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Europäische Finanzmarktintegration am Beispiel des Retail Banking

Europäische Finanzmarktintegration am Beispiel des Retail Banking
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Florian Feick
  • Abgabedatum: Juni 2006
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9668-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9668-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9668-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Feick, Florian Juni 2006: Europäische Finanzmarktintegration am Beispiel des Retail Banking, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bank, Europäische Union, Finanzwesen, Bankwissenschaft

MA-Thesis / Master von Florian Feick

Einleitung:

Die Integration der europäischen Finanzmärkte ist von entscheidender Bedeutung für die Belebung des Wachstums in der EU und somit ein wichtiger Parameter, um die mittlerweile revidierten Ziele der Lissabon-Strategie zu erreichen. Mit einigen politischen Maßnahmen (bspw. Financial Services Action Plan) ist die Europäische Union dem Ziel eines europäischen Finanzbinnenmarktes einen entscheidenden Schritt näher gekommen. So ist nach der Vollendung des Binnenmarktes und der Euro-Einführung der Integrationsprozess der europäischen Wholesale- und Geldmärkte weit fortgeschritten.

Auf einigen Teilmärkten sind jedoch Hürden verblieben, die grenzüberschreitende Finanztransaktionen weiterhin behindern. Besonders im Bereich Retail-Banking ist noch eine starke Zersplitterung der europäischen Märkte zu konstatieren. Dort stellen nationale Grenzen de facto noch immer eine Barriere für Konsumenten dar, so dass grenzüberschreitende Geschäfte zwischen Finanzdienstleistern und privaten Endverbrauchern derzeit noch die Ausnahme sind. Der Retail Bereich ist somit momentan „überwiegend lokal geprägt“. Aufgrund dessen können die Potenziale eines EU-Marktes mit 450 Mio. Bürgern zur Zeit nur unzureichend genutzt werden.

Natürlich wird die Integration der Finanzdienstleistungsmärkte in entscheidendem Maße vom Verhalten der Teilnehmer bestimmt. Es ist allerdings nicht nur - wie dies zum Teil behauptet wird - allein eine „freie“ Entscheidung der Verbraucher, die zur Fragmentierung des europäischen Retail-Banking Marktes beiträgt. Vielmehr ist dieser Befund auch darauf zurückzuführen, dass der Marktzutritt von ausländischen Kreditinstituten oder ausländischen Finanzprodukten erschwert bzw. verhindert wird. Es gibt also sehr wohl ordnungspolitische Stellschrauben, die den Weg für eine intensivere Finanzmarktintegration im Retail-Banking Sektor ebnen könnten.

Die vorliegende Arbeit liefert einen Beitrag zu der Diskussion um den Stand, die Vorteile und politischen Konsequenzen der europäischen Finanzmarktintegration und wird dabei das Hauptaugenmerk auf den Bereich Retail-Banking richten. Hierbei werden insbesondere die folgenden vier Fragekomplexe erörtert:

Wie ist der Status Quo? Wie integriert ist der europäische Retail-Banking Markt? Welche Vorteile würde ein besser integrierter (Retail-Banking-)Finanzmarkt sowohl für Konsumenten als auch aus makroökonomischer Sicht mit sich bringen? Welche Hindernisse (natürliche und politische) stehen einer intensiveren Integration des Retail-Sektors im Weg? Welche politischen Schlussfolgerungen kann man aus der Analyse ziehen? Wie kann die Politik Rahmenbedingungen für ein Voranschreiten der Integration im Retail-Banking Sektor setzen?

Entsprechend der obigen Zielsetzung ist die Arbeit wie folgt aufgebaut: Nach der Einleitung nimmt das zweite Kapitel Begriffsbestimmungen und -abgrenzungen der Termini Finanzmarktintegration, Retail-Banking und Wholesale Banking vor. Diese Abgrenzungen sind essentiell für das Verständnis der folgenden Arbeit.

Das dritte Kapitel widmet sich einem kursorisch-historischen Überblick über die Genesis der europäischen Finanzmarktintegration und skizziert überdies den konzeptionell-rechtlichen Rahmen dieses Integrationsprozesses.

Das vierte Kapitel analysiert den Status Quo, d.h. widmet sich der Frage, wie integriert der europäische Retail-Banking Sektor wirklich ist. Einleitend wird eine Diskussion der Problematik der Messung von Finanzmarktintegration im Allgemeinen und im Retail Sektor im Besonderen vorgenommen. Da aus der Diskussion deutlich wird, dass es nicht „ein“ Konzept zur Messung von Finanzmarktintegration gibt, werden daran anschließend die Resultate verschiedenster Studien zum Integrationsstand im Retail-Banking Sektor, in einer beschreibenden Analyse präsentiert.

Das fünfte Kapitel stellt die potentiellen Vorteile dar, die sich aus einer intensiveren Integration der europäischen Retail Märkte ergeben würden. Hierbei unterscheidet der Autor in makroökonomische Vorteile und Konsumentenvorteile. Es ist allerdings zu beachten, dass es unmöglich ist, die potentiellen makroökonomischen Vorteile (insb. Wachstums- und Beschäftigungseffekte), die sich rein aus einer fortschreitenden Integration der Retail Märkte ergeben, herauszustellen. Vielmehr stellen die präsentierten Vorteile Potenziale für eine generell fortschreitende Integration der europäischen Finanzdienstleistungsmärkte dar. Da die Retail Märkte zum jetzigen Zeitpunkt noch am meisten fragmentiert sind, ist jedoch anzunehmen, dass sich enorme Vorteile aus einer intensiveren Integration in diesem Marktsegment ergeben würden.

Das sechste Kapitel präsentiert Hindernisse, die einer weitergehenden Integration der Retail-Banking Märkte im Weg stehen. Es wird eine Systematisierung in „natürliche“ und „politische“ Hindernisse vorgenommen und deren Relevanz evaluiert. Am Ende des Kapitels wird die Wirkungsweise der Hindernisse am Beispiel ausgewählter Finanzprodukte verdeutlicht.

Das siebte Kapitel leitet politische Schlussfolgerungen aus der vorangegangenen Analyse ab und gibt Handlungsempfehlungen, d.h. geht der Frage nach, wie die Politik Rahmenbedingungen für ein Voranschreiten des Integrationsprozesses im Retail-Banking Sektor setzen könnte.

Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Begriffsbestimmungen und -abgrenzungen 3
3. Historischer Überblick und konzeptioneller Rahmen der europäischen Finanzmarktintegration 4
3.1 Von ausgeprägter Heterogenität zum europäischen Binnenmarktprogramm für Finanzdienstleistungen 4
3.2 Europäische Währungsunion 6
3.3 Financial Services Action Plan (FSAP) und Lamfalussy-Verfahren 6
3.4 Post-FSAP Agenda: Weißbuch „Finanzdienstleistungspolitik 2005-2010“ 8
4. Analyse des Status Quo: Wie integriert ist der europäische Retail-Banking Sektor? 9
4.1 Zur Problematik der Messung von Finanzmarktintegration im Allgemeinen und im Retail-Bereich im Besonderen 9
4.1.1. Preisorientierte Konzepte zur Messung der Finanzmarktintegration 10
4.1.2 Mengenorientierte Konzepte zur Messung der Finanzmarktintegration 12
4.1.3 Besonderheiten bei der Messung von Finanzmarktintegration im Retail-Sektor 12
4.2 Marktanteile ausländischer Banken in der EU 13
4.3 Direkte grenzüberschreitende Geschäfte 18
4.4 Annäherung von Zinssätzen 19
4.5 „Co-Integration analysis” 20
4.6 „Interest-rate pass-through” 21
4.7 Fazit 22
5. Potentielle Vorteile einer fortschreitenden europäischen Finanzmarktintegration 23
5.1 Konsumentenvorteile 23
5.1.1 Größere Produktvielfalt 23
5.1.2 Sinkende Preise 24
5.1.3 Verbesserte Portfolio Allokation (Diversifikationsvorteile) 28
5.2 Makroökonomische Vorteile 29
5.2.1 Verbesserte Kapital Allokation 29
5.2.2 Wachstums- und Beschäftigungseffekte 30
6. Hindernisse für eine intensivere Integration des Retail-Banking Marktes 33
6.1 Systematisierung der Hindernisse für eine vollständige Integration des Retail-Banking Sektors 34
6.1.1 Politische Hindernisse 34
6.1.2 Natürliche Hindernisse 35
6.2 Bewertung der Relevanz von natürlichen und politischen Hindernissen 36
6.3 Wirkungsweise der Hindernisse am Beispiel ausgewählter Finanzprodukte 38
6.3.1 Grenzüberschreitende Kredite 38
6.3.2 Investmentfonds 40
7. Politische Schlussfolgerungen: Handlungsempfehlungen zur Intensivierung der Integration im Retail-Banking Sektor 43
7.1 Verabschiedung vom Prinzip der Minimalharmonisierung 43
7.2 Steuerrechtsharmonisierung 44
7.3 Erleichterung grenzüberschreitender Übernahmen und Zusammenschlüsse 45
7.4 Konsumentenvertrauen stärken 47
7.5 Erleichterter grenzüberschreitender Zugang zu Retail-Banking Produkten 48
8. Fazit 49
Anhangverzeichnis 52
Literaturverzeichnis 61

Arbeit zitieren:
Feick, Florian Juni 2006: Europäische Finanzmarktintegration am Beispiel des Retail Banking, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bank, Europäische Union, Finanzwesen, Bankwissenschaft

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