Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Ethikbasierte Investmentfonds

Eine Performancevergleich mit ausgewählten traditionellen Wertpapier-Investmentfonds

Ethikbasierte Investmentfonds
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Petra Delbeck

Einleitung:

Ethisches Handeln einerseits und rendite-orientiertes Handeln andererseits wurden in der Vergangenheit als gegensätzliche Handlungsoptionen gesehen und dementsprechend kontrovers diskutiert. Ursachen für diese dichotome Betrachtung liegen in einem komplexen Wertesystem, aus dem unterschiedliche, verbindliche sowie nicht-verbindliche Normen resultieren, die von den jeweiligen Kleingruppen bis hin zur gesamten Gesellschaft als ethisches Handeln bezeichnet, positiv wie negativ kontrolliert und sanktioniert werden. Allerdings unterliegen diese Wertesysteme und die damit verbundenen Sanktionen seit einigen Jahrzehnten einem Wandel, der sich dahingehend konkretisiert, dass bestimmte ökonomisch orientierte Aktivitäten von den jeweiligen Anspruchsgruppen toleriert werden, sofern die Einhaltung grundlegender ethisch-orientierter Vorgaben gewährleistet ist.

Dieser Wertewandel gewinnt an Relevanz, da dadurch für Unternehmen mit Kapitalnachfrage u. a. neue Zielgruppen angesprochen werden können. Beispiele für eine erfolgreiche Integration von ethischem und rendite-orientiertem Handeln sind auf einzelwirtschaftlicher Ebene umweltschonende Technologien oder Vermeidung von Geschäftsbeziehungen zu Ländern, in denen gegen die Menschenrechte verstoßen wird. Jedoch eignet sich diese Integration sowohl für ein breiter aufgestelltes Produktangebot wie auch für eine Ausweitung auf weitere Kunden, die statt einer Einzelinvestition bzw. einer direkten Kapitalbeteiligung finanzielle Mittel in Form von Investmentfondsanteilen anlegen wollen. Als Konsequenz kam es zur Auflage von speziell ausgerichteten Fonds durch einige Kapitalanlagegesellschaften, die im weitesten Sinne als ethikbasierte Investmentfonds zusammengefasst werden können. Wie andere, traditionell investierende Investmentfonds versuchen ethikbasierte Fonds als Kapitalsammelstellen für weitere Investitionen die finanziellen Mittel von Anlegern zu beschaffen und rendite- wie auch ethisch-orientiert anzulegen.

Der hieraus resultierende Wettbewerb mit traditionell investierenden Fonds führt für den nicht zwingend ethisch-orientierten Investor zu der Überlegung einer alternativen Investition in einen ethikbasierten Investmentfonds. Da für diesen Investor-Typ jedoch primär die Performance im Vordergrund der Investitionsentscheidung steht, ist die Performance beider Fondsgruppen anhand ausgewählter Kennzahlen in einer vergleichenden Analyse gegenüberzustellen.

Die vorliegende Arbeit verfolgt zwei Ziele. Die erste Zielsetzung besteht darin, die Rahmenbedingungen ethikbasierter Investmentfonds zu analysieren und somit einen Einblick in diese Assetklasse zu geben. Das zweite Ziel beinhaltet die Untersuchung, ob sich die Performance der Investmentfonds, die ihre Titel nach ethischen Kriterien auswählen, von der Performance traditioneller Wertpapier-Investmentfonds unterscheidet.

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungs- und Tabellenverzeichnis IV
II Abkürzungsverzeichnis VII
1 Einleitung 1
1.1 Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 2
2 Grundlagen und Begriffsabgrenzung der Ethik, Nachhaltigkeit undCorporate Social Responsibility 2
2.1 Ethik, Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility 2
2.1.1 Grundlagen der Ethik 3
2.1.2 Nachhaltigkeit - Sustainability 8
2.1.3 Corporate Social Responsibility (CSR) 13
2.2 Investmentfonds 25
2.2.1 Grundlagen der Kapitalanlage 25
2.2.2 Grundlagen des Investmentfonds 29
2.2.3 Formen und Arten von Investmentfonds 30
2.2.4 Chancen und Risiken der Fondsanlage 32
2.2.5 Performance-Messung bei Investmentfonds 32
2.2.6 Aktuelle Marktentwicklung in Europa und Deutschland 39
3 Ethikbasierte Investments - Social Responsible Investments (SRI) 40
3.1 Kriterien eines ethikbasierten Investments - CSR-Rating 41
3.1.1 Methodik und Zielsetzung des CSR-Ratings 42
3.1.2 Kritik am CSR-Rating 46
3.1.3 Standardisierung und Qualitätssicherung 46
3.1.4 Portraits ausgewählter Rating-Institutionen 48
3.2 Ethikbasierte Investments - Social Responsible Investments (SRI) 51
3.2.1 Grundlagen ethikbasierter Investments 52
3.2.2 Einordnung ethikbasierter Investments im Rahmen derverschiedenen Investmentstile 54
3.2.3 Wirkung ethikbasierter Investments 56
3.2.4 Chancen und Risiken ethikbasierter Investments 58
3.2.5 Ethische Kapitalanlagemöglichkeiten 59
3.2.6 Anlegergruppen ethikbasierter Investments 62
3.3 Aktuelle Marktentwicklung in Europa und Deutschland 65
4 Ethikbasierte Investmentfonds 66
4.1 Grundlegende Investitionsprinzipien 67
4.1.1 Der aktive Ansatz 67
4.1.2 Der passive Ansatz 68
4.1.3 Screening-Ansätze (Negativ-, Positivkriterien und Best-in-Class- Ansatz) 68
4.2 Kategorisierung ethikbasierter Investmentfonds 69
4.2.1 Kategorisierung ethikbasierter Investmentfonds in der Literatur 70
4.2.2 Eigene Kategorisierung ethikbasierter Investmentfonds 72
4.3 Ethikbasierte Indizes als Benchmark für ethikbasierteInvestmentfonds 73
4.4 Aktuelle Marktentwicklung in Europa und Deutschland 75
5 Performancevergleich mit traditionellen Wertpapier- Investmentfonds 77
5.1 Überblick über bereits durchgeführte Performancestudien 77
5.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 79
5.3 Analyse der zu untersuchenden Investmentfonds 81
5.4 Performancevergleich anhand ausgewählter Performance-Maße 82
5.4.1 Ethik Fonds vs. traditionelle Fonds 82
5.4.2 Nachhaltigkeitsfonds vs. traditionelle Fonds 86
5.4.3 Ethisch-Ökologische-Fonds vs. traditionelle Fonds 89
5.4.4 Öko-Fonds vs. traditionelle Fonds 93
5.4.4.1 Umwelttechnologie-Fonds vs. traditionelle Fonds 93
5.4.4.2 Neue-Energie-Fonds vs. traditionelle Fonds 97
5.5 Ergebnis 100
6 Fazit und Ausblick 100
Literaturverzeichnis 102

Textprobe:

Kapitel 3.1, Kriterien eines ethikbasierten Investments - CSR-Rating:

Ethikbasierte Investments berücksichtigen im Wesentlichen ethische, ökologische und ökonomische Komponenten. Während im ökonomischen Bereich Analysen bereits seit Jahren standardisiert sind, sind Untersuchungen im ethisch-ökologischen Bereich noch weitgehend neu. Eine Ausprägung dieser Untersuchungen im ethisch-ökologischen Bereich sind Corporate Social Responsibility (CSR) Ratings. Diese sind spezielle Informationsdienstleistungen, die auf einem internationalen Markt und primär für Kaptialmarktteilnehmer angeboten werden. Mittlerweile sind Formen eines eigenständigen Segments mit internationaler Ausrichtung deutlich geworden. Im Wesentlichen sind hier drei Gruppen von Institutionen des CSR-Ratings tätig - eigenständige Rating-Agenturen, Inhouse Research Teams von vor allem Kreditinstitutionen und Betreibern von Wertpapierindizes.

Durch die Auswertung unternehmensindividueller Daten zur Triple Bottom Line werden in diesen Rating-Institutionen sowohl eine absolute Unternehmens-beurteilung, als auch eine relative Positionsbestimmung von Unternehmen, etwa im Branchen- oder Länderkontext durchgeführt.

Rating-Institutionen entwickeln hierfür eigene Analysetechnologien, dabei handelt es sich um spezielle auf Paradigmen der Nachhaltigkeit bzw. der CSR ausgerichtete Messkonzepte und Beurteilungsverfahren. Da sich in der Praxis beide Paradigmen kaum mehr unterscheiden, wird in den folgenden Ausführungen auf das Konzept der CSR verwiesen und durchgängig der Begriff „CSR-Rating“ verwendet. Er ist vom Begriff der „Öko-Ratings“ zu unterscheiden. Der methodische Ansatz des „Öko-Ratings“ stellt überwiegend auf Unternehmensanalysen mittels ökologischen Kriterien ab. Teilweise sind existierende Formen des CSR-Ratings mit dem so genannten ethisch-ökologischen Unternehmensrating verwandt. Allerdings bestimmen hierbei primär ethisch-normative Wertvorstellungen die Auswahl der Analysekriterien, wobei auf ethischen Vorstellungen der Adressaten des Ratings abgestellt wird. Da CSR-Ratings auf Konzepten der nachhaltigen Entwicklung oder der Sozialverantwortlichkeit basieren, sind sie implizit auch ethischen Wertvorstellungen unterworfen. Jedoch stützt die überwiegende Mehrheit derzeit bestehender CSR-Ratings explizit die Auswahl ihrer Analysekriterien auf ein primär ökonomisches Verständnis. Im Folgenden gibt es eine Einführung in diese neue Form des Unternehmensratings.

Kapitel 3.1.1 Methodik und Zielsetzung des CSR-Ratings:

Methodik des CSR-Ratings:

Ethikbasierte Investments berücksichtigen im Wesentlichen ethische, ökologische und ökonomische Komponenten. Während im ökonomischen Bereich Analysen bereits seit Jahren standardisiert sind, sind Untersuchungen im ethisch-ökologischen Bereich noch weitgehend neu. Eine Ausprägung dieser Untersuchungen im ethisch-ökologischen Bereich sind Corporate Social Responsibility (CSR) Ratings. Diese sind spezielle Informationsdienstleistungen, die auf einem internationalen Markt und primär für Kaptialmarktteilnehmer angeboten werden. Mittlerweile sind Formen eines eigenständigen Segments mit internationaler Ausrichtung deutlich geworden. Im Wesentlichen sind hier drei Gruppen von Institutionen des CSR-Ratings tätig - eigenständige Rating-Agenturen, Inhouse Research Teams von vor allem Kreditinstitutionen und Betreibern von Wertpapierindizes.

Durch die Auswertung unternehmensindividueller Daten zur Triple Bottom Line werden in diesen Rating-Institutionen sowohl eine absolute Unternehmens-beurteilung, als auch eine relative Positionsbestimmung von Unternehmen, etwa im Branchen- oder Länderkontext durchgeführt.

Rating-Institutionen entwickeln hierfür eigene Analysetechnologien, dabei handelt es sich um spezielle auf Paradigmen der Nachhaltigkeit bzw. der CSR ausgerichtete Messkonzepte und Beurteilungsverfahren. Da sich in der Praxis beide Paradigmen kaum mehr unterscheiden, wird in den folgenden Ausführungen auf das Konzept der CSR verwiesen und durchgängig der Begriff „CSR-Rating“ verwendet. Er ist vom Begriff der „Öko-Ratings“ zu unterscheiden. Der methodische Ansatz des „Öko-Ratings“ stellt überwiegend auf Unternehmensanalysen mittels ökologischen Kriterien ab. Teilweise sind existierende Formen des CSR-Ratings mit dem so genannten ethisch-ökologischen Unternehmensrating verwandt. Allerdings bestimmen hierbei primär ethisch-normative Wertvorstellungen die Auswahl der Analysekriterien, wobei auf ethischen Vorstellungen der Adressaten des Ratings abgestellt wird. Da CSR-Ratings auf Konzepten der nachhaltigen Entwicklung oder der Sozialverantwortlichkeit basieren, sind sie implizit auch ethischen Wertvorstellungen unterworfen. Jedoch stützt die überwiegende Mehrheit derzeit bestehender CSR-Ratings explizit die Auswahl ihrer Analysekriterien auf ein primär ökonomisches Verständnis. Im Folgenden gibt es eine Einführung in diese neue Form des Unternehmensratings.

Arbeit zitieren:
Delbeck, Petra Juni 2006: Ethikbasierte Investmentfonds, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Social Responsibility Investments, Sustainability Investments, Geldanlage

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren