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Erfolgsfaktoren von Venture Capital Unternehmen

Ein Überblick über die deutsche Venture Capital-Szene

Erfolgsfaktoren von Venture Capital Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Chyba
  • Abgabedatum: November 2000
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6689-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6689-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6689-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Chyba, Jochen November 2000: Erfolgsfaktoren von Venture Capital Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Eigenkapital, Öffentliche Förderprogramme, Risikokapital, Business Angel, Inkubatoren

Diplomarbeit von Jochen Chyba

Einleitung:

Der heutige internationale Wettbewerb ist durch immer kürzere Produktionszyklen und dem daraus entstehenden Zwang, neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen, gekennzeichnet. Diese Entwicklung verschafft vor allem innovativen Vorhaben zunehmende Bedeutung. Dies bedeutet, daß etablierte Unternehmen für die Entwicklung neuer Produkte und Technologien und der Erschließung neuer Märkte unternehmerische Risiken eingehen müssen. Gleichzeitig ist diese Entwicklung jedoch auch eine riesige Chance für Unternehmensgründungen. 1998 wurden durch 100.000 Firmenneugründungen über 361.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Finanzierung der beiden skizzierten Bereiche – Unternehmensgründungen und Investitionen etablierter Unternehmen in neuen Geschäftsfeldern – ist mit hohen Risiken verbunden und muß deshalb im wesentlichen mit Eigenkapital erfolgen. Dabei weichen die Finanzierungsquellen in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium der Unternehmen stark voneinander ab.

Während junge Unternehmen aufgrund ihrer geringen Innenfinanzierungskraft (der Cash-flow ist häufig negativ) und ihren schwer zu beurteilenden Absatzchancen fast ganz auf externes Kapital in Form von Venture Capital4 angewiesen sind, können Unternehmen, welche sich schon länger am Markt behaupten, auf eine breitere Finanzierungspalette zurückgreifen und zum Beispiel durch einen positiven Cash-flow Eigenkapital generieren. Da es jedoch auch für etablierte Unternehmen aufgrund von steuerlichen und arbeitsmarkttechnischen Voraussetzungen schwierig ist, eine für Forschung und Entwicklung ausreichende Eigenkapitalausstattung aufzubauen, sind auch diese auf externes Kapital angewiesen. Die Finanzierung von Neugründungen und/oder frühen Entwicklungsphasen („Seed“- oder Start-up-Finanzierung) ist das Spezialgebiet von Venture Capital Gesellschaften, welche nicht nur Kapital, sondern auch betriebswirtschaftliches und technologisches Expertenwissen zur Verfügung stellen. Die Venture Capital Gesellschaft erhält dabei Unternehmensanteile für das von Ihr bereitgestellte Kapital. Dies bedeutet, daß der Gewinnanreiz in der Wertsteigerung des Unternehmens besteht. Diese Wertsteigerung genannt „capital gain“ wird dann beim Verkauf der Anteile „Exit“ realisiert.

In diesem Zusammenhang ist in Deutschland besonders die Einführung des Börsensegmentes „Neuer Markt“ zu nennen, der eine hervorragende Exitmöglichkeit darstellt. Nach einer Statistik des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften investierten Wagniskapitalgeber 1999 bereits 15,4 Milliarden Mark. Das ist dreimal soviel wie 1992. Zugleich förderten sie über 4700 Firmen (1992: 2600 Firmen). Venture Capital Gesellschaften verfolgen bei ihren Investitionen sogenannte „hot industries“ d.h. Trendbranchen wie Internet, Elektronik und Biotechnologie. Interessant sind dabei nur die Unternehmen mit den besten Entwicklungschancen. Andere Unternehmen, die den hohen Wachstums- und Renditeerwartungen nicht entsprechen, fallen durch das Bewertungsraster der Gesellschaften durch. Nur ca. 3 Prozent aller Unternehmen, die sich um Venture Capital bewerben, erhalten auch eine Unterstützung, weshalb in Kapitel 9 auf die wichtige Funktion von Business Angels bei der Frühphasenfinanzierung eingegangen wird. In den USA stellen Business Angels ca. 85% des Beteiligungskapitals für junge Unternehmen zur Verfügung.

In Kapitel 10 wird auf die wachsende Bedeutung von Inkubatoren in Deutschland eingegangen. Oft scheitern Jungunternehmen, weil ihnen die Informationen aus der Praxis und das erforderliche Managementwissen fehlen. Neben dem Kapital bringen Venture Capital Firmen auch Know-how in ein Unternehmen. Ein Inkubator bietet den Vorteil, daß Experten aller Fachrichtungen vor Ort sind und sowohl schnelle als auch zielgenaue Unterstützung leisten können.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Problemstellung 1
1.1 Executive Summary 4
1.2 Definition von Venture Capital 5
1.3 Funktionsweise einer Venture Capital Gesellschaft 6
1.4 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, aktuelle Entwicklungen und allgemeiner Überblick 12
1.5 Die geschichtliche Entwicklung 13
2. Die Venture Capital Beteiligung 15
2.1 Vorteile einer Venture Capital Finanzierung/Eigenkapital-Finanzierung 16
2.2 Gestaltung und Ziele einer Venture Capital Gesellschaft 19
2.3 Ziele von Venture Capital Gesellschaften 20
2.3.1 Abgrenzung zu Business Angels: Anlageverhalten und Motive von Business Angels 21
3. Öffentliche Förderprogramme 23
3.1 Besondere Förderprogramme: Das Beteiligungskonzept der Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft 25
3.2 Corporate Venture Capital 27
3.3 Weitere Venture Capital Engagements: Der Management-Buy-Out/Management-Buy-In (MBO/MBI) 31
3.4 Zusammenfassung 32
4. Das Phasenmodell 33
4.1 Early Stage 34
4.1.1 Seed-Phase 34
4.1.2 Start up-Phase 35
4.1.3 First-Stage-Phase 36
4.2 Expansionsphase 36
4.2.1 Second-Stage-Phase 37
4.2.2 Later-Stage-Phase/Bridge-Finanzierung 37
4.3 Exitstrategien/Divesting-Phase 38
4.4 Die Unternehmensbewertung 42
4.4.1 Probleme bei der Bewertung junger Unternehmen 44
4.4.1.1 Angenommenes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 45
4.4.1.2 Angenommener Gewinn 47
4.4.1.3 Die Ermittlung des Emissionskurses 48
5. Vorgehensweisen von Venture Capital Gesellschaften 49
5.1 Die Due Dilligence als Erfolgsfaktor für Venture Capital Gesellschaften 53
5.2 Vorteile einer Venture Capital-Finanzierung 56
5.2.1 Die Deckung des Finanzbedarfs 56
5.2.2 Die qualifizierte Managementunterstützung bei verschiedenen Anlässen 57
5.3 Die Vorteile einer Venture Capital Finanzierung aus Sicht der Start-ups 59
6. Der deutsche Venture Capital Markt 61
6.1 Marktüberblick 61
6.1.1 Chancen und Risiken am Markt 69
6.1.2 Volatilität der Märkte 71
6.1.3 Co-Venturing 73
6.1.4 Gründe für das Scheitern von jungen Unternehmen 74
7. Erfolgsstrategien von Venture Capital Gesellschaften 76
7.1 Das Management der Portfoliounternehmen 77
7.1.1 Das Managementteam 83
7.1.2 Finanzcontrolling als Erfolgsfaktor 84
7.2 Das Portfolio einer Venture Capital Gesellschaft 86
7.3 Grundregeln für Investments von Venture Capital Gesellschaften 86
7.4 Die Produktwahl 88
7.5 Die Bewertungskriterien von VCG 89
7.6 Venture Capital: Der Schlüssel zum Erfolg? 90
7.7 Erfolgsfaktoren von Internet-Unternehmen 92
7.7.1 Der Kundennutzen als Wettbewerbsvorteil 93
8. Der Markt USA 95
8.1 Aktuelle Entwicklungen in den USA 95
8.2 Wachstumsfaktoren für Venture Capital Gesellschaften in den USA 96
9. Business Angels 98
10. Inkubatoren 102
10.1 Warum Inkubatoren? 102
10.2 Was leisten Inkubatoren? 104
11. Zusammenfassung 106

Automatisiert erstellter Textauszug:

Exitmöglichkeit. Mit der technologieorientierten Nasdaq167 wurde in den USA eine wichtige Exitmöglichkeit für das eingesetzte Kapital geschaffen. Der Neue Markt in Frankfurt hat jedoch ähnliche Impulse gebracht, die den amerikanischen Venture Capital Markt schon viel früher erfolgreich gemacht haben.168 Erst das gestiegene Interesse nach Aktien, welches sicherlich auch durch den Börsengang der Deutschen Telekom initiiert wurde, ermöglichte den Venture Capital Unternehmen einen lohnenden Exit aus ihren Investments. Davor waren VC finanzierte Unternehmen zur Notierung an der NASDAQ gezwungen. Die Chance auf einen hohen „capital gain“169 war aber eher gering170, da dort wenig Interesse an deutschen Unternehmen auf Seiten der Investoren bestand. Wie wichtig der Neue Markt in Frankfurt ist, zeigt die Anzahl der neu notierten Unternehmen. Seit der Einführung des Börsensegments im März 1997 stieg die Anzahl der an der Börse notierten Unternehmen von 16 auf 318 im September 2000.171 [...]

In Deutschland gibt es über 250 Kapitalbeteiligungsgesellschaften, welche im Jahr 2000 ein Investitionsvolumen von 26 Milliarden DM bereitstellen werden.156 Das durchschnittliche Startkapital eines deutschen Internet Start-ups beträgt 2 Mio. DM.157 Trotz der gewaltigen Summen, die bereits investiert wurden und vor allem zur Zeit investiert werden, spielen die Venture Capital Firmen in Deutschland, im Gegensatz zu den USA, eine Nebenrolle. Nur etwa jeder zehnte Gründer nutzte 1998 laut einer Studie der London School of Economics158 das Geld einer Venture Capital Firma. Dies dürfte sich jedoch schnell ändern, da die Venture Capital Unternehmen im Jahr 1999 die Gesamtsumme ihrer Investments in der Bundesrepublik Deutschland um 84 Prozent steigern konnten. Zusätzliche Attraktivität bekommt Venture Capital durch die oben erwähnte Studie, welche besagt, daß Firmen, die mit Venture Capital finanziert wurden, größer, ehrgeiziger und internationaler wachsen, als Firmen die ohne Venture Capital finanziert wurden. Unternehmen, die vor dem Börsengang von Venture Capital Gesellschaften (mit-) finanziert wurden, wiesen in den USA zum 30.06.99 eine jährliche Rendite von 52,10% auf, während beispielsweise der Dow Jones-Index „nur“ einen Return von 21,5% aufwies.159 Die Gesellschaften lassen sich nach einer Vielzahl oder einem ganzen Set von Merkmalen klassifizieren. [...]

gung und das Finanzierungs-Know-how.152 Zweitwichtigstes Kriterium ist nach der Studie von Bain&Company die „persönliche Chemie“ bzw. das Vertrauen zu dem Venture Capitalist. Erst an dritter Stelle der Nennungen folgt die Höhe der Unternehmensbewertung. Das Ergebnis der Umfrage verdeutlicht das große Interesse und erklärt auch den aktuellen Trend am Markt nach einer aktiven Gründungsunterstützung. Aus dieser Entwicklung heraus entsteht zur Zeit eine hohe Anzahl von Inkubatoren in Deutschland.153 Gemäß der Definition von Venture Capital aus Kapitel 1.1 ist die ManagementUnterstützung ein zentraler Bestandteil der Venture Capital-Finanzierung. Aus der oben erwähnten Studie geht jedoch hervor, daß gerade dieser von den Gründern geforderten aktiven Unterstützung in der Praxis nicht Rechnung getragen wird. Deshalb sollte an dieser Stelle der Hinweis gegeben werden, daß derzeit viele neue Gesellschaften auf den Markt drängen, die das Kapital aus den angeschlossenen Fonds investieren müssen. Diese Gesellschaften sind freizügiger in der Vergabe der Beteiligungen als traditionelle VCG, die aufgrund der relativ schlechten Marktsituation derzeit keine oder nur schlechte Exitmöglichkeiten aus bestehenden Investments haben. Tendentiell müssen bestehende VCG zur Zeit eher zusätzliches Kapital bereitstellen um ein besseres Marktumfeld abzuwarten, ohne daß das Unternehmen dabei in Schwierigkeiten kommt. Aufgrund dessen sollten potentielle Gründer bei ihrer Suche mögliche Investoren sorgfältig zum Beispiel mit Hilfe der EVCA154 oder des BVK155 auf ihre Qualität hin prüfen. [...]

Arbeit zitieren:
Chyba, Jochen November 2000: Erfolgsfaktoren von Venture Capital Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Eigenkapital, Öffentliche Förderprogramme, Risikokapital, Business Angel, Inkubatoren

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