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Erfolgsfaktor Immobilienmarketing

Eine Zusatzqualifikation für Architekten

Erfolgsfaktor Immobilienmarketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sophie Bruss, Sandra Quade
  • Abgabedatum: September 2006
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 2,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: HCU HafenCity Universität Hamburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 91
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1727-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sophie Bruss, Sandra Quade September 2006: Erfolgsfaktor Immobilienmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Immobilie, Immobilienmarketing, Marktanalyse, Konkurrenzanalyse, Standortanalyse

Diplomarbeit von Sophie Bruss, Sandra Quade

Einleitung:

Da sich nahezu jedes nicht öffentliche Architekturprojekt am Markt behaupten muss, sollte ein professionelles Immobilienmarketing den gesamten Lebenszyklus eines Projektes begleiten. Das Immobilienmarketing wird häufig lediglich als ein Instrument, das kurzfristig zu Vermarktungserfolgen verhelfen soll, (miss)verstanden. Es muss jedoch in einem ganzheitlichen Prozess gesehen werden, bei dem es bereits mit den ersten Ideen zum Projekt beginnt. Das Marketing in der Immobilienwirtschaft ist sowohl im Architekturstudium als auch in der Praxis bei Anbietern von Planungsleistungen und Projekten häufig noch ein ungewohntes und zu wenig beachtetes Gebiet. Dabei handelt es sich beim Immobilienmarketing um eine Zusatzqualifikation, denn eine Projektqualität an sich bedeutet nicht automatisch Erfolg am Markt. Ohne ein professionelles Immobilienmarketing können Vorteile und Alleinstellungsmerkmale eines Projektes den potentiellen Zielgruppen nicht vermittelt werden.

Die Nutzer und Halter, die zunehmend kritischer, anspruchsvoller und preisbewusster werden, sind ebenso wie die Konkurrenzsituation und die sich ständig wandelnden Anforderungen und Trends zu berücksichtigen. Wollen Architekten und Projektentwickler erfolgreich sein, müssen sie die Veränderungen und neuen Anforderungen am Markt reflektieren und danach ihre Leistungsfähigkeit ausrichten.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung I
Zur Notwendigkeit des Immobilienmarketings 5
Aufbau und Ziele 5
Grundlagen
Definition des Immobilienmarketings 7
Begriffserläuterungen 11
Rechtsordnung 17
Kreislauf: Immobilienmarketing im Prozess der Architekturkonzeption 21
Die globalen Unternehmensziele 25
Research
Grundlagen: Primär- und Sekundärforschung 27
Marktanalyse 31
Konkurrenzanalyse 33
Standortanalyse 37
Zielgruppenanalyse 39
Marketingziele und –strategien
Begriffserläuterungen 43
Formulierung der Marketingziele 44
Formulierung der Marketingstrategie 45
Mögliche Marketingstrategien: Differenzierung, Positionierung 45
Entwurfskonzeption
Merkmale eines erfolgreich vermarktbaren Entwurfs 49
Wohnungstypen 54
Marketing-Mix
Grundlagen: Was ist der Marketing-Mix? 57
Markenpolitik 59
Servicepolitik 65
Preispolitik 67
Distributionspolitik 73
Kommunikationspolitik
Begriffserläuterungen 77
Die Bedeutung der Kommunikationspolitik 81
Die Schritte der Kommunikationspolitik 85
Die Kommunikationsmaßnahmen im Überblick 97
Klassische Werbung 101
Direkt-Marketing 105
Eventmarketing 109
Baustellenmarketing 111
Internetmarketing 115
Öffentlichkeitsarbeit (PR) 117
Verkaufsfördernde Maßnahmen 121
Anhang
Abbildungsverzeichnis 131
Literaturverzeichnis 134
Einleitung II
Gewählte Schwerpunkte 4
Architektur trotz Realität 4
Grundlagen
Das Grundstück: Lage, Luftbild, Lageplan 5
Vorstellung des Grundstücks 8
Momentane Bebauung 10
Nachbarbebauung 11
Research
Marktanalyse: Einleitung 12
Kriterien und Qualitäten des innerstädtischen Wohnens 12
Haushalte und Abwanderungen 13
Gesamtwirtschaftliche Lage 16
Trends 17
Gegenwärtiger und zukünftiger Markt 18
Kosten: Kaufpreis und Mobilitätskosten 20
Konkurrenzanalyse: Einleitung 24
Vorangestelltes Fazit 24
Neubauprojekte im Bezirk Altona 25
Projekt „Schillerstraße“ 27
Projekt „Stresemannterrassen“ 29
Projekt „Westend Living“ 31
Projekt „Kühnehöfe“ 33
Projekt „Bahrenfelder Straße“ 35
Fazit 36
Standortanalyse: Einleitung 37
Makrostandort 37
Mikrostandort - Altona-Nord 39
Mikrostandort - Ottensen 41
Mikrostandort - Bahrenfeld 44
Städtebauliche Situation 50
Verkehrsanbindung vom Grundstück 52
Infrastruktur in unmittelbarer Umgebung 53
Entfernungen und Kurzbeschreibung der infrastrukturellen Einrichtungen 54
Zielgruppenanalyse: Einleitung 60
Senioren 60
Familien 64
Singles 69
Paare 72
Zielmarkt auswählen 75
Marketingziele und –strategien
Formulierung der Marketingziele 76
Formulierung der Marketingstrategie
Differenzierung über die Architektur 76
Differenzierung über das Markenimage 76
Differenzierung über die Kommunikation 77
Entwurfskonzeption
Kundenorientierte Planung 79
Städtebauliche Vorüberlegungen 81
Die drei städtebaulichen Varianten 84
Der Entwurf: Perspektiven, Grundrisse 87
Marketing-Mix: Kommunikationspolitik
Klassische Werbung 96
Direktmarketing 97
Baustellenmarketing 98
Internetmarketing 98
Anhang
Abbildungsverzeichnis 99
Literaturverzeichnis 108

Textprobe:

Markenpolitik:

Die meisten Immobilien werden häufig noch als „No-Name-Immobilien“ vermarktet. Bei der Vermarktung werden solche Immobilien dann schwammig und ohne jeden Wiedererkennungswert lediglich nach ihrer Nutzung beschrieben (z.B. Verkauf einer Eigentumswohnung). Immobilien können aber erst vom Nutzer richtig wahrgenommen und erfolgreich am Markt platziert werden, wenn sie als Marke kommuniziert werden. Auch Herr Abend von der Behrendt Wohnungsbau GmbH sieht in einer frühzeitigen Markenbildung einen Erfolgsfaktor. „Das Kind muss einen Namen haben.“ Denn die Marke gibt Orientierungshilfe im diffusen und unübersichtlichen Angebot und repräsentiert spezielle Inhalte und Qualitäten der Immobilie.

Ziel der Markenpolitik ist es demnach, die Abgrenzung zur Konkurrenz, die Bekanntmachung und die frühzeitige Positionierung der Immobilie am Markt. Über eine Marke kann ein Kundenvertrauen aufgebaut werden, das letztlich wichtig für eine Kaufentscheidung ist. Alle Kommunikationsmaßnahmen (z.B. Anzeige, Homepage, Bauschild usw.) müssen im Hinblick auf die Marke koordiniert und abgestimmt werden, damit eine Markenidentität fest in den Köpfen verankert wird.

Zusammenfassend erfüllt die Marke für den Kunden folgende Funktionen:

- Erleichterung der Identifikation.

- Orientierungshilfe.

- Vertrauen.

- Abhebung von der Konkurrenz.

- Gefühl von Kompetenz und Sicherheit.

- Qualitätsvermutung.

- Image und Prestige.

- Ermöglicht eine emotionale Vorstellungskraft.

Welche Kraft die Marke hat, zeigt ein Beispiel aus der Automobilbranche: Die Automodelle VW Sharan, Ford Galaxy und Seat Alhambra sind technisch absolut baugleich. Sie unterscheiden sich lediglich durch den Preis und eben durch die Marke, dem „Logo“ an der Kühlerhaube und dem Image, das sie durch die Marke genießen. Und obwohl der VW Sharan das teuerste der drei Autos ist, steht es bei den Käufern an erster Stelle.

Die Marke wird durch das Logo (Markenzeichen), den Marken-Namen und einen Slogan nach außen kommuniziert und ist eine wichtige Werbemaßnahme, um beim Kunden einen Wiedererkennungswert und eine Gedächtnisstütze zu schaffen. Dabei sollte darauf geachtet werden, den einzigartigen, unverwechselbaren Produktvorteil bzw. das Besondere der Immobilie herauszuarbeiten und hervorzuheben (USP).

Der Name:

Die eindeutige Bezeichnung einer Immobilie ist beim Marketing unverzichtbar. Der gute Name schafft Identität und Individualität, er ruft Empfindungen hervor, transportiert Bedeutungen und weckt Aufmerksamkeit. Der Marken-Name sollte einen Bezug zum Projekt/ Projektumfeld haben oder zum Konzept der Immobilie passen und nicht nur der reinen Fantasie entspringen.

Ein guter Name sollte in Anlehnung an A. Lienig folgende Punkte erfüllen:

- Schnell einprägsam.

- Originell und einfallsreich.

- Gut aussprechbar.

- Gut merkbar.

- Schutzfähig (patentierbar).

- Langfristig einsetzbar.

- Juristisch einwandfrei.

Man unterscheidet generell zwischen drei Namenstypen, dem beschreibenden Namen, dem assoziativen Namen und dem Kunstnamen, die im Folgenden erläutert werden.

Der beschreibende Name Dieser Namenstyp wird in der Praxis häufig verwendet, da er mit wenig Aufwand und Mühe verbunden ist. Häufig wird die Nutzung des Objektes mit einer entsprechenden Standortbezeichnung verwendet, es entstehen Namen wie: „Wohnen in der Schillerstraße“ oder „Wohnpark Potsdam“.

Solche Bezeichnungen rufen wenig Wiedererkennung hervor, sind beliebig austauschbar und weder einfallsreich noch einzigartig.

Assoziative Namen:

Dieser Namenstyp lässt Bilder im Kopf des Interessenten entstehen und unterstützt ein bestimmtes Image. Assoziationen können mit der Architektur, einer besonderen Umgebung oder mit sonstigen Merkmalen der Immobilie geweckt werden. Beispiele hierfür sind: „Lutherhof“, „Sophiengarten“, „Grand Bateau“. Assoziative Namen sollten beim Patentamt gemeldet werden, um sich unter anderem vor ähnlich klingenden Bezeichnungen möglicher Wettbewerber zu schützen.

Kunstnamen:

Kunstnamen wirken überwiegend durch ihren Klang und haben oft etwas Geheimnisvolles an sich. Dadurch wird Neugier und Interesse geweckt und ein hoher Wiedererkennungswert geschaffen. Sie entspringen der menschlichen Fantasie, sind neuartig, originell und patentierbar. Problematisch bei einem Kunstnamen ist es, stichhaltige Argumente zu finden, die für oder gegen den Namen sprechen, da es sich hier hauptsächlich um Fragen des Geschmackes handelt. Ein Beispiel für eine Namensschöpfung: Condominium (ein Wohnprojekt in der Seilerstraße, Hamburg).

Um einen perfekten Namen zu finden, sollte man sich eventuell für eine Mischform der Namenstypen entscheiden und sich hierfür die Vorzüge der einzelnen Typen heraussuchen und versuchen, diese umzusetzen. Eine originelle Idee zu finden, ist nicht einfach. Am besten man setzt sich mit vielen verschiedenen Menschen an einen Tisch und jeder schreibt all seine Einfälle auf. Die verrücktesten Ideen sind erlaubt, denn daraus entstehen häufig die besten Namen. Allerdings sollte man sicher gehen, dass man sich nicht einen bereits geschützten Namen ausgedacht hat. Erste Kontrolle bietet hier das Internet.

Bei der Wahl des Namens sollte auch immer auf die Gegebenheiten und Vorteile des Projektes geachtet werden. Bei einem Projekt zum Beispiel, das an einem Standort gebaut wird, der ein gutes Image genießt und mit dem die Menschen gleich etwas Positives assoziieren, ist es durchaus sinnvoll, den Standort im Namen zu erwähnen. Ein Beispiel stellt die Elbchaussee dar. Hier werden Assoziationen wie Elbstrände, Spaziergänge, weiter Blick über Wasser, reiche Gegend sowie Villenbauten hervorgerufen. Diese positiven Assoziationen werden auch auf das Projekt übertragen und sollten somit auch für Werbemaßnahmen genutzt werden.

Arbeit zitieren:
Sophie Bruss, Sandra Quade September 2006: Erfolgsfaktor Immobilienmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Immobilie, Immobilienmarketing, Marktanalyse, Konkurrenzanalyse, Standortanalyse

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