Ethikbasierte Investments in Deutschland
Mehr Rendite mit besserem Gewissen?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Samy Dahmas
- Abgabedatum: März 2010
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: FOM Hochschule für Oekonomie und Management Frankfurt am Main Deutschland
- Bibliografie: ca. 200
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0319-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dahmas, Samy März 2010: Ethikbasierte Investments in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Social Responsibility Investments, Geldanlage, Sustainability Investments
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Diplomarbeit von Samy Dahmas
Einleitung:
Ethikbasierte Investments fristeten, trotz ihrer langen Entstehungsgeschichte, in der Vergangenheit ein Schattendasein. Aussagen, wie ‘Ethik ist in der Wirtschaft so nützlich wie ein Skilift in Ostfriesland’, zeigen die Ursache. Viele Manager und Investoren vertreten die Meinung, dass ethisches Handeln nicht mit den Renditezielen der modernen Ökonomie vereinbar ist. Oded Grajew hingegen stellte fest: ‘If business is so powerful, and does so much good; why is so much wrong in the world?'. Werden beide Aussagen zusammengeführt, lässt sich leicht erkennen welches enorme Konfliktpotential die Diskussion um Ethik und Ökonomie birgt.
Besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten kommt häufig die Forderung nach ethischem, ökologischem, sozialem und somit nachhaltigem Handeln auf. Krisen scheinen ein Umdenken in Gang zu setzen, was auch die Nachfrage nach ethikbasierten Investments steigen lässt. Experten, wie der Leiter des Produktmanagements der DekaBank Dirk Degenhardt, rechnen aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen mit einem deutlichen Bedeutungsanstieg dieser Produkte. Unter Investoren herrscht gerade bei dieser Anlageform jedoch oft Unklarheit über die Vor- und Nachteile einer solchen ‘außergewöhnlichen’ Geldanlage. Eine verbreitete Befürchtung ist, dass die Rendite wesentlich schlechter ausfällt als bei traditionellen Investments Dennoch steigt die Anzahl ethikbasierter Fonds in Deutschland stetig an und auch für Unternehmen ist der Trend zu nachhaltigem Wirtschaften eine Chance nachhaltig den Unternehmenswert zu steigern.
Scheinbar birgt die gesamte Entwicklung ethischer Investments positive Aspekte für alle Beteiligten. Grundvoraussetzung hierfür ist jedoch, dass eine hohe Transparenz über die ethische Vorgehensweise der Fonds gegeben ist und sich auch die Performance dieser Anlageform mit der von herkömmlichen Investments vergleichen lässt.
In diesem Zusammenhang ist es das Ziel der vorliegenden Arbeit, einen Einblick in die Anlageform der ethischen Investmentfonds zu geben und eine Aussage über Performanceunterschiede zwischen ethischen und traditionellen Fonds zu treffen. Zur Erreichung des Ziels wird die Performance ausgewählter ethikbasierter Aktienfonds über zehn Jahre mit der vergleichbarer traditioneller Fonds verglichen. Zusätzlich werden die Performancewerte während der New-Economy-Krise und der Finanzkrise betrachtet. Durch die ermittelten Werte soll die Frage ‘Mehr Rendite mit besserem Gewissen?’ beantwortet werden. Durch eine ergänzende Betrachtung der monatlichen Werte in Chartform wird überprüft, ob die Performancewerte von Ethikfonds im Verlauf außergewöhnlich stark und allgemein von denen traditioneller Fonds abweichen.
Die Vorgehensweise dieser Arbeit beginnt in Kapitel 2 mit einer grundlegenden Definition der wichtigsten Begriffe des Themas. Ergänzend erfolgt die Vermittlung der Grundlagen ethischer Investments und der Performancemessung, welche für die weiteren Ausführungen der Arbeit benötigt werden. Um einen Überblick über die Transparenzproblematik ethischer Fonds und die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung zu geben und um die verschiedenen Sichtweisen von Performance und Ethik näher zu erläutern, werden diese Themen daraufhin in Kapitel 3 dargestellt. In Kapitel 4 wird schließlich ein Überblick über die überprüften Fonds und die bereits durchgeführten Studien gegeben. Abschließend erfolgt in diesem Abschnitt der eigentliche Performancevergleich, dessen Ergebnisse am Ende des Kapitels zusammengetragen werden und in einer Handlungsempfehlung münden. In Kapitel 5 wird nach einer kurzen Zusammenfassung abschließend ein Fazit gezogen und ein Ausblick gewagt.
Die Anfertigung dieser Arbeit erfolgt zum Jahreswechsel 2009/2010. Die Welt befindet sich in einer schweren Finanzkrise, welche aus der sogenannten Subprime-Krise entstanden ist. Als Auslöser dieser Krisenverkettung wird häufig eine profitgierige und zu nachlässige Kreditvergabe der Banken gesehen. Besonders in Krisenzeiten wie dieser, wird allgemein nachhaltigeres Handeln aller Marktteilnehmer gefordert. Aktuell besonders im Trend sind ökologische Investments. Zurückzuführen ist dies in Deutschland unter Anderem auf die intensive Förderung dieses Bereichs durch den deutschen Staat. Dieser schuf mit dem Energieeinspeisegesetz 2009 (EEG 2009) interessante monetäre Anreize für Investoren, um die Ausweitung der umweltschonenden Energiegewinnung voranzutreiben. Aber auch die allgemeine Entwicklung der ethischen Investments in der Vergangenheit zeigt, dass dieser Anlagebereich aktuell keine unbedeutende Nischenerscheinung mehr darstellt und auch heute immer mehr Investoren an diesen Investments Interesse zeigen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Symbolverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Definition und Begriffsabgrenzung | 3 |
| 2.1.1 | Moral und Ethik | 3 |
| 2.1.2 | Nachhaltigkeit – Sustainability | 6 |
| 2.1.3 | Corporate-Social-Responsibility (CSR) | 8 |
| 2.2 | Ethikbasierte Investments – Social-Responsible-Investments (SRI) | 10 |
| 2.2.1 | Investmentfonds | 10 |
| 2.2.1.1 | Historischer Ursprung | 10 |
| 2.2.1.2 | Grundlagen | 10 |
| 2.2.2 | Die Quadratur des Dreiecks | 12 |
| 2.2.3 | Historische Entwicklung von Ethikfonds | 14 |
| 2.2.4 | Gegenwärtige Marktsituation und Markttrends in Deutschland | 16 |
| 2.2.5 | Systematiken und Ansätze des nachhaltigen Investments | 17 |
| 2.2.5.1 | Aktiver Ansatz | 19 |
| 2.2.5.2 | Passiver Ansatz | 19 |
| 2.2.5.3 | Screening-Ansätze | 20 |
| 2.2.6 | Rating ethikbasierter Investments – CSR-Rating | 21 |
| 2.3 | Performance, Rendite und die Möglichkeiten ihrer Messung | 23 |
| 2.3.2.1 | Eindimensionale Methoden | 25 |
| 2.3.2.1.1 | Rendite | 25 |
| 2.3.2.1.2 | Volatilität | 27 |
| 2.3.2.1.3 | Betafaktor | 29 |
| 2.3.2.2 | Zweidimensionale Methoden | 31 |
| 2.3.2.2.1 | Sharpe-Ratio | 31 |
| 2.3.2.2.2 | Treynor-Ratio | 32 |
| 2.3.2.2.3 | Jensen´s-Alpha | 33 |
| 2.3.2.2.4 | Treynor/Black-Ratio | 34 |
| 3. | Transparenz- und Performanceproblematik ethischer Investments | 35 |
| 3.1 | Basis ethischer Anlagekriterien und die Vermittlung an Investoren | 35 |
| 3.1.1 | Der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden (FHL) | 36 |
| 3.1.2 | Fondsunterlagen laut InvG | 37 |
| 3.1.3 | Transparenzleitlinien (Eurosif) | 38 |
| 3.1.4 | Internetquellen | 39 |
| 3.1.5 | Kritische Würdigung der Informationsbeschaffung | 40 |
| 3.2 | Sichtweisen des Zusammenspiels von Ethik und Ökonomie | 42 |
| 3.2.1 | Monismus von Ethik und Ökonomie | 43 |
| 3.2.1.1 | Ethik mit Renditeverzicht | 43 |
| 3.2.1.2 | Rendite vor Ethik | 44 |
| 3.2.2 | Dualismus von Ethik und Ökonomie | 44 |
| 3.2.3 | Konvergenz von Ethik und Ökonomie | 46 |
| 4. | Performancevergleich ausgewählter Ethikfonds in Deutschland | 47 |
| 4.1 | Literarische Abgrenzung ethischer Fonds | 47 |
| 4.2 | Eigene Abgrenzung ethischer Fonds | 48 |
| 4.3 | Überblick über bisherige Performancestudien | 49 |
| 4.4 | Grundlagen der Fondsselektion und des Performancevergleichs | 53 |
| 4.5 | Analyse der zu untersuchenden Fonds | 57 |
| 4.6 | Performancevergleich ethischer und traditioneller Investmentfonds | 61 |
| 4.7 | Zusammenführung der Ergebnisse | 78 |
| 4.8 | Kritische Würdigung der Ergebnisse | 82 |
| 4.9 | Handlungsempfehlung | 83 |
| 5. | Zusammenfassung, Fazit und Ausblick | 84 |
| Literaturverzeichnis | V | |
| Internetquellen | XIX |
Textprobe:
Kapitel 4.9, Handlungsempfehlung:
Da ethische Fonds im vorangegangenem Vergleich in der Lage waren vergleichsweise identische oder bessere Renditen bei gleichem oder geringerem Risiko zu generieren, kann daraus abgeleitet werden, dass an guten Performancekennzahlen interessierte Anleger im ethischen Fondsuniversum häufiger die Möglichkeit haben, ein ihren Vorstellungen entsprechendes Portfolio herauszufiltern als im traditionellen Fondsmarkt.
Für die Allgemeinheit der Investoren, die das im Laufe dieser Arbeit erwähnte ethische Fondsuniversum für eine Geldanlage in Betracht ziehen und eine Renditeerwartung gemäß einer Alternativanlage in einen traditionellen Fonds aufweisen, kann auf Basis der ermittelten Ergebnisse empfohlen werden, einen ethikbasierten Fonds mit gleicher regionaler Ausrichtung und Anlagepolitik als Geldanlage in Betracht zu ziehen. Zusätzlich zu der normalen und zumindest marktgerechten Rendite kann durch eine solche Anlage eine zusätzliche moralische Rendite erwirtschaftet werden, welche die herkömmliche Anlagenrendite zusätzlich positiv beeinflusst und sich nicht nachteilig auf die monetäre Rendite auswirkt.
Investoren ohne einen nachhaltigen Investitionshintergrund ist in diesem Zusammenhang nahezulegen, bei ihrer Anlageentscheidung auf einen Fonds zurückzugreifen, der einen Best-in-Class-Ansatz für Investitionsentscheidungen nutzt. Diese Thematik ist, obwohl kein Nachteil bei Fonds mit zusätzlichen Negativkriterien nachgewiesen werden konnte, wichtig, um auch vom Anlagespektrum her einen adäquaten alternativen Fonds herauszufiltern.
Allen Investoren, die auch ein tatsächliches Interesse an der Mittelverwendung ihrer Gelder haben sei gesagt, dass bei der durchgeführten Performanceanalyse nur die Faktoren Rendite, Risiko und Zeit betrachtet werden konnten. Bei ethischen Investments besteht die Problematik in der Handhabung ethischer und moralischer Kriterien, welche an Zeit, Ort und Person gebunden sind. Je nach Situation und Umgebung der handelnden Personen gelten unterschiedliche allgemeine oder individuelle Regeln und Normen. Aus diesem Grund sollten sich Investoren im Klaren darüber sein, was sie mit ihrem Geld bezwecken möchten und in welchem Maße ihre Vorstellungen berücksichtigt werden sollen. Für die individuelle Investitionsauswahl ist diese Grundlage bei interessierten Anlegern entscheidend, da kein Investment alle individuellen ethischen und moralischen Vorstellungen oder Wünsche befriedigen kann. Auf Basis eigener individueller Überlegungen kann aber eine ideal ausgerichtete Anlage mit Hilfe der in Abschnitt 3.1. aufgeführten Informationsquellen herausgefiltert werden. Hier sollte aktuell grundsätzlich noch darauf geachtet werden, sämtliche Informationen mit den jeweiligen Fondsprospekten abzugleichen, da nur so wirklich sichergestellt ist, dass ein Fondsmanager auch nach den getätigten Angaben handeln muss.
Beide genannten Anlegergruppen können die ermittelten Werte aus dem vorangegangenen Fondsvergleich nutzen, um die auf Basis historischer Kurse ermittelten Kennzahlen auch mit denen jüngerer Fonds zu vergleichen. Ziel sollte es sein eine langfristige Einschätzung über die Qualität und die potenzielle zukünftige Entwicklung des Fonds zu wagen. In diesem Punkt können sich Investoren von dem in Ethikfonds genutzten nachhaltigem und langfristigem Ansatz bei der Zukunftseinschätzung helfen lassen. Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen scheinen auch am Kapitalmarkt für die Zukunft bessere Chancen zu haben und davon können auch alle Investoren nur profitieren.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842803190
Arbeit zitieren:
Dahmas, Samy März 2010: Ethikbasierte Investments in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Social Responsibility Investments, Geldanlage, Sustainability Investments



