Erfolgs- und Mißerfolgsfaktoren von Unternehmungsgründungen während der Konsolidierungsphase
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Antje Peters
- Abgabedatum: Juli 2000
- Umfang: 75 Seiten
- Dateigröße: 793,7 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2718-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2718-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2718-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Peters, Antje Juli 2000: Erfolgs- und Mißerfolgsfaktoren von Unternehmungsgründungen während der Konsolidierungsphase, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Konsolidierung, Unternehmensgründung, Erfolgsfaktor, KMK, Mittelstand
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Diplomarbeit von Antje Peters
Einleitung:
Kenntnis über Faktoren, die erfolgreiches unternehmerisches Handeln sichern oder Misserfolge begünstigen, ist die Voraussetzung dafür, diese verstärkt einsetzen und nutzen und auch vermeiden und bekämpfen zu können. In der betriebswirtschaftlichen Forschung kommt dem Bereich der Erfolgsfaktoren daher besondere Bedeutung zu, in der Praxis werden deshalb häufig erfolgreiche Unternehmer befragt, womit der positive Entwicklungsverlauf ihrer Unternehmung begründet werden kann. Ziel ist es sowohl einen umfassenden theoretischen Erklärungsansatz für des Phänomen Erfolg zu finden als auch Ratschläge zur erfolgreichen Unternehmungsführung zu erhalten, um dadurch von den Erfahrungen anderer zu lernen und eigene Fehler zu vermeiden. Ein Patentrezept, das für jede Unternehmung Gültigkeit besitzt, erscheint jedoch nur in einer ersten Überlegung erstrebenswert und entsteht aus dem Wunsch nach Steuer- und Kontrollierbarkeit.
Die bisherige Dauer und der Umfang der Forschungsarbeit auf diesem Gebiet sowie die daraus resultierenden Erkenntnisse verdeutlichen jedoch, dass es hauptsächlich darum geht, für eine Unternehmung spezifische erfolgsrelevante Faktoren zu identifizieren, entsprechend zu gestalten und dadurch nutzbringend für die Unternehmung einzusetzen. Insbesondere in der Gründungs- und Konsolidierungsphase ist die Auseinandersetzung mit kritischen Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren von großer Bedeutung, weil deren Auswirkungen in dieser Zeit oft überproportionales Ausmaß haben. Frühzeitig erkannte unternehmungsspezifische Faktoren, die den Erfolg positiv beeinflussen, können zu überdurchschnittlichen Gewinnen führen, wogegen nicht oder zu spät erkannte Misserfolgsfaktoren in nur kurzer Zeit Insolvenz zur Folge haben können.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, in einem ersten Kapitel aufbauend auf theoretische Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Managementanforderungen an Unternehmungsgründer herauszuarbeiten und das Management junger Unternehmungen, während der Gründung und Konsolidierung ganzheitlich darzustellen. Diese Betrachtungsweise gewählt wurde, weil die Möglichkeiten den Unternehmungserfolg durch professionelles Management zu beeinflussen in neugegründeten und jungen Unternehmungen vielfach unterschätzt wird. Doch gerade während der Gründung und Konsolidierung bilden neben operativen Aspekten auch normative und strategische Elemente des Management die Basis der weiteren Unternehmungsentwicklung.
In einem zweiten Kapitel werden Ergebnisse des PIMS-Programms zum Einfluss quantitativer Größen sowie Resultate der Untersuchung von Peters/Waterman zu Auswirkungen qualitativen Aspekte auf den Erfolg, vorgestellt. Ausgehend davon wird deren Gültig und Nutzbarkeit für neugegründete und junge Unternehmungen untersucht und eine Einordnung in die verschiedenen, zuvor beschriebenen Ebenen des Management vorgenommen, um alle relevanten Faktoren in einen ganzheitlichen Rahmen zu bringen.
Vor dem Hintergrund, dass klassische Wissenschaften immer häufiger auf Grenzen bei der Erklärung ökonomischer Beziehungen treffen, werden in einem dritten Kapitel Ergebnisse der Chaosforschung aufgegriffen, da die dort verwendeten Lösungsansätze für das Verständnis komplexer, ökonomischer Zusammenhänge ebenfalls geeignet erscheinen. Dadurch soll auf mögliche Entwicklungen hingewiesen werden und zuvor genannte Faktoren zur Beeinflussung der Erfolges um die Notwendigkeit verschiedene Sichtweisen und neue Wege zu akzeptieren, ergänzt werden.
Grundsätzlich geht es darum die bisheriger Erkenntnisse der Erfolgsfaktorenforschung auf Jungunternehmungen zu übertragen und jungen Unternehmern sowohl theoretisches Wissen der Managementlehre näher zu bringen als auch zu dessen Übertragung auf praktische Probleme bei der Gründung und Konsolidierung ihrer Unternehmung beizutragen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Vorwort | 1 |
| 2. | Themenstellung und Grundlagen zur deren Bearbeitung | 2 |
| 2.1 | Bedeutung von Unternehmungsgründungen für die Wirtschaft | 2 |
| 2.2 | Managementanforderungen an Unternehmungsgründer | 5 |
| 2.3 | Ganzheitliche Betrachtung des Management in neugegründeten Unternehmungen | 10 |
| 2.3.1 | Unternehmungsentwicklung | 10 |
| 2.3.2 | Normatives Management | 15 |
| 2.3.3 | Strategisches Management | 18 |
| 2.3.4 | Operatives Management | 23 |
| 3. | Signifikante Faktoren zur Beeinflussung des Erfolgsausmaßes während der Gründungs- und Konsolidierungsphase | 26 |
| 3.1 | Indikatoren für erfolgreiches unternehmerisches Handeln | 26 |
| 3.1.1 | Auswirkungen quantitativer Kenngrößen auf den Erfolg | 28 |
| 3.1.1.1 | PIMS-Programm | 28 |
| 3.1.1.2 | Erfolgsrechnungen mittelständischer Unternehmungen | 33 |
| 3.1.2 | Auswirkungen qualitativer Komponenten auf den Erfolg | 35 |
| 3.2.2.1 | Merkmale innovativer Unternehmungen nach Peters/Waterman | 35 |
| 3.2.2.2 | Weitere qualitative Aspekte in bezug auf neugegründete Unternehmungen | 38 |
| 3.1.3 | Auswirkungen gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen auf den Erfolg mittelständischer Unternehmungen | 47 |
| 3.2 | Anwendung von Erkenntnissen der Erfolgsfaktorenforschung bei der Unternehmungsgründung und -konsolidierung | 52 |
| 4. | Ausblick | 56 |
| Literaturverzeichnis |
schen den Kennzahlen und weniger nach individuellen Daten. Dazu liefert die PIMS-Datenbank eine weite Palette an Analysen, die sich zur Überprüfung der Gesamtstrategie und des erwarteten Return on Investment eignen. Zu ihren Schwächen zählt dagegen, daß sie für die Analyse kleiner und mittlerer Unternehmungen nicht geeignet ist. Für die Durchführung der Analysen ist neben einer großen Menge an Inputdaten, über die diese häufig nicht verfügen, auch die Mitarbeit und Beratung der PIMS-Mitarbeiter erforderlich, deren Kosten für kleine Unternehmungen ausschließende Wirkung haben. Weiterhin errechnet das PIMS Programm den optimalen Return on Investment als Maß für den Erfolg und befürwortet eine hohe Investment-Intensität nur unter der Bedingung einer gleichbleibenden oder gering steigenden Kapitalbindung. Dies ist oft nicht realisierbar und führt damit zu einer Behinderung des Unternehmungswachstums. Denn gerade neugegründete mittelständische Unternehmungen sollten stärker an Wachstum durch Erhöhung der Marktanteile als an Erzielung eines höheren Return on Investment durch Reduzierung der Investitionen interessiert sein.79 Deshalb wird im folgenden Abschnitt ein alternatives Kennzahlensystem vorgestellt, daß sich besonders für mittelständische Unternehmungen eignet und verstärkt durch diese genutzt wird. [...]
definiert. Bei der Analyse der PIMS-Geschäftseinheiten wird zur Messung der vertikalen Integration die Wertschöpfung genutzt. Sie ergibt sich aus dem Umsatz abzüglich der Kosten für die Beschaffung von Material, Komponenten, Zubehör und Energie und hat nicht zwangsläufig eine nachteilige Wirkung auf den Erfolg. Je nach Markt- und Wettbewerbsbedingung kann eine hohe Wertschöpfungstiefe neben der Sicherung von Zulieferungen oder Absatzwegen auch Vorteile, wie Verbesserung der Fertigungs- und Lagerhaltungssteuerung sowie des technologischen Wissens mit sich bringen. Eine vergleichende Analyse von PIMSGeschäftseinheiten mit hohem und niedrigem Integrationsgrad ergab, daß sowohl eine sehr niedrige als auch eine sehr hohe Wertschöpfungstiefe zu einer überdurchschnittlichen Umsatzrendite führt, während die Gewinne dazwischen am niedrigsten sind. Läßt sich eine Strategie zur Erhöhung des Integrationsgrades ohne Erhöhung der Investmentintensität umsetzen, hat dies in der Regel höhere Renditen zur Folge. Als allgemeine Anhaltspunkte für die Bewertung von Vorund Nachteilen der vertikalen Integration gelten damit Vorsicht vor erhöhtem Investitionsbedarf und Vermeidung halbherziger Integration.78 Die in der PIMS-Analyse angewandte Kenngröße für die langfristige Wertsteigerung einer Geschäftseinheit bewertet den Erfolg auf der Grundlage abgezinster Cash Flows zuzüglich der Nettoveränderung des Marktwertes. Dieser wird unter Verwendung der Aktienkurse an der Börse bestimmt. Durch den Einsatz dieser Größe können Auswirkungen von Schwankungen der kurzfristigen Gewinne minimiert werden. Laut den Untersuchungen in der Datenbank erzielten Geschäftseinheiten mit hohem Return on Investment auch gute Ergebnisse beim langfristigen Wertsteigerungsindex. Dies wird durch eine zusätzliche Analyse der oben bereits genannten Markt- und Strategiefaktoren, die den Return on Investment positiv beeinflussen und ebenfalls langfristig wertsteigernd wirken, bestätigt. So schnitten Geschäftseinheiten mit starker Wettbewerbsposition, hoher Arbeitsproduktivität und hoher relativer Qualität ebenso wie diejenigen mit Kostenvorteilen gegenüber der Konkurrenz beim langfristigen Wert sehr gut ab. Die Stärke dieser Datenbank liegt erstens in der Menge der Daten und der Summe der daraus ableitbaren Kennzahlen und zweitens in der strikt vertraulichen Behandlung der sehr sensiblen Daten einer teilnehmenden Unternehmung. Nutzer suchen hauptsächlich nach statistischen Beziehungen und Zusammenhängen zwi77 [...]
tum bewirkt erneut Größenvorteile, die kurzfristig gestiegene Kosten zur Qualitätsverbesserung wieder ausgleichen. Die PIMS-Daten zeigen, daß die relative Qualität den relativen Preis beeinflußt, wogegen der Marktanteil nur geringe Auswirkung auf den Preis hat und das umgekehrt der Marktanteil die Kosten direkt beeinflußt, die Qualität dagegen für die Kosten nur geringe Bedeutung hat. Qualität und Marktanteil korrelieren aber nicht nur miteinander positiv, sondern haben jeweils beide eine starke, direkte Beziehung zum Erfolg, wie für den Marktanteil bereits gezeigt wurde. Die höhere Rentabilität von Geschäftseinheiten mit überlegener Qualität erklärt sich dabei durch deren Fähigkeit, höhere Preise bei vergleichbaren Kosten zu erzielen. Für die Bewertung der relativen, wahrgenommenen Qualität haben die Mitarbeiter und Mitgliedsfirmen von PIMS ein Verfahren zur Bestimmung eines Qualitätsprofils entwickelt, auf das jedoch nicht weiter eingegangen werden soll.76 Investment ist das Kapital, das die Geschäftseinheit beispielsweise für Arbeitskräfte, Betriebsmittel, Werkstoffe oder Ware benötigt, um den laufenden Absatz zu gewährleisten. Zur Messung seiner Intensität wird in der PIMS-Datenbank sein Verhältnis zum Umsatz verwendet. Die Investmentintensität variiert zwischen Wettbewerbern einer Branche unter anderem aufgrund unterschiedlicher Produktivitäts- und Integrationsgrade. Obwohl die Steigerung der Produktivität die variablen Kosten senkt und die Erhöhung der Wertschöpfungstiefe durch Eingliederung beispielsweise der Aktivitäten des Zulieferers die Liefersicherheit erhöht, ist nach Beobachtungen in der Datenbank die damit erreichbare positive Beeinflussung des Gewinns niedriger als die negative Wirkung der dazu nötigen höheren Investitionsintensität. Diese ergibt sich aus der Neueinstellung qualifizierterer oder Weiterbildung vorhandener Arbeitskräfte und der Beschaffung neuer, besserer Technologien. Der negative Einfluß ist damit zu begründen, daß hohe Investitionen in Anlagevermögen wie Austrittsbarrieren wirken und hohe Investitionen in Umlaufvermögen die Kapitalbindung und damit die -kosten zusätzlich erhöhen. Verbunden mit unzureichender Kapazitätsauslastung führt dies zu aggressivem Wettbewerb, da Manager unter solchen Bedingungen häufig bereit sind, Preise nur knapp über den variablen Kosten zu akzeptieren.77 Eine hohe vertikale Integration wird traditionell als Kombination zweier oder mehrerer einzelner, separat operierender Produktions- und/oder Vertriebsbereiche [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427184
Arbeit zitieren:
Peters, Antje Juli 2000: Erfolgs- und Mißerfolgsfaktoren von Unternehmungsgründungen während der Konsolidierungsphase, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Konsolidierung, Unternehmensgründung, Erfolgsfaktor, KMK, Mittelstand



