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Erstellung und Einsatz von elektronischen Lerninhalten

Erstellung und Einsatz von elektronischen Lerninhalten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Priska Jung
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6198-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6198-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6198-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jung, Priska September 2002: Erstellung und Einsatz von elektronischen Lerninhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Learing, Autorensysteme, Lernmanagementysysteme, Content, Lernsoftware

Diplomarbeit von Priska Jung

Zusammenfassung:

Wissen nimmt in der heutigen Zeit einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft ein. Der ständige Bedarf und Zuwachs an Informationen führt auch zu einer höheren Nachfrage im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Diese kann jedoch mit den herkömmlichen Methoden nicht mehr bewältigt werden, da die gewünschte Aktualität des Wissens auf diese Weise nicht mehr gewährleistet ist. Das Schlagwort „E-Learning“, also das Lernen mit elektronischen Medien, beherrscht nun den Markt für Aus- und Weiterbildung. Vom Einsatz der multimedialen Lerninhalte verspricht man sich eine flexible, individuelle und bedarfsorientierte Form der Bildung, die sowohl in der Hochschulbildung als auch im betrieblichen Bereich eingesetzt werden kann. Die Entwicklung dieser Lernmaterialien ist technisch aufwendig, konzeptionell anspruchsvoll und damit sehr zeit- und kostenintensiv. Der Unterschied zum herkömmlichen Software Engineering liegt dabei in der ungleichen Zusammensetzung der Entwicklergruppen, sowie die Beachtung von psychologischen und ergonomischen Aspekten bei der Entwicklung.

Durch den Einzug des E-Learning sowohl in der betrieblichen als auch in der universitären Aus- und Weiterbildung ist die Nachfrage an elektronischen Lerninhalten gestiegen. Unternehmen sehen durch die Schulung des Mitarbeiters am PC enorme Einsparungen durch die Reduzierung von Reisekosten und Fehlzeiten. Doch auch die Hochschulen erhoffen sich durch diese Form des neuen Lernens, das Problem der steigenden Studentenzahlen und damit überfüllten Hörsälen in den Griff zu bekommen.

Zunächst wurden die elektronischen Lernmaterialien, die hauptsächlich die Themenschwerpunkte Sprach- und Computer- bzw. Softwarekurse abdeckten, ausschließlich von so genannten Content-Anbietern entwickelt und vertrieben. Mittlerweile werden die Inhalte jedoch von betrieblichen als auch universitären Bildungsinstituten selbständig erstellt. Gründe hierfür sind die hohe Nachfrage an aktuellem Lehrmaterial, sowie die Möglichkeit, die Lerninhalte individuell für die jeweilige Bildungsmaßnahme zu entwickeln. Dadurch wurde auch die Rolle des Autors einer Wandlung unterzogen: Waren bisher hauptsächlich Pädagogen für die Auswahl und Zusammensetzung von Lehrmaterialien verantwortlich, so werden elektronische Lerninhalte aufgrund des technischen Anspruchs häufig von IT-Spezialisten produziert. Die unterschiedlichen Kenntnisse dieser beiden Autorengruppen stellen somit auch verschiedene Anforderungen an die Systeme zur Erstellung der Inhalte. Insbesondere Inhaltsersteller, die noch keine bzw. sehr wenig Erfahrung im Umgang mit den Neuen Medien haben, benötigen Unterstützung und Anleitung im Umgang mit den neuen Technologien.

Für die Erstellung von Lerninhalten werden in der Praxis meist Autoren- bzw. Lernmanagementsysteme eingesetzt. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Systemen sowie den verschiedenen Anbietern. Daneben variieren nicht nur die Anzahl und Art der angebotenen Funktionen, sondern auch die Einsatzmöglichen der Systeme zur Autorenunterstützung. Bei dieser Vielfalt an Systemen zur Erstellung von Lerninhalten ist es fast unmöglich, sich einen Überblick über die Qualität der angebotenen Produkte zu verschaffen. Auch für die Autoren ist die Auswahl des Systems, welches den persönlichen Ansprüchen und Kenntnissen entspricht, schwierig.

Zu den Aufgaben dieser Arbeit zählen die Analyse und Bewertung der verschiedenen Autoren- und Lernmanagementsysteme, die zur Erstellung elektronischer Lerninhalte eingesetzt werden können. Dabei sollen die Systeme verschiedener Hersteller bezüglich ihrer Funktionalitäten miteinander verglichen werden. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die Tools, die den Autor bei der Erstellung der elektronischen Lerninhalte unterstützen. Eine abschließende Bewertung der Systeme soll im Rahmen eines Kriterienkatalogs stattfinden.

Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der Ist-Situation der Autoren- und Lernmanagementsysteme bezüglich der Autorenunterstützung. Dabei sollen in Form des Kriterienkatalogs Stärken und Schwächen dieser Software dargelegt und Verbesserungsvorschläge, die aus den Untersuchungsergebnissen resultieren, aufgezeigt werden.

Inhaltsverzeichnis:

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 3
INHALTSVERZEICHNIS 5
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 7
TABELLENVERZEICHNIS 9
DIAGRAMMVERZEICHNIS 11
1. EINLEITUNG 13
1.1 AUFGABENSTELLUNG UND ZIELSETZUNG 13
1.2 VORGEHENSWEISE 14
1.3 AUFBAU DER ARBEIT 14
2. E-LEARNING 17
2.1 EINFÜHRUNG IN DAS THEMA E-LEARNING 19
2.1.1 Begriffserläuterungen 19
2.1.2 Lerntheorien 22
2.2 METHODEN DES E-LEARNING 28
2.2.1 Übersicht über die unterschiedlichen Lehrmethoden 28
2.2.2 Vergleich der verschiedenen Lehrmethoden 30
2.3 EINSATZBEREICHE VON E-LEARNING 33
2.3.1 Bestimmung der Zielgruppe 33
2.3.2 Einsatz von E-Learning in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung 35
2.3.3 Einsatz von E-Learning in der Hochschulbildung 38
2.4 GRÜNDE FÜR E-LEARNING 41
3. ERSTELLUNG ELEKTRONISCHER LERNINHALTE 45
3.1 BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN 46
3.1.1 Autorensysteme 46
3.1.2 Lernplattformen und Lernserver 49
3.1.3 Lernmanagementsysteme und Kursmanagementsysteme 51
3.2 VORGEHENSWEISE BEI DER ERSTELLUNG VON COURSEWARE 55
3.2.1 Aufbau eines Online-Kurses 55
3.2.2 Planung eines Online-Kurses 56
3.2.3 Verfahrensmodelle für die Erstellung von Courseware 57
3.3 ÜBERSICHT ÜBER DIE ANBIETER VON AUTOREN- UND LERNMANAGEMENTSYSTEMEN 61
3.3.1 ToolBook 61
3.3.2 Director 63
3.3.3 ARIADNE 65
3.3.4 eLearning Suite 67
3.3.5 WebCT 68
3.3.6 TopClass 70
3.3.7 IBT(r) SERVER eLearning suite 71
3.3.8 Lotus LearningSpace 73
3.3.9 CLIX(r) 76
4. BEWERTUNG DER ERSTELLUNG ELEKTRONISCHER LERNINHALTE 81
4.1 WAHL DER BEFRAGUNGSMETHODE 81
4.2 RICHTLINIEN FÜR ONLINE-BEFRAGUNGEN 83
4.2.1 Wissenschaftlichkeit der Vorgehensweise 83
4.2.2 Freiwilligkeit der Teilnahme 83
4.2.3 Anonymisierung der erhobenen Daten 84
4.2.4 Trennung von Forschung und forschungsfremden Tätigkeiten 84
4.3 FESTLEGUNG DER ANGESPROCHENEN ZIELGRUPPE 85
4.4 AUFBAU DES FRAGEBOGENS 85
4.4.1 Allgemeiner Aufbau 85
4.4.2 Inhaltlicher Aufbau 87
4.4.3 Technische Umsetzung 88
4.5 AUSWERTUNG DES FRAGEBOGENS 93
4.6 ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG 93
4.6.1 Auswertung der Fragen zu den Lerninhalten 95
4.6.2 Auswertung der Fragen zur Erstellung der Inhalte 98
5. KRITERIENKATALOG FÜR SOFTWARE ZUR ERSTELLUNG ELEKTRONISCHER LERNINHALTE 115
5.1 BEURTEILUNG VON SOFTWARE ZUR ERSTELLUNG VON COURSEWARE 115
5.2 ERSTELLUNG DES KRITERIENKATALOGS 117
5.2.1 Theoretische Grundlagen zur Erstellung eines Kriterienkatalogs 118
5.2.2 Kriterienkatalog für Software zur Erstellung von Courseware 119
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 123
ANHANG 125
A. FRAGEBOGEN 125
B. ZEITPLAN 133
GLOSSAR 135
QUELLENVERZEICHNIS 137

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um eine hohe Qualität der Courseware zu erreichen ist es wichtig, dass während der Produktion ständig Qualitätssicherung und Evaluation durchgeführt werden. Dabei wird die erstellte Software sowohl von einzelnen Lernenden als auch von Lerngruppen getestet, um sämtliche Funktionen zu überprüfen und die Benutzerfreundlichkeit des Systems zu garantieren. Reinmann-Rothmeier/Mandl beschreiben fünf Prinzipien, die bei der Gestaltung virtueller Lernumgebungen beachtetet werden sollten, folgendermaßen [ReMa01]: 1. Authentizität und Anwendungsbezug Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des E-Learning ist die Darstellung möglichst realer Problemstellungen und deren Umfeld. Der Einsatz des Internets zur Informationssuche und die Zusammenarbeit in virtuellen Teams motiviert den Lernenden und führt zu anwendungsbezogenem Wissen. 2. Multiple Kontexte Ein großer Vorteil des Einsatzes Neuer Medien bei der Wissensvermittlung ist die Möglichkeit, die Problemsituationen aus verschiedenen Blickwinkeln bzw. in unterschiedlichen Zusammenhängen zu präsentieren. Das dadurch erworbene Wissen ist dann nicht auf einen bestimmten Kontext fixiert und kann vom Lernenden flexibel eingesetzt werden. 3. Soziale Lernarrangements Eines der Hauptargumente gegen E-Learning ist der Vorwurf der Isolation des Lernenden von seiner Umwelt. Deshalb ist der Einsatz von Chaträumen, Tutoren und virtuellen Lerngruppen unbedingt notwendig. Denn neben dem reinen Wissenserwerb stehen auch kooperatives Lernen und die Entwicklung von Lern- und Praxisgemeinschaften auf dem Lehrplan. 4. Informations- und Konstruktionsangebot Durch das große Angebot an Informationen über das Internet muss die Lernumgebung jedoch gewährleisten, dass der Lernende die Wissensinhalte nicht nur aufnimmt, sondern auch konstruktiv einzusetzen weiß bzw. nicht durch das Überangebot an Wissen verwirrt oder überfordert wird. 5. Instruktionale Anleitung und Unterstützung Bei virtuellen Lehrangeboten ist, neben der technischen Hilfestellung im Umgang mit der Lernumgebung, die Anleitung und Unterstützung bei der Lösung komplexer Probleme, insbesondere in virtuellen Gruppen, sehr wichtig. Gerade zu Beginn ist die Betreuung des Lernenden notwendig, um ihn mit dem Medium vertraut zu machen und erfolgreiches Lernen zu garantieren. Zu den Hauptunterschieden zwischen Software und Courseware Engineering zählen die pädagogische Ausrichtung und das Ziel. Während bei der Softwareentwicklung die Informationsverarbeitung, also die Verarbeitung und Verwaltung von Daten und Informationen, im Vordergrund stehen, liegt beim Courseware Engineering das Hauptaugemerk auf der Informationsübertragung. Dabei ist der angebotene Inhalt der Kern der Anwendung, während der Benutzer mit dem System kommunizieren muss, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Dies bedeutet, dass bei der Erstellung elektronischer Lerninhalte die Inhaltsstrukturierung und -präsentation eine wichtige Rolle spielen, während bei der Entwicklung von Software die Funktionalität des Endprodukts im Vordergrund steht. [KlSt01] [...]

Bei der Auswahl des Lernstoffes wird zunächst der Wissenstyp festgelegt. Dabei unterscheidet man zwischen Faktenwissen18, Prozesswissen19 und Verhaltenswissen20. [Sail02] Für die Vermittlung von Faktenwissen können Hypertext, Glossare und Hilfefunktionen verwendet werden. Durch den Einsatz von lernpsychologischen Mechanismen wie z. B. Konditionierung, Assoziationslernen, Lernen durch Trial & Error sowie die Nutzung von Verstärkungstechniken kann der Erfolg beim Erlernen von Faktenwissen noch gesteigert werden. Die Wahl der Vermittlungsform von Prozesswissen hängt von der Komplexität des Themas ab: Je komplexer das Thema ist, desto stärker sollte das Präsenztraining mit einbezogen werden. Für einfache Fälle wie das Vermitteln von Regeln und Gesetzmäßigkeiten, bietet sich die Darstellung mit elektronischen Medien an. Das Verhaltenswissen, auch Soft Skills genannt, lässt sich nicht ohne sozialen Kontext vermitteln und muss deshalb mit den Techniken des Präsenztrainings dargestellt werden. Beispiele dafür wären Rollenspiele, Gesprächs- und Moderationstechniken. Einsatzmöglichkeiten für E-Learning wären hier in Form von Lernvideos denkbar, das eigentliche Lernen findet jedoch im sozialen Umfeld statt. [...]

• Didaktische Herausforderung Welche Vorteile bietet der Einsatz elektronischer Medien und wie kann man diese nutzen? • Bestimmung der Zielgruppe Wie setzt sich die Lerngruppe zusammen und welche Präferenzen haben die Mitglieder? • Wahl des Lehrstoffes Welche Lehrinhalte sollen vermittelt werden? Wie bereits erwähnt hängt der Erfolg einer E-Learning-Maßnahme auch davon ab, wie gut man die Zielgruppe der Lernenden kennt und auf sie eingeht. Deshalb müssen schon in der Planungsphase die Eigenschaften der zu schulenden Personen bekannt sein, um die geeigneten Lehr- und Lernmethoden, sowie den geeigneten Lernstoff auszuwählen. Nachdem die Inhalte bestimmt worden sind, wird die Vorgehensweise des Software bzw. Courseware Engineering festgelegt. Dabei wird der Lehrstoff in kleine Module zerlegt, deren Funktionsweise weiter spezifiziert wird. Weiterhin werden die logischen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Modulen bestimmt und ein Entwurf bezüglich der Verknüpfungen zwischen den Lerneinheiten erstellt. Grund für die Modularisierung des Lernstoffes ist die Vereinfachung der Wiederverwendung. In der Implementierungsphase werden die Ergebnisse der Planungsphase in die Realität umgesetzt. Dabei kann man sie in zwei Bereiche aufgliedern. Neben der Produktion der Instruktionseinheiten gehört hierzu auch die Evaluierung dieser Prototypen. Auch hier werden zunächst die einzelnen Lernmodule erstellt (Authoring in-the-small), die anschließend zu einem Kurs zusammengesetzt und mit einer Navigationsstruktur versehen werden (Authoring in-the-large). Bei der Produktion der Lernmodule gibt es, je nach eingesetzten Autorensystemen, unterschiedliche Vorgehensweisen. Parallel zur Entwicklung der Lerninhalte findet die Evaluation statt. Dabei werden die Lerneinheiten sowohl von Einzellernenden als auch von Lerngruppen getestet, die dabei beobachtet bzw. anschließend dazu befragt werden. Dies ist jedoch kein einmaliger Vorgang, da die Entwicklung und Verbesserung der Lerninhalte ein ständiger Vorgang ist, an dessen Ende dann der Kurs-Prototyp steht. Bei der Softwareentwicklung stehen in der Phase der Lieferung die Produktion der Software und deren Vertrieb im Vordergrund. Im Fall der Erstellung von Courseware kann das Lernen an sich auch als Lieferung verstanden werden. Abschließende Auswertungen beenden dann den Entwicklungsprozess. Abbildung 3.5 zeigt die wesentlichen Elemente der Planungs- und Implementierungsphase sowie deren Zusammenhang. [...]

Arbeit zitieren:
Jung, Priska September 2002: Erstellung und Einsatz von elektronischen Lerninhalten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Learing, Autorensysteme, Lernmanagementysysteme, Content, Lernsoftware

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