Erhebung von Regelbauzeiten für Büro- und Verwaltungsgebäude
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Agostino Natale
- Abgabedatum: August 2002
- Umfang: 62 Seiten
- Dateigröße: 793,3 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6583-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6583-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6583-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Natale, Agostino August 2002: Erhebung von Regelbauzeiten für Büro- und Verwaltungsgebäude, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Baudzeit, Baudauerberechnung, Aufwandswerte, Einsatzmittelanzahl
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Diplomarbeit von Agostino Natale
Einleitung:
Eine der wichtigsten Aufgaben im Baubetrieb, sei es für den Ingenieur im Projektmanagement, sei es für den Unternehmer einer Rohbaufirma, stellt sicherlich die Einsatzmittelplanung dar und damit verbunden die Dauerberechnung eines anstehenden Bauvorhabens. Sie sind unerlässlich für eine erfolgreiche Kalkulation, die für den Auftragnehmer eines zu er-richtenden Gebäudes hauptsächlich darin besteht, die Herstellung des Produktes mit so wenig Ressourcen wie möglich zu bewerkstelligen, während sie für den Auftraggeber vor allem in der Minimierung der zeit-abhängigen Kosten seiner Investition liegt. Die gleiche Bedeutung wie eine gewinnbringende Kalkulation hat für den Bauherren natürlich auch der Wunsch nach einer möglichst schnellen Übergabe seines Bauwerkes und der Auftragnehmer ist bestrebt, seine knappen Ressourcen so bald wie nur möglich wieder frei zu haben für die nächsten Einsätze.
Es mag daher verwundern, weshalb trotz des großen Raumes, den die Dauerberechnung in der Arbeitsvorbereitung einnimmt, in den wenigsten Fällen eine Einhaltung der angestrebten Bauzeit erreicht wird, wenn auch unzählige Argumente zur Erklärung herangezogen werden, wie etwa der Hinweis auf die Einmaligkeit jedes einzelnen Gebäudes oder auf die Bauzeitverzögerungen, die sich durch Erschwernisse, Behinderungen und andere Störungen ergeben können. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass häufig die Gerichte bemüht werden, herrscht doch selten Übereinstimmung in der Frage, was vorhersehbar war und somit schon bei der Ermittlung der Bauzeit hätte berücksichtigt werden müssen.
Unter anderem auch aus diesen Gründen spielen Untersuchungen rund um die Bauzeit eine wichtige Rolle innerhalb der Baubetriebslehre und in dieser Arbeit soll nun der Versuch unternommen werden, Regel- bzw. Normbauzeiten für bestimmte Objekte des Hochbaus zu ermitteln.
Gängige Praxis ist es, in der Arbeitsvorbereitung mit geschätzten Kennzahlen, die auf Erfahrungswerten beruhen, bzw. mit globalen Kennwerten eines Projektes und Aufwandswerten die genäherte Bauzeit zu bestimmen.
Diese Form der ersten, überschlägigen Baudauerberechnung soll um die Möglichkeit erweitert werden, auf Regelbauzeiten zurückgreifen zu können, die tabellarisch und als Graphiken dargestellt einen Überblick über den voraussichtlichen zeitlichen Aufwand eines Bauprojektes geben.
Da innerhalb der Vielzahl an unterschiedlichen Hochbauarten, vom Wohnungsbau bis hin zum Industriebau, jeweils andere Rahmenbedingungen gelten sowie aus Gründen einer besseren Vergleichbarkeit ist es angebracht, die Untersuchung auf bestimmte Gebäudetypen zu beschränken. Nachdem die Bauzeit vor allem bei gewerblichen Bauten und insbesondere für deren Investoren eine herausragende Rolle spielt, sollen speziell Büro- und Verwaltungsgebäude Gegenstand dieser Erhebung sein sowie entsprechend den zur Verfügung gestellten Projekten ausschließlich solche in Stahlbetonbauweise. Dies stellt auch in der Praxis die häufigste Konstruktionsart für diesen Gebäudetyp dar; die ermittelten Regelbauzeiten können daher auch nur für vergleichbare Projekte Gültigkeit beanspruchen.
Gang der Untersuchung:
In einem ersten Schritt werden allgemeine Überlegungen zur Baudauer angestellt und daran anschließend wird dargelegt, wie die Bauzeit im Rahmen dieser Untersuchung definiert ist. Der nächste Punkt setzt sich mit den Einflussgrößen, die die Bauzeit bestimmen, auseinander. Es wird sich zeigen, dass aufgrund der Komplexität, die im Zusammenspiel zwischen äußeren Faktoren und der Bauzeit besteht, methodologisch begründete Abgrenzungen vorzunehmen sind. Nach Klärung der Voraussetzungen, auf denen diese Arbeit beruht, sollen mit stochastischen Hilfsmitteln zunächst Regelmäßigkeiten für die Gesamtbaudauer von Büro- und Verwaltungsgebäuden gewonnen werden und darauf hin auch Regelzeiten für bestimmte Bauphasen. Hierfür werden zunächst etwa dreißig bereits fertig gestellte Bauten aus den letzten zehn Jahren empirisch untersucht, mit dem Ziel eine Funktion zu ermitteln, die als Zielgröße die Gesamtbaudauer aufweist und die Gebäudegröße sowie die Arbeiterstärke bzw. die Krananzahl während der Rohbauphase als Eingangsgrößen. Anhand von statistischen Prüfwerten wird nun einerseits die theoretische Qualität der ermittelten Funktion untersucht, andererseits durch Interpretationen des Funktionsverlaufes und den Vergleich derselbigen mit baubetrieblichen Erfahrungswerten ihr praxisbezogener Gehalt. Anschließend soll durch drei Projekte, die nach Gesichtspunkten der Baugeometrie ausgewählt wurden, beginnend bei einem flächenmäßig weit ausgedehnten Flachbau über ein viergeschossiges Bürogebäude bis hin zu einem in der Ebene vergleichsweise punktförmig ausgerichteten Hochhaus, um alle üblichen Formen des Hochbaus abzudecken, ein idealisierter Ablaufplan erstellt werden, aus dem die prozentualen Anteile bestimmter Bauphasen an der Gesamtbaudauer ablesbar sind. Mit diesen Ergebnissen kann die zuvor gewonnene Funktion für die komplette Bauzeit dahin gehend transformiert werden, dass sie auch die Dauer von einzelnen Bauphasen wiedergibt. Die Arbeit wird mit einer Evaluierung der Regelbauzeiten durch Projekte, die nicht zur Ergebnisermittlung beigetragen haben, abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Zielsetzung | 2 |
| 2.1 | Methodik | 2 |
| 3. | Bauzeit und Einflussgrößen | 4 |
| 3.1 | Definition der Bauzeit für diese Untersuchung | 4 |
| 3.2 | Definition der Bauphasen für diese Untersuchung | 4 |
| 3.3 | Einflussgrößen, die die Bauzeit bestimmen | 5 |
| 3.3.1 | Endogene und exogene Einflussgrößen | 6 |
| 3.3.1.1 | Tabellarischer Überblick | 6 |
| 3.3.1.2 | Endogene Einflussgrößen | 6 |
| 3.3.1.2.1 | Objektbedingte Einflussgrößen | 6 |
| 3.3.1.2.2 | Betriebsbedingte Einflussgrößen | 10 |
| 3.3.1.2.3 | Auftragsbedingte Einflussgrößen | 15 |
| 3.3.1.3 | Exogene Einflussgrößen | 17 |
| 3.3.2 | Einflussgrößen nach Projektphasen | 19 |
| 3.3.3 | Selektion und Anwendung der Einflussgrößen im Rahmen dieser Untersuchung | 23 |
| 4. | Ermittlung von Regelbauzeiten | 25 |
| 4.1 | Begriffe der Regressions- und Korrelationsrechnung | 25 |
| 4.2 | Berechnung einer Funktion für die Gesamtbaudauer | 25 |
| 4.2.1 | Auswertung der empirischen Daten und Rechengang | 26 |
| 4.2.2 | Ergebnisdarstellung und Interpretation | 37 |
| 4.3 | Erweiterung der Funktion auf die Dauer von Projektphasen | 42 |
| 4.3.1 | Bestimmung eines idealisierten Ablaufplanes | 42 |
| 4.3.1.1 | Auswertung der Ablaufpläne dreier Projekte | 43 |
| 4.3.1.2 | Gemittelte Dauern von Projektphasen in Prozent der Gesamtbauzeit | 45 |
| 4.3.2 | Darstellung der Funktion für Projektphasen | 45 |
| 4.4 | Evaluierung der Ergebnisse | 50 |
| 4.4.1 | Überprüfung anhand von überschlägigen Berechnungen aus der Arbeitsvorbereitung | 50 |
| 4.4.2 | Überprüfung anhand von Projekten | 51 |
| 4.5 | Zusammenfassung | 53 |
| 5. | Literaturliste | 55 |
| 6. | Abbildungsverzeichnis | 58 |
3.3.1.3 Exogene Einflussgrößen • Witterung / Höhere Gewalt Unter den äußeren Einflüssen werden die Auswirkungen durch die Witterung sicherlich am stärksten überschätzt. So haben Verweise auf das Wetter, wenn Termine nicht eingehalten wurden, oft Ausfluchtcharakter. Bei genauerer Betrachtung besteht der Einfluss der Witterung auf die Bauproduktion zum einen aus den Wintermonaten, zum anderen eher allgemein aus Ausfallszeiten wegen schlechten Wetters. Erstere, die in ihrer Intensität sehr großen regionalen Schwankungen unterliegen, können durch sorgfältige Planung, mit dem Ziel einen Rohbau vor Winterbeginn wetterfest zu machen, sehr wohl produktiv genutzt werden, vor allem im dann folgenden Innenausbau. Es lässt sich natürlich nicht vermeiden, dass auch witterungsabhängige Arbeiten in die Wintermonate fallen. Während Geräte in der kalten Jahreszeit bis zu den üblichen Minusgraden in ihrer Leistung kaum abfallen und auch das Einbringen von Beton durch Beimischen von Zusatzstoffen inzwischen unter diesen Bedingungen noch möglich ist, zeigen Untersuchungen, wie die Temperaturen die menschliche Arbeitsproduktivität beeinträchtigen können [17]: [...]
gänge, was im Baubetrieb allerdings kaum zu erreichen ist. Eine Annäherung an eine Fließfertigung erzielt man durch die Taktstaffelung der Teilvorgänge, wobei ein Rückgriff auf Aussetzer-, Wechsel- und Springerbetriebe oder auch auf Zwangssynchronisation der Abläufe möglich ist ([13], S. 39). ♦ Beschleunigte Abläufe Während vor allem im amerikanischen Raum nach wie vor der konventionelle, sequentielle Ablauf eines Projektes vorherrscht, ist man hierzulande dazu übergegangen, durch Überlappung von Projektphasen eine Verkürzung der Bauzeit zu erlangen, was allerdings nicht selten nur zu Lasten einer ungenügend genauen Planung geht. So kann es etwa durchaus vorkommen, dass bei paralleler Ausführung der Teilvorgänge Entwurfs- bzw. Genehmigungsplanung letztere unvollständig ausfällt, da zum Beispiel Ergebnisse aus den Entwürfen noch nicht vorlagen. Ein ursprünglicher Zeitgewinn kann sich so schnell in sein Gegenteil kehren. ♦ Kritischer Weg Da Auswirkungen auf den kritischen Weg innerhalb eines Ablaufplanes immer auch unmittelbar die Baudauer beeinflussen, gilt ihm seit jeher besondere Aufmerksamkeit bei der Planung. Wenn es darum geht eventuelle Möglichkeiten ausfindig zu machen, um die Bauzeit zu verkürzen, wird man meistens als erstes die Vorgänge ohne Pufferzeiten genauer in Augenschein nehmen. Als abschließende Betrachtung zu den auftragsbedingten Einflussgrößen soll nicht unerwähnt bleiben, dass selbstverständlich auch bei der Planung – ähnlich den betrieblichen Faktoren Arbeiteranzahl und Beherrschungsgrad – die qualitative und quantitative Zusammensetzung des Projektteams für die Baudauer relevant ist. [...]
Montage von Betonfertigteilen (1,4 h/m²) dem Bauprozess, bestehend aus Einschalen, Bewehren, Betonieren und Ausschalen, weit voraus. 3.3.1.2.3 Auftragsbedingte Einflussgrößen Unter den auftragsbedingten Einflüssen sind alle planerischen Voraussetzungen und Aufgaben, die für die Bauzeit wichtig sind, zusammengefasst. • Vorgaben des Bauherrn/der Gemeinde Viele Vorgaben, speziell rechtlicher und kommunalpolitischer Natur, sind auch im Hinblick auf die Beeinflussung der Bauzeit von Bedeutung. Vor allem bei großen Bauprojekten, aber auch bei Bauvorhaben in besonderer Lage können die Prozeduren während der Bauleitplanung, angefangen bei der Überprüfung durch die höheren Verwaltungsinstanzen bis hin zu Anhörungen, länger als üblich ausfallen. Des Weiteren sind bei Prestigeobjekten, aber nicht nur dort, dem eigentlichen Planungsbeginn meistens Ideen- und/oder Realisierungswettbewerbe vorgeschaltet. Von Bedeutung für die Bauzeit können auch von Fall zu Fall unterschiedliche Vorgaben durch den Bauherrn werden. So wird zum Beispiel ein Unternehmen, das bisher in gemieteten Büros untergebracht war und sich nun ein eigenes Firmengebäude errichten lässt, höchstes Interesse daran haben, dass mit Auslaufen des Mietverhältnisses die neuen Räumlichkeiten auch bezugsfertig sind. • Ablaufplanung/Projektteamstärke Das größte Potenzial, um auf die voraussichtliche Bauzeit einzuwirken, liegt sicherlich in der vorbereitenden Planung. Aus dem weiten Feld an Untersuchungen und Literatur aus der Baubetriebslehre zu dieser Thematik, seien nur exemplarisch einige Planungsmethoden genannt: ♦ Taktplanung Die beste zeitliche Effizienz von häufig wiederkehrenden Arbeitsvorgängen erhält man zweifellos durch eine Fließstaffelung dieser Vor- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832465834
Arbeit zitieren:
Natale, Agostino August 2002: Erhebung von Regelbauzeiten für Büro- und Verwaltungsgebäude, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Baudzeit, Baudauerberechnung, Aufwandswerte, Einsatzmittelanzahl



