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Erfolgsfaktoren bei Fusionen und Unternehmensakquisitionen

Insbesondere im Rahmen von organisatorischen Integrationsmassnahmen

Erfolgsfaktoren bei Fusionen und Unternehmensakquisitionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Isabel Gühring
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 74 Seiten
  • Dateigröße: 601,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5825-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5825-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5825-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gühring, Isabel September 2002: Erfolgsfaktoren bei Fusionen und Unternehmensakquisitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Post Merger Integration, Integrationszeitpunkt, Integrationsgeschwindigkeit, Bewertungsverfahren, Projektorganisation

Diplomarbeit von Isabel Gühring

Einleitung:

Unternehmen kaufen, verkaufen oder selbst gekauft werden – selten waren Firmen von diesen Fragestellungen so stark betroffen wie heute. Fusionen und Unternehmensakquisitionen sind besonders in den 90er Jahren zu einem fast alltäglichen Phänomen geworden. Zahlreiche Faktoren – die Globalisierung der Beschaffungs- und Absatzmärkte, aber auch der Kapital-, Arbeits- und Informationsmärkte; die Deregulierung und Privatisierung von Industrien, die deutliche Kapitalmarktorientierung bei der Unternehmenssteuerung mit der einhergehenden Fokussierung auf Kernkompetenzen, sowie die Nachfolgeproblematik in der mittelständischen Wirtschaft – haben bei verschiedenen Übernahmen während des vergangenen Jahrzehnts eine Rolle gespielt. In den meisten Fällen kam dabei mehr als eine dieser Ursachen mit ins Spiel.

Durch eine Übernahme kann ein Unternehmen seine Marktposition mit einer Geschwindigkeit verändern, die durch internes Wachstum niemals erreichbar wäre.

Unterschiedlichen Untersuchungen zufolge aber scheitern dabei, ungeachtet der Branche, in der die Fusion oder Unternehmensakquisition durchgeführt wird, zwischen 50 und 85 Prozent aller Transaktionen. Ein wesentlicher Erklärungsansatz für diese hohe Misserfolgsrate wird mit einer unzureichenden Post Merger Integration angegeben, also einer Vernachlässigung des „Change Managements“ nach dem Zusammenschluss. Daraus lässt sich schließen, dass offenbar nur die Vertragsanbahnung, -ausgestaltung und -unterzeichnung den nachhaltigen Erfolg einer Übernahme allein nicht fördern.

Während der Integrationsphase müssen unterschiedliche Organisationen, Unternehmenskulturen, Managementstile, Systeme, Prozesse und Strukturen zusammengeführt werden, damit langfristig die erwarteten Synergiepotentiale realisiert, und darüber hinaus weitere Potentiale identifiziert werden können. Nicht nur deshalb ist die Integrationsphase die kritischste Phase im gesamten Fusions- bzw. Unternehmensakquisitionsprozess. Erschwerend kommt noch hinzu, dass in der Regel kein standardisiertes Verfahren, wie es sich z.B. in der Bewertungsphase anbietet, für die Integrationsphase anwendbar ist. Jede Fusion bzw. Unternehmensakquisition ist verschieden, deshalb muss auch die Post Merger Integration an die einmaligen Bedürfnisse des jeweiligen Falls angepasst werden.

Die Integrationsphase und damit die Post Merger Integration hat also maßgeblich daran Anteil, ob eine Fusion bzw. Unternehmensakquisition erfolgreich oder weniger erfolgreich abläuft. Deswegen erscheint es überraschend, dass dieser Phase in den meisten Beiträgen zum Thema Mergers & Acquisitions (M&A) nur eine sehr untergeordnete Rolle zukommt.

Im Folgenden gilt es, den Widerspruch zwischen der zunehmenden Bedeutung von Fusionen und Unternehmensakquisitionen einerseits und den nach der statistischen Datenlage relativ geringen Erfolgsaussichten andererseits, aufzulösen. Dazu soll zuerst geklärt werden, warum erfolgreiche Unternehmen überhaupt fusionieren.

Um potentielle Gründe für den Misserfolg bzw. positiv formuliert kritische Erfolgsfaktoren von Fusionen und Unternehmensakquisitionen ausmachen zu können, eignet sich die häufig in der Literatur verwendete Prozessbetrachtung. Im Mittelpunkt der hier vorliegenden Arbeit steht die Integrationsphase, da diese letztendlich entscheidend für die zum Ziel gesetzte Unternehmenswertsteigerung ist. Innerhalb der Integrationsphase sollen jene Erfolgsfaktoren beleuchtet und herausgearbeitet werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Ausgangspunkt 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 2
2. Fusionen und Unternehmensakquisitionen aus betriebswirtschaftlicher Sicht 3
2.1 Begriff Mergers & Acquisitions und Post Merger Integration 3
2.2 Fusionen und Unternehmensakquisitionen in Theorie und Praxis 4
2.3 Motive und Zielsetzungen 6
2.3.1 Ökonomische Motive 7
2.3.2 Persönliche Motive 8
2.3.3 Relevanz der Motive und Zielsetzungen für die Post Merger Integration 9
2.4 Aktuelle Entwicklungen und Tendenzen für die Zukunft des M&A- Marktes 9
3. Darstellung des Fusions- bzw. Unternehmensakquisitionsprozesses, insbesondere der Integrationsphase unter besonderer Berücksichtigung von kritischen Erfolgsfaktoren 10
3.1 Stellung und Rolle der Integration im Rahmen des Unternehmensakquisitionsprozesses 10
3.2 Integrationsphase 13
3.2.1 Planung der Post Merger Integration 14
3.2.1.1 Integrationsstrategie: Wahl des Integrationsgrades 14
3.2.1.2 Integrationszeitpunkt und -geschwindigkeit 17
3.2.1.3 Führungsteam und Integrationsteams 19
3.2.1.4 Integrationsobjekte bzw. -bereiche 21
3.2.1.5 Integrationsbegleitende Kommunikation 23
3.2.2 Durchführung der organisatorischen Post Merger Integration 25
3.2.2.1 Aufbauorganisation 26
3.2.2.1.1 Fusionsbedingte Schwierigkeiten und deren Handhabung 26
3.2.2.1.2 Strukturorganisatorische Alternativen 28
3.2.2.1.2.1 Funktionale Organisation .30
3.2.2.1.2.2 Prozessorganisation .32
3.2.2.1.3 Projektorganisation 35
3.2.2.2 Ablauforganisation 38
3.2.2.2.1 Anpassungsprozess der Geschäftsprozesse 38
3.2.2.2.2 Technologiesysteme 39
3.2.2.2.3 Zeitliche Aspekte 41
3.2.2.3 Personalausstattung der neuen Organisation 42
3.2.3 Zwischenfazit 43
4. Kontrolle der Integration 45
4.1 Bewertungsverfahren 45
4.1.1 Kapitalmarktorientierte Untersuchungen 46
4.1.2 Jahresabschlussorientierte Untersuchungen 47
4.1.3 Ereignisorientierte Untersuchungen 48
4.1.4 Befragungsuntersuchungen 50
5. Schlussbetrachtung und Ausblick 51
Anhang 53
Literaturverzeichnis 56

Automatisiert erstellter Textauszug:

den Veränderungen existierender Arbeitsgruppen, zur Schaffung neuer Arbeitsgruppen, zu Veränderungen in Arbeitsabläufen und im Entscheidungsfluss, der Veränderung von Verantwortlichkeiten und einer Änderung des Hierarchiestatus einzelner Mitarbeiter.166 Ein großes Problem besteht darin, dass manche Mitarbeiter sich nach der Fusion auf einer relativ niedrigeren Hierarchiestufe befinden und dies als „Machtverlust“ deuten. Daneben stellen strukturelle Entscheidungen viele Mitarbeiter vor neue Aufgaben und haben demzufolge eine bedeutende Wirkung auf das Verhalten und die Motivation sämtlicher Betroffenen.167 Damit die strukturelle Zusammenführung nun möglichst schnell, ohne zuviel Kosten und Reibungsverluste zu verursachen, vonstatten gehen kann, bietet sich als erstes eine Analyse der bestehenden Organisationsstrukturen an. Diese soll Überschneidungen oder Ungleichgewichte in der Ressortaufteilung ausfindig machen. Im Anschluss daran muss ein Vorschlag für die Zielaufbauorganisation des fusionierten Unternehmens erfolgen. Hierbei bereitet einerseits die Entscheidung, welcher Organisationsstruktur Priorität eingeräumt werden soll, wenn z.B. ein Unternehmen nach produktorientierten Geschäftsbereichen und das andere Unternehmen nach Funktionen strukturiert ist, Schwierigkeiten.168 Andererseits besteht dadurch aber gleichzeitig die Chance, längst überfällige, tiefgreifende Strukturveränderungen vorzunehmen.169 Eine weitere wichtige und schwierige Aufgabe besteht darin, eine Harmonisierung der Tiefe und Breite der Unternehmensgliederung in dem Sinne zu erzielen, dass entschieden werden muss, welche Anzahl an Hierarchiestufen zu dem neuen, dem fusionierten Unternehmen „passt“.170 Dabei ist allerdings zu beachten, dass es nicht nur eine und die einzig richtige Struktur gibt. Es muss eine Struktur gefunden werden, die für das fusionierte Unternehmen Anwendung finden kann. Sie muss zur Größe und vor allem zur Zielsetzung des Unternehmens passen. Damit geht auch gleichzeitig die Festlegung des Grads der Zentralisation, inwiefern also Entscheidungen und Kompetenzen zentral oder dezentral ausgeführt werden, in die neue Unternehmensstruktur mit ein. Da der Grad der Zentralisation mitunter sehr stark von der Unternehmenskultur abhängt, treten hier zumeist große Diffe- [...]

tungserbringung.160 Sie bildet zum einen den Grundstein für eine Vielzahl weiterer Entscheidungen, wie bspw. der Besetzung einzelner Positionen oder der Installierung neuer Prozesse und Arbeitsabläufe. Zum anderen trägt sie erheblich dazu bei, dass Synergien tatsächlich realisiert werden. Durch eine geeignete Organisationsstruktur und damit einhergehend auch einer klaren Abgrenzung der Verantwortungsbereiche, können Organisationsmängel, die eine erhebliche Wertvernichtung verursachen, vermieden werden.161 Die organisatorische Strukturierung der beteiligten Unternehmen wird im Folgenden unter aufbau- und ablauforganisatorischen Aspekten diskutiert.162 Es sollen also die im Integrationsplan festgehaltenen Aktivitäten in konkrete aufbau- und ablauforganisatorische Integrationsmaßnahmen umgesetzt werden. Folglich ist die Aufgabe der Unternehmensleitung, mit Hilfe der möglichen idealtypischen strukturorganisatorischen Alternativen, eine insgesamt ausgewogene Unternehmensstruktur herzustellen.163 Diese strukturelle Gliederung stellt sicher, dass sämtliche Aktivitäten, die die beiden Unternehmen vor der Fusion bzw. Integration getrennt durchgeführt haben, nun dauerhaft und ohne Schwierigkeiten gemeinsam bearbeiten können.164 3.2.2.1. Aufbauorganisation [...]

schritte – und hier besonders die „Early Wins“ – sollten immer wieder kommuniziert werden.155 Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Aspekten der Integration ist die Kommunikation als übergreifende Aktivität zu verstehen, die alle Phasen überlagert und ihrerseits ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Integration darstellt. Aus den bisher dargestellten Sachverhalten kann die Integrationsplanung als die erfolgskritischste Phase der Post Merger Integration bezeichnet werden, „da hier alle wesentlichen Entscheidungen zur Strategie, Organisation, Personalauswahl etc. für das neue Unternehmen getroffen werden.“156 Häufig wird aber diese erste Phase der Integration gar nicht oder nur unzureichend tief durchlaufen und es wird direkt mit der Durchführung der Integration begonnen.157 Die Erfahrung zeigt jedoch, dass dadurch oftmals später Korrekturen durchgeführt werden müssen, die im gesamten Unternehmen auf Unverständnis stoßen. Dies wirkt sich negativ auf das Gelingen der Post Merger Integration und somit auf den gesamten Erfolg der Fusion aus. 3.2.2. Durchführung der organisatorischen Post Merger Integration Die Planungsphase gibt damit alle notwendigen Ziele, aber auch Randbedingungen wie beispielsweise einen geeigneten Zeitrahmen für die Integration vor. Zu Beginn der Durchführungsphase sind sämtliche Bereiche bzw. Aufgaben, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, identifiziert und es können alle notwendigen „Projekte“ gestartet werden.158 Der Schwerpunkt der folgenden Betrachtung liegt auf der organisatorischen Post Merger Integration, da diese einen wesentlichen Bestandteil eines ganzheitlichen Integrationsmodells bzw. -ansatzes darstellt.159 Die organisatorische Post Merger Integration bezieht sich auf Strukturen und Vorgänge der Unternehmung in Bezug auf deren Leis155 156 [...]

Arbeit zitieren:
Gühring, Isabel September 2002: Erfolgsfaktoren bei Fusionen und Unternehmensakquisitionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Post Merger Integration, Integrationszeitpunkt, Integrationsgeschwindigkeit, Bewertungsverfahren, Projektorganisation

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