Erfolgsfaktoren von Ballungsraum-Fernsehen
Analyse und empirische Reflexion am Beispiel des Senders Telemadrid
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rudolph Koch
- Abgabedatum: Oktober 2003
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 532,5 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8319-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8319-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8319-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Koch, Rudolph Oktober 2003: Erfolgsfaktoren von Ballungsraum-Fernsehen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lokalfernsehen, Regionalfernsehen, Stadtfernsehen, Ballunsraumsender, City
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Diplomarbeit von Rudolph Koch
Einleitung:
Durch Ballungsraumfernsehen hat sich für viele TV-Sender die Möglichkeit ergeben, einen neuen Markt zu erschließen und daher mit den Einwohnern dieses Ballungsraumes eine neue Zielgruppe zu finden. Diesen Einwohnern eines wirtschaftlich, politisch, soziologisch und kulturell zusammenhängenden Gebietes wird ein eigenes Programm angeboten, welches speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dadurch soll vor allem ihrem Verlangen nach Lokalität – also der lokalen Ausrichtung der Fernsehinhalte – Rechnung getragen werden, wozu kaum ein nationaler Sender in der Lage ist.
Trotz des Interesses an Ballungsraumfernsehen und auch der Erfolge des lokalen Hörfunks gelang es bisher kaum einem Ballungsraumsender, rentabel zu sein. Auch Experten zweifeln an der Rentabilität von Ballungsraumfernsehen und warnen vor den hohen wirtschaftlichen Risiken, die sich dadurch ergeben. Eine Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) aus dem Jahre 2000 kam zu dem Ergebnis, dass die Gruppe der deutschen Ballungsraumsender mit einem Kostendeckungsgrad von 38 Prozent das schlechteste Ergebnis aller TVAnbietertypen erreichte (vgl. Görl, 2002). Dennoch gibt es einige Ballungsraumsender – z.B. Telemadrid –, die trotz der oben genannten Zweifel und Warnungen rentabel sind.
Warum sind also einige Sender erfolgreich und andere wiederum nicht? Was sind die speziellen Erfolgsfaktoren der erfolgreichen Sender und welche Strategien haben sie?
Die vorliegende Arbeit beschreibt aus betriebswirtschaftlicher Sicht, welche Chancen und Risiken sich für Ballungsraumsender ergeben, welche möglichen Strategien sie verfolgen sollen und vor allem wo die Erfolgsfaktoren liegen. Des Weiteren wird dererfolgreiche Ballungsraumsender Telemadrid untersucht, seine relevanten Erfolgsfaktoren und -strategien werden identifiziert.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit ist in fünf Hauptteile untergliedert. Kapitel 1 leitet die Arbeit ein. Hier wird die Problemstellung und die Zielsetzung der Arbeit erläutert sowie der Aufbau, die methodische Vorgehensweise und die Abgrenzung der Arbeit beschrieben.
Kapitel 2 beschreibt die Grundzüge der Fernsehökonomie, stellt die Besonderheiten im werbefinanzierten Fernsehen dar und definiert den Begriff des Ballungsraumfernsehens.
Kapitel 3 behandelt die Erfolgsfaktoren, die für einen Ballungsraumsender im Allgemeinen gelten. Hierbei wird im Besonderen auf die Bereiche Positionierung, Content, Rezipienten, Werbekunden sowie Finanzierung eingegangen und versucht, die Erfolgstreiber dieser einzelnen Bereiche zu untersuchen und deren Interdependenzen zu erklären. Der Bereich Positionierung beschreibt die Möglichkeiten, die ein Metropolensender hat, sich im TV-Markt optimal zu positionieren und sich gegenüber anderen Sendern zu differenzieren. Der Bereich Content untersucht jene Faktoren, die relevant sind, um ein attraktives Programm zu senden, das von den Zusehern akzeptiert wird, und somit eine hohe Zuschauerleistung zu erzielen. Im Bereich Rezipienten werden Strategien dargestellt, die – neben attraktivem Content – nötig sind, um eine größtmögliche Anzahl von Zusehern zu erreichen. Der Bereich Werbekunden beschreibt, wie ein Ballungsraumsender eine größtmögliche Anzahl von Werbekunden gewinnt und seine erzielte Zuschauerleistung effizient an diese Werbekunden weiterverkaufen kann. Anschließend werden im Bereich Finanzierung die Erlösmöglichkeiten dargestellt, die für einen werbefinanzierten Ballungsraumsender in Frage kommen, wobei hier nicht nur auf Erlöse aus dem Werbungsverkauf, sondern auch auf weitere – von der Werbung unabhängige – Einnahmequellen eingegangen wird. AlsGrundlage für die Untersuchung dieser einzelnen Bereiche gelten Erkenntnisse der Fernsehökonomie, die in der Literatur vorherrschen. Da es über den Bereich Ballungsraumfernsehen jedoch kaum Literatur gibt, werden auch viele Fakten aus dem Lokal- bzw. Regionalfernsehen übernommen und in Analogie auf das Ballungsraumfernsehen angewendet.
Im Kapitel 4 wird der Ballungsraumsender Telemadrid untersucht. Telemadrid ist einer der wenigen Ballungsraumsender, dem es gelungen ist, sowohl am Rezipientenmarkt als auch finanziell erfolgreich zu sein. Im Zuge einer genauen Analyse des Senders werden seine wesentlichen Erfolgsfaktoren herausgearbeitet und präsentiert. Grundlage für die Analyse waren ausführliche Untersuchungen des Senders, seines Programms, seines Ausstrahlungsgebietes, seiner finanziellen Kennzahlen usw.
Schließlich folgt im Kapitel 5 eine Conclusio, welche die wichtigsten identifizierten Erfolgsfaktoren nochmals kurz zusammenfasst und mögliche Strategien für bestehende aber auch für neu zu gründende Ballungsraumsender beschreibt.
Die Fernsehbranche ist ein System von höchster Komplexität, einerseits wegen der Dualität der Märkte (d.h. dass TV-Sender ihre Dienstleistungen simultan für zwei Abnehmer, nämlich Rezipienten und Werbekunden, erbringen müssen) und der daraus resultierenden starken Interdependenzen und komplexen Interaktion zwischen Rezipienten und Werbekunden, andererseits wegen der Faktoren, die außerhalb des Einflussbereiches von TV-Sendern liegen, wie Sehgewohnheiten, Konkurrenz, Substitution durch andere Medien.
Es gibt kein einheitliches Erfolgsrezept für das rentable Führen eines werbefinanzierten Fernsehsenders. Vielmehr spielen zahlreiche Faktoren eine wichtige Rolle und nur deren erfolgreiches Zusammenspiel garantiert einen Erfolg. Die besten Einschaltquoten führen zu Verlusten, wenn diese Quoten nicht richtig vermarktet werden. Aber auch die beste Vermarktung bringt keinen nachhaltigen Erfolg, wenn man den Rezipientenmarkt nicht genügend befriedigen kann. Alle erfolgsrelevanten Faktoren in der vorliegenden Diplomarbeit zu bearbeiten, würde deren Rahmen sprengen. Aus diesem Grunde wird der Fokus nur auf jene Faktoren gerichtet, die vor allem für einen werbefinanzierten Ballungsraumfernsehsender relevant sind, wobei hier von einem Sender ausgegangen wird, der ein Vollprogramm sendet.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung und Darstellung der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Aufbau und methodische Vorgehensweise | 2 |
| 1.3 | Abgrenzung und Fokus der Arbeit | 3 |
| 2. | Ballungsraumfernsehen | 5 |
| 2.1 | Definition | 5 |
| 2.2 | Werbefinanziertes Fernsehen | 5 |
| 3. | Erfolgsfaktoren | 8 |
| 3.1 | Positionierung | 14 |
| 3.2 | Content | 16 |
| 3.2.1 | Programmplanung | 18 |
| 3.2.2 | Programmqualität | 26 |
| 3.2.2.1 | Vielfalt und Professionalität | 28 |
| 3.2.2.2 | Lokalität | 29 |
| 3.2.2.3 | Informationsquellen | 31 |
| 3.2.2.4 | Moderatoren und Schauspieler | 32 |
| 3.2.2.5 | Programminnovation | 34 |
| 3.2.3 | Sendestruktur | 35 |
| 3.2.3.1 | Sendezeit | 37 |
| 3.2.3.2 | Wiederholungen | 37 |
| 3.2.3.3 | Taktische Programmierung | 39 |
| 3.2.4 | Programmbeschaffung | 42 |
| 3.3 | Rezipienten | 46 |
| 3.3.1 | Distributionspolitik | 47 |
| 3.3.2 | Kommunikationspolitik | 50 |
| 3.3.2.1 | On-Air-Promotion | 55 |
| 3.3.2.2 | Off-Air-Promotion | 57 |
| 3.3.2.2.1 | Verkaufsförderung | 58 |
| 3.3.2.2.2 | Öffentlichkeitsarbeit | 59 |
| 3.3.2.2.3 | Online Services | 60 |
| 3.3.3 | Diversifikationspolitik | 62 |
| 3.4 | Werbekunden | 63 |
| 3.4.1 | Werbepotenzialausschöpfung | 65 |
| 3.4.1.1 | Programmpolitik | 66 |
| 3.4.1.2 | Sendermarketing | 67 |
| 3.4.1.3 | Akquisitionsleistung | 67 |
| 3.4.1.4 | Nachweis der Werbeleistung | 68 |
| 3.5 | Finanzierung | 69 |
| 3.5.1 | Werbefinanzierung | 70 |
| 3.5.1.1 | Spotwerbung | 74 |
| 3.5.1.2 | Sponsoring | 74 |
| 3.5.1.3 | Bartering | 76 |
| 3.5.1.4 | Product Placement | 78 |
| 3.5.1.5 | Teleshopping | 79 |
| 3.5.2 | Kommunikationsdienste | 80 |
| 3.5.3 | Sonstige Finanzierungsformen | 81 |
| 3.5.3.1 | Licensing und Merchandising | 81 |
| 3.5.3.2 | Subventionen | 82 |
| 4. | Der Erfolg von Telemadrid | 84 |
| 4.1 | Einleitung | 85 |
| 4.1.1 | Der spanische Fernsehmarkt | 85 |
| 4.1.2 | Telemadrid | 87 |
| 4.2 | Kennzahlen | 88 |
| 4.2.1 | Der Marktanteil von Telemadrid | 88 |
| 4.2.2 | Der wirtschaftliche Erfolg von Telemadrid | 89 |
| 4.3 | Erfolgsfaktoren | 90 |
| 4.3.1 | Positionierung | 92 |
| 4.3.2 | Programm | 93 |
| 4.3.3 | Sendegebiet | 96 |
| 4.3.4 | Vermarktung & Werbung | 98 |
| 4.3.5 | Diversifikation | 100 |
| 4.3.6 | Subventionen | 101 |
| 4.4 | Zukünftige Strategie | 102 |
| 5. | Conclusio | 103 |
| Quellenverzeichnis | 105 |
Zu den Maßnahmen der Verkaufsförderung zählen Aktivitäten, mit denen die Aufmerksamkeit der Zuseher durch zusätzliche außergewöhnliche Reize gesteigert werden soll, um sie zur Nutzung des Fernsehprogramms oder einzelner Sendungen zu motivieren. Zu diesen fernsehspezifischen Verkaufsförderungsaktivitäten zählen unter anderem Selbstpräsentationen vor Ort (z.B. bei Stadtfesten und diversen Veranstaltungen wie Messen), Gewinnspiele sowie Zuschauerwettbewerbe. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Rahmen der Verkaufsförderung sind Serviceleistungen für die Seher. Durch diese Serviceleistungen soll es den Zuschauern ermöglicht werden, Informationen über einzelne Sendungen bzw. das gesamte Programmangebot abzufragen oder z.B. in Fragestunden mit Programmverantwortlichen sowie mit prominenten Schauspielern und Moderatoren in Kontakt zu treten. Des Weiteren soll dem Publikum die Möglichkeit geboten werden, bei Tagen der offenen Tür Wissenswertes über den Ballungsraumsender zu erfahren und Sendungen mit Zuschauerbeteiligung beizuwohnen. Diese Serviceleistungen ergänzen die [...]
Auch die Werbung spielt in der Programmplanung eines TV-Senders eine wichtige Rolle. Der Verkauf von Sendezeit an die werbetreibende Wirtschaft stellt die Hauptfinanzierungsquelle für die meisten privaten TV-Sender dar. Deshalb muss der Werbung bei der Erstellung der Programmplanung eine wesentliche Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wie in den Rahmenbedingungen am Beginn dieses Kapitels beschrieben, ist die TV-Werbung in vielen Ländern gesetzlich geregelt und somit sind den TV-Sendern in diesen Ländern bei der Programmplanung von Werbung zahlreiche Einschränkungen vorgegeben. So existieren z.B. gesetzliche Vorschriften über den Anteil der Werbung am Gesamtprogramm (dieser Anteil beträgt z.B. in Österreich und in Deutschland 20 %) oder Werbeverbote für gewisse [...]
Ballungsraum begrenzt ist. Ein Problem, das sich im Zuge der Ausstrahlung von Programmen mit nationalem bzw. internationalem Charakter ergibt, ist die Tatsache, dass der Ballungsraumfernsehsender – wie bereits erwähnt – dadurch seine lokale Identität verliert. Deswegen sollte sich der Sender voll auf seine Stärken und Wettbewerbsvorteile konzentrieren – eben seine Kompetenzen in der Berichterstattung im urbanen Gebiet – und seinen Programmschwerpunkt auf die oben beschriebenen Genres legen. Hier sind speziell Nachrichten von wesentlicher Bedeutung. Obwohl sie – wie oben beschrieben – oft sogar negative Deckungsbeiträge bringen, sind sie dennoch vor allem für einen Ballungsraumfernsehsender unerlässlich. Neben dem bereits erwähnten hohen Einflussfaktor auf das Image haben sie auch eine wesentliche [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832483197
Arbeit zitieren:
Koch, Rudolph Oktober 2003: Erfolgsfaktoren von Ballungsraum-Fernsehen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Lokalfernsehen, Regionalfernsehen, Stadtfernsehen, Ballunsraumsender, City



