Erklärungsansätze und Entwicklung von Vorstandsvergütungen im Internationalen Vergleich (USA-Deutschland)
Am Beispiel der IT-Branche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andrea Gosling, geb. Hentschel
- Abgabedatum: September 2002
- Umfang: 63 Seiten
- Dateigröße: 578,9 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6481-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6481-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6481-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gosling, geb. Hentschel, Andrea September 2002: Erklärungsansätze und Entwicklung von Vorstandsvergütungen im Internationalen Vergleich (USA-Deutschland), Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Variable Vergütung, Leistungsorientierung, Corporate Governance, Aktienoptionsprogramme, Entlohung
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Diplomarbeit von Andrea Gosling, geb. Hentschel
Zusammenfassung:
Die Diskrepanz zwischen deutschen und amerikanischen Vorstandsbezügen ist immer wieder Bestandteil öffentlicher Diskussionen. Warum kommt es zu solchen Diskrepanzen und welche Umstände sind dafür verantwortlich?
Seit einigen Jahren scheinen die Vorstandsbezüge jedem gängigem Maß enthoben. Es ist hervorzuheben, dass die amerikanischen Vorstandsgehälter erheblich über denen der deutschen liegen. Da die USA sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich und technisch immer wieder eine Vorreiterrolle für Deutschland gespielt hat, erweist sich ein Vergleich mit US-amerikanischen Vorständen als besonders interessant.
Insbesondere die Einführung und die Ausübung von Aktienoptionen hat dafür gesorgt, dass die Vorstandsbezüge in den letzten Jahren ins Unermessliche gestiegen sind. Dies kann besonders gut am Beispiel der IT-Branche, die jahrelang als Wachstums-Segment galt, verdeutlicht werden. Trotz des Einsturzes des Neuen Marktes und der Technologiebörse NASDAQ seit dem Frühjahr 2000 haben die Gehälter von Vorständen keine Einbußen hinnehmen müssen, sondern steigen immer noch – wenn auch nicht mehr in den Ausmaßen wie vor den weltweit einbrechenden Kursen.
Die vorliegende Arbeit untersucht inwieweit eine Bewertung und Vergütung von Vorständen in Deutschland im Vergleich zu den USA am Beispiel der IT-Branche vorgenommen werden kann. Vor dem Hintergrund der Principal-Agent-Theorie und der damit verbundenen Problematik, wie Informationsasymmetrien, Interessenskonflikte und Kontrollmöglichkeiten zwischen Vorständen, Eigentümern und Anteilseignern, wird auf die unterschiedliche Struktur und Zusammensetzung der Vergütung eingegangen. Es wird untersucht, warum der variablen Vergütung eine besondere Stellung als Vergütungskomponente zukommt und das die Folgen höherer variabler Anteile eine höhere Vergütung ergeben können. Des weiteren wird gezeigt, welche Faktoren für die vorhandenen Einkommensspreizungen zwischen deutschen und amerikanischen Vorständen verantwortlich sind und welche unternehmensspezifischen Faktoren die Vergütung mit beeinflussen.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Vergleich zwischen deutschen und amerikanischen Vorstandsvergütungen und deren Leistungsorientierung zu führen. Des weiteren sollen die Entwicklung sowie Erklärungen für die unterschiedliche Vergütungshöhe diskutiert werden.
Neben dem Ländervergleich orientiert sich die Arbeit bei der Untersuchung der Vorstandsvergütungen am Beispiel der IT-Branche. Eine Untersuchung der Vergütungen dieses jüngeren Wirtschaftszweigs erscheint nach dem Börsenboom der letzten Jahre und vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Neuen Marktes als besonders interessant.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Die Leistungsbeurteilung und -entlohnung von Vorständen | 4 |
| 2.1 | Absolute versus relative Leistungsbeurteilung | 4 |
| 2.2 | Modelle der leistungsabhängigen Entlohnung | 4 |
| 2.3 | Ziele, Chancen und Risiken variabler Entlohnung | 5 |
| 2.4 | Principal-Agent-Theorie als theoretischer Hintergrund | 7 |
| 3. | Vergütungselemente und deren Anreizsetzung | 11 |
| 3.1 | Monetäre und nicht-monetäre Anreizinstrumente | 11 |
| 3.2 | Fixe und variable Vergütungskomponenten | 12 |
| 3.3 | Kurz- und langfristige Anreize im Unternehmen | 14 |
| 4. | Darstellung von Aktienoptionsprogrammen | 17 |
| 4.1 | Verknüpfung der Vergütung mit dem Shareholder Value-Konzept | 17 |
| 4.2 | Aktienoptionen | 18 |
| 4.3 | Beschaffung der Aktien | 19 |
| 4.4 | Ausübungshürden und Indexierung | 20 |
| 4.5 | Ausübungsfristen und Ausübungszeitraum | 21 |
| 4.6 | Insiderprobleme und Manipulationsverfahren | 22 |
| 4.7 | Dividendenpolitik | 23 |
| 4.8 | Übertragbarkeit | 24 |
| 4.9 | Steuerliche Aspekte | 24 |
| 4.10 | Stock Appreciation Rights (SAR) | 25 |
| 4.11 | Phantom Stocks | 26 |
| 4.12 | Deferred Compensation als betriebliche Altersversorgung mittels Entgeltumwandlung | 27 |
| 5. | Untersuchung der Entwicklung von Vorstandsvergütungen | 30 |
| 5.1 | Entwicklung der Vorstandsvergütungen im Zeitverlauf | 30 |
| 5.2 | Aktuelle Darstellung der Vorstandsvergütungen aus Geschäftsberichten | 31 |
| 5.3 | Managervergütung in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße und dem Unternehmenserfolg | 34 |
| 5.4 | Verschiedene Erklärungsansätze | 37 |
| 5.5 | Beschließung und Festlegung von Vorstandsvergütungen | 39 |
| 6. | Corporate Governance | 43 |
| 7. | Schlussbetrachtung | 46 |
| Literaturverzeichnis | 48 |
23 4.7. Dividendenpolitik Der Einfluss der Dividendenpolitik ist auf den Wert der Aktienoptionen erheblich, da die Zahlung von Dividenden den Börsenkurs der Aktie verringert.114 Lambert, Lanen und Larcker (1989) zeigen in einer Studie, dass sich eine Tendenz zur Dividendenkürzung feststellen lässt. Dividenden werden also dort am stärksten gekürzt, wo Manager den Großteil ihrer Vergütung in Form von Optionen erhalten.115 Der Wert einer Option auf eine dividendenzahlende Aktie ist immer kleiner als der Wert der Option auf die gleiche Aktie, wenn diese keine Dividenden zahlt.116 Da im Gegensatz zu Dividendenzahlungen der Rückkauf eigener Aktien den Aktienwert nicht verwässert, ist anzunehmen, dass Manager mit hohem Optionsbesitz Ausschüttungen an die Aktionäre lieber durch Rückkauf eigener Aktien vornehmen als durch Dividenden.117 Aktienrückkäufe können damit den Wert der Optionen erhöhen.118 Vorstände amerikanischer Unternehmen beziehen i. d. R. mehr als die Hälfte ihres Einkommens aus Aktienoptionen,119 was zu einem stärkeren Anreiz zur Kürzung der Dividende und zur verstärkten Einbehaltung von erzielten Überschüssen führt.120 So berichtet das Magazin „Der Spiegel“, dass z. B. Steve Jobs von Apple, im Jahr 2000 Aktienoptionen im Wert von 872 Mio. Dollar bekam; Oracle-Chef Larry Ellison noch einmal 20 Mio. Aktienoptionen erhielt, obwohl er bereits 700 Millionen OracleAktien besitzt; oder Michael Dell, Vorstandsvorsitzender von Dell Computer 38 Mio. Optionen von 1996 bis 1998 für seine guten Leistungen bekam.121 Für deutsche Manager lässt sich die Höhe ihrer Optionen nur annähernd bemessen, da in den Geschäftsberichten lediglich der Gesamtaufwand für den Vorstand beziffert wird.122 Allerdings sind Technologieunternehmen, die Dividenden ausschütten, eher die Aus114 115 116 117 118 119 120 121 122 [...]
4.6. Insiderprobleme und Manipulationsverfahren Yermack (1997), Chauvin und Shenoy (1996) kommen in getrennten Studien zu dem Schluss, dass Manager Einfluss auf den Informationsfluss bei der Einführung von Aktienoptionen nehmen.109 US-amerikanische Untersuchungen bestätigen, dass bereits mit der bloßen Ankündigung bzw. mit dem Beschluss der Einführung von Aktienoptionsprogrammen erhebliche Börsenkurssteigerungen erzielt wurden.110 Yermack, Chauvin und Shenoy kommen jedoch dabei zu dem Ergebnis, dass hierfür eher Manipulationen und nicht etwa steigende Erfolgserwartungen am Kapitalmarkt verantwortlich sind.111 Führungskräfte manipulieren den Informationsfluss absichtlich. Dies kann in unterschiedlichster Form geschehen: Zunächst werden negative Nachrichten überbetont, positive zurückgehalten oder gar falsche Nachrichten gestreut. Das führt zu einer Reduktion des Aktienkurses, der dann auch zum Bezugskurs gemacht wird. Anschließend werden durch die Veröffentlichung zurückgehaltener guter Nachrichten oder die Richtigstellung falscher Informationen die „Verluste“ wieder ausgeglichen.112 Da viele Manager Einfluss auf die Zusammensetzung ihrer Vergütung nehmen können, kann davon ausgegangen werden, dass sie Optionspläne erst dann einführen, wenn sie mit einer positiven Entwicklung ihres Unternehmens rechnen. Die Einführung von Optionen kann daher als Zeichen einer Zukunftsentwicklung gedeutet werden, die jedoch auch ohne Optionsplan eingetreten wäre.113 [...]
4.5. Ausübungsfristen und Ausübungszeitraum Es sollten Ausübungssperrfristen sowie Mindesthaltedauern für die im Rahmen der Ausübung bezogenen Aktien vorgenommen werden. Dabei ist zu beachten, dass bei Unternehmen mit hoher Innovationstätigkeit länger laufende Optionspläne gewählt werden, da sich der Erfolg dieser Unternehmen nur längerfristig messen lässt. Die Laufzeit der Stock Options-Pläne sollte mindestens fünf bis zehn Jahre betragen, um die langfristige Steigerung des Unternehmenserfolges zu gewährleisten und dadurch die Akzeptanz durch die Aktionäre zu erhöhen.103 Zudem darf die Option laut § 193 Abs. 2 Nr. 4 AktG frühestens nach Ablauf einer üblicherweise zwei- bis dreijährigen festgelegten Sperrfrist ausgeübt werden,104 wodurch eine erhöhte Anreizwirkung erzielt werden soll. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Ausübung der Option nach Ablauf der Sperrfrist nur in einem bestimmten „Zeitfenster“, beispielsweise nach Vorlage eines Geschäfts- oder Zwischenberichts, zuzulassen.105 Steigt der Aktienkurs über den Basispreis, kann die Option innerhalb einer bestimmten Zeit ausgeübt werden. Ein Vermögenszuwachs ergibt sich, wenn die bezogenen Aktien am Kapitalmarkt zu einem höheren Preis verkauft werden können.106 Damit ist das Managereinkommen umso höher, je höher der Aktienkurs innerhalb der Laufzeit steigt. Die Optionen erlöschen, wenn sie von den Berechtigten bis zum Ende des [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464813
Arbeit zitieren:
Gosling, geb. Hentschel, Andrea September 2002: Erklärungsansätze und Entwicklung von Vorstandsvergütungen im Internationalen Vergleich (USA-Deutschland), Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Variable Vergütung, Leistungsorientierung, Corporate Governance, Aktienoptionsprogramme, Entlohung



