Erfolgsfaktoren von Incentives in der Versicherungsbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marc Henke
- Abgabedatum: September 2006
- Umfang: 61 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Wiesbaden e.V. Deutschland
- Bibliografie: ca. 20
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9919-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9919-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9919-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Henke, Marc September 2006: Erfolgsfaktoren von Incentives in der Versicherungsbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Eventmarketing, Motivation, Makler, Finanzdienstleistung, Außendienst
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Diplomarbeit von Marc Henke
Problemstellung:
Seit der Deregulierung des Deutschen Versicherungsmarktes im Juli 1994 (aufgrund der 3. EU-Richtlinie) ist der Wettbewerbsdruck auf die Versicherer deutlich gestiegen. Wachsende Konkurrenz durch Markteintritte ausländischer Gesellschaften, mehr Gestaltungsfreiheit in der Produktentwicklung, kürzere Produktlebenszyklen, besser informierte Verbraucher, sinkende Margen und zunehmend gesättigte Märkte bringen die einst so finanzstarke Versicherungsbranche in Schwierigkeiten. Nur die Unternehmen, denen es gelingt sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, können in dieser schwierigen Situation gute Geschäftsergebnisse erzielen.
Eine der wichtigsten Komponenten ist hierbei die Vertriebsleistung, zu deren Unterstützung absatzfördernde und vertriebsmotivierende Maßnahmen durchgeführt werden. Hierzu zählt als weit verbreitetes Instrument das Incentive.
Diese, oftmals sehr teure, Form der Absatzförderung wird teils als langfristig geplante Maßnahme betrieben, aber auch als Ad-hoc-Reaktion auf ausbleibende Umsätze eingesetzt. Die Entscheidung über die Notwendigkeit und die Gestaltung der Incentives wird meist auf höchster Entscheidungsebene (z.B. Vertriebsleitung, Vorstand) getroffen. Dies birgt die Gefahr, dass diese zwar nach dem „Geschmack“ der Entscheider ausgewählt werden, aber ohne nähere Prüfung der Interessen der Zielgruppe. Im Ergebnis steht der aus Incentives resultierende Umsatz in vielen Fällen in keinem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zu den geleisteten Aufwänden der Unternehmen. Es ergibt sich zwangsläufig die Frage, warum diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg hatten und welche Verbesserungen für zukünftige Incentives notwendig sind.
Die Ursachen können sicherlich vielfältig sein. Ein zentraler Aspekt ist aber zweifelsfrei der Zusammenhang zwischen den Motiven des Außendienstes und der Gestaltung der Incentives. Folglich stellt sich die Frage, ob die angebotenen Incentives überhaupt motivierend für den Außendienst sind und demzufolge zu einer Verhaltensänderung beziehungsweise zu einer Leistungssteigerung führen.
Was motiviert Außendienstmitarbeiter bzw. stellt einen Anreiz dar? Welche Incentives bieten die Unternehmen in der Praxis an und mit welcher Zielsetzung? Wie müssten sie demzufolge aussehen, damit sich eine möglichst hohe Zahl von Verkäufern angesprochen fühlt?
Viele Fragen, die von den Unternehmen bei der Gestaltung von Incentives berücksichtigt werden müssen.
Gang der Untersuchung:
In dieser Diplomarbeit konzentriert sich der Verfasser auf einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei Incentives – die Motivation. Hiermit verbunden ist auch die Untersuchung, was von Verkäufern als Anreiz empfunden wird.
Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist das Aufzeigen von Problemfeldern beim Einsatz von Incentives als Instrument zur Vertriebs-Motivation und Absatzsteigerung im Vertriebsweg „Versicherungsmakler“, sowie der Ableitung von Lösungsansätzen und Handlungsempfehlungen für die Versicherungsunternehmen.
Im Rahmen dieser Zielsetzung erfolgt die Feststellung der Motive, Interessen und Einstellungen von Maklern. Weiterer Bestandteil ist die Eroierung und Darstellung des Incentive-Angebots der Versicherungsunternehmen. Zunächst werden in Abschnitt 2 die theoretischen Grundlagen aus Psychologie, Marktforschung, Kommunikationspolitik und der Versicherungswirtschaft beschrieben, die für die Bearbeitung der Problemstellung relevant sind.
Der theoretischen Fundierung schließt sich in Abschnitt 3 die Darstellung der Ist-Situation bei Incentives im Vertriebsweg Makler an. Zu diesem Zweck wurden zwei Primärerhebungen in Form schriftlicher Befragungen durchgeführt. In der ersten wurden Versicherungsmakler des renommierten „Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM)“ befragt, welche Formen von Incentives für sie einen Anreiz darstellen und welche Erfahrungen sie mit den Incentiveangeboten der Versicherungsgesellschaften gemacht haben. Die zweite Erhebung diente der Feststellung, welche Ziele Versicherungsunternehmen mit Incentives verfolgen, wie diese ausgestaltet werden und wie es zur Entscheidungsfindung kommt. Es folgt eine Gegenüberstellung der Ergebnisse aus beiden Primärerhebungen und die Ableitung grundlegender Erkenntnisse und Probleme.
Im 4. Abschnitt werden Lösungsansätze zur Erreichung der von den Versicherern verfolgten Ziele bzw. zum sinnvollen Umgang mit Incentives im Vertriebsweg Makler aufgezeigt. Der letzte Abschnitt dient der Zusammenfassung der Ergebnisse und Kernaussagen der Diplomarbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problembeschreibung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Diplomarbeit | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Die Begriffe „Versicherungsvermittler“ und „Makler“ | 3 |
| 2.2 | Der persönliche Verkauf | 6 |
| 2.3 | Marktforschung | 6 |
| 2.3.1 | Informationsgewinnung | 7 |
| 2.3.2 | Auswahlverfahren | 8 |
| 2.3.3 | Methoden der Informationsgewinnung | 9 |
| 2.3.4 | Arten von Befragungen | 10 |
| 2.3.5 | Die schriftliche Befragung | 11 |
| 2.3.6 | Aufbau des Fragebogens | 11 |
| 2.3.7 | Vorgehensweise bei der Befragung | 12 |
| 2.4 | Motivation | 14 |
| 2.4.1 | Motive | 15 |
| 2.4.2 | Anreize | 16 |
| 2.4.3 | Zusammenhang Motiv, Anreiz, Motivation und Motivierung | 17 |
| 2.4.4 | Intrinsische und extrinsische Motivation | 17 |
| 2.4.5 | Maslow | 18 |
| 2.4.6 | Theorie der 16 Lebensmotive (Steven Reiss) | 19 |
| 2.4.7 | Theorie von David McClelland | 20 |
| 2.4.8 | Das MVZ-Modell | 21 |
| 2.4.9 | Anwendung der Motivationspsychologie | 22 |
| 2.5 | Werte | 23 |
| 2.6. | Was sind Incentives ? | 25 |
| 2.6.1 | Arten von Incentives | 25 |
| 2.6.2 | Ziele von Incentives | 27 |
| 3. | Beschreibung der Ausgangssituation | 28 |
| 3.1 | Auswertung des Fragebogens an Versicherungsunternehmen | 28 |
| 3.1.1 | Rücklaufquote | 28 |
| 3.1.2 | Incentive-Angebot der Versicherungsunternehmen | 29 |
| 3.1.3 | Ziele von Incentives | 31 |
| 3.1.4 | Ergebnisse zur Incentive-Auswahl | 31 |
| 3.1.5 | Einschätzung der Incentive-Wirkung | 33 |
| 3.1.6 | Statistische Angaben | 33 |
| 3.2 | Auswertung des Fragebogens an Versicherungsmakler | 35 |
| 3.2.1 | Rücklaufquote | 35 |
| 3.2.2 | Übersicht angebotener Incentives | 36 |
| 3.2.3 | Beurteilung der Zielvorgaben | 38 |
| 3.2.4 | Bedeutung einzelner Incentive-Aspekte | 38 |
| 3.2.5 | Einschätzung der Incentive-Wirkung | 39 |
| 3.2.6 | Statistische Angaben | 40 |
| 3.3 | Vergleich der Ergebnisse und Ableitung von Problemen | 41 |
| 3.3.1 | Problem „Generelle Ablehnung“ | 41 |
| 3.3.2 | Problem „Die richtigen Anreize setzen“ | 41 |
| 3.3.3 | Problem „Höhe der Ziele“ | 43 |
| 3.3.4 | Problem „Die richtigen Inhalte von Incentives“ | 43 |
| 3.3.5 | Problem „Auswahlprozess von Incentives“ | 44 |
| 4. | Lösungsansätze | 45 |
| 4.1 | Identifizierung und Segmentierung | 45 |
| 4.1.1 | Makler mit offener Haltung zu Incentives | 45 |
| 4.1.2 | Makler mit ablehnender Haltung zu Incentives | 47 |
| 5. | Fazit | 48 |
| Literaturverzeichnis | 53 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 55 |
Die bekannte Management-Trainerin Vera F. Birkenbihl beschreibt Motivation als den Versuch, jemanden zur Aufgabe seines eigenen Zieles zugunsten eines anderen Zieles zu bewegen.65 Somit beginnt Motivation mit der Frage, ob die Zielvorstellungen des Anderen (zu motivierenden) mit den eigenen Zielen deckungsgleich sind. Im von Vera F. Birkenbihl beschriebenen MVZ-Modell (MotivationVerhalten-Ziele) wird das Ziel als Schlüssel zur Motivation gesehen. Motive werden als „etwas Bewegendes“ betrachtet, die unseren Bedürfnissen entspringen. Motive sind dazu da, uns ans Ziel zu bringen. Bewegungen lassen sich durch Setzung geeigneter Ziele steuern. Je wichtiger uns ein Ziel ist, desto mehr Energie stellt der Körper zur Zielerreichung zur Verfügung. Das Motiv setzt also Energie frei, löst ein bestimmtes, auf die Zielerreichung ausgerichtetes Verhalten aus.66 [...]
David McClelland entwickelte 1961 eine weitere interessante MotivationsTheorie. Nach seiner Theorie sind viele Verhaltensweisen durch Erziehung, Erfahrung, Belohnung oder Bestrafung seit dem Kindesalter erlernt worden. Aufgrund dieser Prozesse entwickeln Menschen Bedürfnisse, die ihr Verhalten bestimmen. In Bezug auf die Leistungsmotivation und das Verhalten im Beruf gibt es nach McClelland´s Ansicht 3 Schlüsselbedürfnisse: 1. Das Bedürfnis nach Zielerreichung (Need of Achievement) 2. Das Bedürfnis nach Macht (Need for Power) 3. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit (Need for Affiliation) Das Bedürfnis nach Zielerreichung ist nach seiner Theorie der Auslöser zur Leistung des Menschen, das Machtbedürfnis steuert das Dominanzverhalten und das Zugehörigkeitsbedürfnis lenkt das zwischenmenschliche und gesellschaftliche Verhalten. 63 Die Ausprägung der Motive ist bei jeder Person unterschiedlich und ergibt ein persönliches Profil. Beispielsweise zeigt sich eine hohe Ausprägung des Bedürfnisses nach Zielerreichung im hohen eigenverantwortlichen Handeln und der Suche nach Herausforderungen.64 Mit diesem Modell wählt David McClellan einen ganz anderen Ansatz als Maslow und Reiss. Er geht nicht davon aus, dass die Bedürfnisse in der menschlichen Natur begründet oder genetisch bedingt sind, sondern vielmehr sieht er den Ursprung aller Bedürfnisse in der individuellen Entwicklung des Menschen und der Prägung durch sein Umfeld. [...]
Eine der neueren Inhaltstheorien stammt von dem amerikanischen Psychologen Steven Reiss. In jahrelangen empirischen Untersuchungen fand Reiss heraus, dass nicht nur wenige Motive, sondern 16 Lebensmotive unser Handeln bestimmen. Jeder Mensch hat ein individuelles Motiv-Profil, seinen Verhaltensweisen liegen 16 Motive zugrunde:59 • Macht • Unabhängigkeit • Neugier • Anerkennung • Ordnung • Sparen • Ehre • Idealismus • Beziehungen • Familie • Status • Rache • Eros • Essen • Körperliche Aktivität • Ruhe Nach Ansicht von Reiss sind mindestens 14 dieser Motive genetisch bedingt. Dieses Motivationsmodell unterscheidet sich deutlich von Maslow´s Vorstellung, da es sich nicht auf wenige, vermeintlich absolute Motive oder Triebe reduziert. Des weiteren wird das Streben nach Glück nicht als Motivation betrachtet, sondern vielmehr nur als ein Nebenprodukt, das beim Erreichen eines Ziels entsteht.60 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832499198
Arbeit zitieren:
Henke, Marc September 2006: Erfolgsfaktoren von Incentives in der Versicherungsbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Eventmarketing, Motivation, Makler, Finanzdienstleistung, Außendienst



