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Evaluation von Stakeholdern

Evaluation von Stakeholdern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Steven Neubauer
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 118 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6023-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6023-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6023-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Neubauer, Steven Januar 2002: Evaluation von Stakeholdern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anspruchsgruppen, Strategische Management, Macht, Stakeholder-Management, Früherkennung

Diplomarbeit von Steven Neubauer

Einleitung:

Die Unternehmung sieht sich heutzutage mit einer Vielzahl von Ansprüchen konfrontiert, die ihren Handlungsspielraum beeinflussen. Die fortschreitende Globalisierung und der größere Einfluß des professionellen Investors sowie die gestiegenen Anforderungen der Kunden stellen Ursachen für diese Ansprüche dar. Des weiteren ermöglicht die Informationsrevolution eine vereinfachte Beschaffung und Verbreitung von Informationen über die Unternehmung und ihre Aktivitäten. Die Auswirkungen dieser Aktivitäten auf die Gesellschaft rücken dabei zunehmend in das öffentliche Bewußtsein. Grundsätzlich müssen die auftretenden Ansprüche von der Unternehmung im Sinne der Sicherung ihrer langfristigen Überlebensfähigkeit berücksichtigt werden.

Um unterschiedliche Ansprüche an die Unternehmung und insbesondere die dahinter stehenden Individuen, Gruppen, Institutionen und Organisationen handhabbar zu machen, wurde bereits in den Sechziger Jahren der Stakeholder-Ansatz entwickelt. Allerdings lassen die Mehrzahl der zu dieser Thematik erschienen Beiträge instrumentelle Handlungsanweisungen für eine pragmatische Umsetzung des Stakeholder-Ansatzes in der unternehmerischen Praxis vermissen.

Mit dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, der Unternehmensführung ein analytisches Instrumentarium an die Hand zu geben, das sie systematisch bei der Berücksichtigung von Stakeholdern im Rahmen strategischer Entscheidungen unterstützt. Es soll als Grundlage für die Ausarbeitung von stakeholderspezifischen Strategien dienen und demzufolge der Unternehmensführung die effektive Allokation der knappen Unternehmensressourcen auf die verschiedenen Stakeholder ermöglichen. Die primären Ziele dieser Arbeit sind daher:

Die Darstellung eines Instrumentariums zur Identifikation der Stakeholder der Unternehmung, um die Voraussetzung für deren Evaluation zu schaffen.

Die Erarbeitung eines Instrumentariums zur Evaluation der Stakeholder der Unternehmung hinsichtlich deren strategischer Relevanz.

Die vorliegende Arbeit versucht damit einen Beitrag zur angewandten Betriebswirtschaftslehre zu leisten. Es werden primär praktische Ziele verfolgt. Stakeholder-Management wird im Rahmen dieser Arbeit nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck der Erhöhung des Handlungsspielraums der Unternehmensführung zur Verbesserung des Unternehmenserfolges betrachtet.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten Kapitel erfolgt zunächst eine kurze Darstellung des Grundgedankens des Stakeholder-Ansatzes. Der sich anschließende Überblick über dessen Ursprung und historische Entwicklung gibt Auskunft über Gang und Stand der wissenschaftlichen Diskussion und geht auf die unterschiedlichen Forschungstraditionen der Stakeholder-Theorie ein. Dadurch wird eine Einordnung der vorliegenden Arbeit in den Bereich der instrumentellen Stakeholder-Theorie im Rahmen des strategischen Managements ermöglicht.

Im anschließenden dritten Kapitel wird zunächst auf den Inhalt des Stakeholder-Begriffs eingegangen, um eine klare theoretische Ausgangsbasis für die Darstellung eines Vorschlages für den Prozeß der Identifikation zu schaffen. Im Rahmen der Beschreibung dieses Prozesses wird auf Kriterien und Methoden zur Identifikation von Stakeholdern sowie den zwischen Stakeholdern bestehenden Vernetzungen eingegangen.

Aufbauend auf der Identifikation wird im vierten Kapitel die Evaluation von Stakeholdern erörtert. Hierzu wird vorab der Begriff der strategischen Relevanz definiert, um analog zum vorhergehenden Kapitel eine Basis für die sich anschließende Darstellung der Kriterien und Methoden für die Evaluation zu schaffen.

Die Arbeit schließt im fünften und letzten Kapitel mit einem Fazit und einem Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau 3
2. Einführung in den Stakeholder-Ansatz 5
2.1 Grundgedanke 5
2.2 Historische Entwicklung 7
2.3 Forschungstraditionen 9
2.4 Zwischenfazit 11
3. Identifikation der Stakeholder der Unternehmung 13
3.1 Begriff des Stakeholders 13
3.1.1 Enge Definitionen 14
3.1.2 Weite Definitionen 15
3.1.3 Generelle und spezifische Stakeholder 17
3.1.4 Humane und nicht-humane Stakeholder 18
3.1.5 Direkte und indirekte Stakeholder 19
3.2 Prozeß der Identifikation 20
3.2.1 Identifikation von generellen Stakeholdern 22
3.2.1.1 Teilnahme und Stellungnahme 25
3.2.1.2 Formale Position 25
3.2.1.3 Vermutetes Interesse 26
3.2.1.4 Meinungsführerschaft 27
3.2.1.5 Zugehörigkeit zum Aufgabenumfeld 28
3.2.1.6 Reputation 28
3.2.1.7 Demographische Kriterien 29
3.2.2 Aufdeckung von Vernetzungen 30
3.2.3 Spezifizierung der generellen Stakeholder und ihren Vernetzungen 30
3.3 Zwischenfazit 32
4. Evaluation der Stakeholder der Unternehmung 33
4.1 Begriff der strategischen Relevanz 33
4.2 Prozeß der Evaluation 35
4.2.1 Operationalisierung und Erhebung von Evaluationskriterien 37
4.2.1.1 Macht 37
4.2.1.1.1 Generelle Machtbasen 40
4.2.1.1.2 Marktorientierte Machtbasen 42
4.2.1.1.3 Ressourcenorientierte Machtbasen 46
4.2.1.2 Machtausübungswille 49
4.2.1.3 Dringlichkeit 51
4.2.1.4 Orientierung 52
4.2.1.5 Legitimität 53
4.2.2 Anwendung von Evaluationsmethoden 54
4.2.2.1 Eindimensionale Verfahren 56
4.2.2.2 Mehrdimensionale Verfahren 56
4.2.2.3 Punktbewertungsverfahren 57
4.2.2.4 Finanzwirtschaftliche Verfahren 60
4.2.3 Interpretation der Ergebnisse 62
4.3 Zwischenfazit 63
5. Fazit und Ausblick 65
Anhang 68
Literaturverzeichnis VI
Ehrenwörtliche Erklärung XXXI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Macht eines Stakeholders wird in der Literatur besonders häufig als Evaluationskriterium angeführt.228 Hierbei interessiert weniger die bereits eingesetzte Macht, sondern vielmehr die potentielle Macht eines Stakeholders.229 In der Literatur werden unterschiedliche Definitionsansätze von Macht verwendet, die in Verknüpfung mit einer i.d.R. fehlenden differenzierten Beschreibung von Machtbasen zu einer weitgehenden Inhaltsleere des Begriffs geführt haben.230 In der vorliegenden Arbeit soll in Anlehnung an EMERSON unter Macht die Fähigkeit verstanden werden, einen anderen zu kontrollieren bzw. gegen seinen Widerstand zu beeinflussen, indem man Kontrolle über Dinge, die der andere wertschätzt, ausübt.231 Damit soll letztlich ein gewünschtes Verhalten des Beeinflußten erreicht werden.232 Macht wird als Funktion der Abhängigkeit eines Akteurs von einem anderen beschrieben.233 Sie ist ein Attribut der Beziehung zwischen den [...]

Bezugnehmend auf die hier verwendeten Ansätze der Markt- und Ressourcenorientierung werden im folgenden solche Stakeholder als strategisch relevant angesehen, die direkt oder indirekt Einfluß auf die Branchenattraktivität und/ oder auf strategische Ressourcen nehmen können.219 Strategisch relevante Stakeholder müssen berücksichtigt werden, um eine möglichst friktionsarme Strategieumsetzung zu gewährleisten.220 Sie besitzen eine Verbindung zu einem signifikanten strategischen Sachverhalt und haben damit Einfluß auf die aktuelle und zukünftige strategische Position der Unternehmung und damit auf den Unternehmenserfolg und die Sicherung der Existenz der Unternehmung.221 Die Wirkung dieses Einflusses darf aus Sicht der Unternehmung nicht nur in Form eines negativen Bedrohungspotentials betrachtet werden. Einflüsse durch Stakeholder sind nicht ausschließlich einschränkende Bedingungen ökonomisch-rationaler Entscheidungen, sondern auch Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung des strategischen Handlungsspielraums der Unternehmung.222 Über eine neutrale Wirkung hinaus, kann der Handlungsspielraum der Unternehmung durch die Aktivierung von Kooperationspotentialen positiv beeinflußt werden.223 Basierend auf den Ergebnissen der Evaluation können Strategien für ein Management der Stakeholder-Beziehungen mit dem Ziel entwickelt werden, den strategischen Handlungsspielraum der Unternehmung zu erweitern und Erfolgspotentiale aufzubauen und zu entfalten.224 4.2. Prozeß der Evaluation [...]

Branche herrschenden Wettbewerbskräften bzw. der daraus resultierenden Branchenattraktivität und verfolgt dabei vornehmlich das Ziel einer vorteilhaften Wettbewerbsposition im Absatzmarkt.213 Er befaßt sich also vornehmlich mit unternehmensexternen Faktoren, greift teilweise aber auch interne Ressourcen und sich daraus ergebende strategische Implikationen auf.214 In der vorliegenden Arbeit soll der marktorientierte Ansatz aber primär in seiner unternehmensexternen Ausrichtung verwendet werden, während der ressourcenorientierte Ansatz für eine unternehmensinterne Sicht herangezogen wird. Bei letzterem wird die Strategie auf die Akkumulation, Nutzung, (Um-)Gruppierung, Weiterentwicklung und den Schutz von strategischen Ressourcen215 ausgerichtet.216 Beiden Ansätzen gemein ist das übergeordnete Ziel des Aufbaus und der Entfaltung von Erfolgspotentialen und Handlungsspielräumen, um einen branchenüberdurchschnittlichen Unternehmenserfolg zu erreichen und damit letztlich die Existenz der Unternehmung zu sichern.217 In der Literatur hat sich mittlerweile weitgehend die Meinung durchgesetzt, daß der markt- und der ressourcenorientierte Ansatz als komplementäre Teilsichten des gleichen Paradigmas zu verstehen sind, die im Sinne eines umfassenden und schlüssigen Strategiekonzepts parallel Verwendung finden müssen.218 Der primär außenorientierte marktorientierte Ansatz und der hauptsächlich innenorientierte ressourcenorientierte Ansatz ergänzen sich und erlauben eine umfassende Einschätzung der strategischen Relevanz der Stakeholder. Diese Einschätzung kann aber aufgrund der vorgenommenen Einschränkung auf die beiden Ansätze keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Im Rahmen anderer hier nicht thematisierter Strategieverständnisse könnten auch andere Stakeholder strategische Bedeutung erlangen. [...]

Arbeit zitieren:
Neubauer, Steven Januar 2002: Evaluation von Stakeholdern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anspruchsgruppen, Strategische Management, Macht, Stakeholder-Management, Früherkennung

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