Zur Erreichung von Lieferantenzufriedenheit
Dargestellt am Mehrfaktoren-Modell
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jane Oguachuba
- Abgabedatum: Oktober 2003
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 773,9 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7528-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7528-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7528-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Oguachuba, Jane Oktober 2003: Zur Erreichung von Lieferantenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kundenzufriedenheit, Confirmation-/Disconfirmation-Paradigma, Beschaffungsmarketing, Lieferanten, Mehrfaktoren-Modell
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Diplomarbeit von Jane Oguachuba
Einleitung:
Das Themengebiet der Beschaffung im allgemeinen und die Interaktion mit dem Lieferanten im besonderen blieb in der praktischen Diskussion ipso facto lange Zeit relativ unberücksichtigt. Oftmals wurden Lieferanten als notwendiges Hilfsmittel betrachtet, um absatzpolitische Ziele zu verwirklichen.
Der in jüngster Zeit durch den immer stärker werdenden internationalen Wettbewerb, die voranschreitende Marktsättigung sowie die Dynamisierung der Beschaffungsmärkte steigende Profilierungsbedarf zwingt das beschaffende Unternehmen jedoch, enge Beziehungen oder Kooperationen mit dem Lieferanten einzugehen.
Um den veränderten Marktbedingungen gerecht zu werden, sollte die Beschaffung von ihrer bislang vorherrschenden operativen Funktion, die sich primär auf den Preis, die Kostenminimierung und die Teilfunktion des bloßen „Bestellschreibers“ konzentrierte, zu einer strategischen Funktion der proaktiven, langfristigen Zusammenarbeit mit den Lieferanten entwickelt werden.
Dem wird ansatzweise durch Konzepte, wie dem des Supply Chain Managements, der Just-in-Time-Anlieferung oder des Netzwerkmanagements, die explizit die Beziehungen zwischen Lieferant und Abnehmer behandeln, Rechnung getragen.
Die Lieferantenzufriedenheit als theoretisches Konstrukt wird dennoch nicht explizit thematisiert. Dabei können die negativen Folgen unzufriedener Lieferanten eklatant sein. Beispielsweise stellt die schnell voranschreitende Diffusion von Unzufriedenheit ein Gefährdungspotential für Geschäftsbeziehungen mit anderen Lieferanten dar. Die Vorteile für das Beschafferunternehmen sind dagegen vielfältig. Nach Womack/Jones/Roos liegen diese u.a. in einer positiven Mund-zu-Mund-Propaganda, einer Intensivierung des Absatzes, einer größeren Planungssicherheit, einem verringerten Kontrollaufwand aufgrund kontinuierlicher Produktqualität und geringerem Ausschuß.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Arbeit ist es, durch systematische Handlungsempfehlungen einen Lösungsbeitrag zu leisten, Lieferantenzufriedenheit zu erhöhen. Zur Schaffung eines theoretischen Fundaments bietet Kapitel 2 zunächst einen Überblick über die Zufriedenheitsforschung, insb. im Absatzbereich wie auch in der Arbeits- und Organisationspsychologie. In Kapitel 3 wird das Konstrukt der Lieferantenzufriedenheit erläutert. Anstelle einer engen Begriffsdefinition werden Kerninhalte des Beschaffungsmarketings in konzeptioneller und prozessualer Hinsicht sowie die Anreiz-Theorie präsentiert. Anschließend werden mit Hilfe des Mehrfaktoren-Modells, welches als Systematisierungshilfe fungiert, die Wirkungsunterschiede der Anreize aufgezeigt. Abgerundet wird das Kapitel durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Zufriedenheitsmessung. Kapitel 4, das den Schwerpunkt bildet, betrachtet letztlich Maßnahmen zur Erreichung der Lieferantenzufriedenheit, die in Unternehmen implementiert werden können. Vorangestellt sei ein eigens entwickeltes Prozeßmodell, welches den allg. Prozeß der Lieferantenzufriedenheitsgenese vorstellt, bevor konkrete Anwendungsbeispiele dargelegt werden. Zusammenhänge werden entscheidungsorientiert, durch hypothetische, aber wohlbegründete Wirkungshypothesen, mittels „Wenn“ ( = Bewertungsmaßstäbe) - „Dann“ ( = Handlungsalternativen) Verknüpfungen dargestellt. Ergänzend wird auszugsweise sowohl auf die beschaffungspolitischen Instrumente als auch auf unternehmensinterne Verbesserungsmöglichkeiten zur Annäherung an die Zufriedenheit des Lieferanten eingegangen. Kapitel 5 widmet sich der Schlussbetrachtung.
Die Arbeit in ihrer Gesamtheit soll einen Denkanstoß geben, die Lieferantenbasis als Ressource aufzufassen, die es – analog zum „Humankapital“ der Mitarbeiter – zu pflegen und zu entwickeln gilt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Zum hypothetischen Konstrukt der Zufriedenheit | 3 |
| 2.1 | Zufriedenheitsforschung im Absatzbereich | 3 |
| 2.1.1 | Theoretisches Fundament zur Zufriedenheit | 5 |
| 2.1.1.1 | Die Assimilations-Kontrast-Theorie | 7 |
| 2.1.1.2 | Die Attributionstheorie | 8 |
| 2.1.2 | Das Confirmation/Disconfirmation-Paradigma als Basismodell der Kundenzufriedenheit | 10 |
| 2.1.2.1 | Der Vergleichsstandard (Soll-Komponente) | 10 |
| 2.1.2.2 | Die wahrgenommene Leistung (Ist-Komponente) | 11 |
| 2.1.2.3 | Der Bestätigungsprozeß (Soll-Ist Vergleich) | 12 |
| 2.2 | Ausgewählte Ansätze der Arbeits-und Organisationspsychologie | 14 |
| 2.2.1 | Anreiztheoretische Konzeptionen | 14 |
| 2.2.2 | Kognitive Konzeptionen | 15 |
| 3. | Lieferantenzufriedenheit im Beschaffungsmarketing | 16 |
| 3.1 | Beschaffungsmarketing | 16 |
| 3.1.1 | Beschaffungsmarketing als konzeptioneller Lösungsansatz | 17 |
| 3.1.2 | Prozessstruktur als inhaltlicher Lösungsansatz | 18 |
| 3.2 | Erklärungsansätze zur Analyse von Lieferantenzufriedenheit im Beschaffungsmarketing | 20 |
| 3.2.1 | Die Anreiz-Beitrags-Theorie zur Schaffung einer Win-Win-Position | 20 |
| 3.2.1.1 | Grundannahmen der Anreiz-Beitrags-Theorie | 21 |
| 3.2.1.2 | Relevanz für Beschaffer-/Lieferantenbeziehungen | 22 |
| 3.2.2 | Das Mehrfaktoren-Modell | 23 |
| 3.2.2.1 | Empirische Untersuchungen zur Struktur der Zufriedenheit | 23 |
| 3.2.2.2 | Modelltheoretische Darstellung des Mehrfaktoren-Modells | 24 |
| 3.3 | Messung von Lieferantenzufriedenheit | 28 |
| 3.3.1 | Besonderheiten des Beschaffungsmarketing | 29 |
| 3.3.2 | Konsequenzen der Besonderheiten des Beschaffungsmarketing für die Messung von Lieferantenzufriedenheit | 30 |
| 3.3.3 | Verfahren zur Messung von Lieferantenzufriedenheit | 32 |
| 4. | Maßnahmen zur Erreichung von Lieferantenzufriedenheit | 33 |
| 4.1 | Handlungsorientierte Maßnahmen auf Basis des Mehrfaktoren-Modells | 33 |
| 4.1.1 | Kategorisierung der Basis-, Leistungs-, und Begeisterungsfaktoren | 36 |
| 4.1.2 | Wirkungsweise der Faktoren | 38 |
| 4.1.2.1 | Beschaffungskonstellationen als Filterkriterium | 39 |
| 4.1.2.2 | Beschaffungsstrategien als Filterkriterium | 42 |
| 4.1.2.3 | Die Nachfrage- /Angebotsstruktur als Filterkriterium | 46 |
| 4.2 | Zum Einsatz der beschaffungspolitischen Instrumente zur Erreichung von Lieferantenzufriedenheit | 48 |
| 4.2.1 | Überblick über die beschaffungspolitischen Instrumente | 48 |
| 4.2.2 | Wirkungsbezug der Beschaffungsinstrumente zur Erreichung von Lieferantenzufriedenheit | 50 |
| 4.3 | Verwirklichung von Lieferantenzufriedenheit auf Basis unternehmensinterner Verbesserungsprozesse | 56 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 58 |
Konsequenzen ergeben sich auch hinsichtlich der Methodik der Messung. Aufgrund der langfristig angelegten Beziehung sind v.a. Störereignisse herauszufiltern. Denn, wird ein Kunde zu einem bestimmten Zeitpunkt nach seiner Zufriedenheit befragt, können kurz zurückliegende positive bzw. negative Ereignisse mit dem Beschaffer sein Urteil stark verzerren. Diese Störgrößen lassen sich vermeiden bzw. reduzieren, indem bspw. zu Beginn der Befragung besonders die unerfreulichen Erlebnisse erfragt werden. Der befragte Lieferant kann somit seine Verärgerung im Vorfeld artikulieren und beantwortet die nachfolgenden Fragen mit weniger Vorbehalt. Die Multipersonalität der Beschaffungsentscheidung macht es bspw. notwendig, die Mitglieder des Selling Centers nach ihren Rollen im Beschaffungsprozeß zu analysieren. Bisweilen existieren jedoch nur Rollenkonzepte – u.a. [...]
darstellt, wird der Zufriedenstellung der Kunden auf demselben oftmals ein stärkeres Gewicht eingeräumt. Auch finden Kauf- und Verkaufsentscheidungen auf dem Beschaffungsmarkt multipersonal172 in Buying- und Selling-Centern statt.173 Das Phänomen der Multipersonalität ist zwar auch im Konsumgüterbereich vorzufinden, doch ist es im Beschaffungsbereich ausgeprägter.174 Für die Zufriedenheitsmessung ist demnach die Betrachtung mehrerer Informanten (Multiple Informant-Ansatz) der Betrachtung einer Person (Key Informant-Ansatz) vorzuziehen.175 Schließlich sind u.a. die durch die geringe Anzahl von Anbietern und Nachfragern gegebene hohe Markttransparenz176 sowie die i.d.R. vorzufindende heterogene Struktur des Kundenstammes (z.B. Original Equipment Manufacturers, Zwischenhändler etc.) weitere Merkmale. 177 Die aufgeführten Besonderheiten im Beschaffungsbereich machen somit deutlich, daß sich die Erkenntnisse aus der Zufriedenheitsmessung im Absatzbereich nicht ohne weiteres auf die Messung der Lieferantenzufriedenheit übertragen lassen. [...]
3.3.1 Besonderheiten des Beschaffungsmarketings Die zurückhaltende Auseinandersetzung mit der Zufriedenheitsmessung im Beschaffungsbereich mag zum einen an den allgemeinen Problemen der Messung von Zufriedenheit liegen, wie sie etwa die Frage nach dem Vergleichsstandard im Rahmen des C/D-Paradigmas aufwirft.164 Zum anderen weisen Beschaffungsobjekte bzw. -märkte im Vergleich zum Absatzbereich Besonderheiten auf.165 Dazu gehört bspw. die Langfristigkeit der Geschäftsbeziehung zwischen dem beschaffenden und dem Lieferunternehmen. Geschäftsbeziehungen im Industriegüterbereich sind im Vergleich zum Konsumgüterbereich dauerhafter und haben eine komplexe Struktur.166 Dazu trägt u.a. die Existenz persönlicher Beziehungen zwischen den Beteiligten sowie der mehrere Phasen umfassende Kaufakt bei.167 Die Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung ist i.d.R. mit hohen Investitionen (z.B. in spezielle Maschinen, Anlagen) verbunden, was eine Erhöhung der Wechselkosten nach sich zieht.168 Die höhere Variationsvielfalt im Kontrast zum Absatzmarkt169 wird zudem darin evident, daß es sich bei den nachgefragten Objekten meist um ein Bündel an Leistungen handelt. Daß heißt neben dem Kernprodukt werden Nebenleistungen wie z.B. Beratungs- oder Finanzierungsleistungen nachgefragt.170 Weiteres Charakteristikum ist der derivate Bedarf, d.h. der Bedarf an Beschaffungsobjekten wird durch die Anforderungen nachgelagerter Stufen beeinflußt.171 Da der Absatzmarkt den Engpaßfaktor [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832475284
Arbeit zitieren:
Oguachuba, Jane Oktober 2003: Zur Erreichung von Lieferantenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kundenzufriedenheit, Confirmation-/Disconfirmation-Paradigma, Beschaffungsmarketing, Lieferanten, Mehrfaktoren-Modell



