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Evaluation von Outdoor-Teamentwicklungsseminaren

Evaluation von Outdoor-Teamentwicklungsseminaren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roland Krüger
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 243 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4516-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4516-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4516-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krüger, Roland September 2000: Evaluation von Outdoor-Teamentwicklungsseminaren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Evaluation, Incentive, Outdoortraining, Team, Teamentwicklung

Diplomarbeit von Roland Krüger

Einleitung:

Wie viele andere Unternehmen steht auch die BASF vor der Herausforderung, dass immer mehr Mitarbeiter aufgrund der hohen Veränderungsgeschwindigkeit regelmäßig um- und hinzulernen müssen. Dies trifft im besonderen auch auf neuere Arbeitsformen wie die Teamarbeit zu. Erlebnisorientierte Trainingsmaßnahmen, wie zum Beispiel Outdoor-Seminare, versprechen, die Mitarbeiter auf diese neuen Anforderungen vorzubereiten.

Outdoor-Trainings gehören zu einer neuen Art von Management- und Teamtraining, welche - nach aktuellen Berichten in Zeitschriften und Magazinen - auch bei deutschen Unternehmen immer populärer werden. Initiativspiele, Problemlöseaufgaben, Klettern und Abseilen sowie die Bearbeitung verschiedener kleinerer Projekte sollen - so der Slogan vieler Veranstalter - „Lernen durch Erfahrung“ ermöglichen. Zugrundeliegende Idee dieser Trainingsveranstaltungen ist es, neue und ungewohnte Situationen zu bieten, um alternative und unkonventionelle Verhaltensweisen der Teilnehmer zu fördern. Neben der Steigerung individueller Handlungskompetenz wird Teamentwicklung als eines der wichtigsten Anwendungsbereiche von Outdoor-Trainings genannt. Ziele dieser Teamentwicklungsmaßnahmen sind, durch die Lösung von Sach- und Kommunikationsproblemen zusätzliche Leistungsreserven der Mitarbeiter zu aktivieren, deren Zufriedenheit bei der Arbeit zu erhöhen, sowie letztendlich die Effektivität der Zusammenarbeit im Team zu steigern.

Um Ansatzpunkte für Trainingsmaßnahmen von Teams zu ermitteln, wurden in den letzten 20 Jahren zahlreiche Rahmenmodelle mit dem Ziel entwickelt, erfolgskritische Variablen der Teameffektivität zu entdecken und bei Bedarf zu verbessern. Einen Überblick über die Forschungsergebnisse sowie über die verschiedenen theoretischen Modelle geben SALAS, DICKINSON, CONVERSE und TANNENBAUM (1992). Die Schwächen einzelner Modelle und Theorien führten zur Entwicklung integrativer Effektivitätsmodelle, wie sie beispielsweise von TANNENBAUM, BEARD und SALAS (1992) vorgeschlagen werden, um möglichst viele der gefundenen Faktoren und theoretischen Ansätze aufzunehmen. Die Vielzahl der in diesen Modellen berücksichtigten Variablen macht es - ebenso wie die noch immer steigende Vielfalt an Formen der betrieblichen Zusammenarbeit - nahezu unmöglich, die Gültigkeit dieser Modelle zu überprüfen. Als Ausweg aus diesem Dilemma schlägt WEST (1996) vor, sich stärker auf kontextbezogene und weniger komplexe Modelle zu konzentrieren.

Für diese Diplomarbeit erfüllen die theoretischen Rahmenmodelle den Zweck, die Ableitung einzelner kontextrelevanter Variablen zu erleichtern wie auch das Verständnis der Wirkzusammenhänge verschiedener Einflussfaktoren zu verbessern.

Während klassische Weiterbildungsmaßnahmen nahezu kontinuierlich der Evaluation und Qualitätssicherung unterzogen werden, ist die Bandbreite der erlebnis- und verhaltensorientierten Trainingsansätze bisher kaum systematischen Untersuchungen unterzogen worden. Einige Autoren empfehlen daher den Einsatz von Outdoor-Trainings mit „gebührender Vorsicht“ zu betrachten.

Da die Kontrolle der betrieblichen Weiterbildung der Abteilung obliegt, die diese Weiterbildungsmaßnahme für die Mitarbeiter des Unternehmens anbietet, entstand dort die Idee, das Outdoor-Training gemeinsam mit den an der Maßnahme beteiligten Trainern und Gruppenleitern einer Evaluationsstudie zu unterziehen.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden empirischen Studie wurden die Teilnehmer von Outdoor-Teamentwicklungsseminaren darum gebeten, in einem eigens für diese Stichprobe entwickelten Fragebogen, einmal vor sowie zweimal nach der Trainingsmaßnahme, ihre subjektive Einschätzung einzelner Teammerkmale für ihre Arbeitsgruppe anzugeben. Mit Hilfe einer Vergleichsstichprobe soll hier überprüft werden, in welchen Bereichen die Seminarteilnehmer Veränderungen durch das Outdoor-Teamentwicklungsseminar im Team wahrnehmen, inwieweit sich diese Wahrnehmungen im Verlauf einer mehrmonatigen Zeitspanne verändern, und welche Entwicklungen ein vergleichbares Team durchläuft, das nicht an einer Teamentwicklungsmaßnahme teilnimmt. Eine weitere Fragestellung ist, gezielt danach zu schauen, in welchen Bereichen die Mitglieder der einzelnen Teams besonders deutliche Veränderungen wahrnehmen und inwieweit Zusammenhänge zwischen diesen Veränderungen bestehen.

Im theoretischen Teil der vorliegenden Arbeit wird ein Überblick über bedeutende Konzepte und Modelle in den Bereichen der Gruppen- und Teameffektivität sowie der Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Gruppen gegeben. Der Schwerpunkt dieser Betrachtung liegt dabei auf der Darstellung von erlebnisorientierten Maßnahmen, die um aktuelle Studien zur Wirksamkeit von Outdoor-Trainings ergänzt werden. Daran schließt sich die Darstellung eines Modells zur Evaluation von Trainingsmaßnahmen an. Im methodischen Teil der Arbeit werden die Zielsetzung, die Fragestellung und die Methodik der empirischen Untersuchung dargestellt. Im darauf folgenden Ergebnisteil werden die Resultate vorgeschalteter Analysen sowie die der Seminarevaluation vorgestellt. Der abschließende Diskussionsteil erörtert die aus den Ergebnissen abzuleitenden Folgerungen und gibt Anregungen für weitere Forschungen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis IX
I. EINLEITUNG 1
II. THEORETISCHER TEIL 3
1. Gruppen- und Teamarbeit 3
1.1 Definition von Gruppe und Team 4
1.1.1 Gruppe 4
1.1.2 Team 5
1.2 Teamarbeit und Arbeitsgruppe 5
1.3 Folgerungen für die durchgeführte Studie 8
2. Modelle der Gruppeneffektivität 9
2.1 Gruppeneffektivität: Was ist das? 9
2.2 Modelle zur Teameffektivität 11
2.2.1 Modell von FORSTER (1981) 11
2.2.2 Modell von TANNENBAUM, BEARD und SALAS (1992) 12
2.2.3 Bewertung der Modelle 14
2.3 Einflussvariablen der Gruppeneffektivität 15
2.3.1 Kontext-Variablen: Organisationale und situative Rahmenbedingungen 15
2.3.2 INPUT-Variablen: Ausgangsbedingungen 16
2.3.3 PROZESS-Variablen: Team-Prozess 22
2.3.4 OUTPUT-Variablen: Ergebnis 23
2.4 Folgerungen für die durchgeführte Studie 23
3. Maßnahmen zur Steigerung der Teameffektivität 25
3.1 Auswahl der Teammitglieder [Team-member selection] 25
3.1.1 Gründe für die Auswahl von Teammitgliedern 26
3.1.2 Konstrukt „Teamfähigkeit“ 27
3.2 Führungsentwicklung [Leadership development] 29
3.3 Arbeitsumgestaltung/Restrukturierung der Arbeit 30
3.4 Teamentwicklung/Teambildung 30
3.4.1 Grundlagen und Ziel 31
3.4.2 Voraussetzungen für den Erfolg von Teamentwicklungsmaßnahmen 33
3.4.3 Ablauf eines Teamentwicklungsprozesses 34
3.5 Team-Training 38
3.5.1 Training geteilter mentaler Modelle 38
3.5.2 Teamkoordinationstraining 39
3.5.3 Outdoor-Training 39
3.6 Folgerungen für die durchgeführte Studie 50
4. Evaluation von Trainingsprogrammen 52
4.1 Definitionen 52
4.2 Ziele, Zwecke und Funktionen von Evaluation 53
4.3 Evaluation in der betrieblichen Weiterbildung 54
4.3.1 Ansätze zur Evaluation von Trainingsmaßnahmen 54
4.3.2 Designs zur Evaluation von Trainingsmaßnahmen 55
4.3.3 Evaluationshindernisse 56
4.3.4 Evaluationsinstrumente 56
4.3.5 Das Evaluationsmodell von KIRKPATRICK 57
4.4 Konsequenzen für die durchgeführte Studie 62
III. EMPIRISCHER TEIL 64
5. Zielsetzung der Untersuchung 64
6. Fragestellungen der Untersuchung 65
7. Ansatz der Untersuchung und Methoden 66
7.1 Rahmenbedingungen 66
7.1.1 Ausgangssituation 66
7.1.2 Beschreibung der durchgeführten Outdoor-Seminare 68
7.2 Untersuchungsdesign 75
7.2.1 Grundsätzliche Überlegungen zu Versuchsplänen 75
7.2.2 Untersuchungspläne bei Veränderungsmessungen 76
7.2.3 Response-Shift 76
7.2.4 Festlegung der Messzeitpunkte 77
7.2.5 Folgerungen für die Untersuchung 78
7.3 Stichprobe 79
7.3.1 Rekrutierung der Stichprobe 79
7.3.2 Versuchspersonen 79
7.3.3 Kontrollgruppe 80
7.3.4 Vergleichbarkeit von Experimental- und Kontrollgruppe 80
7.4 Operationalisierung: Erhebungsinstrumente und-methode 80
7.4.1 Erfassung des Konstrukts Teameffektivität 81
7.4.2 Erfassung der Zufriedenheit 84
7.5 Durchführung 85
7.5.1 Organisation der Untersuchung 85
7.5.2 Durchführung der Befragung 86
7.6 Auswertung 88
7.6.1 Fragebogenanalyse 89
7.6.2 Deskriptive Verfahren 98
7.6.3 Inferenzstatistische Verfahren 98
7.7 Einschränkungen für die Interpretation der Daten der durchgeführten Studie 101
IV. ERGEBNISSE 103
8. Vorgeschaltete Analysen 103
8.1 Rücklaufquote 104
8.2 Stichprobe 105
8.2.1 Soziodemographische Merkmale der Untersuchungsgruppen 105
8.2.2 Merkmale der Untersuchungsstichprobe bei den „persönlichen Angaben“ 111
8.2.3 Stichprobenfehler 112
8.3 Rahmenbedingungen der Datenerhebung 112
8.3.1 Zusammenarbeit mit den Seminarleitern 113
8.3.2 Zusammenarbeit mit den Seminarteilnehmern 113
8.4 Fragebogenanalyse 114
8.4.1 Gütekriterien des Fragebogen 114
8.4.2 Kriterien der Dimensionsreduktion: Faktorenanalyse 115
8.4.3 Skalenwerte des Teamfragebogens 121
8.4.4 Itemkennwerte des Teamfragebogens 122
8.4.5 Itemauswahl und Neustrukturierung der Skalen 126
8.4.6 Veränderte Skalenwerte 127
8.4.7 Interkorrelation der Skalen 128
9. Überprüfung der Fragestellungen 130
9.1 Überprüfung auf Response-Shift 130
9.2 Kurzfristige Effekte der Trainingsintervention 134
9.3 Mittel- bis langfristige Effekte der Trainingsintervention 140
9.4 Netto-Effekte der Trainingsintervention 146
9.5 Ergebnisse des Seminarbewertungsbogen 148
V. DISKUSSION 150
10. Diskussion der Ergebnisse aus den vorgeschalteten Analysen 150
10.1 Stichproben 151
10.1.1 Bewertung der soziodemographischen Daten 151
10.1.2 Folgerungen aus den „persönlichen Angaben“ 153
10.2 Rücklaufquote 154
10.3 Rahmenbedingungen der Datenerhebung 155
10.4 Fragebogenanalyse 155
11. Diskussion der Ergebnisse der Fragestellungen 157
11.1 Response-Shift 157
11.2 Kurzfristige Effekte der Trainingsintervention 158
11.3 Mittel- bis langfristige Effekte der Trainingsintervention 159
11.4 Netto-Effekte der Trainingsintervention 161
11.5 Ergebnisse des Seminarfragebogens 161
12. Relevanz der Ergebnisse für den betrieblichen Einsatz 162
VI. LITERATURVERZEICHNIS 164
VII. ANHANG 178

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als weitere Interventionsmo glichkeit stellen TANNENBAUM et al. (1996) Methoden vor, die sich prima r auf die Arbeitsorganisation, Aufgabenzuweisung, den Informationsfluss und das Entscheidungsverhalten beziehen. Als Methoden werden dabei beispielsweise autonome und semi-autonome Arbeitsgruppen oder ” process re-engineeringÄ (HAMMER, 1990, zitiert in TANNENBAUM et al., 1996) angewandt. Autonomen Arbeitsgruppen werden dabei in unterschiedlich hohem MaÜ e Entscheidungen uber die Arbeitsgestaltung und Verantwortung der zu erbringenden Leistung ubergeben. Bei der Restrukturierung wird durch Diagnose und Modifikation versucht, den Arbeitsablauf und Informationsfluss zu optimieren und zu rationalisieren, mit dem Ziel, die Leistungsfa higkeit zu erho hen. Wiewohl bisherige Untersuchungen nur schwache Indikatoren fur die Wirksamkeit solcher Interventionen ergeben und die strukturellen Vera nderungen, die damit einhergehen, tiefgreifender als die bisher dargestellten Verfahren sind, empfehlen TANNENBAUM et al. (1996) diese Methoden zur Verbesserung der Leistungsfa higkeit von Teams. [...]

MARGGRAF (1995) beschreibt Teamkompetenz als Teilbereich der sozialen Kompetenz. Soziale Kompetenz ist definiert als das erfolgreiche Realisieren von Zielen und Pla nen in sozialen Situationen und umfasst neben kommunikativer und kooperativer Kompetenz die Fa higkeit zur Umsetzung von Pla nen durch Handeln in der sozialen Umwelt. Sie entha lt zudem eine ada quate Wahrnehmung und Verarbeitung sozialer Informationen. Des Weiteren umfasst sie laut ORENDI, PAPST und UDRIS (1986) die Fa higkeit, ein soziales operatives Abbildsystem zu entwickeln, das hinsichtlich den Anforderungen und Bedingungen sozialer Situationen sowie der eigenen Person (Selbstkonzept) angemessen ist, sowie die Fa higkeit, daraus individuelle Ziele zu entwickeln. Unter eigenschaftsdiagnostischer Perspektive stellen SCHULER und BARTHELME (1995, zitiert nach SCHAPER, 1999, S. 15) fest, “ daÜ es ha ufig zu U berschneidungen mit Konstrukten wie Kooperationsfa higkeit, Kommunikationsfa higkeit, Konfliktfa higkeit kommt, aber auch Konstrukte wie soziale Einsicht, Sensibilita t und Durchsetzungsfa higkeit bei Beschreibungen mit herangezogen werdenß. SCHAPER (1995, S. 15), der weitere Definitionsbeispiele fur die unterschiedliche Facetten der sozialen Kompetenz gibt, ordnet die unterschiedlichen Definitionselemente grob in funf psychologische Kategorien: “ Einstellungen und Werthaltungen, Motivationsvariablen, Perso n- [...]

Ausfu hrungen in Abschnitt 2.3.2.4.2). Drittens ko nnen solche Personen identifiziert werden, die besonders gut in einer TeamUmgebung arbeiten ko nnen. Gedacht wird dabei vor allen an solche Personen, ßwho also possess skills and attitudes that support their teamß (TANNENBAUM et al., 1996, S. 512). Bisher gibt es jedoch nur wenige Untersuchungen uber die Vorhersage von Teamqualita ten durch bestimmte Auswahlmethoden. Zunehmende Verbreitung finden jedoch kompetenzbasierte Interviews (SPENCER & SPENCER, 1993), in denen versucht wird, von den Bewerbern Informationen uber deren Kompetenzen zu ermitteln. Wie SCHAPER (1999) ausfuhrt, werden mit der zunehmenden Verbreitung von Gruppenbzw. Teamarbeitsformen auch die Anforderungen an fachubergreifende Kompetenzen der Mitarbeiter steigen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Konstrukt der ’Teamfa higkeitÄ, welches nachfolgend ausfuhrlicher dargestellt werden soll. [...]

Arbeit zitieren:
Krüger, Roland September 2000: Evaluation von Outdoor-Teamentwicklungsseminaren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Evaluation, Incentive, Outdoortraining, Team, Teamentwicklung

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