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Erfolgsfaktoren deutsch-chinesischer Wirtschaftskooperationen am Beispiel der Automobilindustrie

Erfolgsfaktoren deutsch-chinesischer Wirtschaftskooperationen am Beispiel der Automobilindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nina Fechtner
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 151 Seiten
  • Dateigröße: 949,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Sankt Augustin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8916-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8916-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8916-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fechtner, Nina Juli 2005: Erfolgsfaktoren deutsch-chinesischer Wirtschaftskooperationen am Beispiel der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Automobilindustrie, China, Kooperation, Erfolgsfaktoren, Joint Venture

Diplomarbeit von Nina Fechtner

Einleitung:

„Das Risiko in China nicht dabei zu sein, ist größer als das Risiko dabei zu sein.“ (Heinrich v. Pierer) Das Zitat von Pierers betont einerseits das Marktpotenzial der VR China für die deutsche Industrie. Andererseits stellt die hohe Zahl der gescheiterten Joint Ventures ein erfolgreiches Engagement im Reich der Mitte in Form einer Unternehmenskooperation in Frage. Aktuell treffen Investitionen in der VR China in Deutschland auf immer mehr Zuspruch. Besonders für die deutsche Automobilindustrie als eine der Schlüsselbranchen Deutschlands ist die Globalisierung eine Möglichkeit, neue Märkte zu erobern, um dadurch qualitativ hochwertigere Arbeitsplätze im Inland langfristig zu sichern. Treten deutsche Hersteller und Zulieferer nicht entschlossen genug in den chinesischen Markt ein, so gewinnen Konkurrenten Marktanteile in China.

Das Land der Mitte ist nicht nur hinsichtlich eines immensen Absatzmarktes ein wichtiger und interessanter Standort, sondern könnte auch zunehmend als Exportbasis an Bedeutung gewinnen. Von den hohen ausländischen Direktinvestitionen Deutschlands flossen bisher lediglich 6% in die VR China. Aus diesem Grund motiviert die Politik deutsche Unternehmen seit Mitte der 90er zu einem stärkeren Engagement auf dem chinesischen Markt. Nachdem deutsche Großunternehmen bereits vor Ort sind, belegt die Tatsache, dass täglich bis zu acht Mittelständler in der deutschen Handelskammer in Shanghai vorsprechen, nun auch das zunehmende Interesse deutscher Mittelständler an China. Die meisten Unternehmen möchten schnellstmöglich von dem großen Marktpotenzial und dem Wirtschaftswachstum profitieren und treten daher oft ohne ausreichende Vorbereitung in Kontakt mit potenziellen chinesischen Partnern. Überstürzte Vorhaben, das Unterschätzen kulturell bedingter Konfliktpotenziale sowie fehlendes Wissen der chinesischen Rahmenbedingungen, führten in jüngster Zeit in vielen Kooperationen zu Schwierigkeiten, die oft auch mit dem Scheitern der Partnerschaft endeten. Aus diesen Gründen wird der Erfolgsfaktorenanalyse für deutsch-chinesische Unternehmenskooperationen seit kurzem eine immer größere Bedeutung beigemessen. Sie strebt die Vermeidung von Konflikten und Problemen an, indem bereits vor Beginn einer Kooperation, den für ein erfolgreiches unternehmerisches Handeln notwendigen Faktoren, mehr Beachtung geschenkt wird.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Erfolgsfaktoren für internationale Unternehmenskooperationen. Dabei steht die Analyse deutsch-chinesischer Kooperationen im Vordergrund. Die zentrale Fragestellung ist, welche Faktoren für den Erfolg von Kooperationen in China ausschlaggebend sind und auf welche Weise bestehende Risiken internalisiert werden können. Des Weiteren soll die Arbeit zur Klärung folgender Fragen einen Beitrag leisten:

- Sichern Investitionen in China langfristig hoch qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland?

- Welche Anreize werden ausländischen Investoren geboten?

- Welche kulturellen Unterschiede können zu einem Scheitern eines Joint Ventures beitragen?

- Wie stellt sich das Wettbewerbsumfeld in der chinesischen Fahrzeugbranche dar?

- Welche zukünftigen Potenziale und Entwicklungen sind im chinesischen Automobilmarkt zu erwarten?

- Wie lautet die optimale Markteintrittsstrategie für deutsche Unternehmen aus der Automobilindustrie?

- Worin liegen die Vor- und Nachteile potenziell möglicher Kooperationsformen in der VR China?

Im Zuge der Erfolgsfaktorenanalyse und der Betrachtung des Automobilmarktes wird auf die umfassende China-Literatur und auf Fachliteratur des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zurückgegriffen.

Die Arbeit setzt sich aus den Teilen A-C zusammen. In Teil A werden zunächst internationale Unternehmenskooperationen (IUK) definiert und anschließend durch ausgewählte Ansätze der Theorie begründet. Die theoretischen Ansätze liefern wertvolle Erkenntnisse für die Bildung und Beurteilung von Kooperationen, indem sie die an einer Kooperation beteiligten Unternehmen in den Mittelpunkt stellen. Es folgt die Abgrenzung der Kooperationsarten und -phasen voneinander, wodurch die Grundlagen für die spätere Zuordnung der Erfolgsfaktoren gelegt werden. Anschließend wird die Bedeutung globaler Marktbearbeitungsstrategien für die deutsche Automobilindustrie als Schlüsselbranche Deutschlands analysiert.

Daraufhin stellt Teil B den chinesischen Markt aus der Sicht der deutschen Industrie vor, indem Rahmenbedingungen aus dem Blickwinkel ausländischer Investoren dargestellt werden und der Automobilmarkt im Hinblick auf seine jetzige und zukünftige Entwicklung beurteilt wird. Dabei wird gezielt auf die Produzenten- und Zuliefererstruktur sowie auf vorhandene Nachfragestrukturen eingegangen.

Abschließend stellt Teil C jene Erfolgsfaktoren vor, die insbesondere für deutsch-chinesische Kooperation von erheblicher Relevanz sind. Nachdem einige Faktoren auf ein Fallbeispiel eines deutsch-chinesischen Joint Ventures übertragen werden, erfolgt daraufhin die Zuordnung kritischer Erfolgsfaktoren zu den unterschiedlichen Kooperationsphasen. Die Identifikation von Risiken und die Betrachtung eines Risikomanagements als Präventionsmaßnahme sind Gegenstand des Kapitels 4 von Teil C.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
Kampf um Marktanteile in China 1
Teil A Kooperationen als Markteintrittsstrategie der deutschen Automobilindustrie 4
1. Grundlagen kooperativer Arrangements 4
1.1 Kooperationsbegriff 4
1.2 Theoretische Ansätze 5
1.2.1 Transaktionskostentheorie 6
1.2.2 Spieltheorie 9
1.2.3 Principal-Agent-Theorie 12
1.3 Phasen einer Kooperation 15
1.4 Ziele und Motive der Partnerunternehmen 18
2. Kooperationsarten und deren Charakteristika 20
2.1 Kooperationsformen aufgrund von Verträgen 21
2.1.1 Überblick über vorhandene Formen 21
2.1.2 Lizenzverträge 23
2.2 Strategische Allianzen 24
2.3 Kooperationsformen mit Kapitalbeteiligung 25
2.3.1 Internationale Gemeinschaftsunternehmen 25
2.3.2 Abgrenzung zu Tochterunternehmen 27
3. Internationale Kooperationen als Wettbewerbsfaktor der deutschen Automobilindustrie 28
3.1 Zentraler Wirtschaftsfaktor für Deutschland 28
3.2 Weltweite Arbeitsteilung und die Positionierung auf dem Weltmarkt 30
Teil B Der chinesische Markt im Fokus der Automobilbranche 35
1. Der chinesische Markt aus dem Blickwinkel der deutschen Industrie 35
1.1 Entwicklungen des chinesischen Wirtschaftsraumes 35
1.2 Rahmenbedingungen für Investoren 40
1.2.1 Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen 40
1.2.2 Das chinesische Rechtssystem 43
1.2.3 Kulturelle Rahmenbedingungen 44
1.2.4 Disparitäten und infrastrukturelle Rahmenbedingungen 47
1.2.5 Rahmenbedingungen der chinesischen Automobilindustrie 48
1.3 Betrachtung des Automobilmarktes 50
1.3.1 Situation und Produzentenstruktur der chinesischen Automobilindustrie 50
1.3.2 Zuliefererstruktur und Entwicklung der Komponentenhersteller 54
1.3.3 Nachfragestrukturen in der Automobilindustrie 55
1.4 Zukunftsstandort für die Automobilindustrie 56
1.4.1 Anreize für die deutsche Automobilindustrie in China 56
1.4.2 Zukünftige Branchenentwicklung 59
2. Kooperationsformen für die Automobilindustrie als Schlüsselbranche der VR China 61
2.1 Formen der Markterschließung deutscher Unternehmen 61
2.2 Vor- und Nachteile der Kooperationsformen 68
Teil C Kriterien eines erfolgreichen Kooperationsmanagements in der VR China 71
1. Die Gemeinschaftsunternehmen von VW und FAW/SAIC als Beispiel erfolgreicher Kooperationen 74
2. Phasenunabhängige Erfolgsfaktoren 77
2.1 Umfeldfaktoren 77
2.2 Partnerbezogene Faktoren 81
2.3 Personenbezogene Faktoren 84
3. Phasenabhängige Erfolgsfaktoren 87
3.1 Erfolgsfaktoren der Initiierungsphase 87
3.2 Erfolgsfaktoren der Verhandlungs- und Genehmigungsphase 90
3.3 Erfolgsfaktoren der Aufbauphase 92
3.4 Erfolgsfaktoren der Betriebsphase 94
4. Risikomanagement als erfolgreiche Präventionsmaßnahme 99
4.1 Potenzielle und zukünftige Risiken 99
4.2 Inhalte eines effizienten Risikomanagements 102
Fazit 106
Anhang 110
Literaturverzeichnis 122

Automatisiert erstellter Textauszug:

Laut einer Umfrage der IKB, beabsichtigen mehr als die Hälfte aller befragten deutschen Firmen mit mehr als 500 Mill. € Umsatz ein China-Engagement. In der Umsatzgruppe zwischen 100 und 500 Mill. € sind es immer noch 45%. Bis zum Jahr 2003 investierte die deutsche Industrie ca. 7,9 Mrd. € in der VR China. Dies stellt zwar nur 1,2% der gesamten deutschen Auslandsinvestitionen dar, jedoch ist das Land der Mitte innerhalb Asiens dennoch Deutschlands wichtigster Handelspartner.300 Dabei kommt die Frage auf, warum China als Standort für die deutsche Industrie außerordentlich wichtig ist. Welche Chancen bzw. Anreize ergeben sich für die deutsche Automobilindustrie und welche Risiken stehen diesen gegenüber? Dieser Abschnitt soll zur Klärung dieser Fragen beitragen. In der Literatur werden häufig identische Anreize aufgeführt:301 Sowohl deutsche Autohersteller als auch Zulieferer erhoffen sich bessere Möglichkeiten der Markterschließung durch die Präsenz vor Ort sowie die Chance auf kostengünstigere Produktion durch ein Engagement auf dem chinesischen Markt. Ein weiterer Grund für die Produktion vor Ort ist die zu langsame Auflösung tarifärer Handelshemmnisse [...]

55 Förderung bestimmter Regionen begründet werden.292 Grundsätzlich produzieren die Zulieferer nur einzelne Komponenten, was bedeutet, dass ein Hersteller von mehr als 100 Komponentenherstellern bedient werden muss.293 Die Verbindung der größten Hersteller mit dem vertikalen Zulieferernetzwerk wird mit den Keiretstrukturen294 Japans verglichen. Durch die Integration internationaler Zulieferer erzielt die Regierung gleichzeitig eine Aufwertung und Stärkung der jeweiligen Region. Konkreter Handlungsbedarf besteht in diesem Zusammenhang in der qualitativen Aufwertung der Zulieferungen, in der vertikalen Einbindung von Systemlieferanten und in der Schaffung neuer Logistik- und Organisationsformen. Die daraus resultierenden notwendigen Modernisierungsinvestitionen bieten Erfolg versprechende Chancen für deutsche Zulieferer. Der WTO-Beitritt bringt auch eine Senkung der Zölle für Komponenten von 50% auf 10% mit sich, wodurch Wettbewerb und Preiskampf auch in diesem Sektor zunehmen werden.295 1.3.3 Nachfragestrukturen in der Automobilindustrie Die kaufkräftige Mittelschicht befindet sich überwiegend in den Städten der Ostküste und stellt inzwischen als Kunde im Vergleich zu Regierung und Taxiunternehmen für die Autohersteller eine viel versprechende Käufergruppe dar.296 Die chinesische Regierung versucht den Konsum dieser Käuferschichten anzuheben. Konkrete Maßnahmen sind: Konsumentenkredite zur Finanzierung des Autokaufs Erhöhte Transparenz des Steuersystems und sinkende Steuerbelastungen Verkehrsmanagementsysteme zur Lösung von Verkehrsproblemen Ausbau der Infrastruktur [...]

54 rysler, PSA, Nissan, Suzuki, Mazda, Hyundai, Fiat und Kia fertigen ebenfalls inzwischen Fahrzeuge in der VR China.287 1.3.2 Zuliefererstruktur und Entwicklung der Komponentenhersteller Analog zu der Herstellerstruktur ist auch der Zuliefererbereich in viele kleine Unternehmen unterteilt. Eine Statistik des Motivating Merseyside Business to Innovative (MMBI) beinhaltet eine Auflistung von 1.671 Komponentenzulieferer und zusätzlich noch 3.000 weitere kleinere Zulieferer, die ausschließlich den Sekundärmarkt beliefern.288 Insgesamt bietet der Markt außerordentlich gute Perspektiven für Zulieferer. Allerdings konnte bislang nicht mit dem rapiden Wachstum der Hersteller mitgehalten werden. Häufig sind die lokalen Zulieferer den steigenden Anforderungen der Hersteller nicht gewachsen und eine verstärkte Einbindung internationaler Unternehmen wird erforderlich. Es gibt jedoch auch Ausnahmen unter den lokalen Zulieferern, die international wettbewerbsfähig und erfolgreich sind und die dadurch in direkter Konkurrenz zu den internationalen Zulieferunternehmen stehen.289 Obwohl schon zahlreiche international tätige Zulieferer auf dem Markt präsent sind, können die Direktinvestitionen in dieser Branche trotzdem nicht das Produktionswachstum der Hersteller erreichen. Um eine Reduktion des local content im Zuge des WTO-Beitritts zu verhindern, versucht die chinesische Regierung den Zulieferern die Produktion vor Ort durch Zollsenkungen schmackhaft zu machen.290 Bisher nutzen globale Zulieferunternehmen wie z.B. Bosch, Siemens VDO und ZF-Gruppe die Möglichkeit, den chinesischen Markt mit einer lokalen Fertigung zu bedienen. Aber auch andere internationale Unternehmen wie Delphi, Visteon, Magna International oder Johnson Controls produzieren bereits vor Ort.291 In der VR China existieren insgesamt 150 Joint Ventures mit ausländischen Automobilzulieferern, welche vor allem durch ihre örtliche Nähe zu den Produzentenstandorten charakterisiert sind. Die örtliche Gebundenheit kann mit der mangelhaften Logistik und der [...]

Arbeit zitieren:
Fechtner, Nina Juli 2005: Erfolgsfaktoren deutsch-chinesischer Wirtschaftskooperationen am Beispiel der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Automobilindustrie, China, Kooperation, Erfolgsfaktoren, Joint Venture

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