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Die Eroberung der Märkte Südostasiens und Chinas

Eine Analyse und Bewertung des Erfolgs der strategischen Wettbewerbspolitik japanischer Unternehmungen

Die Eroberung der Märkte Südostasiens und Chinas
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Julian A. Reiner
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 6,8 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4532-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4532-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4532-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reiner, Julian A. Januar 2001: Die Eroberung der Märkte Südostasiens und Chinas, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: China, Japan, Strategie, Südostasien, Wettbewerbspolitik

Diplomarbeit von Julian A. Reiner

Einleitung:

In dieser Diplomarbeit wird die strategische Wettbewerbspolitik japanischer Unternehmen detailliert analysiert und bewertet. Die Arbeit hatte zum Ziel, die Gründe besser zu verstehen, warum gerade die Strategien, die die Wirtschaft Japans speziell bei der Markterschließung und -erhaltung neuer Märkte in einem zukünftigen Weltwirtschaftszentrum verfolgt, in der Vergangenheit so erfolgreich waren und bis heute, wenn auch geringfügig bescheidener, noch immer sind.

Hinsichtlich des wirtschaftsgeographischen Aspekts werden neben China nur die bevölkerungsreichen Flächenstaaten unter den Ländern der ASEAN-Gruppe betrachtet, da diese aus absatz-, investitions- und ressourcenpolitischer Sicht besonders interessant erscheinen. Einige Anmerkungen werden auch zur Situation und zu den Aktivitäten japanischer Unternehmen auf dem vietnamesischen Markt gemacht. Ausschlaggebend für die Analyse der Strategien der Unternehmen gerade dieses Landes sind die führende Stellung japanischer Unternehmen in wichtigen Industrien und Technologiefeldern sowie die zentrale Rolle Japans als Handelspartner, Investor und entwicklungspolitisches Vorbild in Ost- und Südostasien, der zur Zeit dynamischsten Wirtschaftsregion der Welt.

Es ist fraglich, ob die wirkliche Bedeutung der Märkte Südostasiens und Chinas als die Zukunftsmärkte in vielen deutschen Unternehmen schon erkannt worden ist, beziehungsweise diesen Märkten die ihnen angemessene Beachtung geschenkt wird, und daraus resultierend der dortige Markteintritt der deutschen Industrieunternehmen spät, möglicherweise zu spät, erfolgt ist. Was das ausländische Engagement in dieser Region anbetrifft, so dominieren japanische Unternehmen weiterhin mit einem so großen Vorsprung, dass gelegentlich von der Uneinholbarkeit der Japaner die Rede ist. Diese Dominanz wird dem Leser auch anhand von aktuellen Beispielen verdeutlicht, die dem Verfasser von in Südostasien tätigen japanischen Managern berichtet wurden.

Auch nach dem Ende der „Bubble Economy“, der spekulativen Aufblähung der Wirtschaft in Asien und der nur allmählichen Erholung der dortigen Volkswirtschaften, stellen die südostasiatischen Märkte und der chinesische Markt mit ihren jährlichen realen BSP-Wachstumsraten von durchschnittlich 6-7% bzw. 10%, dem großen Angebot an Arbeitskräften, dem stetigen Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens, der Verbesserung der Infrastruktur und der Deregulierung der Wirtschaft attraktive Märkte dar, in denen auch die deutsche Wirtschaft sowohl als Investor als auch als Exporteur für Konsum- und Investitionsgüter in weitaus stärkerem Maße vertreten sein sollte als es bisher der Fall ist. Zukünftig mag der Erfolg um so wahrscheinlicher werden, je eher die ausländischen Unternehmen die Chancen nutzen, die sich in China und vor allem in den südostasiatischen Ländern nach der asiatischen Finanzkrise und der dadurch erzwungenen Kooperationsbereitschaft vieler dortiger junger Industrien und Industriekonglomerate, die vorher durch hohe Einfuhrzölle und/oder administrative Barrieren geschützt waren, ergeben.

Zwar übernahm Japan weite Teile der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften des Westens, jedoch scheinbar nicht die dazugehörigen moralischen Grundprinzipien der liberalistischen Gedankenschule. In Japan war der Ausdruck „Wettbewerb“ lange Zeit völlig unbekannt, so schreibt z.B. Fukuzawa in seiner Autobiographie. Japaner haben im Wettbewerb wohl stets vor allem ein Mittel der „Wohlfahrtspolitik“ gesehen, mit dessen Hilfe sich der Reichtum der Bevölkerung vergrößern ließ. Während sie diesem marktmechanistischen Prinzip des Wettbewerbs in der Heimat ihre eigenen japanischen Vorstellungen von Moral hinzugefügt haben, so ignorieren sie im Wettbewerb auf den Auslandsmärkten diese Moralvorstellungen völlig. Diese Erkenntnis ist wichtig, um die These zu verstehen, dass der Wettbewerb der japanischen Unternehmen auf den Weltmärkten eine andere Qualität besitzt als der Wettbewerb, der auf dem heimischen Markt von ihnen betrieben wird. Das Verhalten japanischer Firmen auf den ausländischen Märkten ist völlig anders, man könnte auch sagen fast gegensätzlich zu dem auf dem Inlandsmarkt. Nicht wenige Unternehmen aus westlichen Industriestaaten vergleichen den Wettbewerb mit ihren japanischen Konkurrenten auf den Auslandsmärkten mit einer Art Krieg, in dem die Konkurrenz vernichtet werden soll.

Inhaltsverzeichnis:

1. Grundlegung 1
1.1 Gegenstand und Motivation der Untersuchung 1
1.2 Prämissen und Gang der Untersuchung 5
2. Theoretische Grundlagen der strategischen Wettbewerbspolitik 8
2.1 Die Komponenten der „Wettbewerbsstrategie“ im allgemeinen 8
2.2 Die Komponenten der „Wettbewerbsstrategie“ im besonderen – das Konzept von Porter 10
3. Prämissen und Rahmenbedingungen für Investitionen in Südostasien und China aus japanischer Sicht 21
3.1 Externe Rahmenbedingungen 21
3.1.1 Geschichtliche Begebenheiten als Begründung der regionalen Fokussierung des internationalen Engagements der japanischen Wirtschaft 21
3.1.2 Entfernungen und Transportkosten 23
3.1.3 Finanzielles Fördersystem und Finanzierungshilfsmittel als wirtschaftspolitische Instrumente 24
3.1.4 Informationen und Beratung 30
3.2 Unternehmungsspezifische Prämissen 32
3.2.1 Größe und Kapitalausstattung der Unternehmung 32
3.2.2 Möglichkeiten und Bereitschaft zur Zusammenarbeit 33
3.2.3 Managementfähigkeiten des im Ausland tätigen japanischen Führungspersonals 34
3.2.4 Langfristige Marktpräsenz in Südostasien und China als Prämisse für intensive Geschäftsbeziehungen 35
3.2.5 Bewältigung administrativer Barrieren 36
3.2.6 Kommunikationsprobleme zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften 38
3.3 Direktinvestitions- und Handelsaktivitäten in Südostasien und China in der strategischen Gesamtkonzeption japanischer Unternehmungen 39
3.3.1 Die Marktstellung japanischer Unternehmungen unter dem Einfluss von importsubstitutierender Industrialisierungspolitik 39
3.3.2 Exportorientierte Direktinvestitionsaktivitäten in der japanischen Konzeption 41
3.3.3 Rohstoffbeschaffung und Rohstoffsicherung 48
4. Die Absatz- und Investitionspolitik japanischer Unternehmungen in Südostasien und China 50
4.1 Japanische Generalhandelshäuser als Transformatoren im Absatz- und Investitionsprozeß 50
4.1.1 Ihre Bedeutung und Funktionen in der Gesamtbetrachtung 50
4.1.2 Analyse der Aktivitäten und Strategien der japanischen Handelsunternehmen 54
4.1.3 Abschließende Bewertung: Die strategische Politik japanischer Handelsunternehmen in Südostasien und China 56
4.2 Die japanischen Banken und ihre Bedeutung für Handel und Direktinvestitionen 57
4.2.1 Die Banken im Überblick 57
4.2.2 Ihre Rolle im Absatz- und Investitionsprozeß 59
4.3 Risikostreuung mittels Kooperationen 62
4.4 Kontrolle der Unternehmensbeteiligungen 64
4.4.1 Kontrollmöglichkeiten unter dem Einfluss der „Fade-out“-Strategie der Länder Südostasiens 64
4.4.2 Kontrolle eines Joint Ventures über die Beteiligungshöhe 66
4.4.3 Steuerung eines Joint Ventures über Zusatzverträge 68
4.5 Aufbau technisch-wirtschaftlicher Verbundbeziehungen 70
4.6 Marktsegmente und Produktpolitik 71
4.6.1 Bedarfsorientiertes Produktprogramm 71
4.6.2 Fokussierung auf nachfragestarke Marktsegmente 72
4.6.3 Produktanpassungen 73
4.7 Fertigungskosten und Fertigungstechnik 75
4.7.1 Fertigungskosten und Fertigungstechnik in der Exportwirtschaft 75
4.7.2 Vergleich der Fertigungskosten in der Exportwirtschaft: Ein Beispiel aus dem Maschinenbau 76
4.7.3 Änderung des Fertigungsverfahrens bei lokaler Fertigung 76
4.8 Kontrahierungspolitik 78
4.8.1 Preisflexibilität und Preisgestaltung als Markteintritts- und Marktsicherungsinstrumente – die japanische Strategie des „Forward-pricing“ 78
4.8.2 Preisrelationen bei ausgewählten Produkten und Produktgruppen 80
4.8.3 Währungsfakturierung im Exportgeschäft der Wirtschaft Japans mit den südostasiatischen Ländern und China 81
4.8.4 Kundenservice und Kommunikation als Bestandteile der Kontrahierungspolitik 82
4.9 Absatzpolitik 83
4.9.1 Wahl der Importwege 83
4.9.2 Bedeutung einzelner Importwege für die japanischen Industrieunternehmungen 84
4.9.3 Gestaltung des Vertriebsnetzes 85
5. Informationsmanagement und Beratung als flankierende Instrumente 87
5.1 Ausgestaltung des Informations- und Beratungssystems 87
5.2 Zugangsmöglichkeiten zum Informations- und Beratungssystem 89
6. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick 91
Literaturverzeichnis
Anhang

Arbeit zitieren:
Reiner, Julian A. Januar 2001: Die Eroberung der Märkte Südostasiens und Chinas, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
China, Japan, Strategie, Südostasien, Wettbewerbspolitik

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