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Die Erfolgsstrategie von Toyota

Toyota Produktionssystem und "Toyota Way"

Die Erfolgsstrategie von Toyota
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Marcel Rockstedt
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 51 Seiten
  • Dateigröße: 473,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 21
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1509-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rockstedt, Marcel Juli 2006: Die Erfolgsstrategie von Toyota, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Toyota Motor Co., Management, Unternehmenskultur, Automobilindustrie, Toyota Produktionssystem

Studienarbeit von Marcel Rockstedt

Einleitung:

Die Toyota Motor Corporation ist der größte Automobilhersteller Japans und seit 2004 nach Börsenwert auch der größte Hersteller der Welt. Beim Pkw-Absatz liegt Toyota weltweit bereits auf dem zweiten Rang hinter General Motors und konnte Ford von dieser Position verdrängen. Toyota erwirtschaftet einen Gewinn, der das Finanzergebnis der Großen aus Detroit bei weitem übersteigt. Die Unternehmensdaten geben ein sehr positives Bild: eine Marktkapitalisierung in unglaublicher Höhe von 136,4 Milliarden US$ im Jahr 2003 (Nissan folgte hierbei auf Platz 2 schon abgeschlagen mit 47,1 Milliarden US$), die Produktivität versiebenfachte sich in den letzten 25 Jahren (doppelt so hoch wie bei General Motors), die Hälfte der jährlichen weltweiten Zunahme von ca. 3 Millionen Fahrzeugen auf die derzeit etwa 60 Millionen werden bei Toyota produziert.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit versucht, Gründe dieser Erfolgsentwicklung des Toyota Konzerns darzustellen und aufzuzeigen. Im Zentrum steht das Toyota Produktionssystem, das weltweit in vielen Industriebranchen Einzug gehalten hat und dort umgesetzt wird. Kapitel 3 stellt das Toyota Produktionssystem vor und geht auf die einzelnen Elemente ein. Aber das Produktionssystem allein führt nicht zu dem Erfolg, den Toyota erzielen konnte. Es ist eingebettet in eine Unternehmenskultur, die einzigartig ist. Den so genannten „Toyota Way“ zeigt Kapitel 4. Er ist die umfassende Erklärung für die innere Haltung und die interne Aufstellung des Konzerns, welche Wertmaßstäbe gelten und wie diese im „Toyota House“ integriert und vor allem gelebt werden. Die Toyota Management Philosophie gründet auf einer berühmten Lehre, der Deming’schen Managementlehre, die in der westlichen Welt erst Einzug gehalten hat, als die wirtschaftliche Rezession bereits fortgeschritten war und die japanische Industrie offensichtlich erfolgreicher wurde - obwohl diese Managementlehre von dem Amerikaner Deming bereits in den 1940er und 1950er entwickelt wurde. Kapitel 5 stellt diese Managementlehre als einen Grundpfeiler der Toyota Geschäftspolitik kurz vor.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1. EINFÜHRUNG 1
2. TOYOTA UND DIE AUTOMOBILINDUSTRIE 3
3. DAS TOYOTA PRODUKTIONSSYSTEM 8
3.1 Muda, Just-in-Time, Jidoka, Kanban 12
3.2 Heijunka 17
3.3 Qualifizierung und Training der Mitarbeiter, Teamarbeit 18
3.4 Methoden zur Reduzierung von Verschwendung 19
3.5 Kaizen - Kontinuierliche Verbesserung der Prozesse 22
3.6 Sichere und standardisierte Prozesse 23
4. DER „TOYOTA WAY“- DAS ERFOLGSGEHEIMNIS ? 24
4.1 Langfristige Unternehmensausrichtung 26
4.2 Richtige Prozesse erreichen die richtigen Ergebnisse 26
4.3 Wertsteigerung des Unternehmens durch Entwicklung der Mitarbeiter und Partner 27
4.4 Stetiges Lösen der Grundursachen von Problemen ermöglicht das Lernen der gesamten Organisation 32
5. TOYOTA UND DIE DEMING'SCHE MANAGEMENTLEHRE 36
6. AUSBLICK - DIE NEUE MARKENSTRATEGIE 42
LITERATURVERZEICHNIS 44

Textprobe:

Kapitel 4. Der „Toyota Way“ - Das Erfolgsgeheimnis?:

Fujio Chu, der damalige Präsident von Toyota sagte 2001 über den Toyota Way: „Since Toyota’s founding we have adhered to the core principle of contributing to society through the practice of manufacturing high-quality products and services. Our business practices and activities based on this core principle created values, beliefs and business methods that over the years have become a source of competitive advantage. These are the managerial values and business methods that are known collectively as the Toyota Way”.

Einfach übersetzt kann der Toyota Way auch als Unternehmenskultur von Toyota bezeichnet werden. Eine Unternehmenskultur haben andere Firmen auch, warum ist aber gerade der Toyota Way so besonders und so erfolgreich? Viele Autoren haben sich in diversen Büchern zu dem Thema versucht. Das jüngste und damit aktuellste Buch stammt von Jeffrey K. Liker. Dr. Liker ist Professor für Industrial und Operations Engineering an der University of Michigan und gilt als ein ausgewiesener Toyota-Experte. In seinem Buch stellt er 14 Managementprinzipien vor, die zum Erfolg von Toyota beigetragen haben. (Er geht dabei nicht auf die Frage ein, ob die Analogie zu den berühmten 14 Managementregeln von Deming beabsichtigt oder zufällig ist – siehe Kapitel 5).

Liker schreibt, je mehr er sich mit dem Toyota Produktionssystem und dem Toyota Way auseinandergesetzt hat, desto mehr verstand er, dass dort ein System geschaffen wurde, welches die Werkzeuge für die Mitarbeiter ständig verbessert, um eine kontinuierliche Arbeits- und Leistungssteigerung zu erreichen. Toyota Way bedeutet mehr Eigenverantwortung und eine größere Abhängigkeit des Gesamtsystems von den einzelnen Mitarbeitern. Es handelt sich um eine Kultur, die mehr ist, als „nur“ ein Set aus Effizienz und Verbesserungstechniken. „In the Toyota Way, it’s the people who bring the system to life: working, communicating, resolving issues, and growing together.” Er stellt den Toyota Way als 4P-Modell dar. Ausgehend davon kommt er schließlich auf seine 14 Managementprinzipien, die den Erfolg des Unternehmens ausmachen. Das 4P-Modell besteht aus den folgenden Bausteinen ( Abbildung 4-1: 4 P – Modell des Toyota Way).

Der Toyota Way und das Toyota Produktionssystem sind die Doppel Helix der „Toyota DNA“. Sie kennzeichnen den typischen Managementstil und sind einzigartig für den Toyota Konzern. Europäische und amerikanische Unternehmen setzen sich seit ca. 20 Jahren mit dem Toyota Produktionssystem auseinander. Nach Einschätzung von Liker setzen diese Firmen die Werkzeuge und Tools zwar ein, haben jedoch deren Zusammenwirken in einem System noch nicht genügend verstanden und umgesetzt. Vor allem nicht die Kraft, die hinter dem Toyota Produktionssystem steht: die Kultur der kontinuierlichen Verbesserung sowie die umfassenden Gedanken und Prinzipien des Toyota Way. Die meisten Unternehmen, die nach den Toyota Prinzipien arbeiten wollen, stehen zurzeit auf der zweiten Entwicklungsstufe. Die Konzentration auf eine langfristig orientierte Geschäftspolitik findet statt und die Tools zur Reduzierung von Verschwendung in den Prozessen werden oder wurden eingeführt. Als nächste Schritte müssen die Punkte 3 (People and Partners) sowie 4 (Problem Solving) folgen. Diese Schritte sind aber nicht nur als Werkzeuge kopier- und einsetzbar, sondern sie verlangen völlig andere Denkweisen als bisher. Dies scheint im Moment die große Herausforderung zu sein.

Im Folgenden sollen die 14 Managementprinzipien kurz vorgestellt werden:

Langfristige Unternehmensausrichtung: Principle 1: Die Managemententscheidungen gründen auf einer langfristigen Unternehmensphilosophie, selbst auf Kosten kurzfristiger finanzieller Ziele.

Er stellt sich die Frage, ob ein modernes Unternehmen in einer kapitalistisch geprägten Welt profitabel sein kann, während es die Dinge umsetzt, die nicht immer kurzfristige Gewinnerzielung als erstes Ziel darstellen. Am Beispiel Toyota sieht er, dass diese unternehmenspolitische Einstellung erfolgversprechend sein kann. Liker beschreibt nach vielen Interviews mit Führungskräften und Mitarbeitern von Toyota, dass sie eine große Empfindung für ihre Unternehmensmissionen haben und zwischen dem richtigen und dem falschen Weg unterscheiden können. Dies ist die Grundlage für alle anderen Prinzipien. Das Management und die Mitarbeiter müssen ihren Platz in der Geschichte des Unternehmens verstehen und daran mitwirken, es in die nächste Stufe zu begleiten. Das Unternehmen muss einen Wert für ihre Kunden, die Gesellschaft und die Volkswirtschaft erzeugen.

Richtige Prozesse erreichen die richtigen Ergebnisse: Principle 2: Schaffe einen kontinuierlichen Prozessfluss, der die Probleme an die Oberfläche bringt! Principle 3: Benutze „ziehende“ Systeme (pull-systems) zur Vermeidung von Überproduktion! Principle 4: Passe die Arbeitsbelastung an (heijunka)! – Work like the tortoise, not the hare (Arbeite wie die Schildkröte, nicht wie der Hase !). Principle 5: Bilde eine Kultur des „Anhaltens” heraus, um auftretende Probleme zu vermeiden und damit in der ersten Zeit eines Produktes die richtige Qualität aufzubauen und zu entwickeln! Principle 6: Standardisiere Aufgaben und Prozesse, die die Grundpfeiler für kontinuierliche Verbesserungen darstellen ! Principle 7: Nutze visuelle Anzeigen, so dass keine Probleme verborgen bleiben! Principle 8: Nutze nur zuverlässige, vollständig getestete Technologien, die den Mitarbeitern und Prozessen dienen!

Auf diese Prinzipien soll an dieser Stelle nicht mehr eingegangen werden, da sie in Kapitel 3 bereits erläutert wurden. Sie kennzeichnen die Werkzeuge und Tools des Toyota Produktionssystems.

Arbeit zitieren:
Rockstedt, Marcel Juli 2006: Die Erfolgsstrategie von Toyota, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Toyota Motor Co., Management, Unternehmenskultur, Automobilindustrie, Toyota Produktionssystem

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