Erfolgsfaktoren der Implementierung von wertorientierten Steuerungskonzepten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Natalie Trevisany
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5489-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5489-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5489-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Trevisany, Natalie Februar 2002: Erfolgsfaktoren der Implementierung von wertorientierten Steuerungskonzepten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Shareholder value, Wertorientierung, Unternehmensführung, Unternehmenssteuerung
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Diplomarbeit von Natalie Trevisany
Einleitung:
In den letzten Jahren hat die Bedeutung der wertorientierten Unternehmenssteuerung in Europa stark zugenommen. Primäres Ziel ist hierbei die nachhaltige Steigerung des Marktwertes des Eigenkapitals (Shareholder Value). Auf ihr im Unternehmen investiertes Kapital sollen die Anteilseigner eine wettbewerbskonforme Verzinsung zu Marktwerten erzielen. Kritiker erachten diese einseitige Fokussierung als erfolgschädlich, da die Interessen anderer bedeutender Anspruchsgruppen wie Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten unberücksichtigt blieben. Dennoch bezweifeln Wissenschaftler und Praktiker kaum, dass eine langfristige Steigerung des Unternehmenswertes die Voraussetzung für die Sicherung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens und somit in letzter Konsequenz für die Interessenbefriedigung aller Anspruchsgruppen ist.
Die Frage ist, auf welche Weise nachhaltig Wert für den Kapitalgeber generiert werden kann. Eine weltweite Studie der Boston Consulting Group kommt zu dem Ergebnis, dass kein Unternehmen zehn Jahre in Folge den jeweiligen nationalen Kapitalmarkt schlagen konnte. Allerdings liefert die Studie erste Anhaltspunkte, dass ein konsequentes Wertmanagement einen positiven Beitrag leisten kann. Untersucht man jedoch die Implementierungsergebnisse von Unternehmen, die begonnen haben, wertorientiert zu steuern, werden enorme Unterschiede sichtbar. Während bei einigen Firmen eine kontinuierliche Kurssteigerung und somit eine reale Wertschaffung für die Aktionäre beobachtet werden konnte, gab es andere, die die eingeführten Systeme nach einigen Jahren aufgrund unbefriedigender Resultate wieder abschafften. Hieraus erwächst die Frage, wie eine umfassende und erfolgreiche Wertausrichtung einer Organisation erreicht werden kann.
Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es somit, differierende Ansätze wertorientierter Steuerung kritisch zu analysieren, um im Folgenden Erfolgsfaktoren der Implementierung identifizieren zu können. Hierbei wird untersucht, inwieweit erfolgskritische Faktoren einerseits in Bezug auf die konzeptionelle Ausgestaltung der Unternehmenssteuerung sowie andererseits auf den Prozess der Einführung existieren.
Gang der Untersuchung:
In einem ersten Schritt werden die konzeptionellen Anforderungen an eine wertorientierte Unternehmenssteuerung herausgearbeitet. Nach Erörterung der Gründe für eine zunehmend wertorientierte Steuerung werden die Grundlagen und Varianten der Wertmessung vorgestellt. Auf diesen basieren letztlich wertorientierte Steuerungskonzepte. Es folgt die Entwicklung eines Wertmanagementansatzes, der im Rahmen der weiteren Untersuchung auf seine Richtigkeit und Praxisrelevanz hin überprüft wird.
Im Mittelpunkt des dritten Kapitels stehen die Implementierungserfordernisse wertorientierter Steuerungskonzepte. Abgeleitet aus den grundlegenden Implementierungszielen sowie unter Berücksichtigung der Problemdimensionen und potentiellen Lösungsansätze für Umsetzungsprozesse werden drei Bereiche identifiziert, die für eine optimale Einführung der Wertorientierung im Unternehmen erfolgskritisch scheinen.
Den Hauptteil der Arbeit bildet die Analyse relevanter Erfolgsfaktoren der Implementierung wertorientierter Steuerungskonzepte. Die in den beiden ersten Kapiteln herausgestellten Hypothesen, zum einen bezüglich der Konzeption wertorientierter Steuerung, zum anderen bezüglich der Einführung derartiger Konzepte, werden im Folgenden auf eine empirische Bestätigung hin überprüft. Basierend auf empirischen Studien, Fallbeispielen sowie eigener Informationsgewinnung (Interview, Fragebögen) konnten acht relevante Erfolgsfaktoren identifiziert werden.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | ZUR PROBLEMATIK DER IMPLEMENTIERUNG WERTORIENTIERTER STEUERUNGSKONZEPTE | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | GANG DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 2. | KONZEPTIONELLE ANFORDERUNGEN WERTORIENTIERTER UNTERNEHMENSSTEUERUNG | 3 |
| 2.1 | GRÜNDE FÜR EINE ZUNEHMENDE UNTERNEHMENSWERTORIENTIERTE STEUERUNG | 3 |
| 2.1.1 | Kapitalmarkterfordernisse | 3 |
| 2.1.2 | Kritik an gewinnorientierten Erfolgskennzahlen | 4 |
| 2.2 | METHODIK DER WERTBESTIMMUNG | 5 |
| 2.2.1 | Grundlagen der Unternehmensbewertung | 5 |
| 2.2.2 | Konzeptionelle Varianten der Wertermittlung | 6 |
| 2.3 | ANFORDERUNGSKRITERIEN AN EIN UMFASSENDES WERTMANAGEMENT | 14 |
| 3. | ZUR BEDEUTUNG DER IMPLEMENTIERUNG FÜR EINE WIRKSAME VERANKERUNG DER WERTORIENTIERUNG IM UNTERNEHMEN | 19 |
| 3.1 | ZIELSETZUNG DER IMPLEMENTIERUNG | 19 |
| 3.1.1 | Theoretische Einordnung der Implementierung | 19 |
| 3.1.2 | Effektivitäts- und Effizienzziele der Implementierung | 20 |
| 3.2 | PROBLEMDIMENSIONEN DER IMPLEMENTIERUNG UND LÖSUNGSANSÄTZE | 21 |
| 3.2.1 | Implementierungsbarrieren | 21 |
| 3.2.2 | Implementierungsmaßnahmen | 23 |
| 3.3 | IMPLEMENTIERUNGSERFORDERNISSE IN BEZUG AUF DIE EINFÜHRUNG VON WERTMANAGEMENT IM UNTERNEHMEN | 27 |
| 4. | ABLEITUNG RELEVANTER ERFOLGSFAKTOREN DER IMPLEMENTIERUNG WERTORIENTIERTER STEUERUNGSKONZEPTE | 29 |
| 4.1 | METHODIK | 29 |
| 4.1.1 | Vorgehensweise | 29 |
| 4.1.2 | Kategorisierung der identifizierten Erfolgsfaktoren | 29 |
| 4.2 | ERFOLGSFAKTOREN DER DIMENSION, NACHHALTIG WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSSTEUERUNG | 31 |
| 4.2.1 | Umfassender Wertmanagementansatz | 31 |
| 4.2.2 | Praktikabilität der Spitzenkennzahl sowie der abgeleiteten Werttreiber | 36 |
| 4.2.3 | Verknüpfung mit Anreiz- und Vergütungssystemen | 40 |
| 4.2.4 | Externes Value Reporting | 45 |
| 4.3 | ERFOLGSFAKTOREN DER DIMENSION, ERFOLGREICHE IMPLEMENTIERUNG | 49 |
| 4.3.1 | Top Management Commitment | 49 |
| 4.3.2 | Veränderungsfreudige Kultur | 52 |
| 4.3.3 | Umfassende Qualifizierungs-, Schulungs- und Kommunikationsmaßnahmen | 55 |
| 4.3.4 | Effizientes Projektmanagement | 58 |
| 5. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 61 |
| VERZEICHNIS DES ANHANGS | 63 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 65 |
Es wird deutlich, dass ein umfassender Wertmanagementansatz nicht nur sinnvoll, sondern vielmehr eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Verankerung nachhaltig wertorientierter Unternehmenssteuerung ist. Seine Implementierung bedarf daher eines gut strukturierten und formalisierten Ablaufs. Die Studie von HASPESLAGH/NODA/ BOULOS verdeutlicht, das VBM-Unternehmen, die einen strukturierten und alle Elemente des Wertkonzeptes umfassenden Umsetzungsplan entworfen sowie eine systematische Vorgehensweise realisiert haben (‚formal’), im Vergleich zu Unternehmen mit eher unsystematisch spontanem Vorgehen (‚de facto’) positivere Resultate aus der Einführung der Wertorientierung erreichen konnten. Insbesondere bei einem direkten Vergleich erfolgreicher185, ‚formal’ umsetzender Firmen mit ‚unsystematisch’ implementierenden Organisationen wird erkennbar, dass sich eine strukturierte Vorgehensweise und umfassende Wertorientierung bezahlt macht.186 Die angeführten empirischen Studien belegen, dass eine ungenügende Konzeption ebenso wie eine unkoordinierte Einführung wertorientierter Steuerungskonzepte nicht zielführend ist. Vielmehr bedarf es eines ganzheitlichen, alle Prozesse berücksichtigenden, Wertmanagementansatzes sowie einer systematischen Umsetzung, um die angestrebte Wertschaffung realisieren zu können. Somit wird die Schlussfolgerung gezogen, dass ein umfassender Wertmanagementansatz zwar eine notwendige, allerdings keine hinreichende Bedingung für die erfolgreiche Verankerung der Wertorientierung im Unternehmen darstellt. [...]
Kernprozessen - Planung, Zielvereinbarung, Kontrolle, Berichtswesen, Incentivierung, Kapitalmarktkommunikation - für einen nachhaltigen Umsetzungserfolg von Nöten.179 Ziel sei es, eine gewisse ‚Betroffenheit’ und Verbindlichkeit bei allen Mitarbeitern zu erreichen, um ein dauerhaftes wertorientiertes Denken und Handeln sicherstellen zu können. „Erst durch das Zusammenwirken all dieser Bestandteile wird die Verankerung der finanziellen und strategischen Konzernanforderungen in den Zielen entlang der Führungskaskade und damit die Ausrichtung der Organisation auf das Ziel nachhaltiger Wertschaffung erreicht“, so die Aussage von Dr. Thomas Riegler180. Empirische Belege für die Notwendigkeit eines umfassenden Wertmanagementansatzes liefert die internationale Studie von HASPESLAGH/NODA/BOULOS.181 Es wurde beobachtet, dass die führenden Value Based Management (VBM)-Unternehmen einen solch umfassenden Ansatz implementiert haben.182 Dieser verankert den Wertgedanken in der strategischen Planung, der Zielableitung, der Mittelverteilung, in operativen Prozessen mittels Ableitung von Werttreibern sowie in Anreiz- und Vergütungssystemen. Ohne eine Integration der Wertkennzahlen in die Planung bieten diese lediglich einen Rückblick auf die Vergangenheit; die notwendige Zukunftsorientierung bliebe verfehlt.183 Auch ohne eine Berücksichtigung der Shareholder Value-Kennzahlen als Bezugsgröße für Anreiz- und Vergütungssysteme bliebe ein geschlossenes Wertermittlungssystem unerreicht. „Erfolg oder Misserfolg der Verantwortlichen müsse an den gleichen Kriterien gemessen werden wie der Erfolg oder Misserfolg des Gesamtunternehmens.“184 [...]
schnittliche Renditen erzielt hat. Somit stellt sich die Frage, wie es zu einer derartigen Performance-Spreizung kommen kann, und insbesondere, welche spezifischen Einflussfaktoren die angestrebte positive Wertentwicklung bedingen. Auch CORDEIRO/KENT erkennen diesen Sachverhalt und betonen, dass es im Allgemeinen schwierig sei, a priori festzustellen, ob sich die Effekte einer Steuerung auf Basis von EVATM positiv auswirken und die Implementierungsbelastungen kompensieren werden.174 CORDEIRO/KENT analysieren in ihrer Studie insbesondere den Zusammenhang zwischen EVATM-basierten Wertmanagementprogrammen und der Wertentwicklung am Kapitalmarkt. Als Näherungsgröße für die zukünftige Unternehmensperformance werden Wertpapieranalystenschätzungen (security analyst earnings forecasts) herangezogen.175 Unter den 739 untersuchten Firmen176 befinden sich 63 EVATM-Anwender. Ergebnis der Studie ist, dass die Anwendung von EVATM-Programmen die Analystenschätzungen, und schlussfolgernd die Kapitalmarktbewertung, nicht signifikant beeinflussen. Allerdings wird angemerkt, dass weitere Unternehmen der Stichprobe möglicherweise anderweitige Residualgewinnkonzepte implementiert haben, die bei diesen zu einer Wertsteigerung geführt haben können, in der Untersuchung allerdings nicht explizit berücksichtigt wurden177. Somit könnte sich die statistische Signifikanz durchaus erhöhen. Die aufgeführten Untersuchungen verdeutlichen den offenen Streitpunkt zwischen der Postulierung einer absoluten Überlegenheit wertorientierter Steuerungskonzepte einerseits und der vollständigen Verneinung eines positiven Wertbeitrags solcher Methoden andererseits. Jedoch können diese Extremaussagen relativiert und eine moderatere Aussage getroffen werden. Es scheint offensichtlich, dass die Einführung wertorientierter Steuerungskonzepte keine Garantieerklärung für zukünftige Wertsteigerungen ist. Allerdings kann sie bei richtiger Implementierung eine geeignete Basis für zukünftige unternehmerische Erfolge darstellen.178 Offen ist bislang weiterhin die anfangs gestellte Frage, welche Elemente erfolgreiche Wertsteigerungskonzepte enthalten sollten. Wie in Kapitel 2.3 vermutet, scheint ein ganzheitlicher Wertmanagementansatz im Sinne der Verankerung in den traditionellen [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832454890
Arbeit zitieren:
Trevisany, Natalie Februar 2002: Erfolgsfaktoren der Implementierung von wertorientierten Steuerungskonzepten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Shareholder value, Wertorientierung, Unternehmensführung, Unternehmenssteuerung



