Erfolg durch integratives Öko-Marketing
Aufgezeigt anhand der mitteleuropäischen Tourismusbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Georg Lehle
- Abgabedatum: Juli 2002
- Umfang: 130 Seiten
- Dateigröße: 4,5 MB
- Note: 2,5
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Trier Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5900-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5900-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5900-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lehle, Georg Juli 2002: Erfolg durch integratives Öko-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Öko-marketing, Öko-Tourismus, sanfter Tourismus, Natur- und Umweltschutz, Ökologie
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Diplomarbeit von Georg Lehle
Einleitung:
Der Urlaub ist für Menschen eine wichtige Zeit im Jahr. Er dient der Steigerung des individuellen Lebensgenusses. Dieser Lebensgenuss drückt sich für 58 % der Urlauber in Urlaubsmotiven, wie „Gesundheit/Umwelt/Natur“, aus. Weitere 56 % nennen „Ruhe finden“ als Urlaubsmotiv. Intakte Umwelt und Natur sind demnach bei Urlaubsnachfragern ein bedeutsames und seit Jahrzehnten wachsendes Reisemotiv. Gleichzeitig stellen aber, unter anderen, Erholungssuchende und Touristen eine große Gefahr für die lokale Naturvielfalt dar. Ruhestörungen und lokale, wie globale, Umweltbelastungen sind daher negative Begleiterscheinungen des Tourismus und Gefahren für die Erlebnis- und Erholungsqualität der Urlaubsregion.
Aus der Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach „natürlichem“ Lebensgenuss im Urlaub und lokalen Umweltbelastungen könnte sich ein umwelt- und naturorientiertes Nachfragepotential im Tourismus ergeben. Der ökologische Nutzen würde den Urlaubern etwa „gesunde Luft“, „intakte Umwelt“, oder „reichhaltige Kulturlandschaft“ garantieren. Die sich daraus ergebenden Qualitäten werden bereits heute, beispielsweise als „BEWUSSTerLEBEN“, „Natur & Leben“ oder „Mythos Berg“, Touristen zielgruppenorientiert als Leitbilder vermittelt und kommuniziert. Dadurch kann sich die ökologische Urlaubsregion profilieren. Die positive Integration von Umwelt- und Naturschutz in das Leitbild der Urlaubsregion ist Aufgabe des strategischen und operativen Öko-Marketings einer ökologischen Urlaubsregion. Durch diese Maßnahmen wird sowohl Umwelt und Natur geschützt, als auch die Wettbewerbsposition der Urlaubsregion gestärkt.
Neben diesen Öko-Marketingmaßnahmen wird das integrative Öko-Marketing in der deutschen Tourismusbranche um das transformative Öko-Marketing ergänzt. Dies geschieht momentan durch eine staatlich unterstützte Dachmarke für umweltfreundlichen Tourismus in Deutschland („Viabono“). Umweltfreundliche Urlaubsregionen können von der Dachmarke „Viabono“ das Markenzeichen „Viabono“ erwerben und nutzen, wenn gewisse ökologische und soziale Standards erfüllt werden. Die (Gegen)Leistung von „Viabono“ besteht unter anderen aber auch darin, selber aktiv umweltfreundlichen Tourismus anhand der Bedürfnisfelder „Leib und Seele“, „Natur & Wildnis“, „Groß und Klein“ und „Kunst und Kultur“ zu propagieren, um so die Wettbewerbssituation Ihrer Mitglieder zu stärken.
Die erste Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist es, ökologische Kernprobleme im mitteleuropäischen Tourismusmarkt nachzuweisen und ökotouristische Handlungsnotwendigkeiten aufzuzeigen. Darauf aufbauend werden Modelle des integrativen Öko-Marketings entwickelt, die diese Handlungsnotwendigkeiten durch Ansprechen von umwelt- und naturorientierten Nachfragepotentialen realisieren.
Das zweite Ziel besteht darin, anhand verschiedener ökologischer Urlaubsregionen aufzuzeigen, wie bereits heute situationsspezifisch und zielgruppenorientiert natur- und umweltorientierten Nachfragepotentiale in den entwickelten integrativen Öko-Marketingmodellen realisiert werden.
Das dritte, eher theoretische Ziel ist es, das Konzept des integrativen Öko-Marketings auf Grundlage der oben erzielten Ergebnisse und der entwickelten Modelle konzeptionell und instrumentell weiterzuentwickeln.
Inhaltsverzeichnis:
| ERKLÄRUNG | B | |
| VORWORT | D | |
| INHALTSVERZEICHNIS | E | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | G | |
| TABELLENVERZEICHNIS | I | |
| ZUSAMMENFASSUNG AUF ENGLISCH | J | |
| I. | EINLEITUNG UND GRUNDLAGEN | 1 |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | AUSGANGSPUNKT | 1 |
| 1.2 | ZIELSETZUNG | 2 |
| 1.3 | VORGEHENSWEISE | 2 |
| 1.4 | ABGRENZUNG DES UNTERSUCHUNGSGEGENSTANDES | 4 |
| 1.5 | FORSCHUNGSANSATZ | 4 |
| 2. | GRUNDLAGEN DES INTEGRATIVEN ÖKO-MARKETINGS | 5 |
| 2.1 | INTEGRATIVES ÖKO-MARKETING IN DER MITTELEUROPÄISCHEN TOURISMUSBRANCHE | 5 |
| 2.2 | DEFINITION ÖKOLOGISCHE URLAUBSREGION | 12 |
| 2.3 | FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE DER EMPIRISCHEN ARBEIT | 14 |
| II. | ÖKOLOGISCHER WANDEL IN DER TOURISMUSBRANCHE | 15 |
| 1. | KERNPROBLEME EINER ÖKOTOURISTISCHEN ENTWICKLUNG | 15 |
| 1.1 | ÖKOLOGISCHE KERNPROBLEME | 15 |
| 1.1.1 | Energetische Perspektive des Reisens | 15 |
| 1.1.2 | Flächenbezogene Nutzung des Reisens | 16 |
| 1.2 | ÖKONOMISCHE UND SOZIALE KERNPROBLEME | 18 |
| 1.3 | PROBLEMSTELLUNG | 19 |
| 2. | ÖKOTOURISTISCHES KONSUMENTENVERHALTEN | 19 |
| 2.1 | TOURISTISCHE NACHFRAGEENTWICKLUNG | 19 |
| 2.2 | DIE KRISE DES ÖKOTOURISMUS | 20 |
| Exkurs: Bio-Lifestyle Analyse | 22 | |
| 3. | AUSWEGE AUS DER KRISE DES ÖKOTOURISMUS | 34 |
| 3.1 | ÖKOLOGISCHE INDIVIDUALISIERUNG DES STRATEGISCHEN UND OPERATIVEN ÖKO-MARKETINGS | 35 |
| 3.2 | TRANSFORMATIVES ÖKO-MARKETING ALS LIFESTYLE-WORK | 40 |
| III. | ERFOLGSFAKTOR „ÖKOLOGIE“ IM TOURISMUSMARKT | 43 |
| 1. | TOURISTISCHE MARKTSEGMENTIERUNG | 43 |
| 2. | DAS MARKTSEGMENT DES HEIMATURLAUBER | 45 |
| 3. | ERFOLGSFAKTOR „ÖKOLOGIE“ AM BEISPIEL BREGENZERWALD | 48 |
| 4. | DAS MARKTSEGMENT DES TRADITIONSTOURISTEN | 52 |
| 5. | ERFOLGSFAKTOR „ÖKOLOGIE“ AM BEISPIEL KÖNIGSFELD | 55 |
| 6. | DAS MARKTSEGMENT DES MÜSSIGGÄNGERS | 60 |
| 7. | ERFOLGSFAKTOR „ÖKOLOGIE“ AM BEISPIEL ROGNER-BAD BLUMAU | 63 |
| 8. | DAS MARKTSEGMENT DES WELTTOURISTEN | 68 |
| 9. | ERFOLGSFAKTOR „ÖKOLOGIE“ AM BEISPIELEHEILEHAUS HERZBLÜTE | 71 |
| IV. | AUF DEM WEG ZUR NACHHALTIGKEIT | 84 |
| 1. | ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE | 84 |
| 2. | KRITIK UND GRENZEN DER ENTWICKELTEN MODELLE | 93 |
| V. | VISION EINES MÖGLICHEN INTEGRATIVEN ÖKO-MARKETING | 98 |
| 1. | DIE INSTRUMENTE DES INTEGRATIVEN ÖKO-MARKETINGS | 98 |
| 2. | DIE KONZEPTE DES INTEGRATIVEN ÖKO-MARKETINGS | 99 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 101 | |
| ANHANG | 105 | |
| ANHANG ZU TEIL III) | 105 |
Heimaturlauber dagegen verreist am wenigsten.104 Die Marktvolumina können nicht genau abgeschätzt werden, da im Zuge der höheren Reiseintensität auch Zweit- oder Dritturlaube in einzelnen Marktsegmenten möglich sind. Darunter fallen z. B. Welturlauber, die normalerweise Fernreisen bevorzugen, aber einen Kurz- oder Zweiturlaub im westlichen Europa oder in Mitteleuropa verbringen. Dieser Zweit- oder Dritturlaub fällt dann entweder dem Marktsegment der Traditionstouristen oder Müssiggänger zu, wenn diese im restlichen Europa gemacht oder den Heimaturlaubern, wenn sie in Mitteleuropa verbracht worden wären.105 (Siehe dazu Anhang II, Tabelle 10) Diese Berechnungen müssen grundsätzlich für jedes mitteleuropäische Land vorgenommen werden, da die Größe der Eurostyle von Land zu Land unterschiedlich stark ausgeprägt ist.106 Die Berechnung für den deutschen Reisemarkt befindet sich im Anhang III. Die gebildeten Marktsegmente werden in der folgenden Abbildung illustriert. Die x-Achse zeigt den Veränderungspool, von links kommend, und den Traditionspool von rechts kommend. Links sind demnach die neuen Milieus der Fungesellschaft und Sinn-Gesellschaft angeordnet. Rechts die konservativen und kleinbürgerlichen Milieus. Die y- Achse zeigt die materiellen oder wertorientierten Weltbilder von oben kommend und von unten kommend die postmateriellen oder werteorientierten Weltbilder von unten anfangend, auf.107 [...]
1. Touristische Marktsegmentierung Die empirische Grundlage zur Marktsegmentierung wurde aus der "Austrian Lifestyle-Studie 1993" entnommen. In dieser Studie wurden repräsentativ 4.000 Österreicher ab 14 Jahren nach ihrem Lebensstil befragt. Aus dieser Untersuchung entwickelten Fessel + GfK aus dem Austrian Lifestyles die Eurostyle. Diese Eurostyle werden von Fessel + GfK europaweit empirisch nachgewiesen und erforscht. Zusätzlich zu den inzwischen europaweit festgestellten 16 Eurostyle wurden diese Eurostyle in Urlaubstypen zusammengefasst. So wurden aus den 16 Eurostyle 5 Urlaubstypen.101 Die Eurostyle und Urlaubstypen werden bis heute von Fessel + GfK weiterverwendet und -entwickelt. Der Autor hat einen der 5 Urlaubstypen gestrichen: Der Urlaubstyp, "die junge Familie"/"Tourist im Werden", wurde auf die verbleibenden Urlaubstypen aufgeteilt, weil die beiden Eurostyle "Squadra" und "Romantic", des Urlaubstyps der "jungen Familie"/"Tourist im Werden", aus Sicht des Autors in den anderen Urlaubstypen wiederzufinden sind. Darüber hinaus ist das Charakteristikum der Familienfreundlichkeit allein, aus Sicht des Autor, noch kein eigenständiger Urlaubstyp, da Familienfreundlichkeit nie für sich allein als Urlaubsmotiv sondern immer auch in Kombination mit anderen Urlaubsmotiven steht. Aus diesen Untersuchungen ergeben sich für den Autor vier Urlaubstypen bzw. Marktsegmente. Zur Informationsgewinnung, welches Reiseland von den verschiedenen Urlaubstypen bevorzugt wird, wird auf die obige Untersuchung von Fessel + GfK zurückgegriffen. Dort gibt es den Welturlauber, der Fernreisen bevorzugt, den Heimaturlauber, der in der Heimat Urlaub macht, den Traditionstourist und Müssiggänger, die beide im wesentlichen im westlichen Europa und der Türkei Urlaub suchen.102 Die Abschätzung des Bevölkerungsanteils eines jeden Marktsegments stützt sich auf die empirische Untersuchung über die Größe der einzelnen deutschen Eurostyle, von Fessel + GfK im Jahr 1991. Als Grundlage der Berechnung der Marktvolumina und der Marktanteile der einzelnen deutschen Marktsegment dienten dem Autor die empirischen Berechnungen der Reiseziele 2000 innerhalb der deutschen Bevölkerung. Der Autor hat das Jahr 2000 gewählt, da die Fernreisen aufgrund eines unvorhersehbaren Unglücks im Jahr 2001 kurzzeitig vorübergehend zurückgegangen waren.103 Diese Berechnung sind jedoch nur ungefähre Abschätzungen, da die unterschiedlichen Nettoreiseintensitäten der Marktsegmente nicht berücksichtigt sind. Beispielsweise hat der Welturlauber die höchste Reiseintensität, gefolgt vom Müssiggänger und dem Traditionstourist. Der [...]
Aufgrund der aufgezeigten zusätzlichen Nutzenzusammenhänge gibt es weitere umwelt- und naturorientierte Nachfragepotentiale, die höher liegen, als beispielsweise in den Berechnungen des IITF für die österreichischen Nachfragepotentiale von 29 %. (Siehe Seite 19 Diplomarbeit) Um zu ermitteln, wie die umwelt- und naturorientierten Nachfragepotentiale am mitteleuropäischen Markt erzielt werden können, ist es notwendig, die ermittelten allgemeinen Potentiale den Bedürfnissen einzelner Marktsegmenten zuzuordnen. Dazu werden die grundlegenden Marktsegmente im mitteleuropäischen Tourismusmarkt identifiziert und über die Festlegung der ökologischen Kernprobleme die natur- und umweltorientierten Nachfragepotentiale ermittelt. Zur effektiven Kommunikation dieser Potentiale wird in Teil III dieser Arbeit jedem Marktsegment eine Umweltmentalität und Entwicklungstendenz beigefügt. Abschließend wird pro Marktsegment ein praktisches Umsetzungsbeispiel, wie Ökologie zum Erfolgsfaktor werden kann, gegeben. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832459000
Arbeit zitieren:
Lehle, Georg Juli 2002: Erfolg durch integratives Öko-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Öko-marketing, Öko-Tourismus, sanfter Tourismus, Natur- und Umweltschutz, Ökologie



