Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Der Euro im Gespräch

Untersuchungen zu den Diskussionsrunden des ARTE-Themenabends vom 28.03.1996

Der Euro im Gespräch
Über dieses Buch

Staatsexamensarbeit von Nils Eigenwald

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit "Der Euro im Gespräch" beschäftigt sich im wesentlichen mit der Frage, wie der deutsch-französische Gemeinschaftssender ARTE seinem Publikum die Einführung der künftigen europäischen Einheitswährung konzeptionell näherbringt.

Als eines der zentralen Themen unserer Zeit steht die Umstellung auf den Euro zunehmend im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Je näher das Ende der D-Mark und das der anderen europäischen Einzelwährungen rückt, desto häufiger und heftiger wird auch in den Massenmedien darüber diskutiert.

Europa steht vor einer Herausforderung, die nicht wenigen Menschen Angst macht. Auf welche Art und Weise sich das Fernsehen dieser Problematik annimmt, wird in dieser Arbeit am Beispiel eines ARTE-Themenabends mit dem Titel "Euro - neues Geld für alle" untersucht. Dabei stehen die Besonderheiten des Kulturkanals stets im Vordergrund der Betrachtung.

Die Untersuchung verfolgt keineswegs die Absicht, den fernsehtypischen Umgang mit diesem Thema im Sinne einer repräsentativen Darstellung zu dokumentieren. Sie setzt sich vielmehr zum Ziel, eine von vielen Möglichkeiten seiner massenmedialen Aufbereitung aufzuzeigen und weist dabei nach, wie eng die Interessenlage eines Senders und die Art seiner Informationsvermittlung miteinander verknüpft sein können.

Nach einführenden Betrachtungen zum inhaltlichen Gegenstand des untersuchten Themenabends, zum Profil der ausstrahlenden Sendeanstalt und zur Gesamtstruktur der Sendung konzentriert sich die Analyse auf einen spezifischen Programmpunkt, und zwar auf die vier Diskussionrunden. Die ausführlichen Gespräche mit insgesamt sieben ausgewählten Euro-Experten stellen insofern ein interessantes Untersuchungsobjekt dar, als sich in ihnen zeigt, auf welch vielschichtige und subtile Weise die Verbindung zum Rezipienten, also letztlich zum Adressaten eines solchen Fernsehereignisses hergestellt wird.

Zunächst werden die besonderen Gesetzmäßigkeiten, die für Gespräche in den Massenmedien gelten, allgemein-theoretisch erläutert und dann - im Rahmen einer eingehenden Diskursanalyse - praktisch auf die Diskussionen des Themenabends übertragen. Dabei wird die Fragestellung zweifach eingegrenzt: Zum einen beschränkt sich die Betrachtung auf das kommunikative Verhalten der beiden Moderatoren, Sabine Christiansen und Hervé Claude, und zum anderen werden lediglich zwei diskursanalytische Gesichtspunkte - und zwar die Dialogsteuerung und die Personalreferenz - als Untersuchungskriterien herangezogen.

Durch die Analyse des Euro-Themenabends bestätigt sich auf eindringliche Art und Weise die Erkenntnis, daß Mediengespräche in vielen Fällen einer wohlüberlegten Inszenierung unterliegen. Die Untersuchung der Expertendiskussionen macht exemplarisch deutlich, wie sehr sich das anstaltspolitische Kalkül eines Fernsehsenders in der Gestaltung seines Programms niederschlägt. Bei ARTE wird in einer Form über die Einführung der künftigen europäischen Einheitswährung diskutiert, die sich ohne Frage nahtlos in das Gesamtkonzept des deutsch-französischen Gemeinschaftssenders einfügt. Im Zeichen der europäischen Integration, für die ARTE ganz besonders steht, wird hier der Euro eindeutig als Chance und nicht als Gefahr gesehen. Quintessenz der Ausführungen ist somit der Befund, daß der Kulturkanal am 28.03.1996 eindeutig eine "Pro-Euro-Sendung" ausstrahlt und damit einen für ihn typischen Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema liefert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Gegenstandsbestimmung 1
1.2 Eingrenzung der Fragestellung 2
1.3 Zum Aufbau dieser Arbeit 3
2. Der Euro - eine europäische Idee 5
2.1 Zur Vorgeschichte des Euro 5
2.2 Der Euro in der öffentlichen Diskussion 7
3. ARTE - ein Sender und seine Themenabende 9
3.1 ARTE - ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt 9
3.1.1 Ein Symbol deutsch-französischer Verbundenheit 9
3.1.2 ARTE in der französischen und der deutschen Medienlandschaft 10
3.1.3 Das Zielpublikum von ARTE 11
3.1.4 Zwei Sprachen, zwei Kulturen - Stärke oder Manko? 12
3.2 Das ARTE-Markenzeichen - die Themenabende 14
4. Ein Themenabend zur Einführung des Euro 16
4.1 Vorüberlegungen zur Gestaltung und Planung 16
4.1.1 Der Diskussionsstand im März 1996 17
4.1.2 Das Zielpublikum dieses speziellen Themenabends 18
4.1.3 Die Auswahl der Moderatoren 19
4.1.4 Die Auswahl der Gesprächsgäste 20
4.2 Umsetzung und Durchführung 22
4.2.1 Die Makrostruktur der Sendung 23
4.2.2 Der Verlauf der Gesprächsrunden 25
5. Grundzüge des Mediengesprächs 27
5.1 Zur Kommunikationssituation "Mediengespräch" 27
5.2 Zur Gesprächskonstellation des Mediengesprächs 29
5.2.1 Die Rollenvielfalt der Moderatoren 30
5.2.2 Das Rollenverständnis der Gesprächsgäste 31
5.2.3 Die situativen Ränge der Aktanten 32
5.3 Zum Aufbau des Mediengesprächs 33
5.3.1 Die Einführungsphase und die Beendigungsphase 34
5.3.2 Die Kernphase 35
6. Methodische Erläuterungen 37
6.1 Zur Erstellung des zugrundeliegenden Datenkorpus' 37
6.2 Zur Auswahl der Untersuchungskriterien 38
7. Diskursanalytische Untersuchungen 39
7.1 Zwei Grundaspekte der Mediengesprächsanalyse in der Theorie 39
7.1.1 Das Untersuchungskriterium "Dialogsteuerung" 39
7.1.1.1 Dialogaufrechterhaltende Steuerungen 40
7.1.1.2 Dialogthematische Steuerungen 43
7.1.2 Das Untersuchungskriterium "Personalreferenz" 45
7.1.2.1 Personalreferenz mit Selbstbezug 46
7.1.2.2 Personalreferenz mit Fremdbezug 48
7.2 Praktische Analyse des kommunikativen Verhaltens der Moderatoren 49
7.2.1 Allgemeine Beobachtungen zu den Gesprächsanteilen 50
7.2.1.1 Die Anteile der verschiedenen Gesprächsphasen 50
7.2.1.2 Die Redeanteile insgesamt 51
7.2.1.3 Die Redeanteile der Moderatoren im Verhältnis zueinander 52
7.2.1.4 Die Anteile der Gesprächsschritte insgesamt 53
7.2.1.5 Die Anteile der Moderatorengesprächsschritte im Verhältnis zueinander 53
7.2.2 Aspekte der Dialogsteuerung 54
7.2.2.1 Aspekte der dialogaufrechterhaltenden Steuerung 54
7.2.2.1.1 Dialogaufrechterhaltende Gesprächsschritte 54
7.2.2.1.2 Zur Organisation der Sprecherwechsel 56
7.2.2.1.3 Zur Problematik der Einwürfe 61
7.2.2.1.4 Hörersignale 63
7.2.2.2 Aspekte der dialogthematischen Steuerung 63
7.2.2.2.1 Initiierende Gesprächsschritte 63
7.2.2.2.2 Reaktivierende Gesprächsschritte 65
7.2.3 Aspekte der Personalreferenz 67
7.2.3.1 Der Selbstbezug der Moderatoren 67
7.2.3.1.1 Referenzkreis I (ausschließlicher Selbstbezug) 68
7.2.3.1.2 Referenzkreis II (erweiterter Selbstbezug) 71
7.2.3.1.3 Referenzkreis III (stark erweiterter Selbstbezug) 73
7.2.3.1.4 Referenzkreis IV (sehr stark erweiterter Selbstbezug) 75
7.2.3.2 Moderatorenbeiträge mit Fremdbezug auf die Gäste 78
7.2.3.2.1 Anredeformen 79
7.2.3.2.2 Deskriptionen 80
7.2.3.3 Moderatorenbeiträge mit Fremdbezug auf die Zuschauer 86
7.2.3.3.1 Expliziter Bezug auf den Zuschauer 86
7.2.3.3.2 Impliziter Bezug auf den Zuschauer 88
7.3 Gesamtbewertung 90
7.3.1 Das kommunikative Verhalten der Moderatoren untereinander 91
7.3.2 Das kommunikative Verhalten der Moderatoren zu den Gesprächsgästen 92
7.3.3 Das kommunikative Verhalten der Moderatoren zu den Zuschauern 93
7.3.4 Das Problem der Textsortenbestimmung 93
8. Schlußbetrachtung und Ausblick 97
9. Literaturverzeichnis 101
Anhang

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren