Europäisierung deutscher Universalbanken
Darstellung und kritische Analyse der Markteintrittsstrategien am Beispiel ausgewählter Länder Europas
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bernd Schüle
- Abgabedatum: Mai 1995
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 4,7 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0250-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0250-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0250-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schüle, Bernd Mai 1995: Europäisierung deutscher Universalbanken, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Bernd Schüle
Einleitung:
Die Internationalisierung der deutschen Banken, insbesondere der deutschen Großbanken, lässt sich in mehrere Phasen untergliedern.
Die erste Phase nach 1945 war von großer Zurückhaltung geprägt, hervorgerufen durch den zweimaligen Verlust des Auslandsvermögens durch Enteignung. Man konzentrierte sich auf den Wiederaufbau der eigenen Volkswirtschaft. Deshalb war es in dieser Phase nur folgerichtig, dass sich die deutschen Banken auf die Wiederaufnahme der unterbrochenen Kontakte zu den ehemaligen Korrespondenzbanken und den Aufbau neuer Verbindungen beschränkten. Mit Hilfe dieser Korrespondenzbankbeziehungen konnte man den Anforderungen der inländischen Export- und Importwirtschaft gerecht werden.
In der zweiten Phase, Anfang der sechziger Jahre, stellte sich den deutschen Großbanken immer häufiger die Frage nach der Notwendigkeit von Einheiten im Ausland. Auf die immer stärker werdende Einbindung Deutschlands in den Welthandel reagierten die Banken mit dem Aufbau eines Netzes von Repräsentanzen. Sie besaßen zu diesem Zeitpunkt den ausschlaggebenden Vorteil, mit wenig Kapitaleinsatz und geringen Kostenaufwand errichtet werden zu können.
Die dritte Phase des „going international“ vollzog sich über Kooperationsvereinbarungen mit befreundeten ausländischen Banken. Der Startschuss für das sogenannte „club-banking“ fiel in den Jahren 1970/71. So kam es 1970 zu den Gründungen der EBIC-Gruppe (mit der Deutschen Bank), der Europartner-Gruppe (mit der Commerzbank) und der Orion-Gruppe (mit der Westdeutschen Landesbank). 1971 folgte die ABECOR-Gruppe mit den deutschen Mitgliedern Dresdner Bank und Bayrische Hypotheken- und Wechsel-Bank.
Parallel zu den internationalen Kooperationsvereinbarungen verlief die vierte Phase der Internationalisierung der deutschen Banken. Dabei wurden an den wichtigsten Finanzplätzen eigene Filialen und Tochtergesellschaften gegründet. Diese wurden als Ergänzung zu dem bestehenden Netz von Repräsentanzen und den internationalen Kooperations-Gruppen angesehen.
Heute befinden sich die deutschen Banken in der fünften Phase. Vor allem die deutschen Großbanken zeichnen sich durch weltweite Orientierung und Aktivitäten aus. Sie besitzen ein Netzwerk von operativen Einheiten gestreut auf eine Vielzahl von Ländern. Die Globalisierung der Wirtschaft sowie die Liberalisierung der Finanzmärkte übt auf die Banken einen permanenten Druck aus, sich ebenfalls international zu betätigen und rund um die Uhr präsent zu sein.
Für die Zukunft eröffnen sich durch die Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes und die Umwälzungen in Mittel- und Osteuropa neue Perspektiven.
So war die Verwirklichung des Binnenmarktes am 1. Januar 1993 für die Banken ein doppelt wichtiges Datum. Zum einen verändern sich die Wettbewerbsbedingungen für ihre Kunden, zum anderen ändern sich die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Banken selbst.
Ebenso wie der Europäische Binnenmarkt wirkt sich die Demokratisierung und Liberalisierung der Wirtschaft in Zentral- und Osteuropa auf die Internationalisierung der Banken aus. Diese beiden Faktoren bieten den Banken neue Chancen, ihre Geschäftstätigkeit auszubreiten.
Beim „going european“ der deutschen Banken kann keine einheitliche Strategie festgestellt werden. Im folgenden soll der Status quo der Auslandspräsenz deutscher Banken sowie eventuelle zukünftige Tendenzen in den zu untersuchenden Ländern, hervorgerufen durch den Europäischen Binnenmarkt oder die Veränderungen in Mittel- und Osteuropa, dargestellt werden.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel werden zunächst das deutsche Bankwesen und die möglichen Markteintrittsstrategien von Banken dargestellt. Des weiteren kommt es zu einer Erläuterung der Auswahl der Banken und Länder, die in Kapitel 4 näher betrachtet werden.
Im dritten Kapitel werden die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Markteintritts in EU- bzw. Nicht-EULänder aufgezeigt.
In Kapitel 4, dem Hauptteil der Arbeit, sollen zunächst die Markteintrittsstrategien der Sparkassen und der Volks- und Raiffeisenbanken allgemein für Europa dargestellt werden, ohne auf bestimmte Länder näher einzugehen. Im Anschluß daran werden am Beispiel ausgewählter Länder Europas die dort vollzogenen Markteintrittsstrategien der übrigen Univeralbanken aufgezeigt und analysiert. Den Schluß der Arbeit bildet eine Zusammenfassung sowie ein Ausblick in die zukünftige Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Darstellung des deutschen Bankwesens | 3 |
| 2.1.1 | Zentralbanksystem | 3 |
| 2.1.2 | Universalbankensystem | 5 |
| 2.1.2.1 | Überblick | 5 |
| 2.1.2.2 | Großbanken | 8 |
| 2.1.2.3 | Regionalbanken | 8 |
| 2.1.2.4 | Privatbankiers | 9 |
| 2.1.2.5 | Zweigstellen ausländischer Banken | 10 |
| 2.1.2.6 | Sparkassensektor | 10 |
| 2.1.2.7 | Genossenschaftssektor | 13 |
| 2.2 | Mögliche Markteintrittsstrategien von Banken | 14 |
| 2.2.1 | Vorbemerkungen | 14 |
| 2.2.2 | Repräsentanzen | 15 |
| 2.2.3 | Kooperationen | 16 |
| 2.2.4 | Beteiligungen | 18 |
| 2.2.5 | Filialen | 20 |
| 2.2.6 | Tochtergesellschaften | 22 |
| 2.3 | Länderauswahl | 23 |
| 2.4 | Bankenauswahl | 24 |
| 3. | Rahmenbedingungen des Markteintritts in Länder der EU und Nicht-EU-Länder | 25 |
| 3.1 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 25 |
| 3.2 | Wirtschaftliche Rahmenbedingungen | 29 |
| 4. | Markteintrittsstrategien deutscher Universalbanken in Europa | 34 |
| 4.1 | Vorbemerkungen | 34 |
| 4.2. | Markteintrittsstrategien der Sparkassen in Europa | 36 |
| 4.3. | Markteintrittsstrategien der Genossenschaftsbanken in Europa | 41 |
| 4.4. | Markteintrittsstrategien der übrigen deutschen Universalbanken in ausgewählte Länder der EU | 48 |
| 4.4.1 | Großbritannien | 48 |
| 4.4.1.1 | Markteintrittsstrategien | 48 |
| 4.4.1.1.1 | Nicht-kooperative Markteintrittsstrategien | 48 |
| 4.4.1.1.2 | Kooperative Markteintrittsstrategien | 51 |
| 4.4.1.2. | Analyse der vollzogenen Markteintrittsstrategien | 51 |
| 4.4.1.2.1 | Ökonomische Kriterien | 51 |
| 4.4.1.2.2 | Nicht-ökonomische Kriterien | 53 |
| 4.4.2 | Spanien | 54 |
| 4.4.2.1 | Markteintrittsstrategien | 54 |
| 4.4.2.1.1 | Nicht-kooperative Markteintrittsstrategien | 54 |
| 4.4.2.1.2 | Kooperative Markteintrittsstrategien | 56 |
| 4.4.2.2. | Analyse der vollzogenen Markteintrittsstrategien | 57 |
| 4.4.2.2.1 | Ökonomische Kriterien | 57 |
| 4.4.2.2.2 | Nicht-ökonomischer Kriterien | 58 |
| 4.5. | Markteintrittsstrategien der übrigen deutschen Universalbanken in ausgewählte Nicht-EU-Länder | 59 |
| 4.5.1 | Polen | 59 |
| 4.5.1.1 | Markteintrittsstrategien | 59 |
| 4.5.1.1.1 | Nicht-kooperative Markteintrittsstrategien | 59 |
| 4.5.1.1.2 | Kooperative Markteintrittsstrategien | 61 |
| 4.5.1.2. | Analyse der vollzogenen Markteintrittsstrategien | 62 |
| 4.5.1.2.1 | Ökonomische Kriterien | 62 |
| 4.5.1.2.2 | Rechtliche Kriterien | 64 |
| 4.5.1.2.3 | Nicht-ökonomische Kriterien | 65 |
| 4.5.2 | Tschechische Republik | 65 |
| 4.5.2.1 | Markteintrittsstrategien | 65 |
| 4.5.2.1.1 | Nicht-kooperative Markteintrittsstrategien | 65 |
| 4.5.2.1.2 | Kooperative Markteintrittsstrategien | 68 |
| 4.5.2.2 | Analyse der vollzogenen Markteintrittsstrategien | 68 |
| 4.5.2.2.1 | Ökonomische Kriterien | 68 |
| 4.5.2.2.2 | Rechtliche Kriterien | 71 |
| 4.5.2.2.3 | Nicht-ökonomische Kriterien | 72 |
| 4.5.3 | Ungarn | 72 |
| 4.5.3.1 | Markteintrittsstrategien | 72 |
| 4.5.3.1.1 | Nicht-kooperative Markteintrittsstrategien | 72 |
| 4.5.3.1.2 | Kooperative Markteintrittsstrategien | 74 |
| 4.5.3.2 | Analyse der vollzogenen Markteintrittsstrategien | 75 |
| 4.5.3.2.1 | Ökonomische Kriterien | 75 |
| 4.5.3.2.2 | Rechtliche Kriterien | 77 |
| 4.5.3.2.3 | Nicht-ökonomische Kriterien | 77 |
| 5. | Schlußbetrachtung | 77 |
| Literaturverzeichnis | IX | |
| Verzeichnis der Gesprächspartner | XVII | |
| Eidestattliche Erklärung | XVIII |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832402501
Arbeit zitieren:
Schüle, Bernd Mai 1995: Europäisierung deutscher Universalbanken, Hamburg: Diplomica Verlag
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