Ethno-Marketing in Deutschland
Am Beispiel der Deutsch-Türken
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dagny Bross
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 80 Seiten
- Dateigröße: 2,5 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Stuttgart Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5219-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5219-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5219-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bross, Dagny Januar 2002: Ethno-Marketing in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Interkulturelle Kommunikation, Türken, Marketing, Kultur
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Diplomarbeit von Dagny Bross
Problemstellung:
Globalisierung ist das Zauberwort der freien Marktwirtschaft. Unternehmen drängen auf den Weltmarkt, internationalisieren ihre Marketingstrategien und versuchen ihre Produkte und Dienstleistungen in möglichst vielen Ländern an den Konsumenten zu bringen. „Interkulturelle Kommunikation“ und „Internationales Marketing“ wurden zu wichtigen Schlagwörtern unserer Zeit.
Dabei wird gerne übersehen, dass auch im eigenen Land eine große Anzahl von Bürgern aus anderen Kulturen leben. Deutschland ist ein Zuwanderungsland und die große Zahl der Einwanderer aus verschiedensten Teilen der Welt stellt für Unternehmen eine interessante Zielgruppe dar.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bevölkerungsstruktur der Deutschen. Ein Blick auf die längerfristige demographische Entwicklung in Deutschlands zeigt, dass besonders die Rentenversicherung in den nächsten Jahrzehnten enormen Herausforderungen gegenübersteht. Da immer weniger Kinder geboren werden, steigt die Anzahl älterer Personen in der deutschen Bevölkerungspyramide stetig an. Das bedeutet, dass künftig immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentner finanzieren müssen. Zudem ist auch die allgemeine Lebenserwartung gestiegen, die ältere Generation wird also länger Rente in Anspruch nehmen, als es früher der Fall war. Für Deutschland ist deshalb gerade im Hinblick auf die sozialen Sicherungssysteme die weitere Zuwanderung ausländischer Erwerbstätiger ein Gewinn. Und wenn in naher Zukunft die Zahl der Immigranten steigt, so wird die Zielgruppe ausländischer Mitbürger größer und für Unternehmen attraktiver werden. Ethno-Marketing ist somit ein Bereich, der in Zukunft an Bedeutung und Aktualität gewinnen wird.
Diese Arbeit stellt eine „Einführung in Ethno-Marketing“ für Unternehmen, die in diesem Bereich tätig werden wollen, dar.
Theoretisches Fachwissen aus den Bereichen „Kultur“ und „Marketing“ bildet die Grundlage für die Betrachtung der ethnischen Zielgruppe und eine Anleitung für den sinnvollen Umgang mit ihr. Die theoretischen Ergebnisse werden dann im Verlauf der Arbeit auf die Hauptzielgruppe in Deutschland, die türkischstämmigen Menschen in der BRD, angewandt. Es wird dargestellt, inwiefern diese Zielgruppe sich von den deutschen Konsumenten unterscheidet und worauf abweichendes Verhalten zurückzuführen ist. Eine Zusammenstellung der demographischen und soziographischen Merkmale sowie dem finanziellen Potential der Zielgruppe liefert zusätzliche wichtige Informationen. Aufgrund dieser Daten soll dargestellt werden, wie man zielgruppengerecht mit den türkischstämmigen Menschen in der BRD umgeht und über welche Medien sie erreichbar sind.
Gang der Untersuchung:
Beim Aufbau dieser Arbeit wird folgendermaßen vorgegangen: Zuerst wird der Begriff „Ethno-Marketing“ definiert und seine Herkunft erklärt.
Im darauf folgenden Teil wird auf theoretisches Wissen aus dem Bereich Kultur eingegangen, das später als Grundlage für die Umsetzung des Ethno-Marketing in Deutschland dient. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Beziehungen zwischen Mensch und Kultur und auf den theoretischen Unterscheidungsmerkmalen zwischen Kulturen.
Im nächsten Abschnitt stehen die Einflüsse der Kulturen auf die verschiedenen Marketingbereiche im Vordergrund. Der Einfluss von Kultur auf die Kommunikation und auf das Konsumentenverhalten wird schwerpunktmäßig dargestellt.
Im anschließenden Kapitel wird explizit auf die Situation in der BRD eingegangen. Die Hauptzielgruppe für Ethno-Marketing in Deutschland, die „Deutsch-Türken“, wird auf ihre kulturellen Besonderheiten hin untersucht. Ihr besonderes Konsumentenverhalten wird dargestellt.
Der darauf folgende Teil befasst sich mit bereits existierenden Ethno-Marketing Aktivitäten einiger ausgewählter deutscher Unternehmen und soll einen Überblick über ihre Kampagnen geben.
Im letzten Teil wird kritisch auf die Integrationsproblematik der Zuwanderer in der BRD aufmerksam gemacht.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problematik | 1 |
| 1.2 | Aufbau und Abgrenzung | 3 |
| 2. | Ethno-Marketing | 4 |
| 2.1 | Definition Ethno-Marketing | 4 |
| 2.2 | Geschichte des Ethno-Marketing | 6 |
| 3. | Kultur | 8 |
| 3.1 | Der Kulturbegriff | 8 |
| 3.1.1 | Nationalkultur | 10 |
| 3.1.2 | Subkultur | 10 |
| 3.2 | Beziehung zwischen Individuum und Kultur | 11 |
| 3.2.1 | Enkulturation | 11 |
| 3.2.2 | Ethnozentrismus | 12 |
| 3.3 | Kulturdistanz | 12 |
| 3.4 | Strukturmerkmale von Kulturen | 13 |
| 3.4.1 | Denken / Kognitive Prozesse | 13 |
| 3.4.2 | Wahrnehmung | 15 |
| 3.4.3 | Sprache | 16 |
| 3.4.4 | Nonverbale Kommunikation | 17 |
| 3.4.5 | Werteorientierung | 17 |
| 3.4.6 | Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Regeln | 18 |
| 3.4.7 | Soziale Gruppierungen und soziale Beziehungen | 19 |
| 3.4.8 | Raumverständnis | 20 |
| 3.4.9 | Zeitverständnis | 20 |
| 3.5 | Kulturelle Anleihen | 22 |
| 3.6 | Fazit | 23 |
| 4. | Kultur und Marketing | 25 |
| 4.1 | Der Kulturbegriff im Marketing | 25 |
| 4.2 | Interkulturelle Kommunikation | 25 |
| 4.3 | Kultur und Konsumentenverhalten | 27 |
| 4.3.1 | Die Hierarchie der Bedürfnisse | 27 |
| 4.3.2 | Werteorientierungen | 28 |
| 4.3.3 | Institutionen, Sitten und Bräuche | 29 |
| 4.3.4 | Symbolische Attribute | 30 |
| 4.3.5 | Persönliches Verbrauchsverhalten | 31 |
| 4.4 | Fazit | 33 |
| 5. | Ethno-Marketing in Deutschland | 34 |
| 5.1 | Voraussetzungen für Ethno-Marketing | 34 |
| 5.2 | Situationsanalyse in Deutschland | 35 |
| 5.3 | Die Zielgruppe „Deutsch-Türken“ | 36 |
| 5.3.1 | Geschichte der türkischen Migranten | 36 |
| 5.3.2 | Potential | 38 |
| 5.3.3 | Kulturelle Eigenheiten der Zielgruppe | 40 |
| 5.4 | Marktkommunikation mit Türken in der BRD | 46 |
| 5.4.1 | Türkische Medien in Deutschland | 46 |
| 5.4.2 | Mediennutzung der „Deutsch-Türken“ | 50 |
| 5.4.3 | Konsumverhalten | 52 |
| 5.4.4 | Werbung für Türken in Deutschland | 53 |
| 5.5 | Fazit | 55 |
| 6. | Beispiele aus der Praxis | 56 |
| 6.1 | Telekommunikation | 56 |
| 6.2 | Automobilbranche | 58 |
| 6.3 | Weitere Branchen | 58 |
| 7. | Kritik am Ethno-Marketing | 60 |
| 7.1 | Die Integrationsfrage | 60 |
| 7.1.1 | Integration der „Deutsch-Türken“ | 62 |
| 7.2 | Fazit | 63 |
| 8. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 64 |
| 9. | Literaturverzeichnis | V |
| 9.1 | Bücher | V |
| 9.2 | Zeitschriften | VII |
| 9.3 | Veröffentlichungen | IX |
| 9.4 | Internet | IX |
| 10. | Abbildungsverzeichnis | XI |
Informationssammlung, Bewertung von Alternativen, Kauf oder Nichtkauf sowie Nachkaufprozess69. Hier wird ein gedanklicher Prozess unterstellt, der eher analytisch und abstrakt ist.70 Diese Modelle können aber nach Meinung vieler Experten nicht auf Konsumenten aus anderen Kulturkreisen angewandt werden.71 Beim Entscheidungsprozeß spielt das Konzept des „wahrgenommenen Risikos“ eine Rolle. Das wahrgenommene Risiko beim Kauf eines Produktes kann in mehrere Bestandteile zerlegt werden: physisches, psychisches, finanzielles, soziales,... Risiko. Auch hier lässt sich beobachten, dass verschiedene Kulturen sensibler gegenüber dem physischen Risiko reagieren (z. B. Angst vor dem Tod), während in anderen Kulturen das soziale Risiko (z. B. Angst vor Gesichtsverlust) stärker im Vordergrund stehen.72 [...]
Und doch ist die Tatsache, dass jeder Mensch zum Überleben Nahrung aufnehmen muss, Grundlage für all diese kulturell unterschiedlichen Ausprägungen. 4.3.4 Symbolische Attribute Ein Symbol ist ein Zeichen oder „ein Reiz, der für einen Menschen eine erlernte Bedeutung oder einen erlernten Wert besitzt“64. Symbole schaffen Ordnung, erlauben Menschen zu interpretieren, was sie erfahren. Symbole basieren auf natürlichen Elementen wie Farben, Formen, Stoffen etc. Auch Worte oder Gesten können Symbolcharakter für ihre jeweilige Kultur haben.65 Beispiele dafür sind religiöse Symbole (Kreuz des Christentums), Symbole des Alltags (Wohneinrichtung, Begrüßungsrituale), die Farbsymbolik. Die selben Symbole können je nach kulturellem Hintergrund verschiedene Reaktionen beim Verbraucher auslösen. So gilt die Farbe Weiß im Westen als Farbe der Freude, Reinheit und Geburt. In China dagegen ist Weiß die Farbe der Trauer. „Als symbolische Produktattribute werden Eigenschaften von Produkten bezeichnet, die beim Verbraucher bestimmte Interpretationen bzw. Assoziationen auslösen.“66 Das Problem liegt darin, dass die Produktattribute – Verpackung, Erscheinungsbild, Markenname etc. – in Abhängigkeit des kulturellen Hintergrund des Verbrauchers unterschiedliche Interpretationen hervorrufen können. Symbol und Kultur sind verbunden durch den Wahrnehmungsprozess und durch die Interpretation der Wahrnehmung.67 [...]
Entscheidungsträger als Individuen gesehen, die sich wechselseitig beeinflussen und gegenseitig voneinander abhängig sind.62 Die Betrachtung der Familie als organische Einheit ist in westlichen Kulturkreisen eher selten, dabei ist gerade diese Sichtweise im kulturüberschreitenden Marketing – besonders im Hinblick auf asiatische Kulturen – angebracht. Dort ist das Individuum fest mit einer bestimmten Gruppe verknüpft. Dies bedeutet für den Einzelnen präzise Verhaltensvorschriften und Verpflichtungen. Die Verwendung der Einkünfte wird weitgehend von der Tradition und den Erwartungen der Familie bestimmt.63 4.3.3 Institutionen, Sitten und Bräuche Großen Einfluss auf das Marketing haben Institutionen wie Staat, Kirche oder Gewerkschaften. So hat die Kirche in vielen europäischen Ländern bis heute die Öffnung der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen extrem einschränken können. Bestimmte Produkte sind kulturabhängig. Dazu gehören vor allem Produkte, die mit wichtigen religiösen Institutionen, wie der Hochzeit oder dem Weihnachtsfest, in Beziehung stehen (Brautkleider, Weihnachtsmänner). Das Verbraucherverhalten wird ebenfalls von kulturellen Sitten und Bräuchen entscheidend geprägt. Als Beispiel hierfür dienen die Essgewohnheiten, also der Nahrungsverbrauch der verschiedenen Kulturen. Sie unterscheiden sich in vielen Punkten: Anzahl der Mahlzeiten am Tag Dauer einer Mahlzeit Zusammensetzung der Mahlzeit (Menge, Zutaten, Kalorien) Funktion der Mahlzeit (individuelle Nahrungsaufnahme oder gesellschaftliches Ereignis) [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832452193
Arbeit zitieren:
Bross, Dagny Januar 2002: Ethno-Marketing in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Interkulturelle Kommunikation, Türken, Marketing, Kultur



