Ermittlung der Zahlungsbereitschaft für sozialverträgliche Produkte
Eine empirische Analyse am Beispiel des TransFair-Siegels
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Mathias Peyer
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 98 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Potsdam Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9735-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9735-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9735-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Peyer, Mathias Juli 2005: Ermittlung der Zahlungsbereitschaft für sozialverträgliche Produkte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gütesiegel, Marke, Discrete Choice, sozial, Choice Based Conjoint
In den Warenkorb
68,00 €
Diplomarbeit von Mathias Peyer
Einleitung:
Mit Aufkommen der Kapitalismusdebatte im Frühjahr 2005 wurde insbesondere die soziale Verantwortung der Unternehmen und damit implizit das sozialverträgliche Handeln durch Politiker und Medien hinterfragt. Auf diese Weise geriet die soziale Verantwortung deutscher Unternehmen im eigenen Land in die öffentliche Diskussion und gewann neuerliche Aktualität. Jedoch ist dieses Thema längst nicht neu und wird im Rahmen der Globalisierung schon lange diskutiert. Schon vor über 30 Jahren wurde die „Stichting SOS-Wereldhandel“-Gesellschaft in den Niederlanden für den Import von fair gehandelten Waren gegründet und damit der Start für den weltweit fairen Handel gegeben.
Auch in Deutschland gründeten sich in kurzer Folge viele Aktionsgruppen und Initiativen, die den alternativen Handel förderten. Dennoch gibt es nur sehr vereinzelt Untersuchungen zu dieser Thematik. Gerade wenn es explizit um die Messung der Preisbereitschaft der Konsumenten für den Absatz fair gehandelter und damit sozialverträglicher Produkte geht, sind nur wenig aussagekräftige Studien zu finden. Diese Arbeit soll daher einen Beitrag leisten, die Forschungslücke zu schließen. Zusätzlich werden weiterführenden Fragestellungen zu sozialverträglichen Produkten beantwortet.
Da der Vertrieb sozialverträglicher Produkte eng mit dem fairen Handel verzahnt ist, müssen einige Besonderheiten beachtet werden. Wie sich im Laufe der Arbeit zeigen wird, bemüht sich der faire Handel um den Spagat zwischen dem Vertrieb im kommerziellen Handel und auf der alternativen Ebene. Diese Studie wird, auch in Erwartung sehr geringer Zahlungsbereitschaften, die Erhebung unabhängig davon durchführen, wo und ob der Konsument alternative Produkte kauft. In einer möglichst realistischen Kaufsituation sollen sozialverträgliche Produkte in direkter Konkurrenz zu anderen Produkten stehen. Auf diese Weise lassen sich einerseits „wirkliche“ Kaufwahrscheinlichkeiten und Marktanteile schätzen.
Jedoch ist zu beachten, dass in Deutschland diese Angebotssituation (noch) nicht überall in dieser Form zu finden ist. Dass diese Angebotssituation aber keine Zukunftsmusik sein muss, zeigen Entwicklungen in der Schweiz und eine stetige Zunahme sozialverträglicher Produkte auch im kommerziellen Handel in Deutschland. Daher können die ermittelten Ergebnisse als Prognose für künftige Angebotssituationen verstanden werden.
Gang der Untersuchung:
Im Kapitel 2 wird zunächst eine Einführung in das Thema der Sozialverträglichkeit gegeben. Dabei wird die Umsetzung der Sozialverträglichkeit in der betrieblichen Praxis erläutert (Kap. 2.1), wobei insbesondere auf die aktuelle CSR-Diskussion eingegangen wird (Kap. 2.1.1), Sozialstandards erläutert werden (Kap. 2.1.2) und nach einer Begriffsdefinition für Sozialverträglichkeit gesucht wird (Kap. 2.1.3).
Im nachfolgenden Kapitel 2.2 soll dem Leser nahegebracht werden, was unter ethischen Warenzeichen zu verstehen ist und wie deren Anwendung in der Praxis erfolgt. Da in dieser Arbeit die Zahlungsbereitschaft für sozialverträgliche Produkte im Fokus steht, werden in Kapitel 2.3.1 vorhandene Studien zu diesem Thema beleuchtet. Darauf aufbauend schließt sich eine Diskussion über die Marktpräsenz dieser Produkte im Kapitel 2.3.2 an, bevor mit den Möglichkeiten zur Anwendung als Marketinginstrument (Kap. 2.3.3) die Ausführungen zur Sozialverträglichkeit abgeschlossen werden.
Aufgabe des dritten Kapitel ist es, einen Überblick über gängige Methoden zur Ermittlung von Zahlungsbereitschaften zu geben. Dabei werden unter Kapitel 3.1 Verfahren veranschaulicht, die Zahlungsbereitschaften auf individueller Ebene ermitteln. Neben den klassischen Methoden wie direkter Preisbefragung (Kap. 3.1.1) und der Conjoint-Analyse (Kap. 3.1.2), wird auch die Vorgehensweise bei Auktionen (Kap. 3.1.2) erklärt. Anschließend werden Methoden beleuchtet, die auf aggregiertem Niveau die Zahlungsbereitschaft messen (Kap. 3.2).
Nach Vorstellung der Marktdatenanalyse (Kap. 3.2.1) wird das Hauptaugenmerk auf Kapitel 3.2.2 liegen. Da im anschließenden empirischen Kapitel die Discrete-Choice-Analyse (DCA) zur Anwendung kommt, soll sie auch etwas ausführlicher behandelt werden.
Im Kapitel 4 werden die Erkenntnisse aus den beiden vorangegangenen Kapiteln genutzt, um die Zahlungsbereitschaft für sozialverträgliche Produkte auf empirischem Wege mittels diskreter Entscheidungsanalyse am Beispiel von Orangensaft zu ermitteln. Nach Festlegung der Untersuchungsaufgaben (Kap. 4.1.1) und der Fragebogenkonstruktion (Kap. 4.1.2) wird die Art der Datenerhebung erläutert (Kap. 4.1.3).
Die eigentliche Datenanalyse beginnt mit der deskriptiven Auswertung (Kap. 4.2.1), um einen Einblick in die erhobenen Daten zu bekommen. Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse wird anschließend mittels diskreter Entscheidungsanalyse nach einem Modell gesucht, welches die Kaufentscheidungen möglichst optimal erklärt (Kap. 4.2.2). Für das beste Modell werden dann in Kapitel 4.2.3 die Parameter interpretiert und schließlich Marktanteile und Zahlungsbereitschaften berechnet.
Abschließend erfolgt in Kapitel 5 eine kritische Würdigung der Ergebnisse (Kap. 5.1). Dabei sollen Fehlerquellen in der Analyse herausgestellt und Verbesserungsmöglichkeiten für zukünftige Untersuchungen angeführt werden. Wie die gewonnenen Resultate im Marketing Anwendung finden können, wird im letzten Kapitel 5.2 dargelegt.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| TABELLENVERZEICHNIS | IV | |
| ABKÜRZUNGS- UND SYMBOLVERZEICHNIS | V | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | RELEVANZ DES THEMAS UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT | 1 |
| 1.2 | GANG DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 2. | DAS PRINZIP SOZIALVERTRÄGLICHKEIT | 4 |
| 2.1 | SOZIALE VERANTWORTUNG UMSETZEN | 4 |
| 2.1.1 | CSR im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte | 4 |
| 2.1.2 | Sozialstandards als Voraussetzung | 6 |
| 2.1.3 | Sozialverträgliche Produkte | 7 |
| 2.2 | ETHISCHE WARENZEICHEN | 9 |
| 2.2.1 | Der Begriff „ethisches Warenzeichen“ | 9 |
| 2.2.2 | Vergabe von ethischen Warenzeichen | 11 |
| 2.2.3 | Wirkungen und Probleme ethischer Warenzeichen | 13 |
| 2.3 | MARKTCHANCEN DER SOZIALVERTRÄGLICHKEIT | 15 |
| 2.3.1 | Preisbereitschaft für fair gehandelte Produkte | 15 |
| 2.3.2 | Nische vs. Gesamtmarktabdeckung | 18 |
| 2.3.3 | Sozialverträglichkeit als Marketinginstrument | 20 |
| 3. | METHODEN ZUR ERMITTLUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFT | 22 |
| 3.1 | BESTIMMUNG INDIVIDUELLER ZAHLUNGSBEREITSCHAFTEN | 22 |
| 3.1.1 | Direkte Preis- und Präferenzbefragung von Konsumenten | 22 |
| 3.1.2 | Präferenzbefragung mittels Conjoint-Analyse | 23 |
| 3.1.3 | Vorlage „echter“ Kaufangebote | 26 |
| 3.2 | BESTIMMUNG AGGREGIERTER ZAHLUNGSBEREITSCHAFTEN | 27 |
| 3.2.1 | Marktdatenanalyse und Preisexperimente | 28 |
| 3.2.2 | Wahlurteile mittels Discrete-Choice-Analyse | 29 |
| 4. | EMPIRISCHE ERHEBUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFT | 38 |
| 4.1 | UNTERSUCHUNGSDESIGN | 38 |
| 4.1.1 | Aufgaben und Modellvorstellung | 38 |
| 4.1.2 | Produktauswahl und Fragebogenkonstruktion | 40 |
| 4.1.3 | Erhebung der Daten | 44 |
| 4.2 | DATENANALYSE | 46 |
| 4.2.1 | Deskriptive Analyse | 46 |
| 4.2.2 | Modellprüfungen im Rahmen der DCA | 52 |
| 4.2.3 | Parameterinterpretation | 60 |
| 4.2.4 | Marktanteile und Zahlungsbereitschaften | 65 |
| 4.3 | ERGEBNISSE | 72 |
| 5. | FAZIT | 75 |
| 5.1 | KRITISCHE WÜRDIGUNG | 75 |
| 5.2 | MARKETINGIMPLIKATIONEN UND AUSBLICK | 77 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 80 | |
| Erklärung | 91 |
4 Empirische Erhebung der Zahlungsbereitschaft Zur weiteren Modellbeurteilung ist in Tabelle 6 die Klassifikationsmatrix angegeben. In den Zeilen stehen die absoluten Zahlen für das beobachtete Auswahlverhalten in der Stichprobe (actual) und in den Spalten die vorhergesagte Auswahl anhand des Modells (predicted). Dabei wir deutlich, dass die vorhergesagten Werte relativ gering sind. Die beste Trefferquote wird für den Albisaft mit etwa 50% erreicht, hingegen kann für die Marke Drink nur jeder fünfte Kauf vorhergesagt werden (18,2%). Für Pfanner (30,2%) und Amecke (37,9%) werden im Mittel etwa ein Drittel der Kaufentscheidungen richtig prognostiziert. Verglichen mit der zufälligen Trefferquote von 29,1%35 liegt die Gesamtvorhersagekraft mit 39,0% doch deutlich darüber, was insbesondere auf den hohen Anteil der Albikäufer in der Untersuchung zurückzuführen ist. Damit kann das Modell mit Abstrichen zur Vorhersage der Kaufentscheidungen von Albi, Amecke und Pfanner (in dieser Reihenfolge) jedoch nur unzureichend für den Drinksaft genutzt werden. [...]
In zusätzlichen Schätzungen wurden weitere Interaktionsterme gebildet und auf ihren Beitrag zur Kaufentscheidung hin überprüft. Beispielsweise die Variable SIEGEL* TKNOW, die den Siegeleinfluss bei den TRANSFAIR-Kennern misst oder die Variable PREIS*SIE_TRUST, welche das Preisverhalten der Konsumenten mit Siegelvertrauen untersucht. Jedoch konnten keine signifikanten Einflüsse festgestellt werden. Mit der Bildung von alternativenspezifischen Preisvariablen wurde ein letzter Schritt unternommen, um die Aussagekraft des Modells zu erhöhen. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung der bekannten Erkenntnisse aus den Modellen 1 und 2 im abschließenden Modell 3 in den Tabellen 5 bis 7 veranschaulicht. Da es Ausgangswerte für die nachfolgenden Berechnungen der Marktanteile liefert, wird dieses Modell noch genauer untersucht. [...]
4 Empirische Erhebung der Zahlungsbereitschaft signifikant. Für die markenspezifischen Einflüsse der TRANSFAIR-Kenner und –Käufer konnten zwei Effekte nachgewiesen werden. Mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% besteht zum einen ein positiver Zusammenhang zwischen dem Kauf des Ameckesaftes und denjenigen Konsumenten, die das TRANSFAIR-Siegel kennen. Auf dem gleichen Signifikanzniveau und mit noch mehr Interesse ist der Einfluss der TRANSFAIRKäufer auf den Pfannerkauf festzuhalten. Unter der Prämisse, dass kein spezifischer Siegeleinfluss für Pfanner festgestellt werden konnte, scheint sich die Existenz des TRANSFAIR-Orangensaftes zumindest bei den TRANSFAIR-Käufern im Vergleich zum Referenzsaft auszuwirken. Weitere Interpretationsansätze dazu werden im endgültigen Modell gegeben, da angesichts der hohen Zahl der nicht signifikanten Koeffizienten (7 von 13), weitere Modellspezifikationen untersucht werden. [...]
In den Warenkorb
68,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497354
Arbeit zitieren:
Peyer, Mathias Juli 2005: Ermittlung der Zahlungsbereitschaft für sozialverträgliche Produkte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gütesiegel, Marke, Discrete Choice, sozial, Choice Based Conjoint



