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Erfolgreiche Gestaltung des Führungswechsels in mittelständischen Unternehmen

Die Beschaffung und Sozialisation eines Nachfolgers

Erfolgreiche Gestaltung des Führungswechsels in mittelständischen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Lenz
  • Abgabedatum: Juni 2002
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 444,5 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7742-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7742-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7742-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lenz, Stefan Juni 2002: Erfolgreiche Gestaltung des Führungswechsels in mittelständischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensnachfolge, Mittelstand, Generationenwechsel, Personalbeschaffung, Unternehmensführung

Diplomarbeit von Stefan Lenz

Zusammenfassung:

Der Führungs- bzw. Generationswechsel auf der Geschäftsführungsebene entwickelt sich mehr und mehr zu einem zentralen Problem mittelständischer Unternehmen. Viele Unternehmen wurden im Aufschwung der Nachkriegszeit gegründet und stehen heute vor der schwierigen Aufgabe der Nachfolgeregelung. Im Laufe der nächsten 5 Jahre steht bei ungefähr 350.000 Unternehmen in Deutschland ein Führungswechsel an. Tagesdurchschnittlich kann also mit etwa 200 Nachfolgeregelungen gerechnet werden.

Für Nachwuchsführungskräfte könnte die Übernahme der Führung (und eventuell des Eigentums) eines mittelständischen Unternehmens anstelle einer Neugründung eine Möglichkeit sein, in einem bereits im Markt etablierten Unternehmen als beauftragter Unternehmer tätig zu werden oder als Eigentümer-Unternehmer sich selbständig zu machen.

Bei einem großen Teil der mittelständischen Unternehmen - besonders bei den kleineren - ist dieser Nachfolgeprozess nur sehr unbefriedigend oder überhaupt nicht geregelt. Ebenso können die Anforderungen an den Nachfolger unterschätzt werden sowie Probleme auftreten während der Phase der Übergabe der Führungsverantwortung. Damit ist der Bestand dieser Unternehmen oft gefährdet.

Auf Probleme der Eigentumsübertragung (z. B. steuerlicher, finanzieller Art) wird in dieser Arbeit nicht eingegangen, vielmehr wird die Phase der Vorbereitung und Durchführung des Führungswechsels vom mittelständischen Unternehmer auf seinen Nachfolger aus betriebswirtschaftlicher, organisatorischer und psychologischer Sicht betrachtet, damit der Führungswechsel erfolgreich und damit der Bestand des Unternehmens gewährleistet werden kann.

In dieser Arbeit liegt das Hauptinteresse auf dem geplanten Rücktritt des Unternehmers, jedoch wird auch der unverhoffte Nachfolgefall durch ein plötzliches Ausscheiden des Unternehmers (z. B. durch Krankheit) nicht ganz außer Acht gelassen.

Im einzelnen verfolgt die vorliegende Arbeit grundsätzlich drei Zielsetzungen:

1. Das Hauptaugenmerk gilt dabei zum einen der Frage, wie ein zur Führungsübernahme bereiter und geeigneter Nachfolger beschafft werden kann. Zum anderen, wie dieser dann in die Unternehmensspitze „sozialisiert“ werden kann.

2. Basierend auf bereits vorhandenen theoretischen und empirischen Erkenntnissen sollen die Einflussgrößen und ihre Zusammenhänge sowie die daraus entstehenden Bedingungen für die Lösung des Führungswechsels im mittelständischen Unternehmen aufgezeigt werden.

3. Sodann sollen Hinweise und Empfehlungen für die Praxis gegeben werden, welche personalpolitischen, organisatorischen und zeitplanerischen Maßnahmen im Nachfolgeprozess eingesetzt werden sollten und welche Verhaltensweisen bei Vorgänger und Nachfolger angeraten erscheinen, damit die Führungsnachfolge und damit der Fortbestand des mittelständischen Unternehmens gewährleistet ist.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 1
1. Problemstellung 1
2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 3
II. Begriffsabgrenzungen 4
1. Merkmale mittelständischer Unternehmen 4
2. Der mittelständische Unternehmer und seine besondere Bedeutung für das Unternehmen und die Unternehmensführung 7
III. Die Beschaffung eines geeigneten Führungsnachfolgers 10
1. Die Problematik der Beschaffung von Führungsnachfolgern in mittelständischen Unternehmen 11
1.1 Mangelnde Bereitschaft potentieller Nachfolger 11
1.1.1 Andere berufliche Orientierung möglicher Nachfolger aus der Unternehmerfamilie 12
1.1.2 Keine verbindliche Nachfolgeregelung 13
1.1.3 Ungenügende Attraktivität bestimmter mittelständischer Unternehmen für mögliche Nachfolger 15
1.2 Mangelnde Eignung vorhandener Nachfolger 16
1.2.1 Der Wunsch des Unternehmers nach leiblichen Erben als Nachfolger 17
1.2.2 „Schädliche“ Motive zur Übernahme der Nachfolge 18
1.2.3 Gefahren für das mittelständische Unternehmen aus mangelnder Eignung des Nachfolgers 19
2. Auswahlmöglichkeiten und Auswahl eines Führungsnachfolgers 21
2.1 Begriff und Bedeutung von Auswahl 21
2.2 Auswahlmöglichkeiten der tätigen Unternehmensführung 23
2.2.1 Interne versus externe Nachfolger 23
2.2.2 Familienmitglied oder Fremdmanager als Nachfolger 26
2.3 Maßnahmen zur Erhöhung der Nachfolgebereitschaft 28
2.3.1 Verbindliche Regelung der Nachfolge 29
2.3.2 Stärkung der Attraktivität kleiner und mittlerer Unternehmen für potentielle Führungsnachfolger 31
2.4 Die Anforderungen an den mittelständischen Unternehmer als Auswahlkriterien für den Nachfolger 33
2.4.1 Fachliche Anforderungen 34
2.4.2 Anforderungen an die Führungskompetenz 36
2.4.3 Motivationale Orientierungen und Belastbarkeit 37
2.4.4 Ausbildung und praktische Erfahrungen 38
IV. Die betriebliche Sozialisation des Nachfolgers in das mittelständische Unternehmen und die Unternehmensführung 42
1. Begriff, Ziele und theoretische Ansätze der betrieblichen Sozialisation 42
2. Die Vorbereitung des Nachfolgers auf Führungsaufgaben 45
2.1 Der Eintritt externer Nachfolger in das Unternehmen 45
2.1.1 Der Zeitpunkt des Eintritts externer Nachfolger 45
2.1.2 Die organisatorische Eingliederung des externen Nachfolgers 46
2.2 Die Vermittlung der Werte und Normen des Unternehmens und der Unternehmensführung 48
2.3 Möglichkeiten der Führungsausbildung für mittelständische Unternehmen 50
3. Die Übergabe oberster Teilverantwortung 53
3.1 Probleme in der Zusammenarbeit zwischen Vorgänger und Nachfolger in der Geschäftsführung 53
3.1.1 Mangelnde Delegationsbereitschaft des Vorgängers 53
3.1.2 Der Generationenkonflikt 55
3.2 Empfehlungen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Vorgänger und Nachfolger 57
3.2.1 Empfehlungen zur Erhöhung der Delegationsbereitschaft des Seniors 57
3.2.2 Maßnahmen zur Vermeidung von Konflikten zwischen den Generationen 60
V. Schlussbemerkung 64
Literaturverzeichnis I
Ehrenwörtliche Erklärung VI

Automatisiert erstellter Textauszug:

2.3.1. Verbindliche Regelung der Nachfolge Wie schon in Abschnitt 1.1.2. erörtert wurde, ist es für Führungsnachwuchskräfte wichtig, dass sie eine gewisse Planungssicherheit bezüglich ihrer zukünftigen Karriere haben, was durch fehlende oder nur ungenaue Nachfolgeregelungen vieler mittelständischer Unternehmen nicht gegeben ist. Zu einer detaillierten Nachfolgeregelung gehören meiner Ansicht nach zeitliche Aspekte wie Rücktrittszeitpunkt des tätigen Unternehmers, Dauer und Ablauf der Sozialisation des Nachfolgers (mit Zusicherung der Entwicklungsund Entfaltungsmöglichkeiten an der Seite des Seniors, siehe Abschn. IV.2.), sowie die Festlegung, nach welchen Kriterien der Nachfolger ausgewählt wird. Hierbei ist es wichtig, dass frühzeitig mit der Planung begonnen wird, da damit einerseits das Unternehmen für die Suche, Einarbeitung und eine eventuelle Bewährungsphase (Probezeit) genügend Zeit hat und andererseits die potentiellen Nachwuchskräfte rechtzeitig an ihrer Entwicklung arbeiten können sowie Engagement und Leistung zeigen können, um ihre mögliche Eignung zu beweisen. Damit keine Frustrationen entstehen bei möglichen Nachfolgern (z. B. durch die Wartezeit bei nicht eingehaltenem oder aufgeschobenem Rücktrittstermin) bzw. deren Nachfolgebereitschaft erhöht wird, sollte die Regelung möglichst verbindlich, also eventuell schriftlich verfasst und für interne und externe Führungskräfte bekannt gemacht sein. Es hängt allein von der Einsicht des Unternehmer ab, ob er sich trotz der in Abschnitt III. 1.1.2. erwähnten Gründe (z. B. den Rücktritt von der eigenen Gesundheit abhängig zu machen [...]

32 nachfolge gibt. Sollten also unüberbrückbare Differenzen über die Nachfolge innerhalb der Familie vorliegen, ist für die Sicherung des Unternehmensbestandes die Einsetzung eines Fremdmanagers oder der Unternehmensverkauf sicherlich die geeignetere Lösung. Neben der Umgehung innerfamiliärer Spannungen spricht für die Einsetzung eines Fremdmanagers, dass seine Eignung vom Unternehmer wohl objektiver vorgenommen wird als bei seinen eigenen Nachkommen. Für die Fälle, dass das Fähigkeitsprofil potentieller Nachkommen des Unternehmers zum Zeitpunkt der notwendigen Neubesetzung noch nicht dem Anforderungsprofil der Führungsposition entspricht (z. B. weil diese noch in der Ausbildung sind oder sich in der Praxis noch nicht bewährt haben), mit einer späteren Übereinstimmung von Anforderungs- und Fähigkeitsprofil aber zu rechnen ist, könnte bis zum Eintritt der nächsten Familiengeneration in die Führungsspitze ein Fremdmanager diese "Generationenlücke" überbrücken. Bei der Einsetzung eines Fremdmanagers ist aber zu prüfen, ob das Unternehmen die damit verbundene relativ hohe finanzielle Belastung verträgt (siehe oben), was bei kleineren Unternehmen durch ihre geringere Ertragskraft sicherlich nicht immer möglich ist. Dadurch, dass der Fremdmanager nicht auf seine eigene Rechnung handelt, und er auch nicht das Kapitalrisiko trägt, muss zudem die Qualität seiner Arbeit regelmäßig kontrolliert werden. Der Fremdmanager selbst sollte eine positive Einstellung gegenüber einer Zusammenarbeit und gegenüber einer eventuellen "Einmischung" der Eigentümerfamilie in die Unternehmenspolitik haben. Was die Einsetzung eines Fremdmanagers anbelangt, so spielt neben den genannten Faktoren wahrscheinlich jedoch die grundsätzliche Einstellung des Unternehmers gegenüber einem Fremdmanagement eine Rolle oder ob zu potentiellen Fremdmanagern bereits eine Vertrauensbasis vorliegt. [...]

26 auch Anforderungen, die aus der organisatorischen Eingliederung und aus den Kommunikationsbeziehungen zu anderen Stellen resultieren, umfassen sollte. Die Positionsanforderungen sollten danach personenunabhängig mit Hilfe bestimmter Leistungskriterien ermittelt werden. Sie ergeben dann ein Anforderungsprofil, das auch an technische und organisatorische Änderungen anpassungsfähig sein sollte. Die Anforderungen, mit deren Hilfe das Anforderungsprofil ermittelt werden soll, sollten zu Beginn des Auswahlprozesses festgelegt werden, damit eine möglichst sachbezogene Auswahl möglich ist. Dabei können viele einzelne Anforderungen ermittelt werden, die in der Literatur meist unterschiedlich zusammengefasst und gegliedert werden (z. B. unterteilt in fachliche, personelle oder soziale Anforderungen bzw. Kompetenzen). Welche Anforderungen speziell die Position des mittelständischen Unternehmers mitsichbringt, wird dann in Abschnitt III.2.4. näher erörtert. Die Bedeutung der Personalauswahl liegt darin, dass sie zum einen weitgehend die Qualität und Effektivität der menschlichen Arbeitsleistung bestimmt und damit eine der wesentlichen Voraussetzungen schafft für den wirtschaftlichen Erfolg (bzw. das Fortbestehen) des Unternehmens. Da nicht jeder Mensch für jede Aufgabe gleichermaßen geeignet ist, ergibt sich zum anderen für den Mitarbeiter (bzw. Führungsnachfolger) bei jeder Besetzung ein Erfolgs- oder Misserfolgserlebnis, das wiederum Rückwirkungen auf seine Zufriedenheit bzw. die von ihm erwartete Leistung hat. Der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen dem wirtschaftlichen Vorteil für das Unternehmen und menschlicher Aspekte kommt also eine große Bedeutung zu. Die Wichtigkeit personeller Auswahlentscheidungen nimmt außerdem mit der Zeit zu, da - die Technik und Automation die Arbeitsanforderungen und damit die erforderlichen Eignungsvoraussetzungen verändern - die Menschen aufgrund ihrer qualifizierteren Ausbildung mit ihrer Arbeit höhere Erwartungen verbinden und eine [...]

Arbeit zitieren:
Lenz, Stefan Juni 2002: Erfolgreiche Gestaltung des Führungswechsels in mittelständischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensnachfolge, Mittelstand, Generationenwechsel, Personalbeschaffung, Unternehmensführung

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