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Erfolgsinduzierende Faktoren journalistischer Online-Angebote

Eine vergleichende Analyse von General-Interest-Angeboten im World Wide Web mit Fallstudien

Erfolgsinduzierende Faktoren journalistischer Online-Angebote
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sebastian Holzapfel
  • Abgabedatum: November 2000
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 3,9 MB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4710-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4710-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4710-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Holzapfel, Sebastian November 2000: Erfolgsinduzierende Faktoren journalistischer Online-Angebote, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Onlinejournalismus, Finanzierung, Erfolg, Synergien

Diplomarbeit von Sebastian Holzapfel

Einleitung:

Sechs Jahre, nachdem die ersten journalistischen Angebote in Deutschland online gingen, befindet sich der Markt in einer Konsolidierungsphase. Nach jahrelangem rasanten Anstieg verringern sich die Zuwächse sowohl auf Nutzer- als auch auf Anbieterseite. Das Feld der journalistischen Angebote im World Wide Web (WWW) haben in der Vergangenheit vor allem die traditionellen Medienunternehmen besetzt. Auch in diesem Bereich kommt es im Jahr 2000 zu einer Stagnation des Gesamtmarktes. Innerhalb der Gruppe der Informationsanbieter sind Tendenzen zu Diversifikation und Spezialisierung zu beobachten. Wer die Gewinner respektive Verlierer dieses Prozesses sein werden und welche Faktoren journalistischen Angeboten im WWW zum Erfolg verhelfen, damit beschäftigt sich die vorliegende Diplomschrift.

Der Verfasser nähert sich dem Erfolgskonstrukt auf drei Wegen. Zunächst werden die in den Veröffentlichungen der Vergangenheit genannten Erfolgsfaktoren einer Prüfung unterzogen. Es zeigt sich, dass viele Autoren aus einer technikzentrierten Sichtweise lediglich die Potentiale, die das Übertragungsmedium WWW bietet, auflisteten. Diese können auch für beliebige sonstige Angebote gelten. Um journalistische Web-Sites genauer zu untersuchen, wird deshalb ein Erfolgskonstrukt für Anbieter dieser Art neu entwickelt. Dieses bezieht neben dem Journalismus auch die ökonomische Dimension ein, ist also qualitativ und quantitativ angelegt. Unter diesen Vorzeichen wird die Gruppe der General-Interest-Angebote analysiert. Dabei ist festzustellen, dass lediglich ein Teil dieser Angebote originär journalistische Inhalte bietet. Aus der Untersuchung dieser Web-Sites können einige aktuelle Erfolgsfaktoren ermittelt werden.

Die empirische Erforschung erfolgversprechender Strategien wird in drei Fallstudien vertieft. Hierbei wurden ein öffentlich-rechtlicher, ein privater Rundfunksender und eine Zeitungskooperation ausgewählt („MDR online“, „n-tv online“, „Berlinonline“) . Es zeigt sich, dass die Ressourcen eines Muttermediums in Form von synergetischen Effekten in Zukunft einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellen werden. Die Quintessenz der Arbeit bildet die Herausarbeitung verschiedener Formen journalistischer und ökonomischer Synergien sowie die Einschätzung unterschiedlicher Strategien zur Refinanzierung. Die so gewonnenen Erfolgsfaktoren journalistischer Web-Angebote sind auf die nahe Zukunft bezogen und können als praktische Handlungsvorschläge für Online-Redaktionen verstanden werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort 1
2. Einführung in das Thema 2
2.1 Ziele der Arbeit 5
2.2 Aufbau der Arbeit 6
2.3 Methoden 7
2.3.1 Befragung 8
2.3.2 Beobachtung 9
3. Das Internet 11
3.1 Historischer Abriss 11
3.2 Die verschiedenen Dienste im Internet 13
3.3 Das WWW 15
3.4 Technische Reichweite des Internet in Deutschland 15
3.5 Technologischer Stand und künftige Entwicklungen 18
4. Das WWW als Massenmedium 20
4.1 Wann wird aus einer neuen Technik ein neues Medium? 20
4.2 Ist das World Wide Web ein Massenmedium? 21
4.3 Indizien für die Etablierung als Massenmedium 22
5. Das neue Medium im Rückblick 26
5.1 Aktualität 29
5.2 Interaktivität 30
5.3 Hypertextualität 31
5.4 Individualisierung 32
5.5 Multimedialität 33
5.6 Community-Gedanke 34
5.7 Kapazität 35
5.8 Globalität 35
5.9 Sonstige Potentiale 36
5.10 Zusammenfassung: Erfolgspfade und Irrwege 37
6. Das Erfolgskonstrukt 41
6.1 Journalismus - eine Definition 41
6.2 Das WWW zwischen gesellschaftlichem Netzwerk und Gewinnmaximierung 42
6.3 Wertschöpfungsketten traditioneller Medienunternehmen 44
6.4 Strategien von Medienunternehmen in der „New Economy“ 47
7. Journalistische Angebote im WWW 49
7.1 Kriterien für „redaktionelle General-Interest-Angebote“ 49
7.2 Die Gruppe der „redaktionellen General-Interest-Angebote“ der IVW 50
7.3 Analyse aller redaktionellen General-Interest-Angebote 51
7.4 Neue Kategorisierung der General-Interest-Angebote 53
7.5 Die Kategorien im Vergleich 55
7.6 Erfolgsfaktoren (1) 60
8. Die Daten der IVW 67
8.1 Das Zählverfahren im WWW 67
8.1.1 Die Messung 67
8.1.2 Die Währungen 68
8.1.3 Die Probleme 68
8.2 Kontrolle und Sanktionen 70
8.3 In Zukunft mit bereinigten Zahlen 70
9. Fallstudien 72
9.1 Anlage der Untersuchung 72
9.2 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: „MDR Online“ 73
9.3 Privater Rundfunk: „n-tv Online“ 85
9.4 Zeitungskooperation: „BerlinOnline“ 95
10. Künftige Strategien journalistischer Angebote im WWW: Erfolgsfaktoren (2) 108
10.1 Synergien mit den klassischen Medien 108
10.1.1 „Cross-Producing“ 108
10.1.2 „Cross-Publishing“ 109
10.1.3 „Cross-Marketing“ 110
10.1.4 Neue Wege im redaktionellen Management: Content-Partner 111
10.2 „Unique Content Proposition“ - Die Inhaltsstrategie 112
10.3 „Brandbuilding“ - Die Markenstrategie 113
10.4 Strategien zur Refinanzierung 113
10.4.1 Werbung 113
10.4.2 Sponsoring 114
10.4.3 E-Commerce 114
10.4.4 Content-Syndication 115
10.4.5 Mehrwertdienste 115
10.4.6 Mut zu Abonnement-Gebühren 116
11. Zusammenfassung und Ausblick 118
Verzeichnis der verwendeten Literatur 121

Automatisiert erstellter Textauszug:

Auch aus deren Sicht wird sich die Zusammenarbeit lohnen. CNN kann verstärkt auf eigene Berichte aus Deutschland und ganz Europa zurückgreifen, das Handelsblatt hat vor allem im Bereich politischer Berichterstattung „Standortnachteile“ der Redaktion in Düsseldorf wettgemacht. In der „n-tv“-Online-Redaktion wurde während der Beobachtung zu diesem Zweck bereits ein kleines Fernsehstudio aufgebaut, welches zum Beispiel von den Redakteuren der TVSendung „Handelsblatt Ticker“ genutzt werden kann. Daneben bietet das Studio den „n-tv“Redakteuren die Möglichkeit, unter anderem aktuelle Beiträge zum Geschehen rund um das WWW für die Fernseh-Mutter zu produzieren. Ebenfalls vielversprechend ist die Einrichtung einer Plattform für professionelle Wirtschaftsinformationen. Mit den vorhandenen Ressourcen und externen Partnern könnten hier einmalige, unverwechselbare Inhalte wie Markt-Analysen und Unternehmens-Studien entstehen und in einem Teilbereich des „n-tv“-Angebotes vermarktet werden. Die Verkäuflichkeit solcher exklusiven Informationen beweisen Wirtschaftsdienste wie „Reuters“ oder „Genios“. Problematisch ist dagegen eine weitere Verbreiterung des Angebots zu sehen, wie sie vor allem in den ersten Monaten nach dem Start betrieben wurde. Zusatzangebote wie der Bücherkauf über BOL oder Online-Auktionen mit dem Partner „Offerto“ (www.offerto.de) können die klare Ausrichtung als verlässliches Nachrichtenangebot beim Nutzer gefährden. Ritzmann rechtfertigte das Auktionsangebot im September 2000: „Das ist ein Angebot, was jeden User interessiert, quasi ein bisschen Auflockerung der harten Nachrichten.“ Inzwischen sind beide Zusatzangebote nicht mehr auf der Homepage vertreten. Auch in Zukunft sollte sich „n-tv“ auf seine Nachrichtenkompetenz mit dem Schwerpunkt Wirtschaft verlassen. Weitere E-CommerceExperimente hießen lediglich, die Chance einer bedeutenden Nachrichten-Plattform im deutschsprachigen Web für kurzfristige Provisionsgewinne aufs Spiel zu setzen. Mit der noch jungen Kooperation mit CNN und dem „Handelsblatt“ könnte sich dagegen eine glaubwürdige Nachrichtenmarke langfristig im WWW etablieren. Eine hohe Aktualität und einzigartige Nachrichteninhalte aus dem weltweiten Korrespondentennetz sind in Zukunft weitere wichtige Wettbewerbsvorteile für „ntv.cnn.de“. [...]

In gewisser Weise hat die Zukunft für das Online-Angebot des Nachrichtensenders „n-tv“ am 20. Oktober 2000 begonnen. Mit dem Start der Kooperation mit CNN und dem „Handelsblatt“ verstärkt sich der Sender vor allem in den Bereichen weltweite Nachrichten und Wirtschaftsmeldungen und -analysen. Nach dem Start des Web-Angebotes 1999 wurde zunächst stark auf die Kooperation mit dem „Handelsblatt“ gesetzt, dessen Marke unter www.n-tv.de auch deutlich beworben wurde. Inzwischen deutet sich ein anderer zugkräftiger Name als richtungsweisend an: „Die Telebörse“. Das Anlegermagazin hatte im ersten Halbjahr 2000 ein starkes Auflagenwachstum auf zuletzt rund 120.000 verkaufte Exemplare pro Ausgabe im Sommer 2000 und gilt auch als gleichnamige tägliche Fernsehsendung als „Institution“ für Kleinanleger, als wichtiger Informationshafen in rauen Börsenwassern. Die „Telebörse“ soll als „Branding“ für den gesamten Bereich der Online-Wirtschaftsberichterstattung fungieren, dem sie demnächst auch ihren Namen verleihen könnte. Damit ist zudem die inhaltliche Richtung vorgegeben: Wirtschafts- und vor allem Börsenthemen populär und mit hohem Nutzwert für Kleinanleger. Dazu gehören neben der schnellen Vermeldung wichtiger Ereignisse verstärkt Analysen und Hintergründe zur Erklärung und Einordnung der reinen „News“. Hier können die Kompetenzen der Partner CNN beziehungsweise Handelsblatt in optimaler Weise kombiniert und integriert werden. [...]

CNN und der „Telebörse“. „Diese Summen sind so erheblich, dass wir erst einmal keine schwarzen Zahlen schreiben können. Wir könnten es aber tun.“ Neben der Bannerwerbung hat sich „ntv.cnn.de“ eine Reihe weiterer Einnahmequellen erschlossen, unter anderem das Geschäft mit den Inhalten, Content-Syndication. Man verkaufe Nachrichten an mehrere große Web-Anbieter, die Namen nennt Ritzmann jedoch nicht. Derzeit sind bereits Redakteure damit beschäftigt, „n-tv“-Inhalte in die Designs, Darstellungsformen und typische Sprache fremder Anbieter umzuwandeln. Der Bereich soll in Zukunft stark ausgebaut werden: „Wir wollen unsere Kernkompetenz im Bereich Nachrichten anderen Anbietern zur Verfügung stellen.“ Zumindest in einem kleinen Teilbereich schafft es „n-tv“ bereits, mit Inhalten (zumindest mittelbar) Geld zu verdienen. Kauft ein Nutzer den „Börsen-Pager“ einer Partner-Agentur, erhält die Online-Abteilung einen Anteil aus dem Verkaufserlös (Provision). Wichtiger in Zukunft könnte jedoch der Bereich der sogenannten „Branchenreports“ werden. In Kooperation mit einer Partnerfirma werden hier Analysen zu bestimmten Wirtschaftszweigen und -Märkten angeboten. Anhand eines Exzerptes können Interessenten die komplette Studie bestellen, „ntv.cnn.de“ erhält in diesem Fall wiederum eine Provision. „Das ist bisher erst ein Partner, es werden aber noch mehr hinzukommen“, so Ritzmann. Perspektivisch könnte eine Plattform für exklusive Wirtschaftsinformationen entstehen, deren Inhalte sich über eine Datenbank (wie zum Beispiel „Genios“) gut vermarkten ließen. Zwei weitere Möglichkeiten der Refinanzierung sind derzeit in Planung. Fest steht bereits, dass „ntv“ Werbekunden die Möglichkeit bieten wird, einen Teilbereich des Angebotes zu sponsern. So könnten Unternehmen als Exklusiv-Partner für die Aktienkurse oder den Bereich Entertainment auftreten. Einen Versuch startete die Web-Site zudem im Bereich E-Commerce mit dem OnlineBuchhändler Bertelsmann Online (BOL). Der inzwischen abgeschlossene Testlauf sei erfolgreich gewesen, über eine Kooperation sei aber noch nicht entschieden, so Ritzmann. „Es ist die Frage, ob das wirklich ein Angebot ist, was uns besser macht und unseren Nutzwert steigert.“ [...]

Arbeit zitieren:
Holzapfel, Sebastian November 2000: Erfolgsinduzierende Faktoren journalistischer Online-Angebote, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Onlinejournalismus, Finanzierung, Erfolg, Synergien

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