Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der CRM-Implementierung
Eine Metaanalyse empirischer Studien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ingo Beck
- Abgabedatum: April 2006
- Umfang: 140 Seiten
- Dateigröße: 996,8 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9727-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9727-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9727-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Beck, Ingo April 2006: Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der CRM-Implementierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Customer Relationship Management, Business Process Management, CRM-Strategie, CRM, Management
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Diplomarbeit von Ingo Beck
Problemstellung:
Die wachsende Anzahl an Publikationen auf dem Gebiet des CRM verdeutlicht, dass das Management von Kundenbeziehungen in den letzten Jahren sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis zunehmend Verbreitung findet.
Die veränderten Marktbedingungen und der rasante technologische Fortschritt haben bei den Unternehmen zu der Einsicht geführt, die Bedürfnisse ihrer Kunden besser verstehen zu müssen und die Kundenbeziehungen auf eine nach den Grundsätzen der Kundenorientierung angepasste Basis zu stellen. Denn Unternehmen, die konsequent die Kundenorientierung verbessern und es dadurch schaffen, dauerhafte Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen, können einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten erzielen.
So erhoffen sich viele Unternehmen, durch den Einsatz von CRM profitable Kunden gezielt und langfristig an das Unternehmen zu binden und auf diese Weise den Unternehmenserfolg nachhaltig zu steigern. Angesichts der mit dem CRM verbundenen Potenziale verwundert es nicht, dass Unternehmen mit jährlich stark steigenden Wachstumsraten in die Einführung von CRM-Systemen investieren. Trotz allem wird in den letzten Jahren mit Kritik und Skepsis beobachtet, dass CRM nicht zu den erhofften Erfolgen führt und die Umsetzung der angesprochenen Ziele in der Praxis große Probleme bereitet.
Umfragen vieler Forschungsinstitute und Branchenexperten zeigen, dass 55 Prozent aller CRM-Projekte keine signifikanten Erfolge aufweisen können. Auch eine Vielzahl von Artikeln bestätigt die Existenz erheblicher Schwierigkeiten bei der Einführung und Realisierung von CRM-Konzepten in Unternehmen. Rigby, Reichheld und Schefter untermauern die Kritik mit zum Teil erschreckenden Zahlen: Demnach steht CRM an drittletzter Stelle von 25 bedeutenden Management-Tools und 20 Prozent der 451 befragten Führungskräfte äußern rückblickend sogar: „CRM initiatives not only had failed to deliver growth but also had damaged long-standing customer relationships.“ In Anbetracht dieser hohen Fehlerquote bei der Umsetzung von CRM-Projekten stellt sich die Frage nach den Ursachen, welche die Erfolge einer CRM-Implementierung hinter den Erwartungen zurückbleiben lassen. Welche Voraussetzungen gilt es im Rahmen einer erfolgreichen Einführung von CRM zu erfüllen? Auf diese Frage soll die vorliegende Metaanalyse Antworten geben.
Gang der Untersuchung:
Bevor im Hauptteil der Arbeit der Grundrahmen für die Metaanalyse herausgearbeitet wird, und anschließend die Studienergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und Barrieren einer CRM-Implementierung präsentiert werden, soll im konzeptionellen Teil der Arbeit das CRM als ein umfassendes Konzept zur Verbesserung der Kundenorientierung eines Unternehmens vorgestellt werden. Dazu zeigt Kapitel 2.1 zunächst die begrifflichen Grundlagen des CRM auf, wobei unter anderem auf seine historische Entwicklung als Managementansatz eingegangen wird und dieser anschließend von anderen Ansätzen abgegrenzt und definiert wird.
Darauf aufbauend gilt es, die wichtigsten Ziele und Erfolgswirkungen des CRM sowie die für deren Umsetzung notwendigen CRM-Komponenten näher zu erläutern, ehe im letzten Abschnitt des Kapitels die daraus resultierenden Erkenntnisse zusammenfassend bewertet werden.
Auf Basis der theoretischen Grundlagen beschäftigt sich der zweite Teil der Arbeit mit der systematischen Analyse der einschlägigen empirischen Studien zu den Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der CRM-Implementierung, wobei zuerst ein genereller Überblick über die verschiedenen Charakteristika der quantitativen und qualitativen Untersuchungen, wie z.B. über Datenerfassungs- oder Auswertungsmethoden, gegeben wird. Hieran schließt sich die Vorstellung der den einzelnen Arbeiten zu Grunde liegenden theoretischen Überlegungen und Bezugsrahmen an, in der auch die unterschiedlichen Messansätze der Untersuchungen aufgezeigt werden.
Zur Klassifizierung der ermittelten Erfolgsfaktoren wird ein Modell skizziert, das die Einteilung der Faktoren in die Dimensionen „Strategie“, „Prozess“, „Organisation“, „Technologie“ und „Mitarbeiter“ ermöglicht.
Auf Grundlage dieses Modells gilt es in Kapitel 4, die Bedeutung der Erfolgsfaktoren und der einzelnen Dimensionen für eine erfolgreiche Implementierung herauszuarbeiten. Zu diesem Zweck werden die Ergebnisse zu den am häufigsten identifizierten Erfolgsfaktoren bzw. Barrieren innerhalb der Studien – systematisiert nach den zuvor genannten CRM-Dimensionen – umfangreich erörtert.
Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der empirischen Ergebnisse und zeigt die daraus resultierenden Implikationen für die Praxis auf.
Um darüber hinaus weitere Hinweise für eine erfolgreiche CRM-Implementierung zu erhalten, erfolgt ein Vergleich zwischen den in der Metaanalyse ermittelten Ergebnissen und den in der Literatur der Managementinformationsysteme identifizierten Erfolgsfaktoren zur Einführung von IT-Systemen. Außerdem werden mögliche inhaltliche sowie methodische Schwachstellen der Forschungsansätze analysiert und die Existenz zusätzlichen Forschungsbedarfs in diesem Themenfeld festgestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract | I | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Das Konzept des Customer Relationship Management | 4 |
| 2.1 | Begriffe und Grundlagen | 4 |
| 2.1.1 | Entwicklung des Customer Relationship Management | 4 |
| 2.1.1.1 | Vom transaktionsorientierten Marketing zum Beziehungsmarketing | 4 |
| 2.1.1.2 | Der Einfluss der Informationstechnologie auf das Relationship Marketing | 6 |
| 2.1.1.3 | Weiterentwicklung vom Informations- zum Wissensmanagement | 7 |
| 2.1.1.4 | Übergang vom Business Process- zum Customer Process-Management | 8 |
| 2.1.2 | Abgrenzung von anderen Konzepten | 10 |
| 2.1.3 | Definition und Ganzheitlichkeit des CRM | 12 |
| 2.2 | Ziele, Aufgaben und Komponenten des CRM | 15 |
| 2.2.1 | Strategische Zielsetzungen und Aufgaben | 15 |
| 2.2.1.1 | Profitabilität | 16 |
| 2.2.1.2 | Langfristigkeit | 19 |
| 2.2.1.3 | Differenzierung | 22 |
| 2.2.1.4 | Integration | 24 |
| 2.2.2 | Komponenten und Funktionen des CRM | 25 |
| 2.2.2.1 | Analytisches CRM | 26 |
| 2.2.2.2 | Operatives CRM | 27 |
| 2.2.2.3 | Kommunikatives CRM | 28 |
| 2.3 | Zusammenfassende Bewertung | 29 |
| 3. | Empirische Studien über Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der CRM-Implementierung | 31 |
| 3.1 | Identifikation der Studien | 31 |
| 3.2 | Charakteristika der empirischen Studien im Überblick | 33 |
| 3.2.1 | Untersuchungsland/-länder | 33 |
| 3.2.2 | Stichprobenumfang | 34 |
| 3.2.3 | Untersuchte Branche(n) | 34 |
| 3.2.4 | Unternehmensgröße | 35 |
| 3.2.5 | Datenerfassungsmethode | 36 |
| 3.2.6 | Methodisches Vorgehen | 36 |
| 3.3 | Zu Grunde liegende Theorien und Bezugsrahmen | 37 |
| 3.4 | Klassifizierung der Erfolgsfaktoren und Barrieren | 38 |
| 4. | Identifizierte Erfolgsfaktoren und Barrieren in den Studien | 40 |
| 4.1 | Strategiedimension | 41 |
| 4.1.1 | CRM-Strategie vor der Implementierung | 41 |
| 4.1.2 | Strategie der schrittweisen Einführung | 44 |
| 4.2 | Prozessdimension | 46 |
| 4.2.1 | Anpassung und Standardisierung der Prozesse | 46 |
| 4.2.2 | Informationsprozesse und Knowledgemanagement | 47 |
| 4.2.3 | Prozesscontrolling und -monitoring | 49 |
| 4.3 | Organisationsdimension | 51 |
| 4.3.1 | Top-Management Unterstützung | 51 |
| 4.3.2 | Kundenorientierte Ausrichtung der Organisation | 53 |
| 4.3.3 | Bereichsübergreifende Kommunikation und Koordination | 54 |
| 4.3.4 | Projektmanagement | 57 |
| 4.3.5 | Ausreichend vorhandene Unternehmensressourcen | 58 |
| 4.4 | Technologiedimension | 60 |
| 4.4.1 | Informationstechnologie | 60 |
| 4.4.2 | Auswahl und Integration der CRM-Software | 63 |
| 4.4.3 | Datenqualität | 65 |
| 4.5 | Mitarbeiterdimension | 66 |
| 4.5.1 | Technologieakzeptanz und Widerstand der Mitarbeiter | 66 |
| 4.5.2 | Adäquates Change Management | 70 |
| 4.5.2.1 | Frühzeitiger Einbezug und Berücksichtigung von Mitarbeiterbedürfnissen | 71 |
| 4.5.2.2 | Training und Ausbildung der Mitarbeiter | 72 |
| 4.5.2.3 | Anreizsysteme für Mitarbeiter | 74 |
| 5. | Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse | 77 |
| 5.1 | Vergleich mit Ergebnissen zu Managementinformationssystemen | 78 |
| 5.2 | Implikationen für die Praxis | 79 |
| 5.3 | Einschränkungen der Ergebnisse und weiterer Forschungsbedarf | 83 |
| Anhang | 92 | |
| Literaturverzeichnis | 133 | |
| Versicherung | 143 |
Von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Implementierung eines CRMSystems sind außerdem die Informationsprozesse innerhalb des Unternehmens und somit die Fähigkeiten, relevante Informationen zu identifizieren und so zu steuern, dass sie zielgerecht in den Geschäftsprozessen zur Verfügung gestellt, genutzt und weitergegeben werden können. Dieser Informationsfluss spiegelt dabei die tatsächlichen Geschäftsprozesse im Unternehmen wider und ist geeignet, die negativen Auswirkungen künstlich geschaffener Grenzen zwischen den unterschiedlichen Funktionsbereichen und Prozessen zu reduzieren.193 Jayachandran et al. können in ihrer Untersuchung belegen, dass die Implementierung adäquater „relational information processes“194 einen signifikant positiven Einfluss auf den Erfolg der CRM-Aktivitäten nach sich zieht. Des Weiteren eröffnet eine effektive Ausgestaltung der Informationsprozesse und deren Unterstützung durch Informationstechnologien nach Ansicht der Autoren dem Unternehmen die Möglichkeit, eine „customer relating capability“ und folglich einen strategischen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.195 Auch Campbell kann in seinem qualitativen Fallstudiendesign die hohe Bedeutung von Informationsprozessen für den Erfolg einer CRM-Initiative herausarbeiten. Insbesondere die Prozesse der Kundeninformationsgewinnung und der Datenauswertung sowie die Sicherstellung des Informationsflusses zwischen den einzelnen Bereichen und der unternehmensweite Zugriff auf die Daten stellten sich in der Studie als erfolgskritisch heraus.196 So kommentierte einer der befragten Manager in der Untersuchung: ‘‘… while our firm has been good at stockpiling ‘private content’ information about customers in data warehouses and using it for basic demographic and research purposes, we have largely failed to link this information in any meaningful way to their delivery channels where customer interaction and sales occur.’’197 In diesem Zusammenhang gelangen auch Massey, Montoya-Weiß und Holcom zu dem Ergebnis, dass das Wissensmanagement innerhalb des Unternehmens einen enormen Einfluss auf das Gelingen einer [...]
zu investieren, wenn die dahinter liegenden Prozesse nicht geeignet sind, die Kundenorientierung im Unternehmen umzusetzen.187 Vielmehr führt eine vorzeitige Implementierung der Informationssysteme wegen der fehlenden Standardisierung der Prozesse zu massiven Problemen bei der Systemintegration, die sich im weiteren Verlauf negativ auf die Projektdauer und die Mitarbeiterakzeptanz auswirken.188 So erkannten die Projektbeteiligen in der Fallstudie von Raman und Pashupati erst nach der Implementierung die Notwendigkeit eines BPR. Die damit einhergehende Anpassung an die neu definierten Prozesse zog kosten- und zeitintensive Nachbesserungen an der CRMLösung nach sich.189 Im Gegensatz dazu haben die ausgewählten Best-Practice Unternehmen in der Studie von Reinecke, Köhler und Roos ihre CRM-Prozesse an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet, umfassend definiert, dokumentiert und mit hohen Qualitätsstandards versehen. Abgesehen davon überprüfen diese Unternehmen ihre Prozesse regelmäßig auf Kundenakzeptanz und binden sie in einen systematischen und kontinuierlichen Verbesserungsprozess ein.190 Diese Notwendigkeit einer kontinuierlichen Verbesserung und Überprüfung der CRMProzesse wird in den von Reinartz und Chugh durchgeführten Interviews nochmals bestätigt.191 Zudem können Roh, Ahn und Han im Rahmen ihrer Untersuchung eine signifikant positive Beziehung zwischen dem „process fit“ und der Effizienz sowie Effektivität („profitability“) einer CRM-Initiative nachweisen. Die Studie zeigt, dass Unternehmen, die ihre Unternehmensprozesse im Einklang mit den Anforderungen eines CRM-Systems ausrichten, ihre Arbeitsabläufe in Bezug auf die drei Größen Zeit, Qualität und Kosten effizienter abwickeln und auch bei der Neukundengewinnung, Kundenrückgewinnung und Kundenbindung bessere Ergebnisse erzielen.192 [...]
vernünftiger sei, das Risiko eines Projektabbruches angesichts der hohen Erwartungen des Top-Managements in Bezug auf einen schnellen ROI und dem damit verbundenen Vertrauensverlust bei einem Verfehlen dieses Ziels zu hoch erscheint.183 Auf dieser Grundlage kann ein kleiner dimensioniertes CRM-Projekt als „Sprungbrett“ für eine unternehmensweite Implementierung dienen und die Basis für ambitioniertere Projekte bereitstellen.184 Für die Einführung eines CRMSystems sollten daher die erfolgsversprechendsten Funktionalitäten ausgewählt werden, die eine Realisierung von „quick wins“ ermöglichen und den Erfolg nicht durch Überkomplexität oder zu großen Aufwand gefährden. Dies erhöht die Motivation der Mitarbeiter zur Nutzung des Systems und erleichtert eine unternehmensweite Einführung sowie den weiteren Ausbau des Systems durch zusätzliche CRM-Komponenten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497279
Arbeit zitieren:
Beck, Ingo April 2006: Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der CRM-Implementierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Customer Relationship Management, Business Process Management, CRM-Strategie, CRM, Management



