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Erzieherinnen in Supervision

Eine Erhebung des Bedarfs in den verschiedenen Karrierestufen

Erzieherinnen in Supervision
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Anna-Maria Maile
  • Abgabedatum: Januar 2008
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 447,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Freiburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 43
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2169-4
  • ISBN (CD) :978-3-8366-2169-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Maile, Anna-Maria Januar 2008: Erzieherinnen in Supervision, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erzieherin, Ausbildungsstruktur, Genderaspekt, Supervision, pädagogischer Beruf

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MA-Thesis / Master von Anna-Maria Maile

Einleitung:

Supervision hat sich zum festen, fachlichen Bestandteil der sozialpädagogischen Arbeit etabliert. Sie wird als Beratungsform zur Unterstützung sozialer Hilfeleistungen vorgenommen und dient der Förderung und Qualitätsverbesserung des professionellen Handelns. Supervision wird heute sowohl im so genannten Non-Profit-Bereich als auch in den Profit-Bereichen eingesetzt und ist dort ökonomisch zunehmend fest verankert. Neben der Supervision gibt es als beratende Form im allgemeinen Arbeitskontext das Coaching.

In meiner Arbeit widme ich mich zunächst der Supervision in ihrer internationalen geschichtlichen Entwicklung und beleuchte anschließend die historische Entwicklung der Supervision in Deutschland. Daran anschließend erfolgen die Motivation der Autorin zum Thema und die Problemdarstellung. In der theoretischen Analyse beschäftige ich mich mit dem aktuellen Forschungsstand in Bezug auf den Erzieherberuf und dessen Beratungsmöglichkeiten.

In einer empirischen Untersuchung werde ich der Forschungsfrage nach dem Beratungsbedarf für Erzieherinnen in den verschiedenen Karrierestufen nachgehen. Das folgende Forschungsdesign wird im Weiteren erläutert und begründet, Ergebnisse der Untersuchungen analysiert und diskutiert. In einer abschließenden Zusammenfassung nehme ich Bezug auf die inhaltlichen Erkenntnisse, die Fragestellung und die gewählte Methode. Die Zusammenfassung und der Ausblick bilden den Abschluss der vorliegenden Arbeit.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text in allgemeinen Formulierungen die weibliche Form verwendet.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
1.1 Einführung in das Thema Supervision 5
1.2 Motivation der Autorin 10
1.3 Problemdarstellung und Fragestellung 11
2. Darstellung des aktuellen Forschungsstandes 17
2.1 Die historische Entwicklung des Erzieherberufs 17
2.2 Gegenwärtige Ausbildungsstruktur und das sich wandelnde Erzieherbild 19
2.3 Die berufsbiographischen Anforderungen und deren Auswirkungen 22
2.3.1 Der Berufsstand unter dem Genderaspekt 29
2.3.2 Spezifische Anforderungen an die Berufsanfängerin 31
2.3.3 Spezifische Anforderungen an die Erzieherin als Gruppenleiterin 32
2.3.4 Spezifische Anforderungen an die Leiterin der Einrichtung 34
2.4 Arbeitsbelastungen im Erzieherberuf 35
2.4.1 Arbeitsbelastungen und mögliche Ressourcen der Erzieherin 37
2.4.2 Arbeitsbelastungen und gesundheitliche Auswirkungen 40
3. Forschungsdesign 42
3.1 Entwicklung der Forschungsfrage 47
3.2 Problemzentriertes Interview 49
3.3 Wahl der Interviewform 51
3.4 Konkrete Fragen des Leitfadeninterviews 52
3.5 Sampling der vier Interviewpartnerinnen 53
3.5.1 Berufsbiographische Auswahl der Interviewpartnerinnen 54
3.5.2 Gendersampling 54
3.5.3 Feldauswahl 54
3.6 Mediale Erfassung 55
3.7 Methodische Erfassung der Interviews 56
4. Darstellung der Untersuchung 57
4.1 Diskussion der Untersuchungsergebnisse bei Erzieherinnenim Anerkennungsjahr 59
4.2 Diskussion der Untersuchungsergebnisse bei Erzieherinnen, die in der Rolle als Zweitkraft arbeiten 66
4.3 Diskussion der Untersuchungsergebnisse bei Erzieherinnen, die in der Rolle als Gruppenleitung arbeiten 69
4.4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse bei Leiterinnen der Einrichtung 72
5. Zusammenfassung und Ausblick 77
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 77
5.2 Ausblick 79
6. Anhang 81
6.1 Literaturliste 81

Textprobe:

Kapitel 3.2, Das Problemzentrierte Interview:

In der qualitativen Interviewforschung gibt es unterschiedliche Interviewformen, die in verschiedenen Varianten methodisch durch die gewählte Offenheit in der Kommunikation variabel gehandhabt werden können.

Das hier vorgestellte problemzentrierte Interview nach Andreas Witzel zielt mit seinem Forschungsinteresse auf unterschiedliche soziale Problemstellungen. Diese kann die Interviewpartnerin aus ihrer Sicht darstellen und erörtern. „Zwar zielen die Konstruktionsprinzipien des problemzentrierten Interviews auf eine möglichst unvoreingenommene Erfassung individueller Handlungen sowie subjektiver Wahrnehmungen und Vorbereitungsweisen gesellschaftlicher Realität, jedoch nutzt der Interviewer die vorgängige Kenntnisnahme von objektiven Rahmenbedingungen der untersuchten Orientierungen und Handhabungen.“ Das problemzentrierte Interview basiert auf dem problemzentrierten Sinnverstehen. Diese Interviewform ist leitfadengestützt und enthält Fragen, die auf jenes problemorientierte ‚objektive’ Vorwissen rekrutieren. Gegenstand des Interviews ist oft die durchgängige dialogische Form.

In der vorliegenden Untersuchung wird das problemzentrierte Interview gewählt. Die Entscheidung für diese Form der qualitativen Forschung ist darin begründet, dass die Interviewende ihrerseits über theoretisches und praktisches Vorwissen verfügt, was im problemzentrierten Interview nach Witzel in deduktiver Weise genutzt werden kann.

Das problemzentrierte Interview wird leitfadengestützt durchgeführt. Der Begriff Leitfaden ist als Oberbegriff benutzt und dient als Gesprächsleitfaden, der den Interviewverlauf strukturiert. Somit ist gewährleistet, dass der Verlauf des Interviews einen vorgegebenen Themenweg verfolgt. Einerseits können Leitfäden das Gespräch eher wenig strukturieren, so dass die Befragten den Gesprächsverlauf selbst steuern können. In diesem Falle ist darauf zu achten, dass bestimmte Themen im Gesprächsverlauf behandelt werden. Andererseits gibt es den differenzierteren Gesprächsleitfaden. Er umfasst eine Vielzahl an unterschiedlich differenzierten Fragen, wobei diese offen zur Beantwortung anstehen.

Weitere Interviewformen, die in der qualitativen Forschung Anwendung finden, sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Es sind:

- Das narrative Interview. Es weist sich durch den höchsten Grad an Hörorientierung und den niedrigsten Grad an Fremdstrukturierung aus. Im Rahmen biographischer Fragestellungen wird es häufig verwendet. Im klassisch geführten narrativen Interview besteht der Hauptteil aus einer Stegreif- bzw. Spontanerzählung der Befragten, die durch den Interviewer aufgrund der offenen Erzählaufforderung oder Einstiegsfrage herbeigeführt wird.

Eine Mischform des narrativen Interviews ist das teil-narrative Interview, das leitfadengestützt ist, weitere verschiedene andere Varianten sind möglich.

- Das fokussierte Interview, das in den 1940er Jahren von Merton und Kendall im Rahmen der Kommunikations- und Medienforschung entwickelte Interview, basiert auf besonderen Gesprächsführungsregeln und ist leitfadengestützt. Der Begriff ‚fokussiert’ wird gebraucht, da das Forschungsinteresse insbesondere auf mediale Kommunikationsprozesse und Mediendokumentationen abzielt.

- Das ethnografische Interview wird in der Regel bei Feldstudien vorgenommen, die der Forscher in ‚Alltags’ – Kommunikation einbettet. Kernziel ist das sinnverstehende Nachvollziehen fremder Kulturen und Subkulturen. Basis dieser Forschungsmethode ist, dass der Forscher ‚seine eigenen kulturellen Bezugssysteme und Relevanzsysteme für sich verfremdet, von ihnen Abstand zu gewinnen versucht. Das Prinzip der Fremdheitsannahme ist ein grundlegendes Merkmal der rekonstruktiven Sozialforschung’.

- Das Experteninterview ist eine angewandte variierte Form des Leitfadeninterviews. Die Besonderheit liegt weniger in der Methode als vielmehr in der Auswahl der Interviewpartner. Diese sind in ihrem Gebiet Experten, sie repräsentieren ihre jeweilige Expertengruppe.

Wahl der Interviewform:

Bei der Wahl der Interviewform ist das problemzentrierte, leitfadengestützte Interview gewählt worden, weil untersucht werden soll, wie Bewältigungsmuster oder subjektive Problemsichten Übereinstimmungen bei den Interviewpartnerinnen zeigen bzw. wie ihre Unterschiedlichkeit sich darstellt.

Im Umgang mit ‚Wahrheit’ und Explikativität werden den Befragten subjektive Theorien, Deutungsmuster, Sichtweisen und Einstellungen, stets verbunden mit Sinnhaftigkeit, unterstellt.

Der Grad der Interviewsteuerung sieht vor, dass der Interviewer zunächst eine offene, erzählgenerierende Gesprächsatmosphäre schafft, die dann im Laufe des Interviews durch die leitfadengestützte Frageform stärker strukturiert wird.

Die Interviewsteuerung hängt eng zusammen mit der Gesprächsrollensymmetrie bzw. -asymmetrie. Der Interviewer muss im Laufe des Gespräches angemessen erkennen, ob der Gesprächspartner an bestimmten Stellen eine eher symmetrische oder asymmetrische Gesprächsrollensituation verlangt.

Im Umgang mit Selbstzurücknahme und Selbstreflexion obliegt es dem Interviewenden, sich bewusst zu sein, dass der Umgang mit eben diesen Aspekten einen entscheidenden Einfluss auf die Textproduktion hat. Ziel in der rekonstruktiven Sozialforschung ist es, den Sinn der Textdokumente zu rekonstruieren und dabei nichts hinein zu projizieren. Hierfür ist eine sich selbst zurücknehmende Haltung dem Befragten gegenüber notwendig. Nur so kann der Interviewte seinem subjektiven Relevanzsystem Raum geben.

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Arbeit zitieren:
Maile, Anna-Maria Januar 2008: Erzieherinnen in Supervision, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Erzieherin, Ausbildungsstruktur, Genderaspekt, Supervision, pädagogischer Beruf

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