Ethisches Reflexionsmodell für Soziale Arbeit
Dargestellt am Beispiel des Problemfeldes Schwangerschaftsabbruch
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Olaf Kahnt
- Abgabedatum: Februar 1997
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 6,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4478-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4478-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4478-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung: Die Studie wurde mit dem Förderpreis der Stadt Nürnberg (1. Preis) ausgezeichnet.
- Arbeit zitieren: Kahnt, Olaf Februar 1997: Ethisches Reflexionsmodell für Soziale Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ethik, Handlungslehre, Konzeptionserstellung, Reflexionsmodell, Schwangerschaftsabbruch
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Diplomarbeit von Olaf Kahnt
Gang der Untersuchung:
Im ersten Teil dieser Arbeit wird versucht zu zeigen, dass die soziale Arbeit aufgrund ihres wissenschaftstheoretischen Standortes als Handlungswissenschaft unbedingt eine ethische Orientierung benötigt, um überhaupt handeln zu können. Diese Orientierung ist jedoch in einer modernen pluralistischen Gesellschaft mit ihren vielen Einzelinteressen sehr schwierig (= gesellschaftlicher Standort der sozialen Arbeit).
Aufbauend auf diesen grundlegenden Überlegungen zum wissenschaftstheoretischen und gesellschaftlichen Standort der sozialen Arbeit, wird im zweiten Teil eine methodische Hilfe zur ethischen Reflexion entworfen. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Beschreibung und Bewertung zentral und wird methodisch umgesetzt. Das Reflexionsmodell ist besonders für die grundsätzliche Durchdringung eines Arbeitsfeldes oder eines brisanten sozialethischen oder sozialpolitischen Sachverhalts gedacht, soweit er die soziale Arbeit betrifft. Da SozialpädagogInnen gesellschaftlich Handelnde sind, die sich als Anwalt der Schwachen für diese einsetzen sollen, ist es auch Aufgabe der Einrichtungen und Träger der sozialen Arbeit, zu brisanten sozialethischen und sozialpolitischen Sachverhalten Stellung zu beziehen und auf Konzepte zum Umgang mit solchen Sachverhalten kompetent einzuwirken. Die Impulse, die sie auf der politischen Ebene geben, entstehen bei der intensiven einrichtungs- und trägerinternen Diskussion, bei Fachkongressen oder in der Feldforschung. Das Reflexionsmodell soll eine methodische Anleitung für diese grundsätzliche und breit angelegte Auseinandersetzung sein. Es soll helfen, einen komplexen Sachverhalt zu strukturieren, die verschiedenen Ebenen auseinander zu halten und getrennt anzugehen. Dieses Reflexionsmodell wäre somit auch im Bereich von Ausbildung als methodische Hilfe anwendbar.
Im dritten Teil wird dann das vorgestellte Reflexionsmodell anhand eines brisanten sozialethischen Sachverhaltes beispielhaft veranschaulicht. Das Thema "Schwangerschaftsabbruch" wurde ausgewählt, weil es einerseits sehr kontrovers diskutiert wird, andererseits lassen sich anhand dieses Problemfeldes ethisch hoch relevante Fragen über das Menschsein des Menschen thematisieren.
Der Sachverhalt wird zunächst (wie im Reflexionsmodell vorgeschlagen) anhand einiger ausgewählter Aspekte beschrieben und es werden Erklärungshypothesen aufgestellt. Danach wird ein ethischer Fragebereich ("Wann ist der Mensch ein Mensch") anhand von fünf Positionen dargestellt und anhand der im zweiten Teil vorgeschlagenen methodischen Schritte bewertet. Schließlich werden Zielvorstellungen für diesen Themenbereich abgeleitet, zu deren Erreichung Anregungen gegeben werden. Aufgrund des begrenzten Umfanges sind diese allerdings nur angedeutet.
Zum Verständnis dieser Diplomarbeit soll noch betont werden, dass der praktische Gewinn in erster Linie auf der übergeordneten Ebene (Metaebene) der Reflexion, Planung und Konzepterstellung angesiedelt ist und zudem noch mit dem Schwerpunkt auf der ethischen Reflexion. Was am Ende an praktischen Ausblicken für konkrete Arbeitsfelder formuliert wird, kann nur als Anregung zum Weiterdenken verstanden werden. Der dritte Teil darf auf keinen Fall als Versuch eines umfassenden Konzepts zum gesellschaftlichen Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen missverstanden werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN SA/SP UND ETHIK | 3 |
| 1.1 | Ethik | 3 |
| 1.1.1 | Begriffsklärung | 3 |
| 1.1.2 | Methodische Bausteine | 4 |
| 1.1.2.1 | Unterscheidung von deskriptiver und normativer Ethik | 4 |
| 1.1.2.2 | Unterscheidung von deontologischer und teleologischer Ethik | 4 |
| 1.1.2.3 | Unterscheidung von deskriptiven und praeskriptiven Sätzen | 5 |
| 1.1.2.4 | Vermeidung des naturalistischen Fehlschlusses | 5 |
| 1.1.2.5 | Forderung der Universalisierbarkeit | 6 |
| 1.1.3 | Voraussetzung für Ethik | 6 |
| 1.2 | Wissenschaftstheoretischer Standort der SA/SP | 7 |
| 1.2.1 | Beschreibende Wissenschaft und Handlungswissenschaft | 7 |
| 1.2.2 | Zielfestlegung aufgrund von Beschreibungs- und Bewertungswissen | 7 |
| 1.2.2.1 | Beschreibungswissen | 8 |
| 1.2.2.2 | Bewertungswissen | 8 |
| 1.3 | Ethische Orientierung im gesellschaftlichen Kontext | 9 |
| 1.3.1 | Pluralismus und ethischer Relativismus - eine notwendige Unterscheidung | 12 |
| 1.3.1.1 | Pluralismus | 12 |
| 1.3.1.2 | Der ethische Relativismus | 13 |
| 1.3.1.3 | Folgerung für die SA/SP | 15 |
| 1.3.2 | Die Rolle des Rechtes | 15 |
| 1.3.2.1 | Begriffsklärung | 15 |
| 1.3.2.2 | Recht zwischen Rechtspositivismus und Naturrecht | 16 |
| 1.3.2.3 | Funktionen des Rechtes | 18 |
| 1.4 | Zusammenfassung | 19 |
| 2. | REFLEXIONSMODELL (IVO - MODELL) | 20 |
| 2.1 | Input | 22 |
| 2.1.1 | Beschreibungswissen | 22 |
| 2.1.2 | Bewertungswissen | 22 |
| 2.2 | Verarbeitung | 23 |
| 2.2.1 | Grundhaltung: "Streitbare Toleranz" (Schlüter) und "kritischer Pluralismus" (Popper) | 23 |
| 2.2.2 | Ordnung des Beschreibungswissens | 24 |
| 2.2.2.1 | Beschreibung und Erklärung | 24 |
| 2.2.2.2 | Was ist der Fall? | 25 |
| 2.2.2.3 | Prüfung und Formulierung von Erklärungsansätzen | 28 |
| 2.2.3 | Die ethische Bewertung | 29 |
| 2.2.3.1 | Rekonstruktion der allgemeinen Obersätze | 29 |
| 2.2.3.2 | Test der Universalisierung | 31 |
| 2.2.3.3 | Ethische Konflikte und praktische Dilemmata | 33 |
| 2.2.3.4 | Das Problem der Letztbegründung | 33 |
| 2.3 | Output | 35 |
| 3. | BEISPIELHAFT ANGEDEUTETE DURCHFÜHRUNG DES VORGESTELLTEN REFLEXIONSMODELLS | 39 |
| 3.1 | Vorbemerkung | 39 |
| 3.2 | Sachverhaltsbesehreibung und Erklärung | 39 |
| 3.2.1 | Was ist der Fall? - Zur Beschreibung des Sachverhaltes. | 39 |
| 3.2.1.1 | Die rechtliche Situation in der BRD | 40 |
| 3.2.1.1.1 | Grundgedanken des Urteils des BVerfG | 40 |
| 3.2.1.1.2 | Das Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz (SFHÄndG) | 41 |
| 3.2.1.2 | Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche, und ihre Verteilung auf Altersgruppen, Familienstand und Indikations-, bzw. Beratungsregelung) | 41 |
| 3.2.1.3 | Die vorgeburtliche Entwicklung des Embryo | 42 |
| 3.2.1.3.1 | Zur biologischen Ausstattung des Embryos - Erkenntnisse aus der Embryologie: | 42 |
| 3.2.1.3.2 | Die psychische Entwicklung des Embryo - Erkenntnisse aus der praenatalen Psychologie | 44 |
| 3.2.2 | Warum ist etwas der Fall? - Erklärungsversuche | 44 |
| 3.2.2.1 | Wie kommt es zu ungewollten Schwangerschaften? | 44 |
| 3.2.2.2 | Warum sind Schwangerschaften unerwünscht und werden abgebrochen? | 45 |
| 3.2.2.2.1 | Abbruchgründe und Situation betroffener Frauen und ihrer Partner | 45 |
| 3.2.2.2.2 | Gesellschaftliches Einstellungsklima | 49 |
| 3.2.2.2.2.1 | Machbarkeitsdenken - Sicherheitsstreben - Planbarkeit | 49 |
| 3.2.2.2.2.2 | Radikaler Hedonismus - Existenzweise des Habens | 50 |
| 3.2.2.3 | Wirksamkeit der Schwangerschaftskonfliktberatung hinsichtlich der vorgegebenen Zielsetzung? | 51 |
| 3.2.2.3.1 | Die gesetzliche vorgeschriebene Beratungsregelung | 52 |
| 3.2.2.3.2 | Das professionelle Beratungsverständnis | 52 |
| 3.2.2.3.3 | Strukturell- und vorgabenbedingte Probleme der Schwangerschaftskonfliktberatung | 54 |
| 3.2.2.3.4 | Zieltauglichkeit des Beratungskonzepts | 55 |
| 3.3 | Ethische Bewertung | 56 |
| 3.3.1 | Wann ist der Mensch ein Mensch? | 57 |
| 3.3.1.1 | Position 1: Der (frühe) Embryo als Zellhaufen oder niederes Tier | 57 |
| 3.3.2.2 | Position 2: Der Embryo ist das, was er subjektiv für die betroffene Frau ist | 58 |
| 3.3.2.3 | Position 3: Der Embryo ist zwar Mensch, aber nicht Person | 59 |
| 3.3.2.4 | Position 4: Tötung in Ausnahmefällen geduldet | 61 |
| 3.3.2.5 | Position 5: Die Tötung eines Menschen ist Unrecht von Anfang an | 63 |
| 3.3.2 | Einige Gedanken zum Selbstbestimmungsrecht | 65 |
| 3.3.3 | Formulierung einer ethischen Leitlinie | 65 |
| 3.4 | Ableitung von Zielvorstellungen und darauf bezogene Methoden | 66 |
| 3.4.1 | Zielhierarchie zum Themenfeld "Status des Embryos" | 67 |
| 3.4.1.1 | Richtzielebene | 67 |
| 3.4.1.2 | Grobzielebene | 67 |
| 3.4.1.3 | Die Feinzielebene | 69 |
| SCHLUSSBEMERKUNG | 73 | |
| ANMERKUNGSVERZEICHNIS | 74 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 83 | |
| ANHANG | 87 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832444785
Arbeit zitieren:
Kahnt, Olaf Februar 1997: Ethisches Reflexionsmodell für Soziale Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ethik, Handlungslehre, Konzeptionserstellung, Reflexionsmodell, Schwangerschaftsabbruch



