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Erfolgsfaktoren des Erlebnismarketing

Erfolgsfaktoren des Erlebnismarketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: David Neumann
  • Abgabedatum: Juni 2002
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 2,9 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Potsdam Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5848-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Neumann, David Juni 2002: Erfolgsfaktoren des Erlebnismarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Differenzierung, Kommunikation, Emotionen, Positionierung, Erlebnis

Diplomarbeit von David Neumann

Zusammenfassung:

„They will forget what you said, but they will never forget how you made them feel.“.

Dieser im Marketing oft gebrauchte Ausspruch spiegelt die momentane Entwicklung im Konsum- und Dienstleistungsmarketing wieder. Konnten vor Jahren die technischen Daten eines Neuwagens noch zum Kauf überzeugen, so scheint es heute, als ob alle Fahrzeuge faktisch „gleich“ sind. Ein neuer BMW bringt den Passagier genauso zuverlässig von Berlin nach Paris wie ein vergleichbarer Ford oder Volkswagen. Mit scheinbar rationalen Argumenten braucht man daher heute in der Regel nicht mehr versuchen, ein Fahrzeug zu verkaufen. Wenn aber objektiv betrachtet alle Produkte in den heutigen gesättigten Märkten substituierbar sind, wie kann man dann den Konsumenten für sich und sein Produkt gewinnen?

Schon seit einiger Zeit erforschen Wissenschaftler wie auch Kreative in der Werbebranche was den Konsumenten dazu „treibt“, bestimmte Produkte als für seinen Nutzen wertvoller zu erachten als andere. Es scheint, als ob es zu einer permanenten Individualisierung und Modifizierung der Bedürfnisse des Konsumenten kommt. Die Forderung hierzu könnte lauten: „Gebt mir ein Produkt, das heute zu mir und meiner Stimmung passt.“ Dabei sind sowohl Verhaltensmuster, als auch Strategien, Techniken und Instrumente, die dieses Verhalten bedienen, von Interesse. Untersucht man zu diesem Thema die wissenschaftliche Literatur, so sind Begriffe wie Emotionswelten, Gefühlsbindungen und Aktivierungs-niveaus die Schlagwörter des modernen Marketing.

Schon in den 70er Jahren erkannte der amerikanische Ökonom TIBOR SCITOVSKY, dass der Konsument nicht nur nach dem Prinzip des rational handelnden Menschen agiert. Er forderte vielmehr, dass sich die Motivationspsychologie mit dem Konsumenten als gewohnheits-, gefühlsgeleitete stark variierende Persönlichkeit befassen soll. In diesem Sinne soll es das Ziel dieser Arbeit sein, die Möglichkeiten eines emotionalen Erlebnismarketing im Rahmen des heutigen Wettbewerbes aufzeigen.

Zu diesem Zweck bedarf es einer Darstellung des heutigen Wettbewerbsumfeldes. Hierbei sollen vor allem die Besonderheiten des Hyperwettbewerbes zum Vorschein treten, mit denen sich das Marketing-Management zur Zeit befasst.

Gang der Untersuchung:

Nach einer kurzen Vorstellung betriebswirtschaftlicher Erfolgsfaktoren wird der Faktor Differenzierung genauer untersucht. Um die Abläufe besser verstehen zu lernen, auf die eine Erlebnisstrategie aufbaut, wird im 5. Kapitel eine umfangreiche Einführung in das Thema der psychischen Determinanten des Konsumentenverhaltens gegeben.

Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit den Techniken und Instrumenten des Erlebnismarketing insbesondere der Kommunikation, sowie der strategischen Posi-tionierung und dem Integrationversuch des Ansatzes in den Marketing-Mix.

Eine besondere Stellung gewinnt hierbei eine im amerikanischen Raum immer beliebtere Sichtweise, die das Erlebnis als Endprodukt und nicht als Zusatz einer Leistung betrachtet.

Die Besonderheiten der Erlebnisgenerierung werden in diesem Zusammenhang dargestellt oder um es einfach auszudrücken, wie schaffe ich es ein spannendes Erlebnis zu inszenieren.

Eine kritische Betrachtung soll dabei Chancen aber auch Grenzen und Risiken aufzeigen, mit denen sich das Erlebnismarketing auseinandersetzen muss.

Nach einem Ausblick auf bestimmte Determinanten des Erlebnismarketing, die eine zukünftige Generierung von Erlebniswelten betreffen, schließt die Arbeit mit einer Checkliste in Kapitel 12, die Anknüpfmöglichkeiten für die Praxis aufzeigen soll.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis III
II. Abbildungsverzeichnis V
III. Tabellenverzeichnis V
IV. Abkürzungsverzeichnis VI
1. EINLEITUNG 8
1.1 EINFÜHRENDE ÜBERLEGUNGEN 8
1.2 ZIEL UND AUFBAU DER ARBEIT 9
2. WETTBEWERBSVORTEILE DURCH MARKETING-MANAGEMENT 11
2.1 STATUS QUO UND ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVEN DER MARKETINGKONZEPTIONEN 11
2.2 MARKETINGSTRATEGIEN IM HYPERWETTBEWERB 12
3. ERFOLGSFAKTORENFORSCHUNG 14
4. DIFFERENZIERUNG ALS SCHLÜSSELFAKTOR 17
4.1 TECHNISCH/OBJEKTIVE DIFFERENZIERUNG 19
4.2 PSYCHOLOGISCH/EMOTIONALE DIFFERENZIERUNG 19
5. GRUNDBEGRIFFE PSYCHISCHER DETERMINANTEN DES KONSUMENTENVERHALTENS 22
5.1 AKTIVIERTHEIT 23
5.2 INVOLVEMENT 25
5.3 GEFÜHLE/EMOTIONEN 27
5.3.1 Definition und Ansätze 27
5.3.2 Schemata 29
5.3.3 Emotionale Konditionierung 31
5.3.4 Stimmungen 33
5.4 MOTIVE 34
5.5 KOGNITIONEN 37
5.6 ZUSAMMENFASSUNG VORTEILE DER EMOTIONALEN ANSPRACHE 40
6. RAHMENFAKTOREN UND IMPLIKATIONEN DES ERLEBNISMARKETING 41
6.1 GRUNDLAGEN DES ERLEBNISMARKETING 41
6.1.1 Definition Erlebnis/Erlebnismarketing 41
6.1.2 Das Erlebnis als Zusatznutzen 42
6.1.3 Das Erlebnis als eigenständiges Angebot 43
6.2 WERTEWANDEL UND KONSUMVERHALTEN 46
6.3 BESONDERHEIT DIENSTLEISTUNG 48
7. TECHNIKEN UND INSTRUMENTE DES ERLEBNISMARKETING 50
7.1 PRODUKTKERN 52
7.2 PRODUKTGESTALTUNG 53
7.2.1 Markenbildung 53
7.2.2 Produktname 55
7.2.3 Produktdesign 56
7.2.4 Verpackung 58
7.2.5 Service 60
7.3 KOMMUNIKATION VON ERLEBNISWERTEN 62
7.3.1 Kommunikationskanäle 62
7.3.1.1 Visuelle Reize 62
7.3.1.2 Auditive Reize 62
7.3.1.3 Haptische Reize 63
7.3.1.4 Olfaktorische Reize 63
7.3.1.5 Gustatorische Reize 64
7.3.1.6 Zusammenfassende Betrachtung 65
7.3.2 Kommunikation über Erlebnissphären 66
7.3.2.1 Unterhaltung 67
7.3.2.2 Bildung 67
7.3.2.3 Flow 67
7.3.2.4 Ästhetik 68
7.3.2.5 Zusammenfassende Betrachtung 69
7.3.3 Relevante Instrumente der Kommunikation zur Übermittlung von Erlebniswerten 70
7.3.3.1 Werbung 70
7.3.3.2 Einkaufsstätten 73
7.3.3.3 Events 74
7.3.3.4 Souvenirs 77
8. INTEGRATION IN DEN MARKETING-MIX 78
9. POSITIONIERUNG DURCH ERLEBNISMARKETING 80
10. CHANCEN, GRENZEN UND RISIKEN DES ERLEBNISMARKETING 83
10.1 CHANCEN 83
10.2 GRENZEN 84
10.3 RISIKEN 85
11. AUSBLICK: ERLEBNISWELTEN DER ZUKUNFT 87
12. CHECKLISTE: GENERELLE ERFOLGSKRITERIEN DES ERLEBNISMARKETING 89
13. LITERATURVERZEICHNIS 91

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Produktgestaltung setzt sich u.a. zusammen aus dem Produktdesign, der Verpackungsgestaltung, dem Produktnamen, der Markenbildung und u.U. dem Produktservice. Die nachfolgende Betrachtung soll die „Erlebnistauglichkeit“ der einzelnen Komponenten näher betrachten. 7.2.1 Markenbildung Eine Marke zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Merkmale gleichbleibender Markierung, Packung, Qualität, Quantität, Werbung und Distribution in sich vereinigt.110 Die Waren bzw. Dienstleistungen sollen durch eine Markierung zur Wiedererkennung und zum Sachvertrauen beim Konsumenten führen und daraus resultierend mit „brand loyality“ von ihm beantwortet werden.111 Mit anderen Worten soll die Marke das Versprechen sein, bei einem Wiederholungskauf möglichst geringe Transaktionskosten zu verursachen, um dafür die gleiche Leistung wie beim letzten Konsum zu erhalten. Aber inwieweit tangiert die Markenbildung eine Erlebnisstrategie? Marken entstehen in den Köpfen der Konsumenten und sind mit bestimmten Situationen im Gedächtnis der Menschen verknüpft. Sie haben eine gewachsene, lebendige, aus der Erfahrung entstandene Biographie vorzuweisen, die mit Emotionen geladen ist.112 Diese zusätzliche Aufladung des Produktes mit emotionalen Werten ist das eigentliche Kapital von Marken.113 Marken gelten hier als enge „Lebensgefährten“, nach denen Konsumenten verlangen, die sie bewundern oder gar lieben. Denn sie sind beständig und zuverlässig, vertrauenswürdig und unverwechselbar, individuell und somit relevant für den einzelnen Konsumenten. Dabei gilt: Markenartikel erzielen einen um so höheren Anteil an markentreuen Konsumenten, je stärker die Erlebnisstruktur mit der Verbrauchereinstellung übereinstimmt.114 Wenn also ein Konsument einer Marke bestimmte Eigenschaften zuschreibt, die mit seinen eigenen Wesenszügen übereinstimmen, wird er sich [...]

Der Produktkern besteht aus dem physischen Produkt bzw. seinen Bestandteilen. Im Falle einer Dienstleistung spricht man auch von deren Grundleistung. Im Mittelpunkt des Produktkernes steht der Qualitätsbegriff. Qualität ist dabei nur mit Schwierigkeiten abzugrenzen, da sie eine enge und eine weite Definition zulässt. Im engeren Sinn kann Produktqualität als die Erfüllung des Grundnutzens bezeichnet werden. Diese Betrachtungsweise impliziert eine Sicht vom Produzenten aus. Diese intrinsische Qualität ist beispielsweise messbar anhand von Qualitätsstandards. Eine erlebnisorientierte Sicht lässt eine Ausweitung des Begriffes auf mehrere Ebenen des Marketing zu. Hierbei geht es weniger um die objektive Produktqualität, als um subjektive Produktqualität aus Sicht des Kunden. Der Abnehmer berücksichtigt dabei die Gesamtheit der Beziehung, die ihn mit dem Unternehmen verbindet.108 Dazu gehören beispielsweise der Kundendienst und die Werbung genauso wie das Produkt selbst bzw. sein Design und seine funktionale Qualität. Qualität wird somit zur übergeordneten Instanz und strahlt sozusagen von innen auf alle Bereiche des Erlebnisraumes. Aber wie kommt dieser Qualitätsgedanke im Erlebnismarketing für den Konsumenten zum Tragen? Produktspezifische Qualitäten müssen für den Kunden wahrnehmbar gemacht werden. Der Kunde erkennt in der Regel nicht, ob ein Produkt bzw. eine Dienstleistung ein bestimmtes Qualitätsniveau erfüllt. Durch die Generierung von Produkterlebnissen besteht die Möglichkeit, diese Defizite auszugleichen bzw. Qualität emotional erlebbar zu machen. Die zentrale Frage, die ein Unternehmen an dieser Stelle beantworten muss lautet: „Welchen Beitrag leistet mein Produkt zur Lebensqualität der Konsumenten?“109 Einen Beitrag zur Lebensqualität aus Sicht des Kunden manifestiert sich beispielsweise durch Kompetenz, Vertrauen, Sicherheit, Lebensdauer, Umweltschutz oder die Zufriedenheit über erfahrene Leistung aus der Vergangenheit. [...]

damit verbundene Grundnutzen stellt somit die Ausgangsbasis der Erlebnisstrategie dar. Um den Kern baut sich Schicht für Schicht die Marken-Erlebniswelt. Die Produktgestaltung betrifft die zweite, dritte und vierte Schicht. Dabei treten Produktdesign, Verpackung, Markierung und Service auch als Vermittler des Erlebnisgedankens auf. Man könnte sie damit teilweise der Kommunikation zurechnen. In der fünften Schicht wird durch Maßnahmen der Kommunikationspolitik die Marke im Bewusstsein der Verwender positioniert. Hier erfolgt auch die Zuordnung zu einem eindeutigen Erlebnis. Innere, emotional besetzte Vorstellungsbilder sollen dabei vom Konsumenten durch emotionale Konditionierung mit der Marke in Verbindung gesetzt werden. Zur Bildung des Images ist die Werbung die wichtigste Quelle. Der Konsument interpretiert aber auch die Sprache, die Umgebung und die Aufmachung der Marke und leitet davon die Welt der Marke ab. Um dauerhaft Marken-Erlebniswelten aufzubauen bedarf es nach WEINBERG/DIEHL „den symbolischen Wert, den Mythos, der die Marke unverwechselbar macht und sie eindeutig in den Köpfen der Konsumenten verankert.“107 Neben Corporate Design und Corporate Communication nehmen hierbei in der äußersten Schicht des Modells auch Werte und Unternehmensphilosophien Einfluss auf die Erlebniswelt der Marke. Im folgenden werden ausgewählte Techniken und Instrumente des Erlebnismarketing vorgestellt, die nicht nur bei Markenprodukten, sondern auch im Dienstleistungs- und Investitionsgüterbereich zum Einsatz kommen können. Die dargestellte Vorgehensweise eignet sich dabei auch für Unternehmen, die das Erlebnis als eigenständiges Angebot betrachten. [...]

Arbeit zitieren:
Neumann, David Juni 2002: Erfolgsfaktoren des Erlebnismarketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Differenzierung, Kommunikation, Emotionen, Positionierung, Erlebnis

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