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Erdbeben als auslösender Faktor für Hangrutschungen im Bonner Raum?

Erdbeben als auslösender Faktor für Hangrutschungen im Bonner Raum?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Horst Meyenfeld
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8415-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8415-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8415-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Meyenfeld, Horst März 2004: Erdbeben als auslösender Faktor für Hangrutschungen im Bonner Raum?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Naturgefahren, Erdbebenkatalog, Bodenverflüssigung, Newmark Displacement, ARIAS-Intensität

Diplomarbeit von Horst Meyenfeld

Zusammenfassung:

Hangrutschungen treten weltweit auf und werden weltweit kartiert. Oft fehlen jedoch die Hinweise auf den Auslöser der Hangrutschungen. Natürliche Auslöser können Erdbeben, Niederschläge oder Bodenfeuchtigkeit sein. Im Gegensatz zu den zahlreichen Konzepten und Methoden für durch Niederschläge ausgelöste Hangrutschungen, sowohl für die lokale als auch für die regionale Ebene, fehlen diese weitgehend für Hangrutschungen, die durch Erdbeben ausgelöst werden.

Für das Gebiet um Bonn gibt es seit Jahrzehnten Studien über Hangrutschungen. Der Schwerpunkt wurde jedoch auf die Kartierung der Hangrutschungen, sowie deren Bewegungsmuster gelegt. Obwohl in früheren Studien mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass Erdbeben auch Hangrutschungen auslösen können, ist eine systematische Analyse für den Bonner Raum bislang nicht durchgeführt worden.

In dieser Studie wird für den lokalen Bereich eine Methode benutzt, die für das Auftreten von Bodenverflüssigung entwickelt wurde, mit der Annahme, dass Bodenverflüssigung eines Hangsegmentes eine Rutschung auslösen könnte. Das Ergebnis dieser Berechnungen für einige ausgewählte Hänge sind die Minimum Magnitude und Beschleunigung, bei der Bodenverflüssigung auftreten kann.

Für die regionale Analyse wurden diese Werte mit bekannten historischen Erdbeben verglichen und so potentielle Erdbeben mit den entsprechenden Magnituden bzw. Intensitäten lokalisiert.

Anschließend wurden die Daten der Erdbeben mit denen der Hangrutschungen verglichen. Die Analysen zeigten, dass Erdbeben das Potenzial haben, im Bonner Raum Hangrutschungen auszulösen.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung I
Tabellenverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis II
Verzeichnis der Anhänge III
Liste der Abkürzungen und Symbole V
1. Einleitung und Fragestellung 1
2. Definitionen 4
2.1 Hangrutschung 4
2.1.1 Hangrutschungen als geomorphologischer Prozess 4
2.1.2 Typen von Hangrutschungen 5
2.1.3 Auslöser für Hangrutschungen 7
2.2 Erdbeben 14
2.2.1 Entstehung von Erdbeben 19
2.2.2 Erdbeben in Deutschland 21
2.2.3 Wellenausbreitung bei Erdbeben 22
2.2.4 Wege der Wellen mit Reflexionen und Verstärkungen 24
2.2.5 Einfluss der Wellenenergie auf verschiedene Bodenarten 26
2.3 Bodenverflüssigung 29
3. Überblick zu Untersuchungen über 'Hangrutschungen, die durch Erdbeben ausgelöst werden' 31
4. Untersuchungsgebiet Bonner Raum 33
4.1 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes für Hangrutschungen 35
4.2 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes für Erdbeben 35
4.3 Hangrutschungen im Bonner Raum und ausgehende Gefährdung 36
4.4 Erdbeben im Bonner Raum und ausgehende Gefährdung 37
5. Methodenbeschreibung 39
5.1 Verfügbare Modelle 39
5.1.1 Hangrutschungen 39
5.1.2 Erdbebenausbreitung / -einfluss / -auswirkungen 40
5.2 Lokale Ebene 40
5.2.1 Modell 'Hollnack' 40
5.2.2 Modell 'Newmark Displacement' 43
5.3 Regionale Ebene 48
5.3.1 Modell 'Crozier' 48
5.3.2 Modell 'Kövesligethy' 49
5.3.3 Modell 'Wilson / Keefer' (ARIAS-Intensität) 50
5.3.4 Modell 'Keefer' (Einflussgebiet) 50
5.3.5 Modell 'Newmark - Displacement' 51
5.4 Datenbanken für Hangrutschungen und Erdbeben 51
5.4.1 Hangrutschungen 51
5.4.2 Erdbeben 52
6. Analyse 54
6.1 Lokale Ebene 54
6.1.1 Modell 'Hollnack' 54
6.1.2 Modell Newmark Displacement 59
6.2 Regionale Ebene 66
6.2.1 Modell 'Crozier' 66
6.2.2 Modell 'Kövesligethy' 68
6.2.3 Modell 'Wilson / Keefer' (ARIAS - Intensität) 70
6.2.4 Modell 'Keefer' (Einflussgebiet) 72
6.2.5 Modell 'Newmark - Displacement' 74
6.3 Auswertung der Datenbanken 75
6.3.1 Hangrutschungen im Bonner Raum 75
6.3.2 Erdbeben, die den Bonner Raum beeinflussen können 76
6.3.3 Korrelation der beiden Datenbanken 80
7. Ergebnisse und Probleme 81
7.1 Ergebnisse 81
7.1.1 Vergleich und Wertung 81
7.1.2 Probleme / Ausschlüsse 83
8. Zusammenfassung und Perspektiven 85
9. Literaturverzeichnis 87
10. Anhang 92

Automatisiert erstellter Textauszug:

geologische Karte kein passendes und genügend differenziertes Profil für das Melbtal bot, wurde das Profil der hydrologischen Karte genommen. Die hydrologische Karte bietet auch zusätzlich Informationen zu den Substrateigenschaften an. Es wurden im Melbtal aus dem Hangrutschungsbereich die südlichste, steilere (ME 6 / Friedhofsrutschung, in Anhang A- 17 das Profil A - B) und die nördlichste, etwas flachere Hangrutschung (ME 1, in Anhang A- 17 das Profil C - D) für die Berechnung ausgesucht. Da keine Bohrungen in diesen Bereichen mit der nötigen Tiefe existieren, wurden virtuelle Bohrlöcher definiert. Die Bohrprofile wurden an Hand des geologischen Profils als Transsekt senkrecht zur Hangneigung in gleichmäßigen Abständen vom höchsten zum niedrigsten Punkt unter Berücksichtigung der Schichtmächtigkeiten maßstabsgerecht umgerechnet. Die Substrateigenschaften wurden nach den Angaben auf der Profilkarte zugeordnet. Um auch eine Aussage über die Rutschungsgefährdung für die quartäre Auflage zu bekommen, in deren Bereich sich die Rutschungen im Melbtal ereigneten, wurde als zusätzliche Methode mit dem Modell 'Newmark Displacement' gerechnet, dass im Folgenden beschrieben werden wird. [...]

das Modell mit mehr Ungenauigkeiten berechnet als die weniger überformten älteren Schichten (Hollnack 2002). Die GOF über NN kann manuell aus Werten der topographischen Karte übernommen werden oder aus einem digitalen Höhenmodell (DEM). Die jeweiligen Schichtgrenzen werden aus diesen Daten und den eingegebenen Schichtmächtigkeiten errechnet. Daraus erstellt das Modell eine 3-DSchichtlagenkarte des Untersuchungsgebietes. Das Modell geht allerdings davon aus, dass die Schichten weitgehend horizontal in der stratigraphischen Reihenfolge liegen (jüngste oben, älteres darunter) und dass die Schichten wassergesättigt sind. Die geophysikalischen Parameter werden nach Budny (1984) bestimmt, wobei die Werte für die Dichte und Scherwellengeschwindigkeit zwar mit den Werten für die GOF eingegeben werden, aber vom Modell auf die jeweilige Tiefe umgerechnet werden. Zusätzlich werden noch die Korngröße und der Durchlässigkeitskoeffizient benötigt (Geologischer Dienst NRW 1996). Nach Eingabe der Magnitude und der Beschleunigung erhält man den Minimum FOS. Ist dieser Wert > 1, kann man von einer Bodenverflüssigung ausgehen, die wiederum ihrerseits eine Hangrutschung auslösen kann. [...]

Es gibt einige wenige Modelle, mit denen die Auswirkungen von Erdbeben auf die Hangstabilität berechnet werden können. Das gebräuchlichste Modell ist das 1965 von Newmark entwickelte Modell des 'sliding block' und daraus abgeleitet der durch ein Erdbeben ausgelöste Versatz ('Newmark Displacement'). Newmark (1965) hat dieses Modell für künstliche Dämme und Böschungen entwickelt. Für die Übertragung dieses Modells auf natürliche Hänge stößt man zuerst auf die Schwierigkeit, dass es für natürliche Hänge auf Grund ihrer Heterogenität keine geeigneten Methoden für eine lückenlose oder zumindest repräsentative Analyse des Untergrundes gibt. Man muss also mit Schätzungen und Annahmen rechnen. Andererseits würde eine vollständige Aufnahme einen derart mächtigen Satz von Daten als Eingebeparameter erzeugen, dass diese Methode unhandhabbar würde. Die Berechnungsgrundlagen und Eingabeparameter wurden daher soweit vereinfacht, dass ein handhabbares Modell entstand. Bei den Unsicherheiten, die z. B. allein in den Parametern für die Bodeneigenschaften für eine regionale Analyse bestehen, ist dieses Verfahren z. Zt. auch ausreichend, um nicht auch hierbei eine Genauigkeit vorzutäuschen, die es wegen der erwähnten Unsicherheiten so nicht geben kann. Für diese Arbeit wurden dann auch die Methoden des USGS übernommen, weil sie mangels verfügbarer Daten für ausreichend für das Aufzeigen eines Trends angesehen werden. [...]

Arbeit zitieren:
Meyenfeld, Horst März 2004: Erdbeben als auslösender Faktor für Hangrutschungen im Bonner Raum?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Naturgefahren, Erdbebenkatalog, Bodenverflüssigung, Newmark Displacement, ARIAS-Intensität

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