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Die Ermittlung der Kapitalkosten für Bewertungszwecke im Rahmen internationaler Unternehmensakquisitionen

Die Ermittlung der Kapitalkosten für Bewertungszwecke im Rahmen internationaler Unternehmensakquisitionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Reichling
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 692,3 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5540-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5540-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5540-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reichling, Andreas Februar 2002: Die Ermittlung der Kapitalkosten für Bewertungszwecke im Rahmen internationaler Unternehmensakquisitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensbewertung, DCE-Verfahren, M&A, International, Zinsfluß

Diplomarbeit von Andreas Reichling

Einleitung:

Die Globalisierung und Liberalisierung der weltweiten Güter- und Finanzmärkte führt zu einem verschärften internationalen Wettbewerb um Märkte und finanzielle Ressourcen. International tätige deutsche Unternehmen begegnen diesen veränderten Rahmenbedingungen häufig mit der Strategie des externen Unternehmenswachstums. Grenzüberschreitende Unternehmensakquisitionen ermöglichen die Sicherung der Wettbewerbsposition und die Erschließung neuer Märkte. Dabei stehen vor allem in Europa und Nordamerika beheimatete Unternehmen im Fokus der akquirierenden Unternehmung. Mitentscheidend für den späteren Erfolg der Akquisition ist die Kaufpreisfindung. Ein zu hoher Kaufpreis reduziert die Rentabilität des Akquisitionsobjektes.

Die Unternehmensbewertung ist somit entscheidender Bestandteil nationaler und internationaler Unternehmensakquisitionen. Sie ist Grundlage und Gegenstand der Akquisitionsverhandlungen und die wichtigste Größe im Entscheidungsprozeß von potentiellen Käufern und Akquisitionskandidaten. Dabei muß ein Bewertungsverfahren zur Anwendung kommen, das das Unternehmenspotential mit dem Nutzenpotential der nächstbesten verdrängten Alternative vergleicht. Hierbei erlangen die Kapitalkosten besondere Bedeutung – variiert der Unternehmenswert doch schon signifikant bei einer marginalen Änderung des Diskontierungszinssatzes. Die Schwierigkeit bei der Ermittlung der relevanten Kapitalkosten nach CAPM besteht darin, daß diese nicht vollständig die tatsächlich bestehenden Kapitalkosten wiedergeben. Aufgrund von Marktunvollkommenheiten sind weitere bewertungsrelevante Faktoren in den Kapitalisierungszinsfuß zu integrieren, um einen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Unternehmenswert zu generieren.

Ziel dieser Arbeit ist es, die für die Bewertung einer internationalen Unternehmensakquisition relevanten Kapitalkosten zu bestimmen. Es wird untersucht, welche Faktoren Einfluß auf den Kapitalisierungszinsfuß besitzen und wie sie im Bewertungskalkül berücksichtigt werden können.

Dabei soll im besonderen gezeigt werden, ob das zugrundeliegende Kapitalmarktmodell CAPM Anpassungen an die tatsächlichen Marktverhältnisse erfahren muß. Wenn ja, wird untersucht, um welche Ergänzungen es erweitert werden muß. Insbesondere ist es auch Ziel der Arbeit, Differenzen zwischen dem im CAPM unterstellten vollkommenen Markt und der Realität zu messen und in den Bewertungskalkül zu integrieren.

Die Ermittlung der Kapitalkosten unterliegt insofern einer Einschränkung, als das DCF-Verfahren in der Arbeit als zugrundeliegendes Bewertungsverfahren angewendet wird. Die gewonnenen Ergebnisse werden am Ende der Arbeit beispielhaft in den Kalkül zur Unternehmensbewertung einbezogen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis VII
Abbildungsverzeichnis X
Tabellenverzeichnis XI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 1
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung 3
2.1 Funktionen und Ziele der Unternehmensbewertung 3
2.2 Methoden der Unternehmensbewertung 5
2.2.1 Substanzwertorientierte Unternehmensbewertung 5
2.2.2 Gebrauchswertorientierte Unternehmensbewertung 6
2.2.2.1 Das Ertragswertverfahren 6
2.2.2.2 Das DCF-Verfahren 7
2.2.2.2.1 Das DCF-Verfahrenmit WACC-Ansatz im Nenner 8
2.2.3 Marktwertorientierte Unternehmensbewertung 10
3. Besonderheiten der internationalen Unternehmensbewertung 11
3.1 Die internationale Unternehmensakquisition 12
3.1.1 Begriff und Ziel der internationalen Unternehmensakquisition 12
3.2 Synergien 13
3.2.1 Leistungswirtschaftliche Synergien 13
3.2.2 Finanzwirtschaftliche Synergien 14
3.3 Probleme im Zuge der internationalen Besteuerung 15
3.3.1 Doppelbesteuerungsabkommen 16
3.4 Unterschiede der Rechnungslegungssysteme HGB/US-GAAP / IAS 18
3.4.1 Bsp.: Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwertes/Goodwill 18
4. Ermittlung der Kapitalkosten bei internationalen Akquisitionen 20
4.1 Perspektiven der Unternehmensbewertung 21
4.1.1 Lokale Sicht 21
4.1.2 Zentrale Sicht 22
4.1.3 Eignerorientierte Sicht 23
4.1.3.1 Mittelverwendung auf privater Ebene 24
4.1.3.2 Mittelverwendung auf Ebene der Personengesellschaft 25
4.1.3.3 Mittelverwendung auf Ebene der Kapitalgesellschaft 25
4.2 Internationale Arbitragegleichgewichte 27
4.2.1 Kaufkraftparitätentheorie 28
4.2.2 Fisher-Effekt 30
4.2.3 Internationaler Fisher-Effekt 31
4.2.4 Zinsparitätentheorie 32
4.2.5 Management von Abweichungen von den Paritätstheoremen 33
4.2.5.1 Abweichungen von der Kaufkraftparität 33
4.2.5.2 Abweichungen vom Fisher-Effekt 34
4.2.5.3 Abweichungen vom Internationalen Fischer-Effekt 35
4.2.5.4 Abweichungen von der Zinsparität 35
4.2.6 Integration in den Bewertungskalkül 35
4.2.6.1 Ermittlung der Eigenkapitalkosten 36
4.2.6.2 Ermittlung der Fremdkapitalkosten 39
4.3 Berücksichtigung von Währungsrisiken 40
4.3.1 Exposure-Kategorien 41
4.3.2 Hedging des Währungsrisikos 42
4.3.2.1 Der Devisen-Forward 43
4.3.3 Übertragung auf die Unternehmensbewertung 45
4.4 Berücksichtigung von Länderrisiken 46
4.4.1 Abgrenzung des Länderrisikos 47
4.4.2 Systematisches und unsystematisches Risiko 48
4.4.3 Typisierung des Länderrisikos 49
4.4.3.1 Das wirtschaftliche Risiko 49
4.4.3.2 Das politische Risiko 51
4.4.4 Das Länderrisiko als Bestandteil des CAPM 52
4.5 Integration in den Bewertungskalkül beim DCF-Verfahren 56
5. Thesenförmige Zusammenfassung 59
Anhang 62
Gerichtsurteile 79
Literaturverzeichnis 80
Ehrenwörtliche Erklärung 96
Lebenslauf 97

Automatisiert erstellter Textauszug:

Nach dem Internationalen Fisher-Effekt wird die relative Differenz des erwarteten inländischen Nominalzinssatzes iI(t+1) und des erwarteten ausländischen Nominalzinssatzes iA(t+1) genau durch die erwartete relative Differenz zwischen dem zukünftigen Wechselkurs wI / A (t + 1) und dem aktuellen Wechselkurs wI / A (t ) ausgeglichen.109 Da die Bedingungen des vollkomenen Kapitalmarktes in der Realität nur z. T. erfüllt sind, kommt es zu Abweichungen vom Internationalen Fisher-Effekt. Durch Transaktionskosten verursachte Abweichungen110 sind aber im Gegensatz zu den Abweichungen der Kaufkraftparitätentheorie gering, insbesondere Translokationskosten fallen kaum an. Desweiteren sind durch gemeinsame Wirtschaftsräume wie ASEAN, EFTA, NAFTA oder WTO Handelsbarrieren zwischen den wichtigsten Industrienationen reduziert und Informationen über Zinssätze gut zugänglich.111 Abweichungen vom Internationalen Fisher-Effekt sind vor allem dadurch zu erklären, daß Anleger Risikoprämien für plötzlich auftretende Wechselkurs- bzw. Zinsänderungen verlangen. Ausgelöst werden derartige Änderungen durch ökonomische oder politische Ereignisse. Überträgt man diese Abweichungen infolge unvollkommener Substituierbarkeit in108 [...]

4.2.2 Fisher-Effekt In dem nach dem Ökonomen Irving Fisher benannten Paritätstheorem ergibt sich der Kapitalmarktzins aus der Übereinstimmung von Kapitalangebot und Kapitalnachfrage einer Volkswirtschaft. Der Kapitalmarktzins stellt somit einen Gleichgewichtszins dar. Im Kapitalmarktgleichgewicht wird der Gleichgewichtszins durch die Grenzzeitpräferenz der Wirtschaftssubjekte und den Grenzertragssatz für Investitionen bestimmt. Liegt keine Inflation vor, so kann dieser Zinssatz als Realzins aufgefaßt werden. Der Fisher-Effekt stellt einen Zusammenhang zwischen dem nominalen und dem realen Zinssatz einer Volkswirtschaft her. Gemäß der Fisherschen These setzt sich der nominale Zinssatz inom (t ) einer Volkswirtschaft aus dem Realzinssatz ireal (t ) und der von den Wirtschaftssubjekten erwarteten Inflationsrate inf(t+1) zusammen.106 Einen vollkommenen Kapitalmarkt, homogene Konsumpräferenzen und vollständige Voraussicht vorausgesetzt, ergibt sich der Fisher-Effekt wie folgt: (1 + inom (t )) = (1 + ireal (t )) × (1 + inf(t + 1)) (4.11) [...]

Das Verhältnis des Preisniveaus wird als Determinante des Wechselkurses betrachtet. Dieser als absolute Kaufkraftparität bezeichnete Sachverhalt setzt jedoch voraus, daß ein vollkommener internationaler Gütermarkt mit homogenen Gütern existiert und daß ferner keine Kosten der Raumüberwindung in Form von Transportkosten und Zöllen bestehen. Liegt weltweite Markttransparenz vor, erzwingt die Güterarbitrage und deren Wirkung auf den Wechselkurs eine Beseitigung bestehender räumlicher Preisdifferenzen.100 Da in der Realität heterogene Güter auf dem internationalen Gütermarkt gehandelt werden, kommt es zu keiner vollständigen Preisangleichung. Desweiteren kann durch Transportkosten und Zölle beim Bezug von Auslandsgütern die Kaufkraft dauerhaft unterschiedlich sein. Auch berücksichtigt die absolute Kaufkraftparitätentheorie nicht die Existenz typisch nationaler Güter.101 [...]

Arbeit zitieren:
Reichling, Andreas Februar 2002: Die Ermittlung der Kapitalkosten für Bewertungszwecke im Rahmen internationaler Unternehmensakquisitionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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