gefördert werden. In den Agrarumwelt-Maßnahmen der EU ist das Subsidiaritätsprinzip umgesetzt, um u.a. durch die lokalen Kenntnisse der Regionen und Akteure eine bestmögliche Anpassung der Agrarumwelt-Programme an die regionalspezifische Situation zu gewährleisten.

An dieser Stelle setzt die Diplomarbeit an und prüft am Fallbeispiel des Freistaats Sachsen die Umsetzung in Deutschland. Es analysiert, ob und wie Sachsen seinen Gestaltungsspielraum nutzt und entsprechend den unterschiedlichen Erfordernissen in den sächsischen Naturräumen eine regionalspezifische Strategie vorlegt.

Inhaltsverzeichnis:

Einführung 1
Anlass und Hintergrund der Arbeit 1
Problemstellung 1
Forschungsfrage 2
1. Entwicklung der Landwirtschaft in Europa und ihre Auswirkung auf Landschaft und Umwelt 3
1.1 Aktuelle Nutzung 3
1.1.1 Die Situation der landwirtschaftlichen Flächennutzung in Europa 3
1.1.2 Die Situation von Natur und Landschaft in Europa 4
1.2 Entwicklung der landwirtschaftlichen Struktur 5
1.2.1 Der agrarstrukturelle Wandel 5
1.2.2 Einflussfaktoren der landwirtschaftlichen und landschaftlichen Entwicklung 6
1.3 Auswirkungen des Agrarwandels auf Landschaft und Biodiversität 7
1.3.1 Homogenisierung und Fragmentierung der Landschaft 7
1.3.2 Ökologische Auswirkungen 8
2. Agrarumwelt-Politik in Europa 10
2.1 Die EU-Agrarpolitik und ihre Folgen für Landwirtschaft und ländlichen Raum 10
2.2 Gründe für die Reform 11
2.2.1 Integration von Umweltbelangen 12
2.2.2 Anpassung der agrarstrukturellen Ziele und der gemeinsamen Agrarordnung 12
2.2.3 Kostenbegrenzung beim EU-Agrarhaushalt 13
2.2.4 Vollendung der EU-Osterweiterung 13
2.2.5 Mangelnde Flexibilität und Transparenz des europäischen Rechtswerks 14
2.2.6 Umsetzung eines neuen „europäischen Agrarmodells“ 14
2.3 Die Verankerung einer umweltgerechten Landwirtschaft in der Eu-Agrarpolitik 15
2.3.1 Entwicklung des Agrarumwelt-Programms 15
2.3.2 Finanzierung 16
2.3.3 Umsetzung 17
2.3.4 Programmplanung 18
2.3.5 Umsetzungs- und Erfolgskontrolle 18
2.3.6 Die Durchführungsvorschrift 19
2.4 Anforderungen an Agrarumwelt-Programme 20
2.4.1 Erfahrungen mit Vorläuferverordnungen zu Agrarumwelt-Programmen 20
2.4.2 AUP´s und ihre Bedeutung für den Naturschutz 22
2.4.3 Schwächen der naturschutzspezifischen Agrarumwelt-Programme 24
Zwischenfazit 25
3. Landwirtschaftliche Produktionsverfahren und ihre Auswirkungen auf die Umwelt 26
3.1 Überblick über die verschiedenen Formen der Landbewirtschaftung 26
3.2 Problematik landwirtschaftlicher Produktionsprozesse 27
3.3 Umwelt-Wirkungen landwirtschaftlicher Produktionsverfahren 29
3.4 Intensiver Ackerbau 32
3.5 Grünlandwirtschaft 33
3.5.1 Definition nach der Nutzung 33
3.5.2 Ökologische Definition 34
3.5.3 Intensive Grünlandwirtschaft 35
3.5.4 Funktionen des Grünlands 36
3.6 Schutzmaßnahmen 39
3.6.1 Die gute fachliche Praxis (GFP) 39
3.6.2 Extensivierungen 40
3.6.3 Schutzmaßnahmen auf Ackerland 41
3.6.4 Schutzmaßnahmen auf Grünland 42
4. Landnutzung und Agrarpolitik in Sachsen 44
4.1 Die Situation der Landwirtschaft und Lebensräume in Sachsen 44
4.1.1 Flächennutzung und Naturräume in Sachsen 44
4.1.2 Eignung der sächsischen Naturräume für die Landwirtschaft 51
4.1.3 Entwicklung des sächsischen Agrarraums 52
4.2 Umweltziele Sachsens im Querschnittsbereich „Umwelt und Landwirtschaft“ 55
4.2.1 Aktuelle Belastungen durch die Landwirtschaft 55
4.2.2 Handlungsbedarf und Problembereiche 55
4.3 Das sächsische Agrarumwelt-Programm und die Förderung der naturschutzgerechten Landwirtschaft 57
4.3.1 Ziele der sächsischen Richtlinie zur Förderung einer umweltgerechten Landwirtschaft (UL) 58
4.3.2 NAK-Programm: Verfahren der Antragstellung und Zuwendungsvoraussetzungen 60
4.3.3 Beschreibung des Teilprogramms NAK und der Maßnahmen: Ziele und Umsetzung 61
4.3.4 Förderschwerpunkte und Finanzierung des sächsischen AUP's 63
4.3.5 Beteiligung an den drei Teilprogrammen UA, KULAP und NAK 65
5. Deskriptive Untersuchung des sächsischen NAK-Programms auf Zielstellung und Anwendung 67
Fragestellung 67
Methodik 68
5.1 Vorbereitung der Analyse 69
5.1.1 Selektion der NAK-Maßnahmen 70
5.1.2 Klassifizierung der NAK-Maßnahmen: Handlungsorientierung vs. Schutzielorientierung 70
5.1.3 Aggregation der ausgewählten Biotoptypen 72
5.1.4 Selektion geeigneter Biotoptypen und Zuordnung zu Maßnahmen 75
5.2 Deskriptive Analyse: Die Anwendung des Teilprogramms NAK und ihr Bezug zu regionalspezifischen Schutzzielen 76
5.2.1 Datenauswertung und Zuordnung der NAK-Maßnahmen zu den wertvollen Lebensräumen 76
5.2.2 Gis-Analyse 84
5.2.2.1 Produktionsbedingungen und Teilnahmebereitschaft am NAK-Programm in den Amtsgebieten 84
5.2.3 Explorative Datenanalyse 93
Zwischenfazit 101
6. Statistische Datenanalyse des NAK-Förderprogramms 117
6.1 Ziel der empirischen Analyse des NAK-Programms 117
6.2 Methodik: Beschreibung des Untersuchungsaufbau und der Datenstruktur 118
6.2.1 Hypothesenbildung und -prüfung 118
6.2.2 Einordnen des Datenbestands: Stichproben und Gesamtpopulation 120
6.2.3 Variablen und Variableneigenschaften 120
6.2.4 Erläuterung zu den angewandten Verfahren 122
6.2.5 Vorbereitung der Daten für die Datenmatrix 123
6.3 Ergebnisse der statistischen Analyse 127
6.3.1 Hypothese: Das Förderaufkommen aus dem NAK-Programm unterliegt naturräumlichen und strukturellen Einflüssen: Grünlandzahl, Grünlandanteil an der LF, Betriebsgröße, Viehbesatz 127
6.3.2 Hypothese: Das NAK-Aufkommen ist in benachteiligten Gebieten größer als in nicht-benachteiligten Gebieten (Gesamt- und Einzelaufkommen) 129
6.3.3 Hypothese: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Förderaufkommen und dem Biotoptypen 130
6.3.4 Hypothese: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Maßnahmen 2.1.2 und dem geschützten Grünland der frischen Standorte (GM/GMM+GMY) 132
6.3.5 Hypothese: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Maßnahmen und den geschützten Biotoptypen 132
6.3.6 Hypothese: Es besteht ein Zusammenhang bei der durchschnittlichen Flächengröße zwischen Förderung und Biotoptyp 133
7. Fazit 135
7.1 Diskussion der Ergebnisse 135
7.2 Diskussion der Methodik 139
Abkürzungen 141
Quellenverzeichnis 142
Literatur 142
Internet 146
Mündliche Mitteilungen 148
Digitale Karten 148
Rechtsgrundlagen 148

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Vergleich der operationellen Ziele mit der Förderung im Jahr 2001 zeigt, dass für das Teilprogramm NAK der geplante Umfang bereits übererfüllt wurde, auch am Teilprogramm UA gab es ein großes Interesse; nur das KULAP hat erst die Hälfte des Solls erreicht (Förderdaten des SMUL 2002, VOPEL, Ref. 32). Bei der aufgezeigten Mittelaufteilung wird deutlich, dass das sächsische Förderprogramm vorrangig auf den abiotischen Schutz ausgerichtet ist; diese einseitige Förderpolitik wird auch vom NABU kritisiert (NABU REGIONALVERBAND SACHSEN 2002, Internet). Insbesondere für die “Integrierte Grundförderung” des Teilprogramms UA und den “Reduzierten Mitteleinsatz” des KULAPs sind z.T. über 50% der Mittel vorgesehen. Sachsens Landesregierung betrachtet die Agrarumwelt-Programme als gute Möglichkeit für den Einstieg der Bauern in eine “umweltfreundliche und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Produktion […] ein geeignetes Anreizsystem” (SMUL 2002: 25) zur Honorierung positiver externer Effekte wie Landschaftspflege und Biotoperhalt als ökologische Leistungen. Zum bisherigen Stand der Umsetzung der Agrarumwelt-Maßnahmen äußert sich der Minister für Umwelt und Landwirtschaft STEFAN FLATH positiv (FLATH 2002): Die Agrarumweltmaßnahmen der RL 73/2000 finden auf 75% der LF Anwendung. Besonders erfolgreich sei das Agrarumweltprogramm bei der Verringerung von PSM (-60% allein durch die Anwendung der Grundförderung), der Extensivierung von Grünland, beim Schutz bedrohter Arten und Biotope, der Marktentlastung und Einkommenssicherung gewesen (FLATH 2002). FLATH wertet besonders die Grundförderung als erfolgreich, da diese wesentlich für die Verringerung der Nitratbelastung und des PSM-Einsatzes verantwortlich sei. Auch der starke Bodenabtrag konnte um 200.000 t gesenkt werden. [...]

Bemerkenswert ist, dass die Beteiligung der Landwirte und sonstiger zur Förderung zugelassener Personen bzw. Organisationen an den drei Teilprogrammen sehr unterschiedlich ist. Bezogen auf die landwirtschaftlich nutzbare Fläche (LF) ist die Beteiligung besonders bei den Teilprogrammen UA und KULAP hoch: Im Jahr 2001 wurden in Sachsen 55,0% der LF nach Maßgabe des Teilprogramms UA und 12,5% der LF gemäß des Teilprogramms KULAP bewirtschaftet (VOPEL 2002, Ref. 32, SMUL). Das NAKProgramm erreicht hingegen nur durchschnittlich 1,6% der LF oder 15.018,5 ha (eigene Berechnungen; Tabelle 10). Das erste Agrarumwelt-Programm (2078/1992), das bis 1999 lief, erreichte 70% des Ackerlandes (SMUL 2000 b): 48). [...]

2006 48,9 EUR je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) für die Förderperiode bis 2006 bereitgestellt52. Der Entwicklungsplan von Sachsen benennt für die Teilprogramme “Operative Ziele”, d.h. Größenordnungen in Flächenangaben festgelegt auf jedes der sieben Förderjahre (2000-2006); in diesem Umfang wird die Umsetzung des sächsischen Agrarumwelt-Programms angestrebt (Tabelle 7, Tabelle 8, Tabelle 9). Diesbezüglich liegt der Schwerpunkt eindeutig auf den Teilprogrammen “Umweltgerechter Ackerbau” und “Extensive Grünlandwirtschaft”. Innerhalb des Teilprogramms A soll über den Förderzeitraum von 2000 bis 2006 verteilt allein mit der “Integrierten Maßnahme” etwa 375.000 ha LF erreicht werden; damit erhält die sog. Grundförderung in Sachsen ein besonderes Gewicht. Entsprechend sind für den integrierten Ackerbau insgesamt 56% der Mittel veranschlagt, die schwerpunktmäßig die Probleme des Gewässer- und Bodenschutzes in der sächsischen Landwirtschaft lösen sollen. In folgender Tabelle sind die operativen Ziele des sächsischen AUP´s dargestellt. Angestrebter Förderumfang der Richtlinie (Tabelle 7, Tabelle 8, Tabelle 9): [...]

Arbeit zitieren:
Köppen, Imme Dezember 2002: Evaluierung der Agrarumweltförderung in Sachsen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Agrarumweltförderung, Agenda 2000, Berücksichtung naturräumlicher Charakteristik, EU-Agrarreform

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