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Erlebnispädagogische Elemente im Unterrichtsalltag der Schule zur individuellen Lernförderung

Erlebnispädagogische Elemente im Unterrichtsalltag der Schule zur individuellen Lernförderung
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Stefan Rosner
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7758-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7758-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7758-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rosner, Stefan Mai 2002: Erlebnispädagogische Elemente im Unterrichtsalltag der Schule zur individuellen Lernförderung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sonderpädagogik, Lernbehindertenpädagogik, Schulsozialarbeit, Erlebnispädagogik, Erlebnistage

Staatsexamensarbeit von Stefan Rosner

Einleitung:

Mit meiner Arbeit verfolge ich Ziele auf verschiedenen, aufeinanderaufbauenden Ebenen. Dabei beschäftige ich mich in deduktiver Vorgehensweise zuerst mit der Schule, dann schwerpunktmäßig mit Erlebnispädagogik und schließlich versuche ich beides auf sinnvolle Art zusammenzuführen. Meine Idee ist zu erarbeiten, inwieweit handlungsorientierte und insbesondere erlebnispädagogische Elemente in den Unterricht der Schule zur individuellen Lernförderung integriert werden können. Der Begriff Erlebnispädagogik stellt für mich dabei einen Oberbegriff für alle praktisch ausgerichteten Erziehungsbemühungen und -formen dar, die positive Erziehungswirkungen von intensiven, unmittelbaren Erfahrungen und Erlebnissen erwarten. Die verschiedenen Unternehmungen sollen derart sein, dass man erstens kein ausgebildeter Erlebnispädagoge sein muss, um sie durchführen zu können und zweitens es möglich ist, sie im Regelunterricht mehr oder weniger fest zu installieren.

Im ersten Teil arbeite ich ausgewählte Zielbereiche sonderpädagogischer Förderung bei Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen heraus. Danach befasse ich mich mit verschiedenen Gegebenheiten der ’Unterrichtsschule’, welche bei der Umsetzung der Förderziele zu Erschwernissen führen können. Der Begriff ’Unterrichtsschule’ bezieht sich dabei nicht auf die Schule als Institution, sondern auf die traditionelle, auch als Frontalunterricht bezeichnete Form des Unterrichtens und die zeitliche Aufteilung des Schultages in Einheiten zu je 45 Minuten. Im vierten und fünften Kapitel geht es mir darum, einen Einblick in die Erlebnispädagogik und speziell in ihre Methodik zu geben sowie mögliche Zielperspektiven im Hinblick auf die Schule zu erörtern. Dabei werde ich versuchen die Frage zu beantworten, inwiefern mit Hilfe erlebnispädagogischer Elemente auf die speziellen Bedürfnisse der Schüler der Schule zur individuellen Lernförderung eingegangen werden kann. Im sechsten Kapitel behandle ich ausführlich die erlebnispädagogische Didaktik. Das siebte Kapitel stellt den Hauptpunkt der Arbeit dar und versucht aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es konkret gibt, erlebnispädagogische Elemente in den Alltag der Schule zur individuellen Lernförderung zu integrieren. Dabei versuche ich schulische Rahmenbedingungen und schulorganisatorische Aspekte, welche die Umsetzung erschweren könnten, im erforderlichen Maße zu berücksichtigen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
1. Einleitung 5
2. Zielbereiche sonderpädagogischer Förderung bei Schülern mit Lernbeeinträchtigungen 6
2.1 Begriffsbestimmung 6
2.2 KMK-Empfehlung zum Förderschwerpunkt Lernen 2000 8
3. Möglichkeiten der ’Unterrichtsschule’ 10
3.1 Lernort Klassenzimmer 11
3.2 Institutionelle Bedingungen 11
3.3 Lehrer-Schüler-Verhältnis 13
4. Methodische Grundlagen der Erlebnispädagogik 14
4.1 Handlungsorientierung 16
4.2 Gruppenorientierung 16
4.3 Naturorientierung 17
4.4 Mitbestimmung und Mitgestaltung 18
5. Intentionale Perspektiven der Erlebnispädagogik 18
5.1 Erlebnispädagogik als Antwort auf den erlebnisarmen Alltag der Schüler 18
5.2 Erlebnispädagogik als Antwort auf eine Erlebnisgesellschaft 20
5.3 Erlebnispädagogik als Möglichkeit neuen schulischen Lernens 21
6. Grundzüge erlebnispädagogischer Didaktik 23
6.1 Abbau von Konfrontation durch Kooperation 24
6.2 Ermöglichen statt erziehen 24
6.3 Der Erlebenszyklus 26
6.3.1 Anreiz 26
6.3.2 Erlebnis 26
6.3.3 Reflexion 27
6.3.4 Anschluss 29
6.4 Wirkungsmodelle 29
6.4.1 Das ‘The Mountains Speak for Themselves’-Modell 30
6.4.2 Das ‘Outward Bound Plus’-Modell 31
6.4.3 Das metaphorische Modell 31
7. Konzeptionelle Umsetzung im schulischen Handlungsfeld 34
7.1 Erlebnispädagogische Spielformen 34
7.1.1 Interaktionsspiele 35
7.1.2 New Games 36
7.1.3 Kooperative Abenteuerspiele 36
7.2 Erlebnispädagogische Projekte 37
7.2.1 Vorbereitungsphase 37
7.2.2 Zielüberlegungen 38
7.2.3 Konkrete Projekte 39
7.3 Abenteuer- und Erlebnissport 43
7.4 City Bound 44
7.5 Außergewöhnliche Aktionen 46
7.5.1 Wandertage 46
7.5.2 Schulausflüge 47
7.6 Verwirklichte institutionalisierte Projekte 48
7.6.1 Project Adventure 49
7.6.2 ’Unternehmen Zündfunke’ im Kinderhaus Luise Winnacker 50
8. Schlussbetrachtung 53
9. Literaturverzeichnis 56
10. Anhang 59
Interaktionsspiele 59
New Games 67
Kooperative Abenteuerspiele 68
Aufgaben zu Konkrete Projekte 72
Zu Abenteuer- und Erlebnissport, Bsp. zu den Vier-Phasen-Modell 73
Spielsequenzen zum Abenteuer- und Erlebnissport 77
Erklärung 82

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Abenteuer- und Erlebnissport ist keine Unterkategorie der Erlebnispädagogik. Aufgrund der Nähe zu ihr sowie der ähnlichen Zielsetzung wird er aber an dieser Stelle behandelt. Er hat sich aus dem Bereich des Sports herausentwickelt. Konkret entstand er aus dem Bedürfnis, den Vereins- und Schulsport abwechslungsreicher, lernreicher, sozialer und erlebnisreicher zu gestalten.120 Die neuen Lehrpläne und Richtlinien für den Schulsport in Nordrhein-Westfalen weisen enge Bezüge zum Abenteuer- und Erlebnissport auf. Dadurch erhofft man sich Ziele zu verwirklichen, die durch normierte und tradierte Sportarten oft nur schwer zu vermitteln sind. Abenteuer- und Erlebnissport unterscheidet sich vom normalen Schulsport durch bewusstes und zielgerichtetes sportliches Handeln anstelle stereotyper Anwendungen von Bewegungsbeschreibungen. Ziel ist es, dem Sportunterricht zu einem komplexen Feld aus sozialen Interaktionen werden zu lassen.121 Die Bewegungsangebote sind derart gestaltet, dass auch die leistungsschwächeren Schüler angesprochen werden. Die abwechslungsreichen Aufgabenstellungen bringen variierende psychosoziale und physische Anforderungen mit sich. Grundsätzlich können die Aufgaben nur durch ein Reden miteinander und Vertrauen zueinander gelöst werden. Ein weiteres Ziel des Abenteuer- und Erlebnissports ist es, die Teilnehmer in die Planung inklusive des Sicherheitsaspektes mit einzubeziehen. Dadurch lernen sie Verantwortung zu übernehmen und Gefahren einzuschätzen.122 Die Methodik des Abenteuer- und Erlebnissports muss anhand der gegebenen Situation und der Zielgruppe flexibel angewandt werden. Je nach Gruppe, Schwerpunktthema und Zielen werden die Lernschritte und Medien bzw. Sportgeräte ausgewählt. Die konkrete Umsetzung erfolgt in vier Phasen, wobei nach jeder Aktion eine kürzere oder längere Reflexionsphase stehen sollte. In der ersten Phase geht es um das Annähern an und Vertraut machen mit der neuen Lernform. Ein baldige Abklärung über die Motivationslage der Teilnehmer bietet sich an.123 [...]

Persönlichkeitsbildung, das soziale Lernen und das ökologische Lernen in einem ausgewogenen Verhältnis gefördert. Der Begriff Rallye wurde aufgrund der höheren Attraktivität im Vergleich zu anderen Begriffen wie z.B. Spiele gewählt. Die Rallye setzt sich aus zehn Spielstationen und einem damit verbundenen Tierrätsel zusammen. Das Rätsel, das jede der Kleingruppen von drei bis sechs Personen gemeinsam lösen muss, soll die Mitspieler zur Teilnahme an allen Stationen motivieren. Die einzelnen Spielstationen seien kurz erklärt: - Auf einer Kassette aufgenommene Tierstimmen sollen erkannt werden. - In einem abgesteckten Gelände sind zehn Eingriffe durch den Menschen gemacht worden. Die Aufgabe besteht darin, diese Eingriffe zu finden. - 20 verschiedene Vergrößerungen von Naturgegenständen (als Schwarzweiß Kopien) gilt es zu erkennen. - Zu fünf verschiedenen Früchten, die auf dem Spielgelände wachsen, sollen jeweils die Blätter gefunden werden. Eine Alternative dafür ist das Naturmemory: zehn Teile aus der umgebenden Natur sollen im Gelände wiedergefunden werden. - Die eine Hälfte der Gruppe spielt der anderen jeweils drei Tiere pantomimisch vor. - Die Teilnehmer durchschreiten blind einen Seilparcours. An den Stellen, wo sich sich Zeit zum Riechen, Tasten etc. lassen sollen, kann ein Knoten ins ins Seil geknüpft werden. - Zu jedem Buchstaben des Wortes ’Naturschutz’ sollen die Teilnehmer ein Objekt aus der Natur bringen, ohne jedoch Tiere oder Pflanzen zu beschädigen ( z.B. N: Nuss, A: Ameise etc.). - Mit verbundenen Augen müssen verschieden Dinge gefühlt, gerochen oder geschmeckt werden. - Beim sogenannten Rasselmemory sollen gleiche Geräusche gefunden werden. Dabei werden jeweils zwei kleine schwarze Filmdosen mit den gleichen Inhalt gefüllt. - Die Teilnehmer gehen paarweise auf ’Fotojagd’. Einer ist die Kamera und schließt dazu die Augen. Der andere spielt den Fotografen und richtet die ’Kamera’ auf ein gewünschtes Motiv aus. Wenn der Fotograf klick macht, darf die ’Kamera’ für drei Sekunden die Augen aufmachen. Nach drei Fotos wird gewechselt. Anschließend wird das jeweils schönste Bild gemalt. [...]

Die Aufgabenstellung erfolgt mittels einer Geschichte, in der die Schüler mit vorkamen und in der versucht wurde, die Stärken der einzelnen Kinder zu betonen. „Zur Bewältigung der Aufgaben sollten die Kinder auf physischer, kognitiver, vor allem aber auf emotionaler und kooperativer Ebene (heraus-) gefordert werden.“117 Besonderes Gewicht wurde auf den Spaßfaktor gelegt, der reizvollen Verpackung von kooperativen Aufgaben und der Vermeidung von kognitiver Überforderung. Bei den anschließenden Reflexionen wurde mit Symbolen, Skalen, vorgegebenen Antworten zum Auswählen u.ä. gearbeitet, damit diese auf eine ungezwungene und spielerische Weise ablaufen konnten.118 Naturerfahrungsrallye:119 Der Kreisjugendring München-Land führte die nachfolgend beschriebene Rallye bis Ende 1995 bereits mit über 800 Kindern durch. Um sie durchführen zu können, wird weder eine bestimmte Naturlandschaft noch aufwendiges Material benötigt. Sie wurde zwar nicht speziell für Schulklassen konzipiert, eignet sich aber sehr gut für die Mittel- und Oberstufe der Schule zur individuellen Lernförderung. Durch die Verknüpfung erlebnispädagogischer und ökopädagogischer Methoden wird die [...]

Arbeit zitieren:
Rosner, Stefan Mai 2002: Erlebnispädagogische Elemente im Unterrichtsalltag der Schule zur individuellen Lernförderung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sonderpädagogik, Lernbehindertenpädagogik, Schulsozialarbeit, Erlebnispädagogik, Erlebnistage

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