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Die Erschließung des chinesischen Marktes durch deutsche Einzelhandelsunternehmen

Unter besonderer Berücksichtigung des Personalmanagements bei den Tochtergesellschaften in China

Die Erschließung des chinesischen Marktes durch deutsche Einzelhandelsunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katrin Drees
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 143 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9137-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9137-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9137-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Drees, Katrin Juli 2005: Die Erschließung des chinesischen Marktes durch deutsche Einzelhandelsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Internationalisierung, Markteintrittstrategien, Kultur, Auslandsgesellschaft, WTO

Diplomarbeit von Katrin Drees

Einleitung:

Momentan könnte die weltweite China-Begeisterung kaum größer sein. Keine Vorstandssitzung, keine Hauptversammlung, auf der nicht das Wort „China“ fällt. Die sagenhaften Wachstumszahlen des fremden noch immer Riesenreichs gelten für viele als Heilsbringer für die leidende Weltwirtschaft.

Kein anderes Land zieht so viele Investoren an. Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer beschreibt die Stimmung wie folgt: „Das Risiko, nicht dabei zu sein, ist größer als das, dabei zu sein.“ Am größten Wachstumsprogramm der Welt teilzuhaben, diese Chance möchte keiner verpassen.

Problemstellung:

Erfahrungen beim Auslandseinsatz in China über unternehmerische Erfolge haben sich in den letzten Jahren erheblich verändert Durch die permanent weitere Öffnung der Wirtschaft Chinas, bedingt durch den WTO-Beitritt in 2001, ergeben sich immer mehr Möglichkeiten für deutsche Einzelhandelsunternehmen, sich in China zu etablieren. Noch bis Dezember 2004 war es deutschen Einzelhändlern nicht erlaubt, sich als 100% Tochtergesellschaft in China niederzulassen und dort eigenständig ihre Waren zu vertreiben. Es bestand lediglich die Möglichkeit eines JV mit einem chinesischen Partner.

Mit diesen neuen Möglichkeiten drängten verstärkt Einzelhändler auf den chinesischen Markt. Dabei stellte sich heraus, dass auf dem Personalsektor dem interkulturellen Personalmanagement eine immer wichtigere Rolle zugesprochen wird.

Anhand der ersten Erfahrungen im entfernten China spürte man die Probleme, die sich durch die dortigen Restriktionen und die fremdartige Kultur ergeben. Besondere Risiken entstehen durch die Divergenz der westlichen und der chinesischen Kultur und der damit verbundenen verschiedenen Einstellungen, Werte und Erwartungen. Westliche Unternehmensstrategien, Führungsstile, sowie der vom Westen übernommene Umgang mit chinesischen Mitarbeitern und den chinesischen Geschäftspartnern, konnten nicht einfach nach China übertragen werden. Diese Erkenntnis stellte die deutschen Einzelhandelsunternehmen und deren Führungskräfte vor neue Herausforderungen.

So bestand Handlungsbedarf, für den chinesischen Markt neue Geschäftskonzepte aufzustellen und das Personal dafür auszuwählen und zu schulen. Hierbei sind interkulturelle Kompetenzen der Expatriates (ins Ausland entsandte Führungskräfte) erforderliche Faktoren, die dem Unternehmen verhelfen sich auf lange Sicht auf dem chinesischen Markt erfolgreich zu etablieren und dort konkurrenzfähig zu sein.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse der Frage, welche Probleme, aber auch vor allem welche neuen Möglichkeiten und Herausforderungen sich für deutsche Einzelhandelsunternehmen durch den WTO-Beitritt speziell durch die neuen Regelungen vom Dezember 2004 ergeben, sich in China als 100% Tochtergesellschaft nieder lassen zu können.

Dabei wird die besonderer Gewichtung auf die neuen Anforderungen an die Unternehmen hinsichtlich ihres internationalen Personaleinsatzes gelegt. Mit diesen neuen Möglichkeiten für deutsche Einzelhandelsunternehmen, eine 100% Tochtergesellschaft in China zu gründen, sind bedingt durch die Selbständigkeit der deutschen Einzelhändler in China und durch das Fehlen eines chinesischen Partners, anders als bei einem JV, mit erheblichen Risiken verbunden. Die vorliegende Arbeit knüpft an diese Thematik an.

Zuerst werden in Kapitel 2 anhand einer ausführlichen Darstellung der Internationalisierung, deren damit verbundenen Erklärungsansätze und die daraus folgenden Strategien, die Motivation und die Ausmaße der Internationalisierung untersucht.

Danach folgt in Kapitel 3 eine Analyse der Entwicklung und momentanen Situation des Wirtschaftsraums der VR China. Es wird die wirtschaftliche Entwicklung der Öffnungspolitik seit 1978, sowie der folgende WTO-Beitritt 2001 dargestellt und der chinesische Einzelhandel im speziellen betrachtet. Anschließend wird die neue Unternehmensform deutscher Einzelhandelsunternehmen, die sich als 100% Tochtergesellschaft in China etablieren, in Kapitel 4 dargestellt.

Es folgt in Kapitel 5 die Darlegung des dafür erforderlichen interkulturellen Personalmanagements in seinem Kontext und in seinen Hauptstrukturen wie Personalauswahl, Anforderungsprofil, Stellenbesetzungsstrategie und Mitarbeiterführung. Dabei soll die besondere Relevanz des Personalbereichs als sogenannte „soft skills“ (weiche Faktoren) hervorgehoben werden, die wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen können.

Bedingt durch die mannigfaltigen Veränderungen bzw. Novellierungen durch den WTO-Beitritt wurden die aktuellen neuen Regelungen vom Dezember 2004 hinsichtlich der Etablierung deutscher Einzelhandelsunternehmen als 100% Tochtergesellschaft im Anhang der vorliegenden Arbeit dargestellt, was jedoch nicht dessen Wichtigkeit für die vorliegende Thematik in Frage stellen soll.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
2. ERSCHLIEßUNG VON AUSLANDSMÄRKTEN IM EINZELHANDEL 3
2.1 Internationalisierung des Einzelhandels 7
2.2 Internationalisierung des Einzelhandels in China 10
2.3 Erklärungsansätze der Internationalisierung 11
2.3.1 Theorien der Direktinvestitionen 12
2.3.1.1 Theorie des monopolistischen Vorteils 12
2.3.1.2 Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens 16
2.3.2 Übergreifende Theorien der Internationalisierung 18
2.3.2.1 Verhaltenstheoretischer Ansatz 18
2.3.2.2 Internationalisierungstheorie 21
2.3.2.3 Das Eklektische Paradigma von Dunning 24
2.4 Markteintrittsstrategien als Internationalisierungsstrategien 25
2.4.1 Franchising als funktionale Internationalisierung 26
2.4.2 Direktinvestitionen als institutionale Internationalisierung 28
2.4.2.1 Joint Ventures 30
2.4.2.1.1 Equity Joint-Venture 34
2.4.2.1.2 Contractual Joint-Ventures 36
2.4.2.2 Hundertprozentige Tochtergesellschaft 37
3. VOLKSREPUBLIK CHINA ALS RAHMENBEDINGUNG IM INTERNATIONALEN KONTEXT 39
3.1 Externes Makroumfeld 39
3.1.1 Ökonomisches Umfeld 39
3.1.1.1 Allgemeine Daten 39
3.1.1.2 Wirtschaftliche Entwicklung 40
3.1.1.3 Außenhandel 45
3.1.1.3.1 Entwicklung des Außenhandels 45
3.1.1.3.2 Der WTO-Beitritt 46
3.1.1.3.3 Direktinvestitionen 48
3.1.2 politisch-rechtliches Umfeld 52
3.1.2.1 Regierung 52
3.1.2.2 Rechtssystem 55
3.2 Externes Mikroumfeld 57
3.2.1 Konsumentenverhalten 57
3.2.1.1 Daten der chinesischen Konsumenten 57
3.2.1.2 Konsum 58
3.2.2 Einzelhandel 60
3.2.2.1 Zahlen des Einzelhandel 61
3.2.2.2 Neue Chancen für ausländische Einzelhändler in der VR China 63
4. ERSCHLIEßUNG DES CHINESISCHEN EINZELHANDELSMARKTES DURCH VOLLBEHERRSCHTE AUSLANDS-GESELLSCHAFTEN 65
4.1 Rechtliche Bestimmungen und steuerliche Aspekte 65
4.2 Gründung einer Tochtergesellschaft 69
4.3 Strategische Gestaltungsmöglichkeiten im kulturellen Kontext 71
4.4 Vor- und Nachteile von Tochtergesellschaften 72
5. PERSONALMANAGEMENT ALS INTERKULTURELLE KOMPETENZ 76
5.1 Rahmenbedingungen im interkulturellen Kontext 77
5.1.1 Kulturvergleichende Managementstudie von Hofstede 80
5.1.2 Kompetenz im interkulturellen Kontext 83
5.2 Interkulturelles Personalmanagement 86
5.2.1 Personalauswahl 88
5.2.2 Interkulturelles Anforderungsprofil 90
5.2.3 Internationale Stellenbesetzungsstrategie nach Perlmutter 93
5.2.4 Interkulturelle Mitarbeiterführung 95
5.3 Interkulturelle Personalentwicklung 99
6. FAZIT 104
ANHANG 108
Exkurse 108
Tabellen 112
Abbildungen 122
LITERATURVERZEICHNIS 126

Automatisiert erstellter Textauszug:

sind. Durch ein Fehlen eines modernen Lagerhaltungsmanagements in China liegen hier die Chancen der ausländischen Anbieter.438 Bis September 2003 hatten ausländische Geldgeber rund 2,52 Mrd. Euro im chinesischen Einzelhandel investiert. Insgesamt sind 264 Handelsunternehmen genehmigt worden. Trotzdem ist ausländisches Kapital in der chinesischen Handelsbranche rar. Nur 0,6% der insgesamt getätigten DI fließen in den Handelssektor. Der regionale Fokus liegt dabei eindeutig auf den wirtschaftlich starken Städten der chinesischen Ostküste. Die bis vor Dezember 2004 geltenden starken gesetzlichen Einschränkungen im Einzelhandelssektor sind dafür verantwortlich, dass unter den nicht-chinesischen Anbietern bis zu diesem Zeitpunkt nur die französischen Carrefour-Gruppe unter die ersten Zehn kam nämlich auf Rang 6 mit einem Jahresumsatz von 1,36 Mrd. Euro in 2003 in 41 Filialen. Weit abgeschlagen liegen der Weltmarktführer WalMart (USA) auf Rang 18 mit einem Jahresumsatz 2003 von 0,59 Mrd. Euro in 33 Filialen und die deutsche Metro-Gruppe auf Rang 20 mit einem Jahresumsatz von 0,5 Mrd. Euro in 18 Filialen.439 Doch sind durch die neuen Verwaltungsvorschriften vom 1.Juni 2004 Änderungen in Sicht. Die Metro Gruppe hat bekannt gegeben, in den nächsten Jahren rd. 600 Mio. Euro investieren zu wollen, um die Zahl ihrer Cash & Carry-Märkte auf 58 zu erhöhen. Ab 11.12.2004 dürfen alle ausländischen Einzelhändler in der VR China ohne chinesischen Partner eigene Filialen eröffnen. Ferner dürfen sie eigene Marken importieren sowie Waren zu Exportzwecken kaufen. Da bisher ein Unternehmen z.B. einen durchschnittlichen Jahresumsatz von mindestens 1,68 Mrd. Euro vorweisen musste, konnten sich nur große Ketten auf dem chinesischen Markt etablieren. So schafft der Wegfall der hohen Anforderungen an das registrierte Kapital und den Umsatz neue Möglichkeiten für kleinere Einzelhändler. Die Eröffnung neuer Filialen ausländischer Einzelhandelsunternehmen gemäß den revidierten Verwaltungsvorschriften muss künftig durch die lokalen Regierungen genehmigt werden.440 [...]

Seit Dezember 2004 genießen ausländische Anbieter völlig neue Freiheiten, so dürfen sie z.B. erstmals Filialen ohne chinesische Partner eröffnen.436 Dabei werden seit dem 11.Dezember 2004 auch Gebiets, Aktionärsrechte- und Bewirtschaftungsrahmenbeschränkungen für den ausländischen Einzelhandel in China aufgehoben.437 Auf die sogenannten modernen Vertriebsformen entfallen derzeit etwa 25% des chinesischen Einzelhandels. Die chinesischen Konsumenten schätzen an den Super- und Hypermärkten v.a. die Breite des Angebots. Im Vergleich zu kleineren Läden oder Straßenhändlern vertrauen sie der größeren Qualität sowie ihren höheren Hygienestandards. Die Zahl der kleine Kioske und „Tante-Emma-Lädchen“ ist in der Tat deutlich rückläufig. Die höheren Preise spielen hierbei eine große Rolle, weshalb Kunden sich beim Kauf immer mehr umorientieren. Doch die dadurch entstandenen harten Preiskämpfe haben die Verkaufserlöse nur einstellig wachsen lassen. Die Gewinnspannen bewegen sich bei etwa 15%. Verschlechternd kommen unzureichendes Kostenmanagement und Investitionen in neue Verkaufspunkte hinzu, die zu negativen Bilanzen führen. Durch die Konzentration auf qualitativ hochwertige oder andere Nischensegmente versuchen einige chinesische Einzelhändler, dem Druck der Konsumenten auszuweichen. Problematisch sind im chinesischen Einzelhandel die professionelle Präsentation und der Mangel an gut funktionierenden Lieferketten. Somit sind nur etwa 90% aller Waren ständig verfügbar. Hinzu kommen externe und interne logistische Probleme, die besonders an chinesischen Feiertragen zu spüren [...]

In China bilden sich analog zu saturierten Märkten westlicher Prägung Absatzkanalpräferenzen heraus. Mit der allgemeinen Dynamik des Handels konnten Kauf- und Warenhäuser nicht Schritt halten. Ihr Marktanteil oszilliert seit 1997 um 10,5%. Die Marktbedeutung des Vertriebssystems Supermarkt ist rückläufig. Convenience-Stores hingegen expandieren. Sie legten in ihrer Marktbedeutung zwischen 1997 und 2001 um durchschnittlich 7,8% zu. Gleiches gilt für Hypermärkte.431 Enorme Ineffizienz besteht beim Transport der Güter. Ausländische Produzenten sind herausgefordert, auf das völlig unzureichende Schienennetz als Transportmedium abzustellen, denn die meisten chinesischer Unternehmen führten den Transport ihrer Güter selbst durch. So kann man davon ausgehen, dass in den Lebensmittelpreisen 20% Transportkosten einkalkuliert sind.432 [...]

Arbeit zitieren:
Drees, Katrin Juli 2005: Die Erschließung des chinesischen Marktes durch deutsche Einzelhandelsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internationalisierung, Markteintrittstrategien, Kultur, Auslandsgesellschaft, WTO

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