Evaluation von Produktbündeln auf Basis des Anchoring and Adjustment-Modells
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ilja Brezovac
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 92 Seiten
- Dateigröße: 605,7 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4684-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4684-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4684-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Brezovac, Ilja Juli 2001: Evaluation von Produktbündeln auf Basis des Anchoring and Adjustment-Modells, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Anchoring and Adjustment, Produktbündelung, Ankerprodukt, Verankerungs- und Anpassungstheorie, Produktbündelbewertung
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Diplomarbeit von Ilja Brezovac
Einleitung:
Die Bündelung („Bundling“) von Produkten dient den Unternehmen als marketing-politische Maßnahme, und ist definiert als die Zusammensetzung von zwei oder mehreren Produkten zu einem Paket, das unter einem Gesamtpreis angeboten wird. Dabei können bei der Zusammenstellung der Bündel beliebig viele Produkte hineingepackt werden. Jedoch sollte beim Bundling darauf geachtet werden, daß aus dem Produktbündel ein bestimmter Nutzen für den Nachfrager resultiert.
Die Produktbündelung wird branchenübergreifend angewandt, und begegnet den Nachfragern in den unterschiedlichsten Formen. In den letzten Jahren ist die Produktbündelung immer stärker in den Fokus marketingpolitischer Maßnahmen gerückt, und wird auch als „(...) a widely observed business phenomenon” bezeichnet. Dabei zielt die Bündelung u. a. darauf ab, sich mit Hilfe innovativer Ideen von der Konkurrenz abzusetzen und zu differenzieren, aber auch dem Wunsch der Nachfrager nach heterogenen Leistungen Folge leisten zu können.
Um das Bundling ideal und zielbezogen einsetzen zu können, bedarf es einer genauen Kenntnis, wie der Nachfrager bei der Bewertung und Beurteilung solcher Produkt-bündel vorgeht. Die Bündelung kann nämlich die Wahrnehmung und den Nutzen der im Paket enthaltenen Produkte verändern. Deshalb ist es erforderlich, die Wahrnehmung und Beurteilung von Produktbündeln durch den Nachfrager zu erforschen. Der Nachfrager handelt für gewöhnlich nicht allein nach rationalen und ökonomischen, sondern auch nach subjektiven Entscheidungskriterien. Die verhaltenswissen-schaftlichen Modelle versuchen diese individuellen Beurteilungs- und Entscheidungs-kriterien zu erfassen, um entsprechende Implikationen für die Bündelung abzuleiten. Eines der bekanntesten Modelle ist das „Anchoring and Adjustment – Modell“. Das Modell ermöglicht es, den Ablauf der Wahrnehmung und Bewertung von Produktbündeln durch den Nachfrager zu verstehen. Dieses Verständnis ist notwendig, um Anhaltspunkte für die Zusammenstellung und nutzengerechte Gestaltung von Produktbündeln zu erkennen und diese entsprechend einzusetzen. Erst die Kenntnis über die Einsatzweise von Einflussfaktoren und deren Wirkung auf das Nachfragerverhalten bei der Bündelbewertung verhilft den Unternehmen wertvollere Produktbündel zu gestalten.
Die vorliegende Arbeit setzt sich überwiegend mit der Evaluation von Produktbündeln aus Sicht der Nachfrager auseinander, und verfolgt drei Ziele:
1. Die Grundzüge der Produktbündelung im allgemeinen sowie die unterschied-lichen Motive und Ziele der Produktbündelanbieter zu erläutern.
2. Die Illustration sowie die Vorgehens- und Verhaltensweise bei der Bewertung von Produktbündeln, u. a. anhand des Anchoring and Adjustment-Modells, um die psychologischen Prozesse während der Bewertungsphase von Bündeln verständlicher zu machen.
3. Das Aufzeigen von Wirkungen bestimmter Bündelfaktoren auf die Produkt-bündelbewertung, um mögliche Anhaltspunkte und Erkenntnisse für die marketingpolitische Gestaltung von Bündeln zu gewinnen.
Das Erreichen und die Umsetzung dieser beiden letztgenannten Ziele soll dazu beitragen, daß die Unternehmen ihre spezifischen Motive, eine Produktbündelung durchzuführen, bestmöglich erreichen und realisieren können. Um die aufgeführten Ziele zu erreichen, unterliegt die vorliegende Arbeit folgendem systematischen Aufbau.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel werden zunächst die grundlegenden Aspekte und Sachverhalte der Produktbündelung beschrieben. Im Fokus des Kapitels stehen die Motivationen für den Einsatz einer Bündelungsstrategie sowie die Motive, die einen Anbieter veranlassen, eine Entbündelung vorzunehmen. Den Abschluß des Kapitels bildet der Abschnitt über die Voraussetzungen für die Produktbündelung.
Das dritte Kapitel befaßt sich im ersten Abschnitt mit den Gründen, die den Nachfrager veranlassen, ein Produktbündel auszuwählen oder abzulehnen. Im darauffolgenden Abschnitt wird zunächst der grundsätzliche Prozeß der Evaluation von Produktbündeln als Integrationsaufgabe erläutert. Anschließend wird die Notwendigkeit der Psychologie für das Verständnis des Ablaufs des Bewertungsvorgangs von Produktbündeln durch den Nachfrager dargelegt. Im letzten Teil des zweiten Abschnitts wird auf die verhaltenswissenschaftlichen Theorien eingegangen sowie deren Notwendigkeit und Ziele beschrieben.
Im vierten Kapitel wird der Ablauf der Bündelbewertung durch den Nachfrager anhand eines speziellen verhaltenswissenschaftlichen Modells, dem Anchoring and Adjustment – Modell, aufgezeigt. Dabei werden die Vorgehensweisen des Nachfragers bei der Bewertung von Produktbündeln illustriert sowie entsprechende Einflußvariablen, anhand von ausgewählten bisherigen Forschungsarbeiten, auf die Bewertung von Bündelprodukten beschrieben und erläutert.
Basierend auf dem Wissensstand aus den vorangehenden Kapiteln werden im fünften Kapitel die zuvor aufgezeigten Einflußvariablen auf die Evaluation von Produktbündeln in Implikationen für die Produktbündelungspolitik transformiert.
Den Abschluß der vorliegenden Arbeit bildet das sechste Kapitel. Es liefert neben dem Fazit zu dem erworbenen Kenntnisstand einen Ausblick auf weitere, mögliche, noch nicht untersuchte oder berücksichtigte Sicht- und Wahrnehmungsweisen eines Produktbündels durch den Nachfrager.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Zur Problematik der Evaluation von Produktbündeln | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und praktische Relevanz | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Motivation der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Aufbau und Übersicht der Arbeit | 3 |
| 2. | Grundzüge der Produktbündelung | 4 |
| 2.1 | Praxisbeispiele zur Produktbündelung | 4 |
| 2.2 | Begriffsabgrenzungen und Definitionen | 5 |
| 2.3 | Formen der Produktbündelung | 6 |
| 2.3.1 | Basisformen der Produktbündelung | 6 |
| 2.3.2 | Sonderformen der Produktbündelung | 8 |
| 2.4 | Ziele der Produktbündelung | 13 |
| 2.5 | Tendenz zur Entbündelung | 30 |
| 2.6 | Voraussetzungen für die Produktbündelung | 33 |
| 3. | Nachfragerverhalten bei Produktbündelung | 36 |
| 3.1 | Motive für den Kauf und Nichtkauf von Produktbündeln | 36 |
| 3.1.1 | Gründe für den Kauf von Produktbündeln | 36 |
| 3.1.2 | Gründe für den Nichtkauf von Produktbündeln | 39 |
| 3.2 | Wahrnehmung und Bewertung von Produktbündeln | 42 |
| 3.2.1 | Grundlagen des Bewertungsvorgangs | 43 |
| 3.2.2 | Die Notwendigkeit der Psychologie | 45 |
| 3.2.3 | Verhaltenswissenschaftliche Theorien | 49 |
| 4. | Ein Modell zur Produktbündelevaluation | 51 |
| 4.1 | Grundkonzept des Modells | 51 |
| 4.2 | Ablauf des Bewertungsvorgangs | 54 |
| 4.3 | Einflußfaktoren auf die Produktbündelevaluation | 60 |
| 4.3.1 | Ausgewählte Forschungsarbeiten | 61 |
| 4.3.1.1 | Yadav (1994) | 61 |
| 4.3.1.2 | Herrmann/Bauer/Huber (1996) | 64 |
| 4.3.1.3 | Gaeth, Levin, Chakraborty und Levin (1990) | 66 |
| 4.3.2 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 67 |
| 5. | Implikationen für die Produktbündelung | 70 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 74 |
| Anhang | VII | |
| Die Black Box | VII | |
| Literaturverzeichnis | IX |
vernachlässigt, und dementsprechend nicht berücksichtigt. Der Nachfrager kalkuliert dann nur mit dem errechenbaren Differenzpreis.115 Errechnung des Vor-/Nachteils des Produktbündelkaufs: (∑ der Einzelpreise (SE) + Zusatzkosten (ZK)) – Bündelpreis (PB) = Vor-/Nachteil des Bündels Das Produktbündel ist für den Nachfrager vorteilhaft, wenn der Bündelpreis niedriger ist als die Summe der Einzelpreise und/oder der Nachfrager ansonsten entstehende Zusatzkosten einsparen kann. Aber auch ein höherer Bündelpreis im Verhältnis zur Summe der Einzelpreise kann vorteilhaft für den Nachfrager sein, wenn seine entstehenden Zusatzkosten größer sind als die Differenz zwischen dem Bündelpreis und der Summe der Einzelpreise. Grundsätzlich versucht der Nachfrager Kosten zu vermeiden, welche auf Grund des Einzelerwerbs der im Bündel enthaltenen Güter entstehen würden. Deshalb nimmt der Nachfrager, wenn die Zusatzkosten quantifizierbar sind, auch einen Aufpreis des Bündels im Vergleich zur Summe der entsprechenden Einzelpreise in Kauf.116 Ein Beispiel hierzu ist der Kauf von Hard- und Softwareprodukten. Bei einer eigenständigen Zusammenstellung müßte sich der Nachfrager über Kompatibilität, Preise und Leistungen der Produkte informieren. Für den Nachfrager würde es sich in diesem Fall sogar lohnen, einen höheren Bündelpreis in Kauf zu nehmen im Vergleich zur Summe der Einzelpreise, falls er nicht über das erforderliche Fachwissen und die Freizeit zur Zusammenstellung eines solchen Bündels verfügt. 2. Nutzengewinn Verschiedene Untersuchungen des Konsumentenverhaltens haben ergeben, daß ein Nachfrager ein Produkt dem anderen vorzieht, wenn dieses eher seiner verinnerlichten und handlungsleitenden Motivstruktur entspricht. Wird nun ein [...]
3.1.1 Gründe für den Kauf von Produktbündeln Entscheidet sich der Nachfrager zugunsten eines Produktpakets, so muß ihm dieses einen Vorteil liefern. Dieser kann sich in Form von einem gestiegenen Nutzenwert und/oder Kostenvorteilen äußern. Ein Vorteil durch den Kauf des Produktbündels ist für den Nachfrager notwendig, da dieser durch den Kauf in seiner Entscheidungsfreiheit bezüglich der Zusammenstellung des Bündels eingeschränkt wird. Nachfolgend werden die entsprechenden Vorteile erläutert: 1. Kostenersparnisse Die Kostenvorteile ergeben sich aus zwei Komponenten. Zum einen entstehen sie aus der Differenz zwischen dem Bündelpreis und der Summe der Einzelpreise der im Bündel enthaltenen Produkte, und zum anderen aus den Zusatzkosten, welche sich aus Informations- und Transaktionskosten zusammensetzen. Unter den Transaktionskosten versteht man diejenigen Kosten, welche bei der Anpassung und Zusammenfügung der unterschiedlichen Produkte entstehen, aber auch diejenigen Kosten, welche bei Reklamationen und Beschwerden anfallen.113 Die Informationskosten entstehen durch die Suche nach entsprechenden Alternativprodukten zu den im Bündel enthaltenen Produkten, und durch die anschließende Informationsbeschaffung über die Leistung dieser Produkte (Zeitverlust und Beschaffungskosten der [...]
(von ursprünglich unter 10 Prozent auf über 88 Prozent) im Browsermarkt zu gewinnen. 110 Grundsätzlich wird bei der Überwachung der Bündelung durch die Wettbewerbsbehörden die Konsequenz dieser Wettbewerbsstrategie verfolgt, und die Motive des Unternehmens zur Festlegung dieser Strategie ergründet. Besteht das Ziel des Unternehmens im Aufbau oder Ausbau einer wirtschaftlichen Macht, obwohl dieses bereits eine marktbeherrschende Vormachtstellung besitzt, so könnte diese Strategie untersagt werden. Wenn das Ziel oder die Folge einer Bündelung Wettbewerbsbeschränkungen mit sich führt, so ist mit wettbewerbspolitischen Gegenmaßnahmen zu rechnen.111 Die Implementierung einer Bündelungsstrategie erfordert demnach ebenfalls das vorherige Ausloten der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen, um eventuelle gerichtliche Konsequenzen zu vermeiden. Ein gerichtliches Verbot kann nämlich nach Einführung einer Bündelungsstrategie zu erheblichem juristischen Aufwand und unüberschaubaren Kosten führen.112 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832446840
Arbeit zitieren:
Brezovac, Ilja Juli 2001: Evaluation von Produktbündeln auf Basis des Anchoring and Adjustment-Modells, Hamburg: Diplomica Verlag
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Anchoring and Adjustment, Produktbündelung, Ankerprodukt, Verankerungs- und Anpassungstheorie, Produktbündelbewertung



