Erdgeschichte zum Anfassen
Die Geologie des Harzes, neu aufbereitet unter Einbeziehung geotouristischer Möglichkeiten und Einrichtungen am Beispiel der geologischen Lehrpfade im Harz
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabrina Krieger
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 126 Seiten
- Dateigröße: 14,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5868-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5868-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5868-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krieger, Sabrina Januar 2002: Erdgeschichte zum Anfassen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Harz, Geopfade, Geopark, Geotouristik, Bergbau
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Diplomarbeit von Sabrina Krieger
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie Geologie in der heutigen Zeit praxisnah und interessant nicht nur dem Fachpublikum, sondern vor allem dem interessierten Laien vermittelt und für die jeweilige Region vermarktet werden kann.
Im Jahre 2001 wurde das Projekt „Geopark Harz“ ins Leben gerufen. Die Verfasserin nimmt dies zum Anlass, Gestaltungsmöglichkeiten für einen solchen Park aufzuzeigen.
Zusätzlich entwirft sie einen kurzen geologischen Führer für Harzbesucher.
Die ausführliche Abhandlung der historischen Geologie des Harzes erfolgt in Kapitel 3. Es handelt sich dabei nicht nur um eine wissenschaftliche Zusammenfassung aus verschiedenen Quellen, sondern dem Leser soll ein „Roter Faden“ in die Hand gegeben werden, der sich kontinuierlich vom Präkambrium bis zum Quartär zieht („was geschah wann im Harz“).
Zahlreiche Photos von gut zugänglichen und beschriebenen (Straßen-) Aufschlüssen vermitteln dem Leser das „Aha-Erlebnis“ vor Ort.
Der Harzer Bergbau und die Wasserwirtschaft werden in gesonderten Kapiteln abgehandelt.
Den eigentlichen Anstoß zu dieser Arbeit gaben aber die zahlreichen geologischen Lehrpfade, die sich über den gesamten Harz verteilen und sich in einem mehr oder weniger guten Zustand befinden. Siebzehn solcher Pfade konnten von der Verfasserin ausfindig, abgewandert und bewertet werden. Zusätzlich wird eine kritische Bewertung der wichtigsten Exkursionsführer für den Harz vorgenommen, da diese Führer als Handwerkszeug unerlässlich waren.
Nach Beschreibung und Bewertung der einzelnen Lehrpfade werden im letzten Kapitel „Merkmale eine guten Geopfades“ aufgelistet, sowie auf die Gestaltung und Planung zukünftiger Lehrpfade eingegangen.
Der Arbeit ist ein ausführliches Glossar für den geologisch interessierten Laien beigefügt. Es kann interaktiv durch Anklicken der unterstrichenen Fachwörter im Text sofort abgerufen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1.0 | Einführung | 1 |
| 1.1 | „Geopfade im Harz - Vermittlung geologischer Inhalte an Umwelt, Bildung und Fremdenverkehr“ | 1 |
| 1.2 | Vermittlung geologischer Inhalte | 2 |
| 1.2.1 | Wie ist Geologie vermittelbar? | 3 |
| 1.2.2 | Ist die „reine“ Geologie für den Laien interessant? | 4 |
| 1.2.3 | Kann Geologie „vermarktet“ werden? | 5 |
| 1.2.4 | Die Vermittlung geologischer Inhalte über Lehrpfade | 6 |
| 2.0 | Das Projekt „Geopark Harz“ | 7 |
| 2.1 | Planung und Grundlagen | 7 |
| 2.2 | Beispiele | 8 |
| 2.2.1 | Teufelsmauer | 8 |
| 2.2.2 | Beispiel „Lange Wand von Ilfeld“ | 8 |
| 2.3 | „Kleine Einführung in die Geologie des Harzes“ für den Harzbesucher | 9 |
| 3.0 | Die Geologie des Harzes als „Zeitreise“ | 13 |
| 3.1 | Überblick | 13 |
| 3.1.1 | Einflüsse des Klimas | 15 |
| 3.2 | Präkambrium | 15 |
| 3.3 | Ordovizium | 17 |
| 3.3.1 | Die Wippraer Zone | 19 |
| 3.4 | Silur | 20 |
| 3.5 | Devon | 20 |
| 3.5.1 | Die Harzgeröder Zone | 22 |
| 3.5.2 | Die Blankenburger Zone | 23 |
| 3.5.3 | Der Oberharzer Devonsattel | 23 |
| 3.5.4 | Der Elbingeröder Komplex | 24 |
| 3.5.5 | Der Iberg/Winterberg-Komplex | 24 |
| 3.5.6 | Die Siebermulde | 25 |
| 3.5.7 | Die Südharz- und Selkemulde | 25 |
| 3.6 | Karbon | 34 |
| 3.6.1 | Tanner Grauwackenzug | 36 |
| 3.6.2 | Der Acker-Bruchberg-Zug | 36 |
| 3.6.3 | Der Oberharzer Diabaszug | 36 |
| 3.6.4 | Clausthaler Kulmfaltenzone | 37 |
| 3.6.5 | Die Sösemulde | 37 |
| 3.6.6 | Magmatismus im Harz | 37 |
| 3.7 | Perm | 45 |
| 3.7.1 | Das Ilfelder Becken | 46 |
| 3.8 | Trias | 50 |
| 3.9 | Jura | 52 |
| 3.10 | Kreide/Die Aufrichtung des Harzer Nordrandes | 55 |
| 3.11 | Tertiär | 59 |
| 3.12 | Pleistozän und Holozän | 59 |
| 3.13 | Karstlandschaft des Südharzes | 61 |
| 3.13.1 | Der Karstwanderweg | 63 |
| 4.0 | Der Bergbau | 64 |
| 4.1 | Erzlagerstätte Rammelsberg | 67 |
| 4.2 | Roteisenerze des Oberharzer Diabaszuges | 69 |
| 4.3 | Iberger Eisenerze | 69 |
| 4.4 | Kupferschiefer am westlichen und südlichen Harzrand | 69 |
| 4.5 | Ober- und Mittelharzer Erzgänge | 70 |
| 4.6 | Oolithische Eisenerze der Kreidezeit | 70 |
| 4.7 | Nutzbare Gesteine des Westharzes | 71 |
| 4.8 | Der Steinkohlebergbau im Ilfelder Becken | 71 |
| 4.9 | Der Ilfelder Braunsteinbergbau | 72 |
| 5.0 | Die Harzer Wasserwirtschaft | 73 |
| 5.1 | Talsperren früher | 73 |
| 5.2 | Talsperren heute | 73 |
| 5.3 | Stauanlagen | 74 |
| 5.4 | Der Oderteich | 75 |
| 5.5 | Die Nordhäuser Talsperre | 76 |
| 5.6 | Die Odertalsperre | 76 |
| 5.7 | Die Sösetalsperre | 76 |
| 5.8 | Die Zillierbachtalsperre | 77 |
| 5.9 | Eckertalsperre | 77 |
| 5.10 | Okertalsperre | 77 |
| 5.11 | Bodewerk - Rappbodetalsperre | 79 |
| 5.12 | Die Innerstetalsperre | 80 |
| 5.13 | Die Granetalsperre | 81 |
| 5.14 | Bedrohung der Trinkwasserqualität im Harz | 81 |
| 6.0 | Geopfade im Harz | 82 |
| 6.1 | Einführung: Thematisch gebundene Wege | 82 |
| 6.2 | Exkursionsführer | 82 |
| 6.2.1 | K. Mohr: „Die klassische Quadratmeile der Geologie“ | 82 |
| 6.2.2 | K. Mohr: „Geologische Wanderungen rund um die Westharzer Talsperren“ | 83 |
| 6.2.3 | K. Mohr: „Harz, Westlicher Teil“ | 83 |
| 6.2.4 | F. Knolle: „Der Harz - Geologische Exkursionen“ | 84 |
| 6.3 | Geologische Lehrpfade | 85 |
| 6.3.1 | Der Eisensteinlehrpfad in Lerbach bei Osterode | 85 |
| 6.3.2 | Geologischer Wanderpfad Goslar | 85 |
| 6.3.3 | Der geologische Pfad im Teufelstal, Bad Grund | 85 |
| 6.3.4 | Geologisch-Bergbauhistorischer Wanderweg Beerberg, Sankt Andreasberg | 85 |
| 6.3.5 | Gesteinskundlicher Lehrpfad Jordanshöhe, St. Andreasberg | 87 |
| 6.3.6 | Naturlehrpfad Rübeland | 87 |
| 6.3.7 | Der naturkundliche-geologische Lehrpfad Hasserode | 88 |
| 6.3.8 | Wald- und Gesteinslehrpfad „Knüppeldamm“ im Wippertal | 91 |
| 6.3.9 | Wanderweg Altbergbaugebiet Tilkerode | 92 |
| 6.3.10 | Geologischer Wanderweg Blankenburg | 93 |
| 6.3.11 | Bergbaulehrpfad Röhrigschacht bei Wettelrode | 94 |
| 6.3.12 | Bergbauhistorischer Lehrpfad llfeld | 96 |
| 6.3.13 | Bergbaugeschichtlicher Lehrpfad bei Elbingerode | 97 |
| 6.3.14 | Naturkundlicher Lehrpfad Ilsetal | 97 |
| 6.3.15 | Geologische Schautafeln rund um den Ortsteil Sieber (Herzberg a. Harz) | 99 |
| 6.3.16 | Das Bodetal | 99 |
| 6.3.17 | Der Karstwanderweg im Südharz | 102 |
| 6.3.18 | Geführte Wanderungen | 102 |
| 7.0 | Ergebnisse für die Planung und Gestaltung zukünftiger Lehrpfade | 103 |
| 7.1 | Merkmale eines „guten“ Geopfades | 103 |
| 7.2 | Fazit | 103 |
| 8.0 | Glossar | 105 |
| Zeittafel 1 | 113 | |
| Zeittafel 2 | 114 | |
| Quellennachweis | 115 |
Großes Torfhausmoor (Radaubornmoor) 10 min Fußweg vom Parkplatz Torfhaus entfernt Von hier bietet sich bei gutem Wetter ein schöne Aussicht auf den 1142 Meter hohen Brocken mit dem südwestlich anschließenden Königsberg (1035 m). Beide Berge bestehen aus Brockengranit. Der Name Torfhaus stammt von einem ehemaligen Torfabbau. Südlich und südwestlich von Torfhaus breiten sich die erdgeschichtlich jüngsten Bildungen aus, die Hochmoore. Sie entstehen aus saurem, nährstoffarmem Boden im kühlen, niederschlagsreichen Bergklima. Ihr Wachstum vollzieht sich extrem langsam (weniger als einen halben Millimeter pro Jahr). Da echte, nur vom Niederschlag abhängige Hochmoore wie hier im Harz sehr empfindliche Ökosysteme und sehr selten sind, stehen die Oberharzer Hochmoore unter Naturschutz und dürfen nicht betreten werden. Das Radaubornmoor ist das Quellgebiet der Radau. Einmalig für dieses Harzmoor ist die mächtige Überdeckung der im Sattel befindlichen fast baumfreien Moorfläche mit 5-6 m mächtigen Torfbildungen. Die Vermoorung begann am Ende der Eiszeit, das Radaumoor ist somit das älteste Hochmoor des Harzes. Pleistozäne Aufschüttungen bei Herzog Juliushütte, NW von Goslar Kurz vor der Auffahrt zur B 82 steht an der Straße NE von Herzog Juliushütte eine1012 m mächtige Mittelterasse an. Sie besteht aus Schotter und Geröllen aus dem Einzugsbereich der Innerste ohne Okergranit. Darüber folgen Geschiebemergel aus Plänerkalkbruchstücken. Trogtal der Oder (typ. U-Tal, durch den Odergletscher geprägt) Lößwand in Hattorf In den Kaltzeiten wurde der durch mechanische Verwitterung entstandene sehr kalkhaltige und silikatreiche feine Gesteinsstaub mit dem Wind in die Flußtäler geblasen und als Löß abgelagert (Lößakkumulation). Erst im Laufe der Bodenbildung in den Warmzeiten wurde der Kalk durch Humussäuren neutralisiert und später abgeführt. Durch Lessivierung, der Verlagerung von Ton unter wechselfeuchten Bedingungen, entstand Lößlehm, ein sehr fruchtbarer Ackerboden. Die Lößdecke ist an vielen Stellen mehrere Meter dick. [...]
Butterberg, Bad Harzburg Der Butterberg wird auf dem Weg von Bad Harzburg nach Stapelburg überfahren, entlang der B 6, direkt vor einer sehr steilen, scharfen Kurve befindet sich eine kleine Parkmöglichkeit. Er ist als Naturschutzgebiet aufgrund der Flora (trockener, sonniger Standort mit kalkreichem Boden) ausgewiesen. Der Weg darf deshalb nicht verlassen werden. Das anstehende Gestein ist auf dem Weg selbst zu erkennen. Sowohl der Butterberg als auch der Wolfstein setzen sich aus konglomeratischen Sandsteinen, Kalksandsteinen und Mergeln zusammen, Ablagerungen des letzten Meeresvorstoßes in der höheren Oberkreide (Santon, ca. 83 Mio. Jahre). In der gleichen Zeit lagerten sich auch die gelben Kalksandsteine des Sudmerberges in flachen, bewegten Randbereichen des Oberkreidemeeres ab. Zahlreiche, zerbrochene Muschelschalen, Ammonitenreste, Seeigelstacheln weisen auf starkes Brandungsgeschehen hin. Am Butterberg und am Wolfstein sind auch dicke Wurmröhren zu erkennen. Die Oberkreideschichten des Butterberges und des Wolfsteines stehen durch den Aufstieg der Harzscholle ziemlich steil (MOHR 1989). [...]
Die Teufelsmauer erstreckt sich über ca. 135, 37 ha und ist auf der Straße von Quedlinburg nach Bad Suderode kurz nach dem Bahnübergang auf der rechten Seite besonders gut zu sehen. Hier bei Weddersleben sind besonders schön die Felsgruppen der „Königsteine“ und „Mittelsteine“ herausgearbeitet. Es handelt sich um stark verwitterte Sandsteinbrocken, Heidelbergsandstein (Santon, Oberkreide), die sich als Kammrücken entlang des Nordharzes (Blankenburg, Weddersleben, Neinstedt) ziehen. Die höchste Erhebung befindet sich aber bei Blankenburg, die Klippengruppe „Großvater“; von hier aus hat man einen guten Überblick zum Harz und Brocken. Der Sandstein hat durch Verkieselung eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Verwitterungseinflüsse erhalten. Sie ist von der Straße aus ausgeschildert und so auch einfach zu finden. [...]
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Arbeit zitieren:
Krieger, Sabrina Januar 2002: Erdgeschichte zum Anfassen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Harz, Geopfade, Geopark, Geotouristik, Bergbau



