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Erneuerbare Energien auf den Kanarischen Inseln: Standortfaktoren und Investitionspotentiale

Erneuerbare Energien auf den Kanarischen Inseln: Standortfaktoren und Investitionspotentiale
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Johannes Klapproth
  • Abgabedatum: Februar 2009
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 501,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 69
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1382-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Klapproth, Johannes Februar 2009: Erneuerbare Energien auf den Kanarischen Inseln: Standortfaktoren und Investitionspotentiale, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erneuerbare Energie, Kanarische Inseln, Windenergie, Solarenergie, Geothermische Energienutzung

MA-Thesis / Master von Johannes Klapproth

Einleitung:

Die Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung in Anbetracht stark schwankender und langfristig steigender Rohstoffpreise und des Klimawandels stellt für die kommenden Jahrzehnte eine zentrale Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft dar. Die Förderung erneuerbarer Energien soll mittel- bis langfristig der Abhängigkeit von fossiler und nuklearer Energieerzeugung entgegenwirken.

Im ‘Renewable energy country attractiveness index”, einer Studie die halbjährlich von dem Unternehmen Ernst&Young veröffentlicht wird, gehört Spanien 2008 mit Rang 4 zu den attraktivsten Investitionsstandorten für regenerative Energieerzeugung. Der Plan zur Förderung erneuerbarer Energien der spanischen Regierung (‘Plan de energías renovables en España” im Folgenden ‘PER”) von 2005 sieht vor bis 2010 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 19,4 im Jahr 2004 auf 29,4% zu steigern (PER 2005: 322). Aufgrund ihrer geographischen Lage sowie eigener steuer- und energiepolitischen Rahmenbedingungen sind die Kanarischen Inseln auf den ersten Blick innerhalb Spaniens ein besonders attraktiver Investitionsstandort für erneuerbare Energieträger. Während 2006 auf den Kanarischen Inseln 96,5% des Stromes durch den Einsatz fossiler Brennstoffe generiert wurde (GC 2007: 33), sieht der Energieplan der Kanarischen Inseln (PECAN) bis zum Jahre 2015 vor, 30% der Stromerzeugung durch regenerative Energien zu decken (PECAN 2006: 125).

Zwei Fragen stehen im Vordergrund dieser Arbeit:

1. Wie kann die kanarische Regierung ihren Standort für die Installation erneuerbarer Energieträger attraktiv gestalten?

2. Wie groß ist das momentane Investitionspotential für die Installation erneuerbarer Energieträger auf den Kanarischen Inseln aus unternehmerischer Sicht?

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Eidesstattliche Erklärung II
Abkürzungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis VII
Abbildungsverzeichnis VIII
Verzeichnis der Anhänge X
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Vorgehen 5
2. Grundlagen: Energieversorgung auf den Kanarischen Inseln 7
2.1 Grundzüge der Energiewirtschaft 7
2.2 Ist-Zustand: Der Energiemarkt 8
2.2.1 Energiebilanz 10
2.2.2 Energiepolitischer und wirtschaftlicher Ordnungsrahmen 13
2.2.3 Energieversorgungssicherheit und Energieabhängigkeit 18
2.2.4 Wirtschaftlichkeitsaspekte bei der Energiebereitstellung 21
2.2.5 Umweltschutz und energiepolitische I_nstrumente 24
2.2.6 Sparsamer und rationeller Energieeinsatz 25
2.3 Soll-Zustand: Energiepolitische Ziele
2.3.1 Europäische Zielvorgaben 26
2.3.2 Plan der erneuerbaren Energien in Spanien (PER) 27
2.3.3 Energieplan der Kanarischen Inseln (PECAN) 28
3. Die Kanarischen Inseln als Investitionsstandort für erneuerbare Energien 35
3.1 Theoretische Ansätze zur Standortanalyse 35
3.2 Das Wirtschafts- und Steuersystem 36
3.3 Bildung, Forschungseinrichtungen und Institutionen 41
3.4 Förderungen bei der Installation erneuerbarer Energieträger auf den Kanarischen Inseln (2007- 2013) 44
4. Investitionspotentiale in erneuerbare Energieträger auf den Kanarischen Inseln 46
4.1 Windenergie 46
4.1.1 Theoretisches Potential
4.1.2 Verfahren und Stand der Nutzung 47
4.1.3 Wirtschaftlichkeit 49
4.1.4 Marktentwicklung und Markthemmnisse 51
4.1.5 Zwischenfazit 52
4.2 Solarenergie 53
4.2.1 Theoretisches Potential
4.2.2 Verfahren und Stand der Nutzung 55
4.2.3 Wirtschaftlichkeit
4.2.4 Marktentwicklung und Markthemmnisse 57
4.2.5 Zwischenfazit
4.3 Geothermische Energienutzung 60
4.3.1 Theoretisches Potential, Verfahren und Stand der Nutzung
4.3.2 Wirtschaftlichkeit 61
4.3.3 Aussichten
4.4 Energiespeicherung durch Pumpspeicherkraftwerke 62
4.4.1 Theoretisches Potential, Verfahren und Stand der Nutzung
4.4.2 Wirtschaftlichkeit 63
4.4.3 Aussichten
5. Schlussbetrachtung 64
Anhang XI
Quellenverzeichnis XX
Bibliografie XX
Weitere Quellen XXI

Textprobe:

Kapitel 5, Schlussbetrachtung:

Für die Kanarischen Inseln stellen erneuerbare Energien eine realistische Chance dar, ihrer energetischen Abhängigkeit entgegenzuwirken. Die gesamtwirtschaftlichen und energiepolitischen Konfliktfelder, die von der Energiewirtschaft betroffen sind, wurden anhand der Kernforderungen des schweizerischen Energieartikels aufgezeigt.

Die klimatischen und geologischen Voraussetzungen sind für alle im Rahmen dieser Arbeit betrachteten erneuerbaren Energieträger ideal. Für die energetische Nutzung der Windkraft herrschen an bestimmten Orten eine Windstärke über 8 m/s. Für die Stromerzeugung durch Photovoltaik verbuchen die Kanarischen Inseln z.T. über 1800 Sonnenstunden im Jahr. Der vulkanische Ursprung der Kanarischen Inseln ist prädestiniert für die Nutzung geothermischer Ressourcen. Auch die Nutzung der Kraft des Meeres, die in dieser Arbeit nicht behandelt wurde, steht als nutzbare Option zur Energieversorgung offen.

Aus der Perspektive des Standortmarketings ist die Schaffung eines guten Investitionsklimas für erneuerbare Energien notwendig um die energetischen Herausforderung mit der Hilfe privater Investoren zu meistern.

Die Kanarischen Inseln haben als wirtschaftliche Sonderzone (REF) einen besonders großen Gestaltungsspielraum, um relevante Standortfaktoren auszubauen. Die Möglichkeiten der Investitionsförderung, der Subventionen sowie weitere steuerrechtliche Gesichtspunkte wurden in der Arbeit beschrieben. Die Aufnahme der Branche der erneuerbaren Energien in das ZEC-Reglement beispielsweise, hat dem kanarischen Energiemarkt viele neue Anbieter beschert. Durch den großen Gestaltungsspielraum ergibt sich für die Kanarischen Inseln ein wichtiger Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Standorten. Das Wirtschaftsgeschehen anderer Regionen ist i.d.R. enger an den nationalen Ordnungsrahmen gebunden.

In der Schlussbetrachtung dieser Arbeit gilt es die erste einleitende Frage zu klären, wie die kanarische Regierung ihren Standort für die Installation erneuerbarer Energieträger attraktiv gestalten kann. Über die bereits bestehenden energie- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hinausgehend, bestehen meines Erachtens folgende Handlungsansätze im Vordergrund, um das Investitionsklima in erneuerbare Energieträger zu verbessern:

- Im PECAN 2006 wurde festgehalten, dass der kanarische Energiefahrplan alle vier Jahre aktualisiert werden soll. Bei der Ausarbeitung eines PECAN 2010 in diesem Jahr, sollte die Gelegenheit wahrgenommen werden viele Kritikpunkte und Unklarheiten auszubessern.

- Die baldige Gründung einer kanarischen Energieagentur (ACE), sollte der momentan herrschende Unsicherheit auf dem kanarischen Markt für erneuerbare Energien entgegenwirken.

- Eine umfassende und übersichtliche Datenbank über geltende Rechtsvorschriften und Rahmenbedingungen würde für alle Beteiligten des kanarischen Energiesektors eine große Hilfe darstellen. Die Recherchen erwiesen sich im Rahmen dieser Arbeit als z.T. überaus schwierig. Auf dem Internet-Auftritt der Energiebehörde waren einige Dokumente z.B. zum Ausschreibungsverfahren der Windkraftanlagen am (06.02.09) nur via html- Quellcode zugänglich. Die Gewährleistung von Transparenz ist ein essenzieller Faktor um potentielle Investoren auf dem kanarischen Energiemarkt zu locken.

- Die Trennung zwischen Elektrizitätsnetz und administrativer Handlungskompetenz der Einspeisemöglichkeiten erneuerbarer Energieträger sollte vorangetrieben werden. Der Großteil der interviewten Personen meinte, der neue Name REE könnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin die ursprüngliche Unternehmensstruktur Unelco-Endesa am Werk sei. Diese Annahme wirkt besonders problematisch, wenn Tochterunternehmen des Energie-Hauptanbieters auf den kanarischen Inseln in Konkurrenz zu alternativen Anbietern erneuerbarer Energieträger stehen. Da sich etwaige Informationsvorsprünge jedoch nicht schlichtweg per Gesetz abschaffen lassen, wird die tatsächliche (administrative) Trennung zwischen dem Hauptanbieter von Energie und dem Elektrizitätsnetz auf den Kanarischen Inseln noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die zweite einleitende Frage beschäftigt sich mit dem momentanen Investitionspotential für die Installation erneuerbarer Energieträger auf den Kanarischen Inseln aus unternehmerischer Sicht.

Die Kanarischen Inseln bieten für potentielle Investoren in erneuerbare Energieträger aussergewöhnliche Möglichkeiten der Investitionsförderung, insbesondere steuerrechtliche Aspekte und Subventionsmöglichkeiten. Dem steht momentan jedoch einen hohes Maß an administrativen Hemmnissen entgegen. Potentielle Investoren sollten einen hohen Risikozuschlag in ihre Investitionsvorhaben einkalkulieren. Der energie- und ordnungspolitische Kurs der Kanarischen Inseln deutet jedoch darauf hin, dass diese Investitionshemmnisse mittelfristig abgebaut werden können.

Die Investitionsvorhaben in Windkraftanlagen sind in den vergangenen Jahren wegen verwaltungstechnischen Schwierigkeiten und aufgedeckter Unregelmäßigkeiten gescheitert. Mit Spannung kann auf das Ergebnis des momentanen Ausschreibungsverfahrens gewartet werden.

Die Branche der Photovoltaikanlagen erlebt auf den Kanarischen Inseln momentan einen außergewöhnlichen Aufschwung. Der verwaltungstechnische Aufwand ist bei diesem Energieträger überschaubarer als bei der Installation von Windkraftanlagen. Die hohen Einspeisevergütungen der nationalen Gesetzgebung versprechen eine hohe Rendite über eine lange Laufzeit.

Bei der Nutzung geothermischer Energie zur Stromerzeugung ist das Investitionspotential aufgrund mangelnder Erfahrungswerte schwer abzuschätzen. Pumpspeicherkraftwerke schließlich können als wichtiger Baustein das Gesamtkonzept einer Energieversorgung durch erneuerbarer Energieträger abrunden. Wirklich zum Tragen kommt diese Option zur Energiespeicherung jedoch erst, sobald überschüssige Elektrizität durch erneuerbare Energieträger generiert wird.

Abschließend lässt sich sagen, dass für erfolgreiche Investitionstätigkeiten in erneuerbare Energieträger auf den Kanarischen Inseln neben quantifizierbaren Ressourcen besonders verwaltungstechnisches Know-How, Geduld sowie gute Kontakte von großer Bedeutung sind.

Im Bereich der erneuerbaren Energien auf den Kanarischen Inseln besteht weiterhin großer Forschungsbedarf. Für die Erforschung über die energetische Nutzbarkeit der Kraft des Meeres beispielsweise sind die kanarischen Inseln ein idealer Standort. Bis heute gibt es in diesem Zusammenhang viele technische Barrieren, die noch zu lösen sind. Die Wirkungskraft und Effektivität der einzelnen staatlichen Förderungsmaßnahmen auf den Kanarischen Inseln sowie die genaue Analyse der Investitionspotential erneuerbarer Energieträger im Einzelnen stellen, vom wirtschaftswissenschaftlichen Standpunkt aus, weitere interessante Forschungsmöglichkeiten dar.

Arbeit zitieren:
Klapproth, Johannes Februar 2009: Erneuerbare Energien auf den Kanarischen Inseln: Standortfaktoren und Investitionspotentiale, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Erneuerbare Energie, Kanarische Inseln, Windenergie, Solarenergie, Geothermische Energienutzung

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