Erfolgsfaktoren für die Implementierung des Efficient Consumer Response-Konzeptes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kai Berger
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 76 Seiten
- Dateigröße: 596,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Köln e.V. Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5253-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5253-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5253-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Berger, Kai August 2001: Erfolgsfaktoren für die Implementierung des Efficient Consumer Response-Konzeptes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Efficient Consumer Response, Balanced Scorecard, Extranet, B-to-B-Marktplätze, Change Management
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Diplomarbeit von Kai Berger
Einleitung:
Schwache Umsatzrenditen, sinkende Realeinkommen der Verbraucher und damit verbunden ein mangelhaftes Wachstum im Konsumgütermarkt, steigende Kosten und ein zunehmender Verdrängungswettbewerb durch Konzentration sind die Fakten, mit denen der Einzelhandel heute zu kämpfen hat. Wie Erhebungen belegen, spielt sich der Kampf um die Gunst und Treue des Verbrauchers nicht nur auf der Preisebene ab. Deutsche Verbraucher sind europaweit die unzufriedensten, obwohl die Preise oftmals die niedrigsten sind.
Handel und Industrie brauchen mehr Mit- als Gegeneinander, um das schwierige Szenario zu meistern. Um den aus immer neuen gegenseitigen Forderungen und Zwängen entstehenden Konflikten zu entgehen, die Kundenorientierung zur Nebensache geraten lassen, ist Kooperation die einzig mögliche Lösung. Potenziale zur Kostensenkung im logistischen Prozess und zu einer effizienteren Käuferansprache sind ausreichend vorhanden. Zu ihrer Erschließung wurde die Initiative Efficient Consumer Response (ECR) ins Leben gerufen. Bessere Kenntnis des Kunden und dadurch maximale Befriedigung seiner Bedürfnisse durch kooperative Gestaltung von jederzeit verfügbaren Sortimenten sind die Ziele, und das möglichst bei geringeren Kosten als bisher.
Seit Anfang der neunziger Jahre, als erste ECR-Projekte in den USA gestartet wurden, wundern sich offenbar immer wieder Unternehmen, welch große Herausforderung die Implementierung darstellt. Die große Euphorie ist verflogen, die Dynamik entwichen. Insbesondere Hersteller beklagen, dass die Aussicht auf Erreichung einer Win-Win-Situation nicht erfüllt wurde, weil der Handel realisierte Kostensenkungen eher als Argument für weitere Preisnachlass-Forderungen verwendete und gleichzeitig die Einsparpotenziale direkt an den Kunden weitergebe, und sich somit selbst immer wieder unter Zugzwang setzt. Eine gute Idee ist wenig wert, wenn sie nicht gekonnt umgesetzt wird.
Die meisten Initiativen scheiterten bisher nicht am Konzept, sondern an der Implementierung selbst. Die Arbeit erhebt nicht den Anspruch, die erste ECR-Patentlösung anzubieten. Aber es soll herausgefunden werden, wie sich Unternehmen darauf vorbereiten können, um zukünftig alle Aktivitäten am Kundennutzen auszurichten. Dabei stehen im Rahmen des Themas dieser Arbeit vorwiegend nicht die Basisstrategien des ECR-Konzeptes selbst, die im ersten Kapitel vorgestellt werden, sondern die organisatorischen, technischen, intellektuellen und zwischenmenschlichen Betätigungsfelder im Mittelpunkt der Betrachtungen.
Am Ende soll klar sein, wie eine Organisation insgesamt funktionieren sollte, die in der Lage ist, den Kunden des Unternehmens flexibel und schnell eine optimale Antwort auf ihre Bedürfnisse zu liefern, mit welchen operativen und strategischen Werkzeugen sie heutzutage arbeiten sollte und wie sie ihre Mitarbeiter und deren Umfeld so entwickeln kann, dass diese nicht nur Garanten für vorübergehende, sondern beständige Wettbewerbsfähigkeit sind.
Gang der Untersuchung:
Im ersten Kapitel werden ECR selbst sowie die ECR-Basisstrategien und Techniken in ihren Grundzügen vorgestellt werden, also Inhalt, Aufgaben, Absichten und Beziehungen einzelner Komponenten zueinander. Soweit dies zum besseren Gesamtverständnis beiträgt, werden beispielhaft einige typische Problemstellungen und Lösungsansätze angeführt.
Darauf folgt im zweiten Kapitel die Behandlung der so genannten „harten“ Faktoren, bestehend aus der für konsequente Kundenorientierung unerlässlicherweise zu ändernden Organisationsstruktur, leistungsfähigen Informationssystemen und den Mitarbeitern, die für die geänderten Anforderungen gewappnet sein müssen. Die moderne Informationstechnologie ist eine der wesentlichen Komponenten, die helfen kann, die Anzahl scheiternder ECR-Initiativen endlich bedeutend zu reduzieren. Es wird entgegen vieler bisheriger Publikationen zum Thema ECR die Hypothese aufgestellt, dass den „sekundären“ Faktoren besonders aufgrund jüngerer technischer Entwicklungen doch wettbewerbsentscheidende und nicht nur -begünstigende Bedeutung zukommt. Gerade heute besteht eine einzigartige Chance, sich mit Hilfe des Internets endlich effizient an den Kundenbedürfnissen auszurichten. Es wird geprüft, ob sich eine Beteiligung an elektronischen Marktplätzen insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen lohnt, also ob sie ein echter Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Einsparpotenziale und bessere Kundenorientierung sein können, und wie es mit dem Return of Investment im E-Business aussieht. Im weiteren Verlauf von Kapitel zwei wird auf die Notwendigkeit einer guten Mitarbeiterqualifikation als Wettbewerbsfaktor einzugehen sein. Daraus soll letztlich erkennbar werden, wie Mitarbeiterqualifizierung und Wettbewerbsvorsprünge in Form von besserem Kundenverständnis und Innovationspotenzial zueinander in Verbindung stehen.
Kapitel drei, dass sich mit den „weichen“ Erfolgsfaktoren beschäftigt, stellt dar, wie es gelingt, Mitarbeiter von der Notwendigkeit der mit ECR einhergehenden Veränderungen zu gewinnen. Die konsequente Implementierung von ECR führt in allen Unternehmensbereichen zu einer spürbaren Veränderung gewohnter Abläufe. Dementsprechend finden die vielfältigen Regeln für das Management des Wandels (Change Management) Anwendung. Ein zur Prozessunterstützung, Strategieimplementierung und -verfolgung erforderliches, modernes Controlling-Instrument ist an der in diesem Zusammenhang häufig zum Einsatz kommenden Balanced Scorecard und einer auf die speziellen Bedürfnisse von ECR zugeschnittenen Variante davon gegen Ende Arbeit darzustellen.
Die Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die weitere Entwicklung beschließen die Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Einleitung | 1 | |
| Problemstellung | 1 | |
| Zielsetzung der Arbeit und Gang der Untersuchung | 4 | |
| 1. | ECR-Grundtechniken und Basisstrategien | 5 |
| 1.1 | Was ist ECR? | 5 |
| 1.2 | ECR-Grundtechniken und Basisstrategien | 6 |
| 1.2.1 | Efficient Replenishment | 6 |
| 1.2.2 | Category Management | 7 |
| 1.2.3 | Efficient Assortment | 9 |
| 1.2.4 | Efficient Promotions | 12 |
| 1.2.5 | Efficient Product Introductions | 14 |
| 1.2.6 | Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR() | 15 |
| 2. | Harte Erfolgsfaktoren (ECR-Sekundärfaktoren) | 16 |
| 2.1 | Organisatorische Voraussetzungen | 18 |
| 2.1.1 | Die Notwendigkeit der prozessorientierten Unternehmensstruktur | 18 |
| 2.1.2 | Kooperation von Handel und Industrie | 20 |
| 2.2 | Informationstechnologie | 23 |
| 2.2.1 | Scanning | 24 |
| 2.2.2 | Data Warehouse | 24 |
| 2.2.3 | Electronic Data Interchange (EDI) | 26 |
| 2.2.4 | Die Rolle des XML-Standards | 28 |
| 2.3 | Neue Geschäftsmodelle des Electronic Business und deren effiziente Nutzung im Rahmen von ECR | 30 |
| 2.3.1 | Extranets | 31 |
| 2.3.2 | Elektronische Marktplätze | 37 |
| 2.4 | Activity Based Costing | 40 |
| 2.5 | Fachliche Qualifikation der Mitarbeiter | 41 |
| 2.5.1 | Die Unternehmensspitze | 42 |
| 2.5.2 | Übrige Mitarbeiter | 43 |
| 3. | Weiche Erfolgsfaktoren(ECR-Primärfaktoren) | 45 |
| 3.1 | Change Management | 45 |
| 3.1.1 | Wesen des Change Managements | 46 |
| 3.1.2 | Rollen im Change Management | 48 |
| 3.1.3 | Commitment und Leadership | 52 |
| 3.2 | Balanced Scorecard und ECR Scorecard | 53 |
| 3.2.1 | Die Balanced Scorecard | 53 |
| 3.2.2 | Die ECR Scorecard | 58 |
| 4. | Ergebnisse | 59 |
| Literaturverzeichnis | 61 | |
| EIDESSTATTLICHE VERSICHERUNG | 64 |
nate product-development projects“70. In Abschnitt 3.2.1 bei der Behandlung der Balanced Scorecard wird darauf noch weiter einzugehen sein. Die neuen Plattformen bilden eine permanente Verbindung der Unternehmen und unterstützen die Zusammenarbeit unternehmensübergreifender Teams wirkungsvoll. Die operativen Kosten können drastisch reduziert werden, und die Zeitersparnis in administrativen Randaktivitäten können Unternehmen dazu nutzen, sich wieder verstärkt auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Deswegen sollte jedes Unternehmen die Partizipation an einem Extranet erwägen. Dies ist allerdings an bestimmte Voraussetzungen gebunden: Erstens muss bereits ein funktionierendes Intranet vorhanden sein und – das alles entscheidende Kriterium - müssen sich anfallende Kosten durch einen entsprechenden Nutzen möglichst schnell amortisieren. Kosten-Nutzen-Analyse / Return on Investment Zu den Kosten und dem Return on Investment einer Intra-/Extranet-Struktur kann keine Pauschalaussage getroffen werden. Vielmehr sind viele unternehmensspezifische Faktoren zu berücksichtigen. Um eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, sollten folgende Fragen behandelt werden71: • Wie groß ist der Bedarf an verbesserter, sowohl unternehmensinterner als auch externer Kommunikation und Information? Sind alle potentiellen Benutzer bereits an vernetzte Arbeitsstationen angeschlossen? • In welchem Umfang sind durch ein Intranet / Extranet offensichtlich erzielbare Einsparungen zu realisieren? Können die langfristigen Betriebskosten des eigenen Netzwerks durch Investitionen in Internet-Technologie verringert werden? • • Wie groß ist der Widerstand und der Qualifikationsstand des Personals? Wer profitiert am meisten? Profitieren Einzelne kaum oder gar nicht? Profitiert das eigene Unternehmen insgesamt, oder ungleich mehr / weniger als der Geschäftspartner? Ist eine faire Kostenübernahmevereinbarung realisierbar? [...]
Wie im Internet, wo meist Privatpersonen in elektronischen Diskussionsforen miteinander kommunizieren, können räumlich getrennte Projektteilnehmer im Computernetzwerk zusammengeschaltet werden. Sie können dann in virtuellen Räumen Besprechungen abhalten, obwohl sie möglicherweise tausende Kilometer voneinander entfernt sind. Solche Konferenzen, teilweise unterstützt durch Videoübertragung (Telekonferenzen), sind in der Regel nicht dazu gedacht, die bisherigen Besprechungen zu ersetzen, sie jedoch sinnvoll und nachhaltig zu ergänzen. Hammer / Champy berichten von einem Unternehmen, dem es gelang, „mit Hilfe von Telekonferenzen seinen Produktentwicklungszyklus um sechs Monate zu verkürzen“69. Ingenieure und Marketingmitarbeiter arbeiteten dabei in zwei verschiedenen US-Bundesstaaten und trafen sich einmal pro Monat, um Probleme zu besprechen, wozu jeweils Flugreisen notwendig waren. Nach der Einrichtung eines Telekonferenzsystems änderte sich daran nichts. Jedoch wurden Telekonferenzen dazu genutzt, sich fortan wöchentlich zwischen den persönlichen Meetings auszutauschen, was zuvor aus Kosten- und Zeitgründen nicht machbar war. Dadurch wurde der Informationsfluss entscheidend verbessert, weil alle in Projekte einbezogene Mitarbeiter an den virtuellen Treffen teilhaben konnten. Wichtig ist es also zu erkennen, dass es sich um ein ergänzendes und nicht um ein alte Methoden vollständig ersetzendes Instrument handelt. Es leuchtet ein, dass durch den ständigen, wenn auch nur virtuellen Kontakt die Beziehungen zwischen den Beteiligten und die Arbeitsmotivation deutlich verbessert werden können. Unentbehrlich sind aber auch die persönlichen Treffen geblieben. Sie beinhalten eben jene nonverbale Kommunikation, die bei Diskussionen auf der Extranet-Plattform nicht mit übertragen wird. Im Beispiel wurden Kosten nicht direkt reduziert (z.B. durch weniger Flugreisen), sondern durch mittelfristige, dafür aber umso wirksamere Reduzierung der Entwicklungskosten und –zeiten, wodurch viel eher ein Wettbewerbsvorteil durch schnellere Kundenbefriedigung erreicht wird. Einen anderen, dem strategisch letztlich entgegenstehenden Ansatz wählte ein Kunde von General Electric bei der Verwendung von ProjektExtranets: „One GE customer has lowered annual travel expenses by $ 800,000 because its extranet eliminates the need for many face-to-face meetings once required to coordi69 [...]
POS-Daten werden in das WWS des Herstellers übertragen, wo dann automatisiert Bestellvorschläge und Lieferungen ausgelöst werden und in die Produktionsplanung einfließen. Dies entspricht der Idee des Vendor Managed Inventory. Das Handelsunternehmen hat nachfolgend die Möglichkeit, die markierten Lieferungen68 über das Extranet zu verfolgen, wie man es beispielsweise von der Paketverfolgung von UPS kennt. Gleichzeitig erfolgt eine Speicherung von Einkaufsvorgängen im zentralen, auf dem Extranet-Server eingerichteten Data Warehouse, welches laufend aktualisiert wird und von jedem Ort der Welt zugänglich ist. Durch die Hinterlegung aller Artikeldaten in Form von vollständigen Katalogen kann das sehr zeitintensive, aber notwendige Artikel-Stammdatenmanagement ebenfalls zumindest teilautomatisiert werden. • Austausch strukturierter Geschäftsdaten [...]
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Arbeit zitieren:
Berger, Kai August 2001: Erfolgsfaktoren für die Implementierung des Efficient Consumer Response-Konzeptes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Efficient Consumer Response, Balanced Scorecard, Extranet, B-to-B-Marktplätze, Change Management



