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Evaluation von ausgewählten Websites deutscher Versicherungen

Unter der Berücksichtigung von WebUsability-Kriterien

Evaluation von ausgewählten Websites deutscher Versicherungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rudolf Kiefer
  • Abgabedatum: März 2005
  • Umfang: 186 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8785-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8785-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8785-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kiefer, Rudolf März 2005: Evaluation von ausgewählten Websites deutscher Versicherungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Versicherungsgesellschaft, Testszenarien, Nutzerfreundlichkeit, Evaluationsmethode, Testmethode

Diplomarbeit von Rudolf Kiefer

Einleitung:

Kein Medium hat sich in Deutschland so dynamisch verbreitet wie das Internet. Im Laufe der Zeit wandelte es sich von einem expertenorientierten Medium zu einem Alltagsmedium für jedermann. Wie aus der Online-Studie 2004 Internetverbreitung in Deutschland: Potential vorerst ausgeschöpft? der ARD und des ZDF ersichtlich ist, entwickelte sich das Internet zu einem Massenmedium. In der Zwischenzeit sind rund 36 Millionen Deutsche im Netz, was einem Prozentsatz von 55% aller Erwachsenen ab 14 Jahren entspricht. Selbst beim Fernsehen, welches das Lieblingsmedium der Deutschen darstellt, war eine so enorme Wachstumsrate nicht zu verzeichnen.

Aus diesem Grund sollte es sowohl dem Anfänger als auch dem Experten möglich sein, das Internet erfolgreich und einfach zu nutzen. Die Frustrationen, die sich für viele Internetnutzer beim Umgang mit verschiedenen Websites ergibt, sind in den meisten Fällen direkt auf die einzelnen Websites zurückzuführen. Unübersichtliche Strukturen und ambivalente Navigationen sind die Hauptgründe, warum der Besucher oft mit Misserfolgen auf den verschiedenen Sites zu kämpfen hat.

In Anbetracht dessen, befasst sich diese Diplomarbeit in den einzelnen Kapiteln mit den Thematiken, aus welchen Gründen Websites scheitern, weil es gerade auf diesem Gebiet noch Einiges zu tun gibt, bis letztendlich Sites gestaltet werden, die aus Usability-Sicht einwandfrei sind. Um der Frustration von Internetnutzern vorzubeugen, werden des Weiteren Möglichkeiten erläutert, wie Schwachstellen innerhalb eines Webauftritts mit Hilfe von verschiedenen Evaluationsverfahren ermittelt werden können, die letztendlich auch für die eigene Untersuchung von Versicherungswebsites verwendet wurden, was den eigentlichen Hauptteil dieser Arbeit darstellt. Dabei nahm eine Reihe von Testpersonen an der Untersuchung teil, um die Webauftritte von zehn bekannten Versicherungsgesellschaften auf ihre Nutzerfreundlichkeit hin zu überprüfen. Im Ergebnisteil erfolgt eine Gesamtaufstellung aller gewonnenen Erkenntnisse der Erhebung, mit anschließender Veröffentlichung im Fazit der eingenommenen Platzierung der Versicherungen.

Gang der Untersuchung:

Grundsätzlich lassen sich die Methoden der Usability Evaluation zunächst in zwei Bereiche von Untersuchungsmethoden aufteilen. Die expertenorientierten Methoden arbeiten wie schon der Name sagt, mit Experten als Gutachtern, während die benutzerorientierten Methoden sich bei den Untersuchungen auf die tatsächlichen Benutzer beziehen. Diese Unterscheidung geht zurück auf die Verständlichkeitsforscherin Karen Schriver, die ein Modell für die Evaluation von Textqualität entwickelt hat. In diesem Modell werden drei verschiedene Methoden unterschieden:

- textorientierte Evaluation.

- expertenorientierte Evaluation.

- leserorientierte Evaluation.

Die textorientierte Evaluation befasst sich in erster Linie mit der Lesbarkeitsformel für Texte, die anhand von Wortlänge, Satzlänge und Anzahl der Fremdwörter ermittelt wird. Leider liefert diese Evaluationsmethode nur eine begrenzte Rückmeldung über die Qualität des Textes, da in diesem Fall nur die Verständlichkeit des Textes anhand der Lesbarkeit geprüft wird oder wie gut der Stil eines Textes ist.

Die expertenorientierte Evaluation liefert nur andeutungsweise Rückmeldungen über die Textqualität, da in diesem Fall die Beurteilung durch Experten und nicht durch die Endnutzer, also die Leser, vorgenommen wird. Die Aufgabe der Experten besteht darin, das zu untersuchende Produkt aus der Sicht des Benutzers zu begutachten und dabei die Rolle eines „Ersatz-Users“ zu übernehmen. Der daraus resultierende Vorteil ist, dass die Experten ihre Erfahrungen und spezielles Fachwissen in diese Testsituation mit einfließen lassen können. Der Nachteil ist jedoch, dass die Gutachter ihr Fachwissen nicht gänzlich ignorieren und sich deshalb nicht vollständig in die Situation der Benutzer hineindenken können.

Wesentliche Bestandteile der expertenorientierten (analytische) Evaluation sind Cognitive Walkthrough und Expertenevaluation mittels Heuristiken und Richtlinien, die auf den folgenden Seiten etwas näher beschrieben werden.

Im Gegensatz dazu liefert die leserorientierte Evaluation eine direkte Rückmeldung über die Qualität des Textest, weil in diesem Fall Mitglieder der entsprechenden Zielgruppe als Gutachter auftreten. Für diese Art der Bewertung stehen eine ganze Reihe von Methoden zur Verfügung, die simultan zur Interaktion mit dem Produkt verwendet werden. „Deshalb werden sie als simultane Testmethoden bezeichnet.“ Hierbei handelt es sich um Methoden, wie beispielsweise Blickrichtungsregistrierung, Leistungstests oder Produkttests kombiniert mit lautem Denken. Eine weitere Art der Testmethoden stellt die retrospektive (zu lateinisch specere: schauen) Testmethode dar, die im Web mit der benutzerorientierten Evaluation gleichzusetzen ist. Dazu zählen zum Beispiel Befragungen, Interviews und Fokusgruppensitzungen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Begriffserklärung 2
1.1.1 World Wide Web 2
1.1.2 Internet 3
1.2 Was versteht man unter Web-Usability? 4
1.3 Warum ist Usability so sehr wichtig? 5
2. Arten des Internetzugangs und das damit verbundene Problem der Ladezeit 7
3. Warum scheitern Websites aus Usability-Sicht? 10
3.1 Die grundlegendsten Fehler im Webdesign 11
3.2 Die Todsünden im Webdesign 12
3.2.1 Lesbarkeit des Onlinetextes 12
3.2.2 Der Einsatz von Multimediaelementen 14
3.2.3 Die Antwort- und Ladezeiten 15
3.2.4 Ein Bild sagt mehr als tausend Worte 16
3.2.5 Splash-Screens - „Freund oder Feind?“ 17
3.3 Barrierefreiheit für Behinderte Nutzer 18
3.3.1 Der WAI-Standard 19
3.3.2 Sehbehinderung 20
3.3.3 Motorische Behinderung 21
3.3.4 Hör- und Sprachbehinderungen 22
4. Überblick der Evaluations- und Testmethoden 23
4.1 Einführung in die Methoden der Usability Evaluation 23
4.1.1 Textorientierte Evaluation 23
4.1.2 Expertenorientierte Evaluation 24
4.1.3 Leserorientierte Evaluation 24
4.1.4 Cognitive Walkthrough 25
4.1.5 Heuristische Evaluation 26
4.2 Die wichtigsten Fragen zu den Methoden 28
4.2.1 Berücksichtigung des Untersuchungsdesigns 28
4.2.2 Benutzerorientiertevs. expertenorientierte Methoden 29
4.2.3 Discount Usability Engineering vs. Deluxe Usability Engineering 31
4.2.4 Quantitative vs. qualitative Methoden 31
4.3 „Wer suchet, der findet.“ 33
4.4 Benutzerorientierte Methoden der Usability Evaluation 33
4.4.1 Grundlagen der benutzerorientierten Evaluation 34
4.4.2 Benutzerbefragung mit Fragebögen 35
4.4.3 Fokusgruppen-Interviews mit Benutzern 36
4.4.3.1 Kriterien der Teilnehmerauswahl an Fokusgruppensitzungen 37
4.4.3.2 Rekrutierung der Fokusgruppenmitglieder 38
4.4.3.3 Ablauf der Fokusgruppensitzung 39
4.5 Produkttest im Usability-Labor 40
4.5.1 Die Methode und ihre Grundlage 40
4.5.2 Auswahl und Anzahl der Testteilnehmer beim Produkttest 41
4.5.3 Rekrutierung der Testpersonen 43
4.5.4 Die Aufgabengestaltung für den Produkttest 45
4.5.5 Zeitlicher Rahmen für die Durchführung des Produkttests 47
5. Evaluation der Websites von Versicherungsgesellschaften 49
5.1 Überblick über die Untersuchung 49
5.2 Auswahl der Versicherungen 51
5.3 Konzipierung der Testaufgaben 52
5.4 Die Erstellung des Fragebogens 55
5.4.1 Die Vorgehensweise 56
5.5 Durchführung eines Pretests 60
5.6 Die Auswahl der Testpersonen und Gruppeneinteilung 61
5.7 Der Produkttest 64
5.7.1 Die Vorbereitung 65
5.7.2 Die Einführung 65
5.7.3 Die Durchführung 67
5.7.4 Die Nachbereitung 68
6. Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse 69
6.1 Datenerhebung mittels SPSS 69
6.1.1 Das Skalenniveau 69
6.2 Die Grundauswertung 71
6.2.1 Die Evaluationsteilnehmer 71
6.2.2 Computer- und Internetkenntnisse 72
6.2.3 Onlinezeit der Fachbereiche 75
6.3 Das Evaluationsergebnis der Versicherungen 76
6.3.1 Optik und Schriftbild 76
6.3.2 First Impression 78
6.3.3 Die Übersichtlichkeit 80
6.3.4 Der Suchaufwand 82
6.3.5 Umfang des Online-Formulars 86
6.3.6 Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer der Aufgaben 87
6.3.7 Anteil der erfüllten / nicht erfüllten Aufgaben 88
6.3.8 Verhältnis der richtigen Lösungen zur Aufgabenstellung Nr. 3 90
6.3.9 Aus Verzweiflung durchgeführte Suchanfragen 91
7. Fazit 94
7.1 Die Platzierung der Versicherungen 94
7.2 Die Punkteverteilung 98
7.3 Änderungsvorschläge zum Fragebogen 100
7.4 Prognose 101
8. Anhang 103
9. Literaturverzeichnis 164
9.1 Elektronische Publikationen 166
9.2 Internetquellen 167
10. Abbildungsverzeichnis 168
11. Index 170

Automatisiert erstellter Textauszug:

Sollen beispielsweise firmeninterne Produkte evaluiert werden, bieten sich natürlich die Firmenmitarbeiter in erster Linie als Fokusgruppenmitglieder an. Wenn aber Produkte, die für den Markt bestimmt sind, getestet werden sollen, können mittels Markforschungsinstituten oder Personalbeschaffungsagenturen die Teilnehmer rekrutiert werden. Die möglichen Teilnehmer müssen bei der Rekrutierung über alle notwendigen Informationen hinsichtlich Inhalt und Ablauf der Sitzung informiert werden, um im Anschluss entscheiden zu können, ob sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten oder nicht. Zu den notwendigen Informationen gehören im Detail Angaben, über die Institution, die die Untersuchung durchführen, Angaben über Art und Weise der Aufzeichnung der Interviews (Video- oder Audioaufzeichnung), Ort- und Zeitangaben, an denen die Besprechung stattfinden soll sowie die Zusicherung, dass die gewonnenen Daten vertraulich behandelt werden. Die Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Testkandidaten kann entweder auf persönlichem, telefonischem oder schriftlichem Weg erfolgen. Egal auf welche Art die Kontaktaufnahme durchgeführt wird, müssen die potenziellen Teilnehmer über die oben aufgeführten Angaben mittels eines [...]

Aus diesem Grund ist es ratsam, Teilnehmer auszuwählen, die einander fremd sind.88 An einer Fokusgruppensitzung sind immer mehrere Personen, in der Regel sechs bis acht Teilnehmer beteiligt, die aus einer bestimmten Zielgruppe ausgewählt wurden.89 Diese Größenordnung ist nicht verbindlich; manchmal kann auch die Zahl der Teilnehmer auf zwölf anwachsen, was den Vorteil hat, dass in diesem Fall eine Diskussion leichter zustande kommt, als bei Gruppen mit einer geringeren Anzahl.90 Nachteilig an einer großen Gruppe ist jedoch, dass die Diskussion unproduktiv verlaufen kann, weil mehrere Personen gleichzeitig sprechen oder sich kleinere Randgruppen bilden, die untereinander diskutieren; so die Meinung von Schweibenz & Thissen. [...]

Fokusgruppensitzungen Wie schon im oberen Abschnitt erwähnt, müssen die Teilnehmer einer Fokusgruppensitzung hinsichtlich der Zielgruppe so repräsentativ wie möglich sein, um genaue Erkenntnisse über das Untersuchungsobjekt zu erlangen. Anders als die Produkttests im Labor müssen in diesem Fall die Teilnehmer nicht direkt mit dem Produkt arbeiten und somit sind auch keine speziellen Vorkenntnisse der Testpersonen notwendig.87 Trotzdem spielt die Auswahl der Teilnehmer eine entscheidende Rolle, weil die Diskussion und Interaktion innerhalb der Gruppe von den Teilnehmern lebt. Hier gilt schon zu beachten, ob die Gruppenmitglieder sich untereinander kennen oder völlig fremd sind, weil in einer Diskussion unter Bekannten viele Dinge als gemeinsame Grundlage vorausgesetzt und somit nicht diskutiert werden. [...]

Arbeit zitieren:
Kiefer, Rudolf März 2005: Evaluation von ausgewählten Websites deutscher Versicherungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Versicherungsgesellschaft, Testszenarien, Nutzerfreundlichkeit, Evaluationsmethode, Testmethode

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